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Tessa Hofmann ist der Geburts- und Autorenname der deutschen Soziologin und Autorin Tessa Savvidis (* 15. Dezember 1949 in Bassum, Niedersachsen).[1] Hofmann lebt und arbeitet in Berlin.
Inhaltsverzeichnis |
Nach dem Abitur 1969 in Hannover studierte Hofmann bis 1974 Slawistik, Armenistik und Soziologie. 1974/75 war sie postgraduierte Forschungsstipendiatin an den Staatsuniversitäten Sankt Petersburg (Russland), Jerewan (Armenien) und Tbilissi (Georgien). 1982 promovierte sie und ist seit 1983 wissenschaftliche Angestellte am Osteuropa-Institut der FU Berlin.
Als Sachbuchautorin und Herausgeberin hat Hofmann zahlreiche, in acht Staaten erschienene Publikationen zur Geschichte, Kultur und Gegenwartslage Armeniens und der armenischen Diaspora, zur Genozidforschung, zu Minderheiten in der Türkei und im Südkaukasus veröffentlicht. Seit 1979 arbeitet sie in der ehrenamtlichen Menschenrechtsarbeit als Armenien-Koordinatorin der Gesellschaft für bedrohte Völker und als Vorsitzende der Arbeitsgruppe Anerkennung – Gegen Genozid, für Völkerverständigung g.e.V. (AGA).[2] Am Lehrstuhl für Soziologie des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin ist sie Mitarbeiterin bei der Konzipierung, Beantragung und Implementierung von Forschungsvorhaben mit den Schwerpunkten Migrations- und Minderheitenforschung im Bereich Ost- und Südosteuropas sowie des Südkaukasus.
Zurzeit arbeitet Hofmann an dem Forschungsprojekt Comparing Out- Migration from Armenia and Georgia mit (2008-2010; Leitung: Prof. Dr. Nikolai Genov).[3]
Ein Bild des russischen Malers Wassili Wassiljewitsch Wereschtschagin mit dem Titel Apotheose des Krieges aus dem Jahre 1871 wurde in schwarz-weißer Version als Coverbild[4] des von Hofmann 1980 herausgegebenen Buches Der Völkermord an den Armeniern vor Gericht - der Prozess Talaat Pascha benutzt und als Fotografie mit dem Titel „Türkische Barbarei: Eine Schädelpyramide in Westarmenien 1916/1917“ bezeichnet.
Dieses Coverbild und seine Verwendung wurden von Türkkaya Ataöv unter anderem in der Schrift The 'Armenian Question': Conflict, Trauma and Objectivity und der Publikation An Armenian Falsification von 1985 thematisiert.[5] Er deckte diesen Vorfall erstmals auf, ohne dabei Hofmann als Verantwortliche zu nennen. Auch in den von Hermann Goltz herausgegebenen Akten des internationalen Dr. Johannes-Lepsius-Symposiums 1986 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wurde die Thematik behandelt. Goltz bewertete diesen Vorfall als „erstaunlich“ und „peinlich“. Demnach würde Tessa Hofmann in ihrer Wiederherausgabe des Talaat-Prozesses das Gemälde von Wereschtschagin als Bilddokument von dem Genozid an den Armeniern missverstehen.[6] Für die 1985 erschienene Neuauflage des Buches wurde ein anderes Coverbild gewählt.
Im Innern der Ausgabe von 1980 befindet sich zudem das als Foto deklarierte Gemälde Les Horreurs de la guerre von Paul-Émile Boutigny (1854-1929)[7] mit der Bildunterschrift „Gefolterte und geschändete Armenierinnen. Fotografiert an der Straße von Trapesunt nach Ersnga von einem deutschen Offizier“. Bereits 1914 war eine monochrome, fotografische Reproduktion des Gemäldes im Salon des Artistes Français ausgestellt worden.[8]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hofmann, Tessa |
| ALTERNATIVNAMEN | Savvidis, Tessa |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Soziologin und Autorin |
| GEBURTSDATUM | 15. Dezember 1949 |
| GEBURTSORT | Bassum, Niedersachsen |