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Das Target Intelligence Committee (TICOM) war eine von Amerikanern und Briten gebildete Organisation, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges nach deutschen Codeknackern und Schlüsselmaschinen suchte[1], wobei sie u. a. die Enigma erbeutete. Ziel war es, nicht nur die Nachrichten der Wehrmacht zu entziffern, sondern vor allem auch jene der Russen sowie zu verhindern, dass diese geheime Nachrichten der Briten und Amerikaner entziffern konnten. Möglicherweise fanden sich auch Dokumente über abgefangene russische Nachrichten, die sowjetische Absichten über die zukünftige Politik enthielten. Außerdem könnten Schwächen der amerikanischen und britischen Kryptographie entdeckt und anschließend behoben werden.
Für TICOM waren u. a. Paul K. Whitaker, Selmer S. Norland, Arthur Levenson und Howard Campaigne tätig. TICOM verhörte u.a. auch den hochrangigen Wehrmachtskryptologen Erich Hüttenhain.
TICOM wurde vom Direktor der Signal Intelligence Division in Europa, George A. Bicher, 1944[2] gegründet. George C. Marshall befahl General Dwight D. Eisenhower, TICOM höchste Priorität einzuräumen.
Nachdem zuerst TICOMs Einsatz planmäßig verlief, erschwerte das Chaos im Deutschen Reich ab 1945 die Suche nach deutschen Codeknackern. Darauf machten sich sechs Teams aus dem Sitz des TICOM in Bletchley Park[2] im März 1945 auf, um bekannte oder neu entdeckte Ziele, die für die Fernmeldeaufklärung von Interesse waren, zu übernehmen. (Der in der Grafschaft Buckinghamshire gelegene Bletchley Park trug die offizielle Bezeichnung Government Code and Cipher School und später Government Communications Headquarters (GCHQ).) Eine Gruppe unter Major Paul E. Neff stieß in einem den Sowjets zugeteilten Gebiet auf eine Goldgrube: In einer Zentrale der deutschen Aufklärung in einer Burg in Sachsen-Anhalt fand man russisches Code- und Chiffriermaterial.[3] Nach Abklärung mit dem englischen Justizministerium wurde das Material samt den Deutschen auf Vorschlag von Colonel George Bicher nach England eskortiert. Zwei Tage später nahmen die Sowjets die Burg ein.
Nach Analyse der deutschen Kryptologie konnte festgestellt werden, dass die Deutschen die wichtigsten englischen Verschlüsselungen nicht brechen konnten. Den Deutschen war die amerikanische Version von Fish, ein Apparat mit der Bezeichnung SIGABA, nie in die Hände gefallen.
Das TICOM war noch nach 1950 aktiv; nach Gründung der National Security Agency (NSA) gingen ab 1952 viele der vorhandenen Dokumente an diese über und blieben der Geheimhaltung unterworfen.[4] Teile der Dokumente wurden 2011 von der NSA freigegeben und veröffentlicht.[5]