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Tennis ist ein RĂŒckschlagspiel, das von zwei oder vier Spielern gespielt wird. Spielt ein Spieler gegen einen anderen, so wird dies Einzel genannt, spielen je zwei Spieler gegeneinander, wird dies Doppel genannt, wobei je nach Zusammensetzung vom Herrendoppel (zwei MĂ€nner), Damendoppel (zwei Frauen) oder gemischtem Doppel (mixed) die Rede ist. Dieser frĂŒher in Deutschland als elitĂ€r geltende Sport hat heute auch als Breitensport eine herausragende Bedeutung erlangt. Seit 1988 ist Tennis wieder Bestandteil der olympischen Sommerspiele.
Inhaltsverzeichnis |
Der französische VorlĂ€ufer des heutigen Spiels, Jeu de Paume (französisch: Spiel mit der HandinnenflĂ€che) wurde zunĂ€chst in Klosterhöfen, spĂ€ter in BallspielhĂ€usern auf einem rechteckigen Feld gespielt. Die Spieler machten ihre Angabe, indem sie den Ball ĂŒber das Netz gegen eine Wand schlugen, welche entlang des Feldes verlief. Die Zuschauer saĂen an der Wand gegenĂŒber. Linien teilten das Feld in vier fĂŒnfzehn Zoll (knapp vierzig Zentimeter) breite, parallel verlaufende Streifen zu beiden Netzseiten.
In Paris wurden zwischen 1500 und 1600 zahlreiche kommerzielle Tennisanlagen erbaut, in denen die Besitzer die fĂŒr das Spiel nötige AusrĂŒstung verliehen oder verkauften. Die Anlagen wurden durch die verschiedensten Bevölkerungsschichten als Freizeiteinrichtung genutzt.[1]
Der englische Major Walter Clopton Wingfield lieĂ sich 1874 seine Art von Tennis, das er âSphairistikeâ (griechisches Wort fĂŒr Ballspiele) nannte, patentieren. Bei dieser Patentierung wurden erstmals verbindliche Regeln definiert. Das bis heute ĂŒbliche Tennis entstand mit neuen Regeln im Zuge der ersten Meisterschaften in Wimbledon (London) im Juli 1877.
Mit dem Aufkommen des Profi-Tennis Mitte der 1920er-Jahre [2] wurden zu vielen groĂen Turnieren nur noch Amateure zugelassen. 1925 wurde Tennis aus dem olympischen Programm gestrichen. 1968 wurde die BeschrĂ€nkung aufgehoben (siehe auch Open Era), wodurch groĂe Turniere, wie zum Beispiel die US Open oder die French Open, erhebliche finanzielle Bedeutung erlangten. Seit 1988 ist Tennis wieder eine olympische Disziplin.
Der Ursprung des Wortes Tennis ist ungewiss; die Etymologie stellt sogar eine der groĂen ungelösten Fragen der englischen Etymologie dar. FĂŒr die wahrscheinlichste ErklĂ€rung hĂ€lt Anatoly Liberman die auch von Walter W. Skeat favorisierte Theorie, dass es auf einen französischen oder vielmehr anglonormannischen Ausruf *tenez! zurĂŒckgehe, also den Imperativ Plural von tenir (âhaltenâ), verstanden im Sinne von âNehmt, haltet (den Ball)!â, der jedoch in dieser Form und Bedeutung nicht bezeugt ist. FĂŒr diese Theorie spricht, dass das Spiel ein Zeitvertreib der vorwiegend anglonormannisch sprechenden Aristokratie war, sowie der Umstand, dass das Wort im Mittelenglischen noch auf der zweiten Silbe betont wurde; zudem erscheint es im frĂŒhesten Nachweis ĂŒberhaupt, einem um das Jahr 1440 datiertes Manuskript eines Gedichtes von John Gower, in der Schreibung tenetz. Andere Theorien leiten das Wort von deutsch Tenne oder Tanz, von lateinisch taenia (âKopfbindeâ) oder vom französischen Ortsnamen Tennois ab. ErwĂ€hnung verdient auĂerdem die einfallsreiche MutmaĂung des Lexikographen Frank Chance, der enthauptete christliche MĂ€rtyrer Dionysius von Paris, französisch St. Denis, sei einst der Schutzpatron und Namenspate des Spiels gewesen: in der Ikonographie trĂ€gt er oftmals sein Haupt wie einen Ball in seinen HĂ€nden.[3]
Ziel des Spiels ist es, den Tennisball einmal mehr als der Gegner regelgerecht ĂŒber ein in der Mitte gespanntes Netz in dessen Spielfeld zu spielen. Regelgerecht bedeutet dabei, dass der Spieler
Zu Beginn eines Ballwechsels steht der Aufschlag. Beim Aufschlag muss der Ball in das diagonal gegenĂŒberliegende kleinere Feld der gegnerischen SpielhĂ€lfte, das Aufschlagfeld, gespielt werden. Sofern dies nicht beim ersten Anlauf gelingt, hat der aufschlagende Spieler einen zweiten Versuch. Misslingt auch dieser, erhĂ€lt der Gegner einen Punkt; man spricht in diesem Fall von einem Doppelfehler. Falls beim Aufschlag der Ball das Netz berĂŒhrt und danach im Aufschlagfeld aufkommt, so wird der Aufschlagversuch wiederholt. Der AufschlĂ€ger darf das Tennisfeld erst betreten, nachdem der Ball den SchlĂ€ger berĂŒhrt hat, sonst ist der Aufschlagversuch ungĂŒltig (FuĂfehler).
Um eine Tennisbegegnung (auch Match genannt) zu gewinnen, ist eine vorher festgelegte Anzahl von SĂ€tzen zu gewinnen. Meist wird auf zwei GewinnsĂ€tze gespielt, im Herrentennis bei groĂen Turnieren (Grand-Slam, Davis-Cup[4]) auch auf drei. Ein Satz unterteilt sich in einzelne Spiele. Ein Spieler gewinnt einen Satz, wenn er 6 Spiele gewinnt und gegenĂŒber dem Gegner einen Vorsprung von mindestens zwei gewonnenen Spielen hat, z.B. bei SpielstĂ€nden 6:4 oder 7:5. Haben beide Spieler 6 Spiele gewonnen, wird meist ein Tie-Break gespielt, der den Satz entscheidet.
Innerhalb eines Spiels mĂŒssen Punkte erzielt werden, wobei der erste Punktgewinn eines Spieler als 15, der zweite als 30 und der dritte als 40 gezĂ€hlt wird. Ein vierter Punktgewinn entscheidet das Spiel, soweit der Gewinner dann einen Vorsprung von zwei Punkten hat, z.B. beim Spielstand 40:30. Bei einem Spielstand von 40:40 spricht man vom Einstand. Der darauf folgende Punkt wird als Vorteil bezeichnet. Gewinnt der Spieler, der den Vorteil erzielt hat, auch den nĂ€chsten Punkt, dann geht das Spiel an ihn. Gelingt es seinem Gegner, den Punkt fĂŒr sich zu entscheiden, so ist der Spielstand erneut âEinstandâ. Es wird dann solange gespielt, bis ein Spieler, der âVorteil hatâ, den darauf folgenden Punkt erzielt.
Das Recht auf den Aufschlag steht innerhalb eines Spieles alleine einem Spieler zu und wechselt im nĂ€chsten Spiel. Die Seite, von der der Aufschlag auszufĂŒhren ist, wechselt mit jedem Punkt, wobei der erste Aufschlag von der aus Sicht des AufschlĂ€gers rechten Seite ausgefĂŒhrt werden muss. Man bezeichnet die rechte Seite der SpielhĂ€lfte auch als Einstandseite, die linke als Vorteilseite.
Die Spieler wechseln die Seiten, wenn die Summe der im Satz gespielten Spiele ungerade ist.
Bis 1970 konnte ein Satz ab dem Spielstand von 6:6 nur mit zwei Spielen Unterschied gewonnen werden. Da der aufschlagende Spieler innerhalb eines Spieles im Vorteil ist und nach jedem Spiel das Aufschlagrecht wechselt, konnte es relativ lange dauern, bis ein Satz gewonnen war. Dies machte insbesondere eine Live-Ăbertragung fĂŒr Fernsehsender unkalkulierbar. Aus diesem Grund wurde 1970 der Tie-Break eingefĂŒhrt. Beim Tie-Break wird jeder Fehler als Punkt gezĂ€hlt. Ein Tie-Break ist dann gewonnen, wenn ein Spieler mindestens sieben Punkte gewinnt und mindestens zwei Punkte Vorsprung hat. Das Aufschlagrecht wechselt jeweils, wenn die Summe der gespielten Punkte ungerade ist. Nach jeweils 6 gespielten Punkten wechseln die Spieler die Seiten.
Im professionellen Tennis ist ein Headschiedsrichter ĂŒblich, der auf einer Seite des Spielfelds auf einem Hochstuhl sitzt. Er wird von mehreren Linienrichtern unterstĂŒtzt, die ein âAusâ des Balls durch einen lauten Ausruf und einen seitlich ausgestreckten Arm anzeigen. Falls der Ball knapp innerhalb des Feldes aufkommt, zeigt der Linienrichter dies an, indem er mit lang gestreckten Armen den Buchstaben âVâ auf Kniehöhe bildet. Der Headschiedsrichter hat allerdings die alleinige Entscheidungsgewalt und kann den Ausruf eines Linienrichters ĂŒberstimmen (englisch Overrule).
FrĂŒher wurden darĂŒber hinaus Netzrichter eingesetzt, die an beiden Enden des Netzes saĂen und den Schiedsrichter auf eine NetzberĂŒhrung des Balls beim Aufschlag hinwiesen. Durch die EinfĂŒhrung technischer Hilfsmittel werden Netzrichter heute nicht mehr benötigt.
Es gibt darĂŒber hinaus einen Oberschiedsrichter, der sich nicht auf dem Platz befindet. Er kann von einem Spieler gerufen werden, wenn dieser der Meinung ist, dass eine Entscheidung des Schiedsrichters die Tennisregeln verletzt. Der Oberschiedsrichter darf nicht die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters ĂŒberstimmen (z.B. ob ein Ball âausâ war oder nicht), sondern nur die sich daraus aus den Tennisregeln ergebende Konsequenz fĂŒr den weiteren Spielverlauf. DarĂŒber hinaus wird er bei VerstöĂen gegen den Verhaltenskodex (Code Violation, s.u.) vom Schiedsrichter zu Rate gezogen, insbesondere, wenn diese eine Disqualifikation eines Spielers zur Folge haben.
Bei groĂen Turnieren wird, um Benachteiligungen der Spieler durch Fehlentscheidungen der Schieds-/Linienrichter zu reduzieren, das Hawk-Eye-System verwendet. Dabei erhĂ€lt jeder Spieler pro Satz eine feste Anzahl von sog. Challenges (von engl. to challenge sth. âetwas infrage stellenâ), die es ihm ermöglichen, eine Entscheidung durch das Hawk-Eye ĂŒberprĂŒfen zu lassen. Stellt sich dabei heraus, dass der Spieler recht hatte, vergibt der Schiedsrichter je nach Eindeutigkeit der Spielsituation entweder direkt einen Punkt oder lĂ€sst den Ball wiederholen; die Anzahl der Challenges des Spielers bleibt in diesem Fall gleich. Wenn der Spieler in seiner EinschĂ€tzung falsch liegt, wird ihm eine Challenge abgezogen.
Je nach Turnier erhĂ€lt ein Spieler pro Satz zwei bis drei Challenges; falls der Satz durch ein Tie-Break entschieden werden muss, erhĂ€lt jeder Spieler eine Challenge zusĂ€tzlich. In SĂ€tzen, in denen kein Tie-Break gespielt wird (sog. Advantage- bzw. VorteilssĂ€tze), erhĂ€lt jeder Spieler nach jeweils zwölf gespielten Spielen, somit beim Stand von 6:6, 12:12 usw., wieder die ursprĂŒngliche Zahl von Challenges.
Ein Schiedsrichter kann einen Spieler bestrafen, falls dieser gegen den Verhaltenskodex[5] (engl. Code of Conduct) verstöĂt. Dieser verbietet unter anderem
Beim ersten Verstoà (engl. Code Violation) spricht der Schiedsrichter eine Verwarnung aus, beim nÀchsten erfolgt ein Punktverlust. Beim dritten Vergehen erfolgt ein Spielverlust. Ab dem vierten Verstoà kann der Schiedsrichter den Spieler disqualifizieren (Matchverlust) oder erneut einen Spielverlust verhÀngen. In besonders schweren FÀllen kann der Schiedsrichter den Spieler auch bereits beim ersten Verstoà disqualifizieren.
Zur Geschichte der ZĂ€hlweise gibt es zwei ErklĂ€rungen. Meist wird vermutet, dass die ZĂ€hlweise auf GeldeinsĂ€tze und Spielwetten im 14. Jahrhundert in Frankreich zurĂŒckgeht. So setzte man zum Beispiel einen gros denier, der wiederum einen Wert von 15 denier hatte. In einem Satz, der damals oft aus vier Spielen bestand, wurden also 4 mal 15 âdeniersâ gesetzt: 15 - 30 - 45 - 60.
Eine andere ErklĂ€rung bezieht sich auf die Linien auf dem Spielfeld. Jedes Mal, wenn ein Spieler beim jeu de paume einen Punkt machte, bewegte er sich einen Streifen weiter und kam so allmĂ€hlich der Mitte des Feldes nĂ€her. Das Spiel begann an der 0-Zoll-Linie. Gewann ein Spieler einen Punkt, rĂŒckte er zur 15-Zoll-Linie vor, dann zur 30-Zoll-Linie und schlieĂlich zur 45-Zoll-Linie. Dann erst hatte er das Spiel gewonnen. Da man fand, dass diese Linie dem Netz zu nahe war, wurde die letzte Angabe auf eine 40-Zoll-Linie zurĂŒckversetzt.
In beiden FĂ€llen wurde im 16. Jahrhundert der kĂŒrzeren Aussprache wegen â45â durch â40â ersetzt.
Im Englischen wird der Spielstand â0â mit dem Wort âLoveâ (Liebe) bezeichnet. Der Ursprung dieses Ausdrucks liegt im Dunkeln. Unter UmstĂ€nden stammt der Begriff vom Ă€hnlich klingenden, französischen âl'Ćufâ (das Ei), was als Beschreibung der Ziffer 0 gedeutet wird.[6] Die Vermutung, dass die ZĂ€hlweise insgesamt dem Französischen entstammt, unterstĂŒtzt diese Theorie. Andere Quellen legen nahe, der Begriff komme von der Redewendung âto be loveâ (umsonst sein).[7] Ein Spiel, bei dem der Gegner null Punkte erzielt, heiĂt daher auch Love Game.
Das rechteckige Spielfeld beim Tennis wird durch das Netz in zwei HĂ€lften geteilt. Das Spielfeld ist 23,77 m (78 ft) lang. Die Breite fĂŒr das Einzel ist 8,23 m (27 ft), fĂŒr das Doppel 10,97 m (36 ft). Das Spielfeld wird durch Linien begrenzt, die sogenannten Grundlinien (Baselines) und Seitenlinien (Sidelines). Die Linien sind Bestandteil des Spielfeldes; d.h. fĂ€llt der Ball (auch nur teilweise) auf eine der Linien, so ist er weiterhin im Spiel. Im professionellen Tennis werden zum Teil Videobeweise (Hawk-Eye) verwendet, um zu klĂ€ren, ob ein Ball noch im Spiel war oder nicht.
Die Grundlinien verlaufen parallel zum Netz, die Seitenlinien rechtwinklig dazu. Parallel zum Netz liegen auf beiden Seiten im Abstand von 6,40 (21 ft) Meter die Aufschlaglinien. In der Mitte des Feldes fĂŒhrt vom Netz zur Aufschlaglinie die Aufschlagmittellinie. Die FlĂ€che zwischen Netz und Aufschlaglinien wird inoffiziell auch als T-Feld (Aufschlagmittellinie und Aufschlaglinie bilden den Buchstaben âTâ) oder Halbfeld (Aufschlaglinie teilt die SpielhĂ€lfte in der Mitte) bezeichnet. Dementsprechend wird die Aufschlaglinie auch als T-Linie bezeichnet. Die zwei FlĂ€chen eines T-Feldes werden Aufschlagfelder genannt.
Das Netz soll in der Mitte 0,914 m (3 ft), an den Seitenenden 1,07 m (3,5 ft) hoch sein und auf beiden Seiten mindestens 0,914 m (3 ft) ĂŒber das Spielfeld hinausragen.
Die FlÀche zwischen Grundlinie und EinzÀunung hat etwa eine LÀnge von 5,50 m (18 ft) bis 6,40 m (21 ft). Die Breite der FlÀche zwischen Seitenlinie und EinzÀunung liegt bei etwa 3,04 m (10 ft) bis 3,66 m (12 ft).
Die hÀufigsten BelÀge von TennisplÀtzen sind roter Sand (meist Ziegelmehl), Teppichboden, Kunststoffgranulat, Rasen oder Kunstrasen. Vor allem in nordamerikanischen LÀndern ist der Hartplatz sehr verbreitet. Im Freien sind SandplÀtze vorherrschend, in der Halle wird meist auf einem Hart- oder auch einem Granulatplatz gespielt.
Bei der Vorhand wird der Ball auf der Seite der Schlaghand (bei einem RechtshĂ€nder also rechts, bei einem LinkshĂ€nder links) gespielt. In der Regel wird der Vorhandschlag mit einer Ausholbewegung eingeleitet und der Ball idealerweise etwa hĂŒfthoch seitlich vor dem Körper getroffen. In der Regel wird die Vorhand einhĂ€ndig gespielt und auch so gelehrt. Zu den wenigen Spielern, welche die Vorhand beidhĂ€ndig spielen, gehört Monica Seles. Die Vorhand stellt mit RĂŒckhand und Aufschlag einen der GrundschlĂ€ge dar.
Bei der RĂŒckhand wird der Ball auf der der Schlaghand gegenĂŒberliegenden Seite (bei einem RechtshĂ€nder also links, LinkshĂ€nder rechts) geschlagen. Ein RĂŒckhandschlag kann sowohl einhĂ€ndig als auch beidhĂ€ndig ausgefĂŒhrt werden. Die beidhĂ€ndige RĂŒckhand ist erst in den 1970er Jahren bekannt geworden und setzt sich immer stĂ€rker durch. Gerade AnfĂ€ngern wird diese hĂ€ufig empfohlen, da die DurchfĂŒhrung weniger Kraft benötigt als die einhĂ€ndige RĂŒckhand. Ausnahme ist der RĂŒckhand-Slice, der meist einhĂ€ndig geschlagen wird.
Der Aufschlag leitet den Ballwechsel ein. Aus einer Position hinter der Grundlinie muss der Ball fĂŒr den Gegner sichtbar hochgeworfen und in das gegenĂŒberliegende Aufschlagfeld geschlagen werden. Die Linien gehören zum Aufschlagfeld. Ein Ăberschreiten oder die BerĂŒhrung der Grundlinie vor dem Treffen des Balls ist regelwidrig. Jeder AufschlĂ€ger hat zwei Versuche; nach erfolglosem zweiten Versuch gehört der Punkt dem Gegner. Nach einem Spiel wechselt das Aufschlagrecht.
Den gĂŒnstigsten Schlagwinkel und dadurch höchste Ballgeschwindigkeiten erreicht man, wenn der Ball ĂŒber Kopfhöhe geworfen und am höchst möglichen Punkt getroffen wird.
Return (deutsche Bezeichnung RĂŒckschlag) ist die Bezeichnung des Schlags, mit dem der Ball nach dem gegnerische Aufschlag zurĂŒckgespielt â returniert â wird. Neben dem Aufschlag, dem hĂ€rtesten Schlag im Tennis, ist der Return von gröĂter Bedeutung. Beide Schlagarten sind âEröffnungsschlĂ€geâ, mit denen der Ballwechsel eingeleitet wird. Ein schwacher Return erlaubt es dem Gegner, bereits mit dem Aufschlag Druck aufzubauen und den Ballwechsel zu bestimmen. Meist ist der Returnierende beim ersten Aufschlag nur in der Lage, den SchlĂ€ger passiv, mit einer kurzen Ausholbewegung, hinzuhalten (zu âblockenâ). Er versucht hierbei den Druck des gegnerischen Aufschlags mitzunehmen und dem RĂŒckschlag die gewĂŒnschte Richtung zu geben. Der â in der Regel mit weniger HĂ€rte geschlagene â zweite Aufschlag kann dann vom returnierenden Spieler angegriffen werden.
Der Schmetterball Ă€hnelt von der BewegungsausfĂŒhrung der Aufschlagbewegung. Es handelt sich um einen Ăberkopfschlag mit hoher Geschwindigkeit. Er wird meist als Reaktion auf einen Lob-Versuch des Gegners gespielt und ist der kraftvollste Angriffsschlag.
Als Passierschlag (Vorhand oder RĂŒckhand) bezeichnet man einen Schlag, mit dem der Ball am in der NĂ€he des Netzes postierten Gegner fĂŒr diesen unerreichbar seitlich vorbei gespielt wird.
Beim Lob versucht man, den an das Netz vorgedrungenen Gegner mittels eines hoch geschlagenen Balls zu ĂŒberwinden. Ist der Schlag zu flach oder zu kurz geschlagen, kann der Gegner mit einem Schmetterschlag antworten; gelegentlich bleibt, wenn der Lob zu hoch und zu langsam gespielt wird, auch noch genug Zeit zurĂŒckzulaufen und den Ball mit Vor- oder RĂŒckhand zu schlagen. Höherklassige Spieler spielen den Lob deshalb mit Topspin. Hierdurch erreicht auch ein hoch als Lob gespielter Ball eine groĂe Fluggeschwindigkeit und ist deshalb bei technisch sauberer AusfĂŒhrung praktisch nicht mehr zu erlaufen. Der Topspinlob gehört zu den technisch schwierigsten SchlĂ€gen und ist deshalb im Amateurtennis kaum zu beobachten.
Bei einem Stoppball wird der Ball so gespielt, dass er nur wenige Zentimeter hinter dem Netz âherunterfĂ€lltâ. Ăblich ist, dass der Ball zusĂ€tzlich (mit RĂŒckwĂ€rtsdrall, engl. Backspin) angeschnitten wird, damit er nach dem Auftippen nicht mehr vorwĂ€rts, vielleicht sogar rĂŒckwĂ€rts springt.
Volley (deutsche Bezeichnung:Flugball) bezeichnet einen Schlag, bei dem der Ball noch vor dessen Auftreffen auf dem Boden zurĂŒckgespielt wird. Ăblicherweise wird dieser Schlag nahe dem Netz gespielt. Es gibt verschiedene Sonderformen.
Als Halbvolley oder Halbflugball wird ein Schlag bezeichnet, bei dem der Ball kurz nach dem Aufspringen getroffen wird. Dieser Schlag wird nur in NotfĂ€llen verwendet, da mit diesem Schlag nur schwer Druck auf den Gegner ausgeĂŒbt werden kann.
Ein Volleystop ist eine Schlagtechnik, bei der aus einem gegnerischen Schlag ein Stopball wird. Die Schwierigkeit des Schlages besteht darin, dem Ball die Geschwindigkeit zu nehmen und ihn kurz hinter dem Netz zu platzieren.
Der Hechtvolley ist eine spezielle Sonderform des Volley, bei der versucht wird, einen Passierschlag des Gegners noch mit Hilfe eines Sprungs zur Seite zu erreichen und so den Ball noch ins Feld des Gegners zu bringen. Dieser Schlag wurde durch Boris Becker bekannt. UrsprĂŒnglich hatte ein Jugendtrainer Beckers diesen Schlag entwickelt, um die Reichweite von Nachwuchsspielern am Netz zu erhöhen. Becker behielt aber diesen Schlag in seinem Repertoire und setzte ihn zur VerblĂŒffung seiner Gegner und der Zuschauer auch bei internationalen Turnieren (z.B. 1985 in Wimbledon) erfolgreich ein.
Der Drivevolley ist ein weiterer Volleyschlag, bei dem man den Ball nicht ins Feld âschiebtâ, sondern â wie bei der Vorhand â mit hoher Geschwindigkeit und Spin durchzieht. PopulĂ€r machten diesen Schlag vor allem Andre Agassi und die Williams-Schwestern Venus und Serena.
Ein Drive ist ein Grundschlag (Vor- oder RĂŒckhand) ohne oder mit nur geringer Eigenrotation des Balls.
Die hĂ€ufigste Schlagvariante im modernen Tennis. Topspin beschreibt eine VorwĂ€rtsrotation des Balles. Dieser bewirkt eine stĂ€rkere KrĂŒmmung der Flugkurve und ein verĂ€ndertes Absprungverhalten. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass auch schnelle, hoch, oder extrem diagonal gespielte BĂ€lle noch im Feld aufspringen und den Gegner in Schwierigkeiten bringen.
Beim Slice erfĂ€hrt der Ball eine RĂŒckwĂ€rtsrotation (engl. Backspin). Dadurch kann der Ball sehr flach ĂŒber das Netz fliegen und springt beim Auftreffen auf den Boden kaum mehr ab. Er kann als Angriffsball dienen. Der Spieler hat, bedingt durch den lĂ€ngeren Flug des Balles, mehr Zeit ans Netz vorzurĂŒcken. Der Slice kann auch dazu verwendet werden, sich aus einer Defensivsituation heraus Zeit zu verschaffen, etwa bei der Annahme eines harten Aufschlags. Ein Slice kann nur langsam gespielt werden, da er durch die flache Flugkurve ansonsten ins Aus âsegeltâ. Da heutzutage auch von der Grundlinie ĂŒblicherweise Angriffstennis gespielt wird, wird der Slice deutlich weniger verwendet als frĂŒher.
Ein cross (deutsch quer) geschlagener Ball ist ein Ball, der in die jeweils diagonal gegenĂŒber liegende Ecke des Platzes gespielt wird. Ein RechtshĂ€nder spielt demnach eine cross geschlagene Vorhand einem rechtshĂ€ndigen Gegner ebenfalls auf die Vorhand (bzw. RĂŒckhand auf RĂŒckhand). Da die Diagonale des Platzes lĂ€nger ist als die Seitenlinie, können etwa hĂ€rtere und damit weiter fliegende BĂ€lle cross geschlagen werden.
Ein longline (dt. entlang der Linie) geschlagener Ball ist ein Ball, der in die jeweils gegenĂŒber liegende Ecke des Platzes gespielt wird, d. h., der Ball fliegt parallel zur Seitenauslinie. Ein RechtshĂ€nder spielt demnach eine longline geschlagene Vorhand einem ebenfalls rechtshĂ€ndigen Gegner auf die RĂŒckhand (bzw. RĂŒckhand auf Vorhand). Befindet sich der ausfĂŒhrende Spieler seitlich auĂerhalb des Feldes, kann ein Longline-Schlag auch regelkonform seitlich am Netzpfosten vorbei gespielt werden.
Ein Winner (dt. auch Gewinnschlag) ist ein Ball, der so platziert gespielt wurde, dass der Gegner keine Möglichkeit hat, diesen zu retournieren.
Ein Ass (engl. Ace) ist ein Aufschlag ins Feld, der vom Gegner nicht einmal mehr berĂŒhrt werden kann. FĂŒhrt der Aufschlag zu einem direkten Punkt, kann aber noch erreicht werden, nennt man dies Service Winner.
Als Unforced Error (dt. unerzwungener, vermeidbarer oder leichter Fehler) wird ein Schlag bezeichnet, mit dem ein Spieler den Punkt auf Grund eines eigenen Fehlers verliert, ohne dass dies durch einen Schlag des Gegners beeinflusst wurde. Kann er den Ball auf Grund eines vorhergegangenen harten, platzierten oder sonst schwer zu spielenden oder erreichenden Schlages des Gegners nicht regelgerecht retournieren, spricht man von einem Forced Error (dt. erzwungener Fehler). Die ĂbergĂ€nge zwischen vermeidbarem und erzwungenem Fehler können im Einzelfall flieĂend sein. Die Einteilung unterliegt damit hĂ€ufig einem Beurteilungsspielraum des jeweiligen StatistikfĂŒhrenden bzw. Kommentators (engl. judgement call).
Als Doppelfehler (engl. double fault) wird ein Punktverlust des Aufschlagenden durch zwei regelwidrige AufschlÀge bezeichnet. Ein Doppelfehler zÀhlt zugleich als Unforced Error.
Beim Serve-and-Volley-Spiel folgt der Spieler seinem Aufschlag (Service), versucht möglichst weit zum Netz vorzudringen und den Ballwechsel mit einem Volley abzuschlieĂen. Diese Strategie ist besonders auf schnellen BelĂ€gen, insbesondere auf Rasen, erfolgversprechend. Die Position des Angreifers dicht am Netz verkĂŒrzt die Reaktionszeit des Gegenspielers; hĂ€ufig kann der angreifende Spieler bereits mit dem ersten Volley punkten. FĂŒr ein erfolgreiches Serve-and-Volley-Spiel sind zwei Grundvarianten des Aufschlagspiels möglich. Zum einen kann der Aufschlag mit groĂer HĂ€rte gespielt werden. Dem Gegner bleibt dann nur geringe Reaktionszeit, er kann den Aufschlag oft nur noch âblockenâ, das heiĂt er kann den SchlĂ€ger nur passiv ohne eigene Ausholbewegung hinhalten. Der Ball wird dann nur noch mĂ€Ăig kontrolliert und ohne Drall zurĂŒckgespielt, was dem AufschlĂ€ger ermöglicht, den Volley mit hohem Tempo und platziert zurĂŒckzuspielen. Nachteil der hohen AufschlaghĂ€rte ist, dass auch dem AufschlĂ€ger verhĂ€ltnismĂ€Ăig wenig Zeit bleibt, Richtung Netz vorzurĂŒcken. Er muss den ersten Volley in der Regel in Höhe der T-Linie im sogenannten Halbfeld schlagen. Ist der Aufschlag gut platziert, so ist dies wegen der oft hohen Flugbahn des Returns unproblematisch. Erahnt der RĂŒckschlĂ€ger die Richtung des Aufschlags oder ist dieser schlecht platziert, so wird der AufschlĂ€ger oft zum Halbvolley gezwungen, da der Returnierende ihm den Ball mit Topspin âauf die FĂŒĂeâ spielen kann. Typische Vertreter dieser Spielweise sind groĂgewachsene Spieler, wie es beispielsweise Boris Becker und Goran Ivanisevic waren.
Als zweite Variante kann der Aufschlag mit weniger Tempo, aber hoher Genauigkeit und viel Schnitt gespielt werden. Der Druck auf den Gegner entfaltet sich dann durch die stĂ€rkeren Winkel; der RĂŒckschlĂ€ger hat gröĂere Probleme, den Ball noch zu returnieren und wird hĂ€ufig bereits mit dem Aufschlag aus der Platzmitte gedrĂ€ngt. Wegen der geringeren Aufschlaggeschwindigkeit hat der AufschlĂ€ger mehr Zeit fĂŒr den Weg zum Netz. Hierdurch erreicht er eine bessere Position fĂŒr den ersten Volley, kann den Ball auch fast immer von oben nach unten spielen und wird nur selten zum Halbvolley gezwungen. Meist wird der Aufschlag mit VorwĂ€rtsdrall (Kick) gespielt. Wegen des hohen Absprungs ist es zusĂ€tzlich schwer fĂŒr den Returnierenden, den Ball flach zu halten, da er diesen von oben nach unten spielen muss. Nachteil dieser Variante ist, dass nur selten bereits mit dem Aufschlag gepunktet werden kann. Der Angreifer benötigt ein herausragendes Volleyspiel um mit dem ersten Volley den Druck aufrechterhalten zu können. Typische Vertreter dieser Variante waren Stefan Edberg oder John McEnroe.
FrĂŒher wurde die Serve-and-Volley Taktik von vielen Weltklassespielern angewandt. Da die Spieler heutiger Zeit auch in der Lage sind Ă€uĂerst druckvoll von der Grundlinie zu spielen, hat diese Strategie an Bedeutung verloren. Einige Profispieler gestalten Spiele zumindest phasenweise mit dem Serve-and-Volley Spiel nach wie vor erfolgreich.
Beim Grundlinienspiel bleiben beide Spieler an der Grundlinie. Dabei versuchen sie, dadurch einen Vorteil zu erzielen, dass sie den Ball auf die vom Gegner weiter entfernte Seite oder gegen die Laufrichtung spielen. Mit dieser Taktik erzielt man meist erst dann einen Punktgewinn, wenn mehrere gut platzierte SchlÀge hintereinander gespielt werden. Der vorherrschende Schlag beim Grundlinienspiel ist Top-Spin, da er von vielen Spielern nach dem Schmetterschlag als einer der effektivsten SchlÀge angesehen wird.
Hierbei antwortet der RĂŒckschlĂ€ger auf den Aufschlag direkt mit einem Angriffsball (chip) und rĂŒckt anschlieĂend sofort ans Netz auf (charge). Dort versucht er, per Volley den Ballwechsel zu entscheiden. Dieser Spielzug wird fast ausschlieĂlich gegen den zweiten Aufschlag angewandt. Wird diese Schlagfolge taktisch klug eingesetzt, setzt sie den Gegner unter Druck, da dieser dazu veranlasst werden könnte, beim zweiten Aufschlag mehr zu riskieren.
Bei Inside-Out-BĂ€llen (engl. fĂŒr von innen nach auĂen) vermeidet der Spieler jeweils Vor- oder hĂ€ufiger die RĂŒckhand, indem er den Schlag âumlĂ€uftâ. Der Ball wird, wenn die RĂŒckhand umlaufen wird, von der RĂŒckhandseite mit der Vorhand diagonal gespielt. Ziel ist es, mit der hĂ€ufig druckvolleren Vorhand das Tempo hochzuhalten oder den unsichereren Schlag zu vermeiden. Seltener wird der Ball statt diagonal auch entlang der Seitenlinie gespielt. In diesem Fall spricht man von einem Inside-In-Schlag.
Das professionelle Tennis wird von internationalen Turnieren bestimmt, die das ganze Jahr ĂŒber stattfinden und zumeist im K.-o.-System ausgespielt werden. Die Dachorganisation fĂŒr diese Turniere ist bei den Frauen die WTA und bei den MĂ€nnern die ATP. Bei den Turnieren werden jeweils Punkte fĂŒr die Tennis-Weltrangliste vergeben. Die Weltranglistenposition der Spieler wiederum entscheidet ĂŒber die Teilnahmeberechtigung bzw. Setzposition bei den einzelnen Turnieren.
Die prestigetrÀchtigsten Turniere im Tennis sind die vier Grand-Slam-Turniere, die von dem Tennisweltverband ITF ausgetragen werden, sowie der Tennis Masters Cup (Herren) bzw. die WTA Tour Championships am Ende der Saison. Bei den Herren folgt als nÀchste Kategorie die ATP Masters Series mit neun Turnieren.
In Deutschland wird der Tennissport vom DTB, dem Deutschen Tennis-Bund, organisiert, der sich jeweils in LandesverbÀnde aufteilt. Er organisiert den Ligaspielbetrieb, die Turniere, das Nationalteam (Daviscup- bzw. Fed Cup-Team) und bildet auch Tennistrainer aus.
Von den LandesverbĂ€nden bzw. von den ihnen untergeordneten Bezirken werden in allen Altersklassen MannschaftswettkĂ€mpfe, die sogenannten Medenspiele, organisiert. Dabei wird in Amateurligen von Kreisklassen fĂŒr Freizeitsportler bis hinauf zu Verbands- bzw. Regionalligen um Auf- und Abstieg gerungen. Den Oberbau mit Ausrichtung zum Profitennis (bei den aktiven Herren und Damen) bilden die 1. und 2. Bundesligen, die vom DTB organisiert werden.
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