|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | ||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||
| Name | Theobromin | |||||||||||||||||||
| Andere Namen |
| |||||||||||||||||||
| Summenformel | C7H8N4O2 | |||||||||||||||||||
| CAS-Nummer | 83-67-0 | |||||||||||||||||||
| PubChem | 5429 | |||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weiĂer Feststoff[1] | |||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 180,16 g·molâ1 | |||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | |||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||
| pKs-Wert |
9,9[2] | |||||||||||||||||||
| Löslichkeit | ||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||
| LD50 | ||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||||
Theobromin (von griech. âtheosâ, âGottâ und âbromaâ, âSpeiseâ) ist wie Coffein eine organische chemische Verbindung, ein Alkaloid aus der Gruppe der Methylxanthine. Es besitzt auch eine dem Coffein Ă€hnliche anregende Wirkung. Theobromin kommt in einigen Pflanzen wie dem Kakaobaum, den KolabĂ€umen sowie in Teepflanzen vor.
Inhaltsverzeichnis |
Theobromin findet sich in Kakaobohnen des Kakaobaums (Theobroma cacao) (1â2,5 %), in der Nuss der KolabĂ€ume Cola (0,1 %), den BlĂ€ttern der Teepflanze Camellia sinensis (0,05 %) und dem Mate-Strauch Ilex paraguariensis. In den FrĂŒchten und BlĂ€ttern ist es fast vollstĂ€ndig an Gerbstoffe oder ChlorogensĂ€ure gebunden. Erst eine Fermentation bzw. der Röstprozess setzt das Alkaloid frei.[7] Dunkle Schokolade enthĂ€lt 3â10 Gramm Theobromin pro Kilogramm, Milchschokolade enthĂ€lt 0,6â4 Gramm pro Kilogramm Schokolade.[8]
Es handelt sich bei Theobromin um das 3,7-Dimethylxanthin, wĂ€hrend Coffein als 1,3,7-Trimethylxanthin eine zusĂ€tzliche Methylgruppe trĂ€gt. Ausserdem ist es sowohl ein Isomer von Theophyllin (1,3-Dimethylxanthin) wie von Paraxanthin (1,7-Dimethylxanthin). Theobromin ist eine weiĂe, in kaltem Wasser gering, in heiĂem Wasser besser lösliche Verbindung. Sie ist mit einem pKs-Wert von 9,9 eine schwache SĂ€ure.[2]
Theobromin besitzt eine diuretische, gefĂ€Ăerweiternde sowie herzstimulierende Wirkung und relaxiert die glatte Muskulatur. Insgesamt Ă€hnelt die Wirkung von Theobromin auf den menschlichen Organismus der des Coffeins, ist aber deutlich schwĂ€cher. Als anregende Substanz wird es oft mit Coffein verwechselt; es hat aber auch deutlich andere Effekte auf den Organismus, da es mild und dauerhaft anregend, aber auch stimmungsaufhellend wirkt.[9] Das Alkaloid kommt in Pflanzen in ungefĂ€hrlichen Mengen vor, so dass es nahezu nicht ĂŒberdosiert werden kann. Hohe Dosen von Theobromin (> 100 g Kakaopulver) bewirkten bei Testpersonen akut Augenflimmern, Pulsbeschleunigung und Kopfschmerzen. Chronische hohe Aufnahme von etwa 1,5 g/Tag ĂŒber einen Zeitraum von 10 Tagen verursachte Kopfschmerzen, SchweiĂausbrĂŒche und Zittern. Aus den LD50-Werten von Ratten und MĂ€usen auf den Menschen hochgerechnete Werte ergaben etwa 280 mg/kg Körpergewicht, d. h. fĂŒr einen 65 kg schweren Menschen wĂ€re eine Dosis von etwa 18 g Theobromin tödlich.[10]
Nach einer amerikanischen Studie, die von 1996 bis 2000 an 2291 Schwangeren durchgefĂŒhrt wurde, kann der Genuss von Schokolade das Risiko von PrĂ€eklampsie bei Schwangeren senken. Die Anzahl der Frauen mit entsprechenden Symptomen war dabei direkt negativ abhĂ€ngig vom Spiegel des in der Schokolade enthaltenen Theobromin im Serum.[11][12]
Gering toxisch ist Theobromin allerdings nur fĂŒr den Menschen, Ratten und MĂ€use, denn diese besitzen ein Enzym, das diesen Stoff im Körper schnell abbaut. Bei einigen anderen Tieren wie etwa Hunden, Katzen, Pferden oder Keas[13] fehlt dieses Enzym. Sie bauen Theobromin somit wesentlich langsamer ab, weshalb es fĂŒr diese Tiere sogar tödlich sein kann. FĂŒr kleine Hunde wie einen Yorkshire-Terrier kann bereits â je nach Gewicht â eine halbe Tafel Zartbitterschokolade letal wirksam sein. Beim Hund wurde die tödliche Dosis LD50 von Theobromin bei etwa 300 mg/kg Körpergewicht,[2][5] bei Katzen bei 200 mg/kg ermittelt.[2][6] Bei einem nach Aufnahme von Schokolade verendeten Kea wurde eine Dosis von 250 mg/kg festgestellt.[13]
Eine Studie von Omar Usmani et al. vom Imperial College in London aus dem Jahre 2004, veröffentlicht im FASEB Journal,[14] kommt zur Schlussfolgerung, dass Theobromin ein vielversprechender Wirkstoff zur Linderung von HustenanfĂ€llen sein kann. In dieser Studie wurde bei gesunden Probanden mit durch Capsaicin induziertem Husten eine stĂ€rkere antitussive Wirkung durch Theobromin als durch das sonst als HustenbekĂ€mpfungsmittel etablierte Codein festgestellt. Gleichzeitig wies Theobromin weniger Nebenwirkungen auf als Codein (MĂŒdigkeit, RauschzustĂ€nde, Suchtpotential).[15]
Der Nachweis kann ĂŒber die Murexid-Reaktion (Xanthinnachweis) erfolgen. Ein quantitativer Nachweis in Lebensmitteln erfolgt meist mittels HPLC.[16]
In Deutschland fĂ€llt Theobromin unter die Definition von § 2 Abs. 1 des AMG, sobald es fĂŒr die Anwendung an Mensch oder Tier bestimmt ist. Somit ist Herstellung und Verkauf einer Substanz nach dem AMG reguliert, unabhĂ€ngig davon in welcher Form die Substanz vorliegt, wenn sie in Bestimmung § 2 Abs. 1 erfĂŒllt.[17]'[18] Der Verkauf und die Herstellung von Arzneimitteln ohne Genehmigung ist strafbar nach AMG § 2 Abs. 1 Nr. 5 a. F., § 2 Abs. 1 Nr. 2a n. F., § 5, § 95 Abs. 1 Nr. 1, StPO § 354a. Dies wurde in einem Urteil des Bundesgerichtshofs zu der frei verfĂŒgbaren Chemikalie Butyro-1,4-lacton bestĂ€tigt, welche nach dem AMG als Arzneimittel eingestuft wird, sobald sie fĂŒr den Konsum bzw. Gebrauch an Mensch oder Tier bestimmt ist.[19]'[20]
Coffein | IBMX | Paraxanthin | Theobromin | Theophyllin | Xanthin
| |
Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten! |