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| Stadt
Tambow
Тамбов
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| Liste der Städte in Russland | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Tambow (russisch Тамбо́в) ist eine Stadt in Russland und Hauptstadt der Oblast Tambow. Sie liegt im fruchtbaren Oka-Don-Becken am schmalen Fluss Zna, rund 420 km südöstlich von Moskau. Tambow hat 281.800 Einwohner (Stand: 2007).
| Tambow | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm (Erklärung) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt wurde 1636 als Teil des Festungsgürtels gegründet, der Moskau im Süden und Südosten vor Angriffen der Tataren schützen sollte. Als sich das Russische Reich nach Süden ausdehnte, verlor die Festung ihre Bedeutung, und Tambow wurde Handels- und Verwaltungszentrum eines landwirtschaftlichen Gebietes. Infolge der Verwaltungsreform des Jahres 1775 wurde 1780 die Statthalterschaft Tambow eröffnet, die man 1796 in ein Gouvernement umbenannt hat. Bis 1918 blieb Tambow das Zentrum eines Gouvernements, das aus 12 Kreisen bestand: Borisoglebsk, Elatjma, Kirssanow, Kozlow, Lebedjanj, Lipezk, Morschansk, Spassk, Tambow, Temnikow, Usmanj und Schazk.
Die Industrie entwickelte sich in größerem Ausmaß erst in der Zeit nach der Oktoberrevolution 1917. Im August 1920 kam es dann zu einem großen Bauernaufstand, dessen Zentrum Tambow war. Er wurde jedoch schon bald von der Roten Armee niedergeschlagen. Zu den wichtigsten Industriezweigen zählen heute die chemische und die elektrische Industrie.
Während des Zweiten Weltkrieges entstand in Tambow ein spezielles Kriegsgefangenenlager für Elsässer, Lothringer und Luxemburger, das Lager Nr. 788, die – meist gezwungenermaßen, in Frankreich so genannte Malgré-nous – als Soldaten in der deutschen Wehrmacht gedient hatten und gefangen genommen worden waren. Von den rund 18.000 Mann kam dabei mindestens ein Drittel ums Leben. Die letzten Gefangenen wurden 1955 entlassen.
Darüber hinaus bestand in der Stadt das Kriegsgefangenenlager 188 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[1] Es war ein großes Durchgangslager, das bereits kurz nach dem Krieg geschlossen wurde.
Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die 1694 erbaute Verklärungskathedrale sowie mehrere andere Klöster und Kirchen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die auf Tambows Vergangenheit als spirituelles Zentrum hinweisen. Nennenswert sind auch die Kirche der Gottesmutter-Ikone von Kasan und die Lazarus-Kirche.
Die Altstadt ist ein Konglomerat verschiedener Stile, die trotzdem ein sehr harmonisches Ganzes ergeben. Tambow hat außerdem ein großes Opernhaus.
Auf dem Kriegsgefangenenfriedhof Tambow-Rada liegen 24.000 umgekommene Gefangene des Zweiten Weltkriegs. Er wurde 1998 wiederhergestellt. In dessen Mitte befindet sich ein 4,5 m hohes Holzkreuz.
Ganz besondere Aufmerksamkeit verdient die Kunstgalerie, die mit tausenden von Exponaten und Bildern von russischen, sowjetischen und europäischen Künstlern eine weltweite Bedeutung genießt. Darunter sind Werke von Lorenzo Bartolini, Nicolaes Pietersz. Berchem, Ferdinand Bol, Karl Brjullow, Jean-Honoré Fragonard, Jan van Goyen, Jacopo Palma dem Jüngeren, Andrei Rjabuschkin, Giulio Romano, Jan van Scorel, David Teniers dem Jüngeren, Francesco Trevisani, Salvator Rosa und vielen anderen.
Nördlich von Tambow befindet sich bei 52° 46′ 51″ N, 41° 24′ 52″ O52.780833333341.4144444444 seit 1991 mit 360 m einer der höchsten Sendemasten zur Verbreitung von UKW- und Fernsehprogrammen.
Verwaltungszentrum: Tambow
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