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Die Tagesdisposition - auch nur Disposition oder nur kurz Dispo (engl. (daily) call sheet) beschreibt bei Film-, Fernseh- und Werbeproduktionen eine für jeden Drehtag erstellte Übersicht bezüglich des zu absolvierenden Pensums sowie spezifischen Informationen für einzelne Mitglieder des Filmteams. Über den Tag hinweg dient die Dispo jedem Anwesenden am Filmset als ‚Fahrplan‘ oder Anhaltspunkt, was als nächstes zu tun ist.
Die Dispo wird vom Ersten Aufnahmeleiter in Übereinstimmung mit dem Regieassistenten erstellt. Grund für diese Absprache ist einerseits die Tatsache, dass der Regieassistent für die termingerechte Fertigstellung der Dreharbeiten verantwortlich ist, zum anderen ist er täglich am Set vor Ort, während sich die Arbeit des Ersten Aufnahmeleiters größtenteils abseits davon abspielt. Des Weiteren ergeben sich die Tagesdispositionen aus dem Drehplan, der normalerweise vom (ersten) Regieassistenten in Zusammenarbeit mit der Filmproduktionsleitung erarbeitet wurde.
In manchen Produktionsfirmen, meist bei täglichen oder wöchentlichen Serienformaten, gibt es ganze Dispositions-Abteilungen, in denen die lang- und kurzfristigen Drehplanungen quasi fast industriell ablaufen. Durch die regelmäßigen, oft in den direkt angrenzenden Studios stattfindenden Dreharbeiten haben sich feste Routinen gebildet und die Erstellung der Dispo stark methodisiert.
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Sowohl für die inhaltliche Anordnung als auch den genauen Umfang einer Tagesdisposition gibt es keine verbindliche Vorgabe. Es hat sich allerdings eine Art branchenüblicher Standard entwickelt, der je nach Belieben und Erfahrung des Aufnahmeleiters berücksichtigt und/oder eingehalten wird.
Die Länge der Dispo richtet sich nach der Informationsfülle, allerdings immer mit dem Ziel übersichtlich, prägnant und dabei nicht unnötig lang zu sein. In der Regel umfasst sie etwa zwei bis vier DIN-A4-Blätter.
Die Tagesdisposition muss einige grundlegende Informationen enthalten, um ihren Zweck zu erfüllen. Diese sollten bereits auf der ersten Seite ersichtlich sein:
Folgende Punkte sind nicht zwingend notwendig, optimieren allerdings die Vorbereitung und damit den Arbeitsablauf am Drehort:
Die Tagesdisposition ist zunächst eine allgemeine Informationsquelle. Sie soll dafür sorgen, dass alle Beteiligten des Filmteams für den Drehtag ausreichend vorbereitet erscheinen und vor Ort miteinander kommunizieren können. Darüber hinaus erfüllt die Dispo aber noch andere Aufgaben.
Die Dispo gilt als eines der "Hauptwerkzeuge" des Setaufnahmeleiters (Set-AL). Mit ihrer Hilfe kann er für die Einhaltung des Zeitplans sorgen, was während des Drehtages zu seinen Hauptaufgaben gehört. Durch die Informationen aus der Tagesdisposition kann er nicht nur Transporte, An-, Ab- und Rücklieferungen sowie Motivumzüge genau koordinieren, sondern darüber hinaus auch die termingerechte Zusammenarbeit des gesamten Teams kontrollieren, um eventuelle Engpässe im zeitlichen Ablauf und damit ungewollte Drehpausen zu vermeiden. Diese Verantwortung teilt sich der Set-AL im übrigen mit allen "Heads of Department" (Abteilungsleitern), z.B. für Licht, Kostüm oder Ausstattung.
Ein in der Regel am Ende des Drehtages erstellter Tagesbericht (zur Erfassung der tatsächlich geleisteten Arbeit, z.B. abgedrehte Szenen, Verbrauch von Filmmaterial, Anwesenheitserfassung des Teams, etc.) wird im Hinblick auf das geplante und geschaffte Pensum mit der Tages-Disposition abgeglichen und beeinflusst dann ggf. bei Nichterfüllen der geplanten Arbeit die folgenden Tages-Dispositionen und ggf. den gesamten Drehplan.
Für viele Teammitglieder dient die Dispo zudem als Beleg für ihre Anwesenheit am Drehort zum Zweck der eigenen Buchführung oder um beispielsweise Ansprüche gegenüber der Produktionsfirma (bzw. der Firma über die sie für das Filmprojekt beschäftigt sind) und später dem Arbeitsamt geltend machen zu können.
Die Tagesdisposition bei mehrtägigen Dreharbeiten wird grundsätzlich am jeweiligen Vortag an das Filmteam verteilt. Vom Produktionsbüro gelangt sie direkt zum Setaufnahmeleiter, der (mit Hilfe seiner Assistenten bzw. Setrunner) für ihre Verteilung sorgt. Viele Set-ALs legen dabei Wert darauf, dass dies nicht vor Drehschluss geschieht und dass bis dahin niemand die Dispo zu Gesicht bekommt. Hintergrund dafür ist die Tatsache, dass sich manche Änderungen erst mit dem Drehschluss ergeben (z.B. Verschiebung der Anfangszeiten aufgrund der Einhaltung von gesetzlichen Ruhezeiten).
Weiterhin kann der Set-AL bei einer gleichzeitigen Verteilung an alle feststellen, welche Teammitglieder und Schauspieler ihre Dispo nicht persönlich erhalten können, weil sie entweder einen freien Tag hatten oder das Set bereits verlassen haben. Ein weiterer Aspekt, der oft vernachlässigt wird, ist die einfache Tatsache, dass die Tagesdisposition ein vertrauliches Dokument darstellt, das nur für die Beteiligten einer Filmproduktion bestimmt ist. Daher sorgt eine Aushändigung nach Drehschluss für eine bewußtere Handhabung.
Bei kurzen Drehphasen von nur einem oder sehr wenigen Tagen kann es vorkommen, dass die Dispo für mehrere Tage gesammelt erstellt wird. Dies hat meist organisatorische Gründe, z.B. bei kleinen oder niedrig budgetierten Filmproduktionen, die nicht über ein festes Produktionsbüro oder entsprechende Mitarbeiter verfügen, die für eine laufende Erstellung einer Dispo sorgen können.
Bisweilen kommt es auch vor, dass es im Vorfeld der Dreharbeiten eine oder sogar mehrere sogenannte Vorab-Dispos gibt, die das Team über die bis dato bekannten Fakten des anstehenden Drehtages informiert. Meist folgt darauf noch eine reguläre Dispo mit allen Infos.
Einige Aufnahmeleiter haben es sich zur Gewohnheit gemacht ihre Tagesdispositionen mit einer persönlichen Note zu versehen. Dies beinhaltet beispielsweise das Hinzufügen von Grafiken oder Anekdoten. Teilweise findet man auch einen "Spruch des Tages", ein kurzes Gedicht, Witze oder ähnlich Humorvolles darauf. Diese "Extras" werden von Teammitgliedern meist geschätzt. Allerdings nur dann, wenn die Dispo ansonsten professionell und frei von Mängeln ist.
movie-college.de – Erklärung der Tagesdisposition mit Bespieldispo