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Als Terpentin (Balsamöl, Kiefernöl) werden die frischen Harzausflüsse verschiedener Koniferen, insbesondere von Kiefern (Pinus), bezeichnet. Sie sind Gemische von Harz und ätherischen Ölen, und gehören zu den Balsamen. Sie gehen erst beim Eintrocknen unter Verlust der flüchtigen Stoffe in Harz über.
Terpentin ist eine farblose bis gelbliche, meist cremige Flüssigkeit, deren Hauptbestandteile Harzsäuren sind. Als flüchtige Bestandteile findet sich hauptsächlich 2-Pinen, 2(10)-Pinen, 3-Caren und andere monocyclische Monoterpene in je nach Herkunft sehr unterschiedlichen Anteilen.[1] Terpentin ist gesundheitsschädlich und umweltgefährdend. Die CAS-Nummer für das Gemisch lautet 9005-90-7.
Terpentinöl (auch Terpentinspiritus oder ebenfalls Terpentin) wird durch Destillation aus Terpentin gewonnen. Es ist ein sehr flüchtiges, öl- und harzlösendes Mittel. Die CAS-Nummer hierfür lautet 8006-64-2. Der Destillationsrückstand heißt Kolophonium.
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Terpentin ist eine viskose, trübe, fast weiße oder weißgelbe Masse.[2] In Wasser ist das Harz unlöslich, kann jedoch in Öl, Ethanol und Laugen gelöst werden. Die Gesundheitsschädlichkeit des Gemisches ist stark vom Gehalt an Pinenen und 3-Caren abhängig.
Zur Gewinnung der zwischen Holz und Rinde oder in besonderen Hohlräumen des Baums gebildeten Ausscheidungen wird die Rinde senkrecht rinnenartig eingeschnitten und am unterem Ende der Einschnitte die Masse in besonderen Vertiefungen oder untergestellten Gefäßen aufgefangen. Eine andere Möglichkeit ist das Anbohren der Stämme. Die Löcher werden mit einem Pfropfen verschlossenen und der Balsam von Zeit zu Zeit ausfließen gelassen. Die Gewinnung beginnt im Frühjahr und dauert bis in den Herbst. Bei Bäumen mit dicker Rinde, die der Sonne ausgesetzt sind, ist der Ertrag am größten.
Die gesammelte, oft durch Erde, Sand, Nadeln und Rindenstückchen verunreinigte Masse wird durch Schmelzen bei niedriger Temperatur verflüssigt, durch grobe Tücher oder eine Strohschicht geseiht und danach in Fässer gefüllt. In den Vereinigten Staaten setzt man sie einfach in Fässern mit durchlöchertem Boden der Sonnenwärme aus, worauf das reine Terpentin von selbst abtropft. Auch in Frankreich wird Terpentin auf diese Weise gereinigt. Die dickflüssige Sorte heißt Pâte de térébenthine au soleil, die dünnflüssige à la chaudière.
Die Terpentine sind honigdicke, sehr zähflüssige, je nach der Herkunft klare oder trübe, aromatisch riechende und schmeckende Massen, die trotz der weitestgehend gleichen Zusammensetzung in Konsistenz, Färbung, Geruch und Ölgehalt doch Abweichungen zeigen. Nach den Ursprungsländern werden sie in folgende Handelssorten unterschieden, wobei die hochwertigen auch „Edelterpentine“ genannt werden:
Terpentin dient hauptsächlich dazu, Harze weicher und geschmeidiger zu machen, und wird daher als Zusatz für Siegellacke, Harzfirnisse, Lacke, Kitte und Ätzgründe verwendet. Zur Herstellung von Lack kann nur die wasserfreie Venezianer Sorte benutzt werden, da sonst trübe Lacke entstehen. Sie verbrennt im Gegensatz zum gewöhnlichen wasserhaltigen Terpentin ohne prasselndes Geräusch. Weiter wird Terpentin häufig als Zusatz zu Salben, Pflastern, Seifen und Hufkitt sowie in der Medizin verwandt. Außerdem bildet es den Rohstoff zur Herstellung von Terpentinöl und Kolophonium. Weiterhin wird es als wichtiges Binde- und Verdünnungsmittel in der Ölmalerei verwendet. Früher wurden Marmorwaschtische, Bodenbeläge usw. mit einer Mischung aus Bienenwachs und Terpentin eingepflegt. In der Restaurierung wird dieses Verfahren immer noch genutzt.