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Techniker ist in Deutschland und der Schweiz ein Beruf
Inhaltsverzeichnis |
Um die geschützte Berufsbezeichnung Staatlich geprüfter Techniker[1] führen zu dürfen, muss man eine entsprechende Aufstiegsweiterbildung an einer Fachschule für Technik absolviert und das abschließende, staatliche Examen bestanden haben. Die meisten Technikerschulen sind staatliche Fachschulen, jedoch gibt es auch private Organisationen, welche diese Weiterbildung anbieten.
Erforderlich zum Besuch einer Fachschule für Technik in Deutschland:[2]
Beispiel: Regelung in Niedersachsen
Die Aufstiegsweiterbildung umfasst insgesamt mindestens 2.400 Unterrichtsstunden[2] und kann in Vollzeit (2 Jahre bzw. 4 Semester) oder Teilzeit (min. 3 Jahre[4] bzw. 6 Semester, je nach Fachrichtung und Schule aber auch 4 Jahre bzw. 8 Semester[5]) als auch in Form eines Fernlehrgangs mit flexibler Zeiteinteilung absolviert werden.
An staatlichen Schulen ist dies unter Umständen kostenfrei, wobei auch an diesen Fachschulen für Technik teilweise Ausbildungs- und Prüfungsgebühren in Höhe von mehreren hundert Euro anfallen können.
Gerade in der Vollzeitform fallen Lebenshaltungskosten an, welche aufgrund der Vollzeitausbildung nicht mehr durch die zuvor üblicherweise ausgeübte berufliche Tätigkeit gedeckt werden können. Es besteht darum die Möglichkeit der Förderung, welche umgangssprachlich als Meister-BAföG bezeichnet wird. Tatsächlich geschieht diese nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, also dem AFBG, in Form eines zinsgünstigen Darlehens. Eine weitere Möglichkeit der Förderung besteht in Form des Schüler-BAföG.
Neben den fachbezogenen Ausbildungsinhalten der jeweiligen Fachrichtung werden auch viele fachübergreifende Unterrichtsinhalte vermittelt, die für den beruflichen Alltag wichtig sind.
Zum fachübergreifenden Bereich gehören:
Fachbezogene Ausbildungsinhalte am Beispiel des Staatlich geprüften Elektrotechnikers DV (Datenverarbeitung):
Zusätzlich wird häufig mit angeboten:
Die Aufstiegsweiterbildung endet mit einem staatlichen Examen, welches sich an staatlich anerkannten Schulen aus vier Prüfungen zusammensetzt, die verschiedene Schwerpunkte aus der Fachausbildung abdecken müssen. In manchen Bundesländern (z.B. Bayern) können seit 2011 die vier Fächer aus einer von der Schule bestimmten Auswahl selbst gewählt werden. Von der Schulform (anerkannt oder geprüft) und Region abhängig, können mehrere Fachbereiche in einer Examensarbeit kombiniert werden. Zum Bestehen der Prüfung muss der Gesamtnotenschnitt aus allen vier Staatsprüfungen 4,0 oder besser sein, bei einer Leistung mit "mangelhaft" folgt in diesem Fach eine mündliche Nachprüfung. In manchen Bundesländern (z.B. Bayern) werden beim staatlich geprüften Techniker die Vornoten aus den vorhergegangenen Ausbildungsjahren nicht in das Prüfungsergebnis eingerechnet bzw. einbezogen. Sie sind dann nur ausschlaggebend für die Prüfungszulassung. In diesem Fall muss in allen Fächern eine Prüfung abgelegt werden. Die Prüfungsformen sind, wie die angebotenen Fächer, landesweit nicht einheitlich und werden von der Schulleitung jeder Schule mitbestimmt.
Die Technikerweiterbildungen und -prüfungen regeln die einzelnen Bundesländer in ihren Schul- bzw. Fachschulordnungen (Bsp. NRW[6]) auf Grundlage der bundeseinheitlichen Rahmenvereinbarung über Fachschulen[2].
Gemäß Rahmenvereinbarung über Fachschulen kann ein Teil der staatlichen Prüfung eine Facharbeit (auch Techniker- oder Projektarbeit genannt) sein.[2] Da ein Techniker auch in der Berufspraxis sehr häufig technische Berichte und Projektberichte verfasst, bestehen die Fachschulen für Technik in der Regel auf eine solche Arbeit.
Die Projektarbeit kann entweder eine theoretische Arbeit (Vorstudie, Konzept etc.), oder aber die Lösung eines gestellten praktischen Problems (Bspw. Entwicklung eines neuen Produktes, Einführung eines QMS, Entwicklung eines neuen Verfahrens) sein, zu der sämtliche notwendige Berechnungen und Entscheidungen ersichtlich in einer umfangreichen Facharbeit dokumentiert werden müssen. Im Anschluss daran muss eine Verteidigung des bearbeiteten Projektes vor einem Ausschuss und zum Teil auch öffentlichen Publikum absolviert werden. Die Bewertung der Projektarbeit wird auf dem Abschlusszeugnis aufgeführt.
Nach Abschluss des zweiten bzw. vierten Ausbildungsjahres (Vollzeit- bzw. Teilzeitausbildung) besteht in vielen Bundesländern (z.B. Thüringen) die Möglichkeit, durch eine Zusatzprüfung die Fachhochschulreife zu erhalten, welche zum Studium an einer Fachhochschule berechtigt.[7]
In einigen Bundesländern (z.B. Niedersachsen) wird die Fachhochschulreife automatisch mit erfolgreichem Abschluss erworben. Die Absolventen der zweijährigen Fachschule Technik erhalten zusätzlich die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung (Universitätsstudium) für beruflich besonders qualifizierte (höher qualifizierte).[8]
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siehe auch: Staatliche Abschlussbezeichnung
Zu differenzieren ist hierbei, dass bei den Abschlüssen zum Staatlich geprüften Techniker nach einer vom Staat konzipierten Ausbildungs- und Prüfungsordnung ausgebildet und geprüft wird, während hingegen bei den Staatlich anerkannten Technikern die Schule selbst die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen erstellt, welche von der zuständigen Schulaufsichtsbehörde (Oberschulamt) genehmigt werden müssen.
Bei der Abschlussbezeichnung Staatlich anerkannter Techniker handelt sich also um Fachschulabschlüsse, die an privaten, staatlich anerkannten Fachschulen (die Ergänzungsschulen sind) zu erwerben ist. Diese Abschlüsse sind mit den Abschlüssen an staatlichen und privaten Fachschulen (die Ersatzschulen sind) gleichzusetzen.
Einige Zweige (mit den im Laufe der Ausbildung zu wählenden Schwerpunkten) sind:
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Der Abschluss als Staatlich geprüfter Techniker erlaubt in allen Handwerken gleicher oder gleich gestellter Fachrichtung die Eintragung in die Handwerksrolle, die bei der Handwerkskammer geführt wird.
Das Ausbildungsniveau des Staatlich geprüften Technikers liegt oberhalb dem eines Industriemeisters. Im Rahmen der Erstellung des Nationalen Qualifikationsrahmens ist der Abschluss auf die Stufe 6 von 8 eingeordnet. Damit sind die Abschlüsse staatlich geprüfter Techniker und Bachelor auf der gleichen Stufe[34].
Er wird in der Industrie in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eingesetzt, um Ingenieursteams zu unterstützen und, je nachdem, selbständig Projekte und Teilaufträge abzuwickeln. Des Weiteren umfasst sein Einsatzgebiet die Arbeitsvorbereitung in der Produktion sowie die Abteilungs-, Produktions- und Betriebsleitung. Außerdem besitzt er Kenntnisse und Fähigkeiten, welche in der betrieblichen Qualitätssicherung und im Qualitätsmanagement eingesetzt werden können. Einsatzgebiete findet er auch im Einkauf, im Vertrieb, in der Ausbildung von Nachwuchsfachkräften als Ausbilder oder Ausbildungsleiter sowie als technischer Fachlehrer[35] an beruflichen Schulen.
In der Schweiz ist der Titel Diplomierter Techniker/in HF bzw. Diplomierter Techniker/in TS eine geschützte Berufsbezeichnung. Diesen Titel bekommt man erst nach dem erfolgreichen ablegen des Qualitfikationsverfahrens zum Techniker TS/HF. Die Abschlussqualifikation umfasst u.a. die Diplomarbeit (analog der Projektarbeit eines deutschen Staatlich anerkannten Technikers).
Die Änderung von TS[36] (Technikerschule) zu HF (höhere Fachschule) erfolgte 2005. Dipl. Techniker TS dürfen den Titel Dipl. Techniker HF führen,[37] die Titel sind also gleichwertig.
Die Ausbildung umfasst eine Gesamtstundenzahl von mindestens 3.600 bzw. 5.400 Lernstunden (ca. 2000 Unterrichtsstunden), wobei bei Berufsbegleitenden Ausbildungen die Berufstätigkeit mit 720 bzw. 1.080 Stunden angerechnet werden kann.[38][39] Voraussetzung ist in der Regel eine abgeschlossene Berufslehre in der gewählten Techniker-Fachrichtung, jedoch sind beim Nachweis entsprechender Qualifikationen auch Ausnahmen möglich.
Die Studiengänge haben berufsbegleitend 5[40], 6[41] oder 7[42] Semester oder Vollzeit 4 Semester.[43].
In der Schweiz gab vor der dem neuen Rahmenlehrplan sehr viele verschiedene Fachrichtungen des Technikers, z. B.:
Eine vollständige Übersicht wird vom BBT herausgegeben.[52]
Ebenfalls Techniker, aber ihn vielen Punkten besonders:
Mit der Umwandlung der Technikerschulen zu höheren Fachschulen für Technik wurde ein Rahmenlehrplan für den dipl. Techniker HF verfasst, welche Namen und Inhalte der Fachrichtungen stärker reglementiert.[54]
Daneben gibt es noch verwandte Ausbildungen, die aber auf einem anderen Rahmenlehrplan basieren:
Nach Abschluss der Technikerschule können unter gewissen Voraussetzungen die (privat rechtlich) geschützten Titel Professional Bachelor ODEC[57] und/oder Ing. EurEta[58] beantragt werden.
Offiziell wird vom BBT für die Übersetzung ins Englische "College of Professional Education and Training PET Degree in <Field of Study>" empfohlen.[54]
In der Sowjetunion bekam man den Titel Dipl.-Techniker erst nach dem erfolgreichen Abschluss eines knappen 4-jährigen (es sind z. B. 3 Jahre 10 Monate Studiengänge bekannt) bis 5-jährigen Studiums an einer staatlichen Hochschule (Technikum), das mit der Verteidigung einer Diplomarbeit abzuschliessen war. Die Untertitel waren ganz unterschiedlich: Hydrotechniker, Elektrotechniker etc. Es handelt sich also um einen Ingenieur (Hochschulabschluss).
In Österreich gibt es keinerlei vergleichbaren Abschluss. Zwar gibt es zahlreiche Berufe, die auf -technikerIn lauten, aber jeder, der einen technischen Lehrberuf erlernt, egal, ob im dualen Weg Lehre/Berufsschule, an einer Berufsbildenden mittleren Schule (4jährig) ist beruflich im Prinzip gleichgestellt (Level 4 im EQR), und der Abschluss staatlich anerkannt, aber alle unterhalb dem eines Staatlich geprüften Technikers (Level 6 im EQR). Weiterbildungen sind für alle Bildungswege die Meisterprüfung, fachliche Spezialisierung oder – Matura vorausgesetzt – ein Ingenieursstudium (Universität oder Fachhochschule).
Die 5 jährige berufsbildende höhere Schule (meist eine HTL) ist gemäß den EU Richtlinien im postsekundären Level (> 1 Jahre aber kleiner 3 Jahre) und entspricht dem "short cylce niveau" des EQF und ist am ehesten mit einem englischen "higher national degree" (HND) zu vergleichen. Nach 3 Jahren facheinschlägiger Praxis kann ein HTL Absolvent beim zuständigen Wirtschaftsministerium die Standesbezeichung "Ingenieur" beantragen. Weiters kann ein HTL Absolvent nach 6 Jahre facheinschlägiger Berufspraxis die Prüfung für das reglementierte Gewerbe des "Ingenieurbüros-beratende Ingenieure" ablegen und ein solches selbständig betreiben. Nach 15 Jahren Berufspraxis kann ein HTL Ingenieur um die Bezeichnung EUR ING Europaingenieur der FEANI ansuchen. Ein Absolvent einer HTL kann jede Studienrichtung ohne Einschränkungen studieren. An Fachhochschulen und Universitäten können bis zu 4 Semester (5 Semester mit Praxis) anerkannt werden.
Der Diplom-HTL-Ingenieur (Abschluss mit Diplomarbeit nach 6-jähriger Berufspraxis) wurde mit 2006 beendet. Sinn dieses Abschlusses war es, erfahrene HTL Ingenieure nach zu graduieren, es haben aber nur ca. 1000 Personen diesen Weg gewählt, ebenso gibt es Probleme mit der internationalen Anerkennung.
Außerhalb des deutschsprachigen Raums gibt es ähnliche Weiterbildungen und Abschlüsse. Gemeinsames Problem ist mangelnde (direkte) Vergleichbarkeit und folglich Anerkennung.
| Land | Nationaler Titel[59][60] |
|---|---|
| Australien | Engineering Technologist[61] |
| Belgien | Gegraduerde / Gradué |
| Dänemark | Videregående Tekniker Bygningskonstruktør |
| Deutschland | staatlich geprüfter Techniker staatlich anerkannter Techniker |
| Finnland | Teknikko (Teknisk Ingeniör / Technician Engineer) |
| Deutschland | Staatlich geprüfter Techniker (FS) Staatlich anerkannter Techniker |
| Kanada | Certified Engineering Technologist[62] |
| Irland | Associate Engineer |
| Italien | Perito Industriale iscritto all Albo Professionale |
| Neuseeland | Engineering Technologist |
| Norwegen | Fagtekniker |
| Schweden | Ingenjör / Högskoleingenjör |
| Schweiz | dipl. Techniker HF Technicien dipôlmée ES |
| Südafrika | Professional Engineering Technologist |
| United Kingdom | Incorporated Engineer |
| USA | Engineering Technologist |
Eine Verbesserung in Sachen Vergleichbarkeit soll der Kopenhagen-Prozess bringen und insbesondere der europäische Qualifikationsrahmen.
Schweiz:
Deutschland: