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Ein Tagewerk oder Tagwerk, von althochdt. tagawerch, war eine früher übliche Bezeichnung für die Arbeit, die an einem Tag geleistet werden konnte. Daraus entwickelte sich − vor allem in der Landwirtschaft − ein Flächenmaß, das als Tw. oder Tagw. abgekürzt wurde.
Ursprünglich stammt der Begriff aus der Landwirtschaft und bezeichnet jene Landfläche, die an einem Tag bestellt werden konnte, also von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Dabei legte man im Allgemeinen ein Ochsengespann zu Grunde, denn Pferde hatten in der Epoche der Grundherrschaft (etwa in der Zeit vom Frankenreich bis 1848) nur wenige der Bauern oder Halbbauern zur Verfügung.
Die so verstandene Arbeitsleistung bedeutet bei gleichmäßigem Boden und flachem Gelände ein genähertes Flächenmaß:
Entsprechungen sind:
Auch in der Antike lag das Tagewerk eines Mannes Flächenmaßen zu Grunde.[1] In Griechenland war das plethron gebräuchlich, in Rom das iugerum (abgeleitet von iugum, das Joch). Ein plethron umfasste etwa 876 m², das iugerum 2500 m² (von dem sich das südliche Joch ableitet).
Im Angloamerikanischem Maßsystem entspricht das heute noch verwendete Acre ca. 4047 m².
Mit der Industrialisierung hat sich der Begriff des Tagwerks auch auf diesen Bereich ausgedehnt und stand als Maß für die tägliche Arbeit eines Industriearbeiters, die seinem Lohn entspricht. In der Alltagssprache ist er hingegen eher selten anzutreffen, z. B. wenn jemand „mit seinem Tagewerk zufrieden ist“, im Süddeutschen durchaus noch gebräuchlich.