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Theater für Kinder (auch Kindertheater oder Kinder- und Jugendtheater) bezeichnet Theater, das vor allem für Kinder und Jugendliche gemacht und gespielt wird.
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Theatervorführungen mit speziellen Kinderthemen reichen bis in das 17. Jahrhundert zu Christian Gryphius zurück. Später entwickelte sich vor allem das Märchenstück, das als Weihnachtsmärchen den deutschen (Stadt-)Theatern zur Jahreswende die Kassen füllte.
In den Revolutionsjahren in Russland/Sowjetunion gründete Natalia Saz ein Kindertheater – später auch ein Musiktheater für Kinder – in Moskau, das sich mit der Lebenswirklichkeit von Kindern (und anderen Menschen) beschäftigte. Die Themenauswahl unterschied sich bald auch nach Altersgruppen, so dass eine Trennung in Kindertheater und Jugendtheater erfolgte.
Das älteste und größte eigenständige Kinder- und Jugendtheater ist das Theater an der Parkaue in Berlin-Lichtenberg. Unter dem Intendanten Hans Rodenberg wurde es nach dem Befehl 65 der sowjetischen Militärregierung am 16. November 1950 als Theater der Freundschaft gegründet.
Schultheater oder didaktisches Theater taucht auch bei Brecht wieder als Lehr-, Lernstück auf.
Das GRIPS-Theater in Berlin (vormals Reichskabarett) und in seiner Folge das Theater Rote Grütze erfanden Ende der 1960er-Jahre (angestoßen durch die politisch-emanzipatorische Bewegung) das sozial engagierte realistische Kindertheater, das sich in der Tradition auf Natalia Saz beruft. Aus ihm entwickelte sich das Jugendtheater.
Lange Zeit bestimmten GRIPS und Grütze und eine immer größer werdende Zahl von Kindertheatern, die in den Beiden ihre Vorbilder sahen, Ästhetik und Inhalte des in der BRD agierenden Kinder- und Jugendtheaters. Stücke wie die Mugnok-Kinder (GRIPS-Theater) oder Darüber spricht man nicht und Nippes und Stulle spielen Froschkönig (Theater Rote Grütze) waren für das Kindertheater stilprägend, so wie es Das hältst du ja im Kopf nicht aus (GRIPS-Theater) und Was heißt hier Liebe? (Theater Rote Grütze) für das Jugendtheater waren.
1945 wurde das Theater für Kinder - Bühne Morgenstern in Oldenburg i.H gegründet welches als gemeinnütziges Tourneetheater begann, an Schulen zu spielen.
1953 wurde das Kinder- und Jugendtheater am Theater Dortmund als eigenständige Spielstätte eröffnet. 2007 folgte hier der Bau einer Kinderoper.
Das Münchner Theater für Kinder, ein Privattheater, wurde 1967 gegründet und ist seitdem unter der gleichen Leitung.
Das 1968 von Uwe Deeken gegründete Theater für Kinder in Hamburg-Altona war Uraufführungstheater für Werke der Kinderbuchautoren wie Astrid Lindgren, Michael Ende, Otfried Preußler und Paul Maar. Mit der Uraufführung einer Bearbeitung von Mozarts Zauberflöte für Kinder 1979 und weiteren Bearbeitungen klassischer Opern für Kinder leitete das Hamburger Theater eine neue Ära der Kindertheaterkultur ein, in der bereits Grundschulkinder als kompetente Theaterbesucher ernst genommen werden.
1973 wurde das Theater des Kindes in Linz aufgebaut, welches sich zum führenden Kindertheater in Österreich entwickelte. 1995 wurde durch Birgitta Thelen als Direktorin das Next Liberty in Graz an den Vereinigten Bühnen Graz gegründet und zählt indessen seit 2001 unter Michael Schilhan mit über 65.000 Zuschauerinnen und mehr als 200 Vorstellungen pro Saison zu den 5 erfolgreichsten Kinder- und Jugendtheatern im deutschsprachigen Raum.
Ende der 80er Jahre formierte sich in Wien die freie Theaterszene für junges Publikum, der ca. 40 Gruppen angehörten. 1990 gründetet sich die AG Kindertheater, führte Bedarfserhebungen durch, was schließlich am 26. April 2002 in einen Beschluss des Wiener Gemeinderat über die Finanzierung und Errichtung des THEATERHAUSES für KINDER mündete. Im April 2003 wurde Stephan Rabl als künstlerischen Leiter bestellt und das Theater in THEATERHAUS für junges PUBLIKUM umbenannt. Am 1. Oktober 2004 öffnete DSCHUNGEL WIEN Theaterhaus für junges Publikum seine Türen. Mit inzwischen über 62000 Besucherinnen in über 550 Vorstellungen pro Saison und seit 2004 mehr als 500 verschiedenen Produktionen hat sich DSCHUNGEL WIEN zum integralen Teil der Wiener Theaterszene entwickelt.
Seit den 1980er-Jahren gründeten sich weitere neue Theater für Kinder, vor allem verbreiterte sich das ästhetische und inhaltliche Spektrum:
Seit 1989 findet in Berlin alle zwei Jahre das Deutsche Kinder- und Jugendtheatertreffen statt.
Es gibt im Rahmen des Kinder- und Jugendtheaters wiederum verschiedene Ausprägungen: