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Die Textlinguistik ist eine vergleichsweise junge Disziplin der Linguistik, die sich ab den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt hat. Sie beschäftigt sich mit satzübergreifenden sprachlichen Strukturen. Nachbardisziplinen der Textlinguistik sind Literaturwissenschaft, Jura und Theologie. Vorläufer der Textlinguistik sind Gattungslehre, die Rhetorik und die Stilistik.
Inhaltsverzeichnis |
Eine zentrale Fragestellung der Textlinguistik ist die Definition der sprachlichen Größe Text, also durch welche Eigenschaften sich ein Text von einem „Nicht-Text“ unterscheidet, sofern eine solche Unterscheidung als möglich erachtet wird.
Das lateinische Wort Text bedeutet soviel wie Gewebe daher läßt sich der Text als ein Gewebe aus Sätzen auffassen. Wobei Texte auch minimal aus einem Wort bestehen können und ihr Umfang maximal unbegrenzt ist (z.B. Hypertexte).
Kriterien der Textualität sind dabei vor allem Kohärenz bzw. Kohäsion, d. h. sprachliche Mittel, die zwischen Sätzen inhaltliche bzw. formale Beziehungen herstellen, so dass sie als Text empfunden werden. Solche Merkmale sind Anaphern, Kataphern, Konnektoren, die Verwendung der Artikel, die Thema-Rhema-Gliederung, Lexemrekurrenz und Lexemvariation sowie die Isotopie. Weitere wesentliche Kriterien sind die Textfunktion, das Thema des Textes sowie die Merkmale der Textgrenzen. Kohärenz und Kohäsion Diese beiden Begriffe haben eine gemeinsame sprachliche Wurzel im Lateinischen und bedeuten soviel wie Zusammenhang und Zusammenhalt. Ihre Definition ist in der Textlinguistik umstritten und variiert je nach Autor und linguistischer Forschungsrichtung. Zumal beide Wörter einen Bedeutungswandel durchgemacht haben.
Merkmale die einen Zusammenhang erzeugen wie z.B.: Anaphern (Vorverweis), Kataphern (Rückverweis), Konnektoren (Konjunktionen, Disjunktionen, Pronomen, Artikel) und Wiederaufnahmeverfahren durch Lexemrekurrenz und Lexemderivation. Verbindungen können aber auch durch grammatische Kongruenz bei Kasus, Numerus und Person hergestellt werden. Inhaltlicher und bedeutungsstiftender Zusammenhang kann über die Satzgrenze hinaus Propositionen (Sachverhalt) beschreiben und somit aufbauend für größere Strukturen wirken: Makropropositionen (siehe Dijk, Teun A. van: Textwissenschaft. Tübingen: Niemeyer 1980).
Ein wesentliches Forschungsfeld ist die Einordnung und die Klassifikation von Texten in Klassen, Typen oder Sorten. In der Textlinguistik ist die Diskussion darüber nicht beendet, denn: „Texte als komplexe Großzeichen haben sehr viele Eigenschaften.“ (Adamzik, Kirsten: Textsorten und ihre Beschreibung. In: Janich, Nina (Hrsg.): Textlinguistik. 15 Einführungen. Tübingen: Narr 2008. S. 164.). In der neueren Forschungsliteratur gibt es dazu Ansätze Texte anhand einer Mehrebenenanalyse zu klassifizieren, oder als Textfelder also immer im Verbund mit dazugehörenden Texten zu analysieren und zu klassifizieren (Vgl. Diskurslinguistik und Diskursanalyse), darüber hinaus gibt den Ansatz nach Klaus Brinker Texte nach Funktionen zu klassifizieren. (Zitation Adamzik, Gansel)
Weitere Aufgaben der Textlinguistik sind die Analyse, Klassifikation (beispielsweise nach Textsorten) und Abgrenzung von Texten und ihrer Struktur und die Untersuchung der kommunikativen Funktion und Rezeption von Texten. Textlinguistische Untersuchungen ermitteln charakteristische Organisationsformen von bestimmten Textklassen sowie das Funktionieren bestimmter Texte in gesellschaftlichen Situationen.