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| VerÜffentlichung | 24. März 1973 |
|---|---|
| Label | ursprĂźnglich:
Neuauflagen:
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| Format | CD, LP |
| Genre | Progressive Rock Artrock |
| Anzahl der Titel | 10 |
| Laufzeit | 43 min. |
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Besetzung |
David Gilmour â Gitarre, Gesang |
| Produktion | Pink Floyd |
| Studio | Abbey Road Studios |
| Obscured By Clouds (1972) |
Dark Side of the Moon | Wish You Were Here (1975) |
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Dark Side of the Moon ist das erfolgreichste Album der Rockgruppe Pink Floyd. Nach dem Erscheinen des Albums am 24. März 1973 wurde es jahrelang in den internationalen Hitparaden aufgelistet. Mit bis zum Jahr 2008 ßber 50 Millionen verkauften Tonträgern[1] wird es heute häufig als das drittmeistverkaufte Album (nach Thriller und Back in Black) ausgewiesen. Noch heute werden jedes Jahr mehrere hunderttausend Exemplare verkauft.
Beim Albumtitel handelt es sich um eine im englischen Sprachraum verbreitete stehende Wendung, die auf ein Bonmot von Mark Twain zurĂźckgeht, wonach jeder Mensch ein Mond sei, der eine dunkle Seite habe, die er niemandem zeige.
Inhaltsverzeichnis |
Die Idee kam dem Bassisten Roger Waters bereits im Herbst 1971. Seine Erfahrungen mit dem Niedergang des einstigen Pink-Floyd-Mitglieds Syd Barrett schuf den thematischen Rahmen: Was kann sensible Menschen in den Wahnsinn treiben? Waters wollte organisierte, anonyme Machtstrukturen wie das Geld, die Zeit, Kriegswahnsinn aufzeigen. Auch ernßchternde Erfahrungen mit dem Musikbusiness und der Verlust einer Utopie, an die etwa noch die Hippie-Generation glaubte, färbten auf die Texte ab.
Da die Band Medicine Head fast zeitgleich ebenfalls ein Album mit dem Titel Dark Side of the Moon herausgebracht hatte, gab es zwischenzeitliche Ăberlegungen, dem Pink-Floyd-Album den Titel âEclipseâ zu geben. Erst als die Medicine-Head-VerĂśffentlichung kommerziell nicht erfolgreich wurde, wurde der ursprĂźngliche Albumtitel beibehalten.
Teile des Materials zu Dark Side of the Moon wurden erstmals am 20. Januar 1972 im âThe Domeâ in Brighton vorgestellt, wegen technischer Probleme musste die Band jedoch nach âMoneyâ ihren Auftritt beenden. Ein Mitschnitt eines vollständigen Konzertes vom 17. Februar 1972 kam unter dem Titel Tour 72 als Raubpressung in den Handel. Perfektioniert zum geschlossenen Album-Zyklus sollte es bis zum Juli 1975 in kompletter LP-Länge auf jedem Pink-Floyd-Konzert gespielt werden.
Es wurde in den Londoner Abbey Road Studios von Juni 1972 bis Januar 1973 aufgenommen. Neben den Gruppenmitgliedern wirkten als Musiker mit: Dick Parry (Saxophon auf Money und Us And Them), Clare Torry (Gesang auf The Great Gig In The Sky), Doris Troy, Leslie Duncan (Backing Vocals). AuĂerdem sind kurze Fragmente aus Interviews enthalten, die Roger Waters mit zufällig im Studio anwesenden Personen gefĂźhrt hat, insbesondere Studiomitarbeiter und Mitglieder der Gruppe Wings. Auch Paul McCartney wurde interviewt, seine Beiträge wurden allerdings nicht verwendet. Das Werk schlieĂt mit einem Satz des damaligen PfĂśrtners der Abbey Road Studios, Jerry Driscoll, der zum Thema befragt sagte: âThere is no dark side in [sic!] the moon, really; [as a] matter of fact itâs all darkâ. (Sein darauffolgender Satz âThe only thing that makes it look light is the sunâ wurde auf dem Album nicht verwendet.)
Auf den meisten CD-Pressungen lässt sich während der ausklingenden Herzschläge am Ende von Eclipse eine kaum hĂśrbare Orchesterfassung des Beatles-Songs Ticket To Ride ausmachen. Genaue Ursache und Zweck dieses Zitats sind bislang unbekannt. Obwohl dieser Effekt auch auf hochwertigen Vinylpressungen aus der Zeit vor der CD-Ăra (z.B. EMI Pro-Use-Series EMLF-97002, erstmals 1978 in Japan verĂśffentlicht) nachgewiesen werden kann, hält sich nach wie vor die Meinung, es handle sich um einen Fehler, der erst beim Mastering fĂźr die Compact Disc entstanden sei (reguläre Vinylpressungen vermĂśgen die Episode aufgrund ihres Grundrauschens kaum wiederzugeben). Sowohl Pink Floyd als auch die Beatles gehĂśrten zur Stammkundschaft der Abbey Road Studios.
Das Album markiert in musikalischer Hinsicht die Entwicklung der Band zu einer immer professioneller werdenden Produktionsweise. Die Musik ist gemessen an frßheren Pink-Floyd-Alben recht kommerziell. Fßr damalige Verhältnisse modische Pop-Elemente wurden in den Sound des Albums mit einbezogen, insbesondere Synthesizer, die bei der Band erstmals auf breiter Front zum Einsatz kamen. Daneben ist David Gilmours melodisches, Blues-beeinflusstes Gitarrenspiel charakteristisch fßr das Album.
Die US-Band Steely Dan hatte bereits 1972 mit ihrem DebĂźt-Album Canât Buy A Thrill ein ähnliches Beispiel fĂźr einen perfekt produzierten modernen Pop-Sound vorgelegt, wie er fĂźr Dark Side of the Moon charakteristisch ist: Das Album wurde etwa mit einer 24-Spurmaschine aufgenommen.
Zugleich prägen aber immer noch einige surreale und bizarre Momente das Album. Besonders auffallend sind die gesprochenen Passagen des Albums, die sogleich das Intro Speak To Me bestimmen. Diese Klangcollage beginnt mit dem Pochen eines Herzschlags, ßber dem mehrere Personen sich zu den zentralen Themen des Konzeptalbums auslassen: Tod, Wahnsinn und Gewalt. Nach einer Idee des Toningenieurs Alan Parsons erhielten die beiden Single-Auskopplungen Time und Money mit geloopten Sequenzen von mehreren synchron schellenden Weckern und dem Klingeln einer Registrierkasse jeweils ein ungewÜhnliches Intro. Money ist bis auf den Gitarrensolo-Mittelteil, der im 4/4-Takt gespielt wird, im Rockmusik-untypischen 7/4-Takt gehalten. Das Stßck On The Run beschreibt die Angst vorm Reisen. Da die Band bereits mehr als eine Amerikatournee absolviert, jedoch panische Angst vorm Fliegen hatte, schrieben sie dieses Stßck, das sich von Auftritt zu Auftritt weiter entwickelte. Die Geräusche eines explodierenden Flugzeuges, mit denen der Song ausklingt, bringen das Thema auf den Punkt. Es basiert auf einer Synthesizer-Schleife, der um klangcollagenhafte Elemente ergänzt wurde, und stellt damit eine Frßhform des Techno dar. Auffällig bei der Harmonik des Albums ist die sehr häufig und in zirkelfÜrmiger Form verwendete Akkordfolge II-V (Bsp: Em7 - A7), die fßr Jazzmusik typisch ist.
Das Plattencover wurde von George Hardie vom Hipgnosis-Designstudio entwickelt. Die Covergestaltung stammt von Storm Thorgerson. Sie zeigt vor schwarzem Hintergrund die Brechung eines weiĂen Lichtstrahls an einem Prisma, der sich dadurch in die Spektralfarben auffächert. Dieses Motiv ist ein Zitat von einem Klassiker des Schallplattencovers, den Alex Steinweiss 1942 fĂźr Beethovens 5. Klavierkonzert gestaltet hatte â wobei das Klavier von Steinweissâ Original durch ein Prisma ersetzt wurde.[2] Die aufgefächerten Spektralfarben setzen sich im aufgeklappten Teil des Covers fort und beschreiben dort graphisch einen Herzschlag, wie er am Anfang und am Ende der Platte zu hĂśren ist. FĂźr die Neuauflagen zum 20. und zum 30. Jubiläum der AlbenverĂśffentlichung wurde in den Jahren 1993 und 2003 das Cover optisch erneuert, das Motiv jedoch beibehalten.
Trotz des groĂen kommerziellen Erfolgs waren viele Kritiker unzufrieden mit der perfekt produzierten, aber im Vergleich zu den Vorgängeralben wenig avantgardistischen und allzu eingängigen Musik des Albums. The Dark Side of the Moon sei Musik fĂźr âHifi-Snobsâ, hieĂ es etwa. In der Zeitschrift Sounds wurde das Album als Ausverkauf frĂźherer kĂźnstlerischer Erfolge verrissen: âDie Pink Floyd leben mittlerweile davon, sich selbst zu zitieren und zu kopieren, was heiĂen soll: Sie glänzen durch Einfallslosigkeit.â Die Musik sei nurmehr âbilliger Gebrauchsrock vom FlieĂband mit ergreifenden âAaahsâ und âOoohsââ, interessant sei eigentlich nur die letzte Textzeile des Albums: âSie lautet âSee you on the dark side of the moonâ, und das sagt aus, wo man die Pink Floyd heute findet: hinterm Mond.â[3] Im Gegensatz zu diesen abwertenden Kritiken fĂźhrte die deutsche Ausgabe der Musikzeitschrift Rock Hard das Album in einer Top-15-Liste der Progressive-Rock-Alben auf Platz drei.[4]
Es ist eines der wenigen Alben, das auch in einer Quadrofonie-LP-Version, in etwa vergleichbar mit 4.0-Raumklang, existiert. Es erschien als so genannte âQuadrophonic 8-Track-Cassetteâ, die wie die Quadrophonie-LP in den frĂźhen 1970ern ein wenig, vor allem aber in den USA, verbreitet war. Die 4-Spur- und 8-Spur-Cassetten sind jedoch nicht zu verwechseln mit der Compact Cassette, die ein vĂśllig anderes Format hat.
2003 erschien The Dark Side of the Moon neu abgemischt von James Guthrie als SACD in einer 5.1-Kanal-Raumklangversion. Viele Fans bemängelten, dass nicht Alan Parsons, der Toningenieur der Abmischung von 1973, fßr diese Aufgabe herangezogen wurde.
2011 erschien das Album als Immersion Box, welche unter anderem sowohl den Quadrophonie-Mix von Alan Parsons aus dem Jahre 1973 als auch den 5.1 Mix von James Guthrie aus dem Jahre 2003 enthält.
| # (LP)*1 | # (CD)*2 | Titel | Dauer | Musik | Text |
|---|---|---|---|---|---|
| A.1/1 | 1 | Speak to Me | 3:57 | Nick Mason | |
| A.2/2 | Breathe | Roger Waters, David Gilmour, Richard Wright | Roger Waters | ||
| A.3/3 | 2 | On the Run | 3:31 | David Gilmour, Roger Waters, Richard Wright (Synthsequenz auf EMS VCS3) | |
| A.4/4 | 3 | Time | 7:05 | Nick Mason, Roger Waters, Richard Wright, David Gilmour | Roger Waters |
| Breathe Reprise | Roger Waters, David Gilmour, Richard Wright | Roger Waters | |||
| A.5/5 | 4 | The Great Gig in the Sky | 4:47 | Richard Wright3 | |
| B.1/6 | 5 | Money | 6:23 | Roger Waters | Roger Waters |
| B.2/7 | 6 | Us and Them | 7:48 | Roger Waters, Richard Wright | Roger Waters |
| B.3/8 | 7 | Any Colour You Like | 3:25 | David Gilmour, Nick Mason, Richard Wright | |
| B.4/9 | 8 | Brain Damage | 3:50 | Roger Waters | Roger Waters |
| B.5/10 | 9 | Eclipse | 2:06 | Roger Waters | Roger Waters |
*1 zeigt die Titelfolge, wie sie auf der LP/CD ausgedruckt ist.
*2 zeigt die tatsächlichen CD-Tracks.
*3 2004 erhob die Sängerin Clare Torry, die im Studio den Gesangsteil zu The Great Gig In The Sky improvisiert und dafßr eine ßbliche Studiomusiker-Gage erhalten hatte, gerichtlich den Anspruch auf Tantiemen. Auf der 2006 erschienenen P.U.L.S.E-DVD wird die Urheberschaft erstmals wie folgt akkreditiert: Wright/Vocal composition by Clare Torry.
Es existieren auch Ausgaben der CD (z.B.: Mobile Fidelity Gold-CD), die zehn Tracks aufweisen, da Speak To Me und Breathe auf zwei Tracks (1 und 2) aufgeteilt wurden.
Auf dem Pink-Floyd-Livealbum Pulse (1994) ist eine vollständige Darbietung des Albums enthalten. Der Mitschnitt stammt aus der bislang letzten Tournee der Band in der Formation ohne Roger Waters. 2006 erschien die gleichnamige DVD, die dem Zuschauer eine aufwändige visuelle Inszenierung des Albums mit runder GroĂleinwand und eigens dafĂźr angefertigten Clips zugänglich macht.
Der Regisseur Matthew Longfellow drehte im Jahr 1997 eine Making-of-Dokumentation ab, die 2003 unter dem Titel Classic Albums â The Making of Dark Side of the Moon auf DVD erschienen ist. Musiker und Mitwirkende kommen in einer 93-minĂźtigen Sendung zu Wort.
Das Album diente in den letzten Jahren gehäuft als Vorlage fßr mehr und weniger ungewÜhnliche Neuinterpretationen. Die Formation Easy Star All-Stars verÜffentlichte 2003 eine Dub/Reggae-Version namens Dub Side of the Moon, die das Albumkonzept ironisch auf die eigene Subkultur ummßnzt: Das Kassenklingeln zu Beginn des Stßcks Money wurde durch eine rhythmische Collage um Raucherhusten, Feuerzeuggeräusche und das Blubbern einer Wasserpfeife ersetzt. Das A-Cappella-Projekt Vocomotion spielte 2005 eine Neuinterpretation unter dem Titel Dark Side of the Moon a cappella ein. Darin werden sämtliche Instrumente durch Gesang oder Beatboxing imitiert. Die Progressive-Metal-Band Dream Theater spielte das komplette Album während ihrer Welttournee 2005 als Zugabe live und verÜffentlichte einen Livemitschnitt auf DVD und CD ßber ihr eigenes Plattenlabel YtseJam Records.
Ende 2009 verĂśffentlichte die Band The Flaming Lips eine radikale Neuinterpretation des gesamten Albums.
Die Industrial-Metal-Band Ministry benannte eines ihrer Alben Dark Side of the Spoon, anspielend auf die verruĂte Unterseite eines LĂśffels (engl. âspoonâ), der zum Aufkochen von anschlieĂend intravenĂśs injiziertem Heroin genutzt wird, und die Drogenvergangenheit ihres Sängers Al Jourgensen.
Auf dem Cover des Albums The Sunny Side of the Moon: The Best of Richard Cheese von Richard Cheese wird der Lichtstrahl nicht wie bei The Dark Side of the Moon von einem Prisma, sondern von einem Martiniglas gebrochen.
Klaus Schulze nahm zusammen mit Pete Namlook zwischen 1994 und 2008 eine Serie von 11 CDs unter dem Titel The Dark Side Of The Moog auf; auch die Titel der einzelnen StĂźcke tragen verballhornte Titel von Pink Floyd-Alben oder -StĂźcken. Bereits 1976 gab es auf dem Album Strange New Flesh der Band Colosseum II ein InstrumentalstĂźck mit dem Titel Dark Side of the Moog.
Die dunkle Seite des Mondes ist der Titel eines Romans von Martin Suter aus dem Jahr 2000. Der Titel (deutsch fĂźr âThe dark side of the moonâ) spielt auf eine Aussage einer Romanfigur an, wonach dieses Album von Pink Floyd die beste Musik fĂźr einen Drogentrip sei.
Seit Februar 2010 zeigt das Schweizer Theater Rigiblick eine Version, bei der die Musik von Pink Floyd fĂźr Streichquartett und Piano umarrangiert wurde. Die Musik wurde zusammen mit einem Text von Ray Bradbury zum StĂźck To the Dark Side of the Moon verwoben. Es spielen das Galatea Quartett und Daniel Rohr.
Die US-Zeitschrift Billboard fĂźhrte das Album 773 Wochen lang ununterbrochen in den Top 200.
In der "Billboard Top-Pop-Catalog-Liste" wird das Album im März 2009 in der 1645. Woche gefßhrt.
Bereits kurz nach dem Erscheinen des Albums kam das Gerßcht auf, dass das Album eine Synchronizität zu dem Film Der Zauberer von Oz aufweise. Dazu mßsse man das Album nur zu einer bestimmten Stelle des Filmes starten, und die Handlung des Filmes und bestimmte Passagen des Albums, wie Wechsel in der Musik und einzelne Textstellen, wßrden ein harmonisches Ganzes ergeben.
Als der korrekte Moment fĂźr den Start des Albums werden, je nach Quelle, unterschiedliche Angaben gemacht, meist aber wird die Stelle, bei der der MGM-LĂśwe sein GebrĂźll beendet, genannt.
Mit groĂer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei den auftretenden Gemeinsamkeiten jedoch nur um Koinzidenzen. Von den angeblichen Gemeinsamkeiten ist keine derart eindeutig, dass man sie als wirklichen Beweis fĂźr eine absichtliche Synchronisation des Albums mit dem Film sehen kĂśnnte, und auch die Gruppe hat sich zu diesem GerĂźcht nie bestätigend geäuĂert. Das beschriebene Phänomen ist auch als Apophänie bekannt.