|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Die Teutsche Lesegesellschaft (Teutsche Lesegesellschaft zur Erreichung vaterländisch-wissenschaftlicher Zwecke) – Teutonia, Gießen) war eine am 17. November 1814 von 70 Gießener Studenten unter Leitung von Friedrich Gottlieb Welcker gegründete vor-burschenschaftliche Vereinigung.
August Adolf Follen und sein Bruder Karl (gen. Follenius) führten in der Folgezeit diese Verbindung mit stark deutsch-nationaler, einheitsstaatlicher und christlicher Orientierung. Die Mitglieder trugen die sog. "Altdeutsche Tracht" (schwarzer, zugeknöpfter Rock, darüber fallender Hemdkragen, schwarzes, kreuzgeziertes Samtbarett, Dolch) mit blauem Tuch und wurden nach ihr von ihren Gegnern, den landsmannschaftlich orientierten Studentencorps, auch die "Schwarzen" genannt. Nach Meinungsverschiedenheiten u.a. über die Duellfrage spaltete sich die Teutsche Lesegesellschaft 1815. Im selben Jahr wurde sie von der argwöhnisch gewordenen Universitätsbehörde verboten.
Aus dieser Gesellschaft wurden gegründet
Aus den Landsmannschaften Hassia und Constantia entstand
die weiterhin Aktive der Gießener Schwarzen aufnahm.
Die Aktivisten dieser verschiedenen Gruppierungen wirkten systematisch auf einen bewaffneten Volksaufstand gegen die Heilige Allianz hin und versuchten, auch andere Bevölkerungsgruppen wie die Landbevölkerung zu mobilisieren, zum Beispiel durch die Verteilung des Frag- und Antwortbüchleins.
Als Propagandamittel galt auch der revolutionäre Gedichtzyklus Großes Lied der Brüder Follen, von dem Auszüge zum Beispiel bei Veranstaltungen im Odenwald gesungen wurden:
Die Allgemeine Burschenschaft Germania, in der die letzten Gießener Schwarzen untergekommen waren, wurde nach den Karlsbader Beschlüssen 1819 aufgelöst. Viele der revolutionären jungen Leute wurden verhaftet, einige konnten fliehen und schlossen sich Freiheitsbewegungen in anderen Ländern wie Griechenland an. Einige kamen dabei um.