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Theodor Eicke

Theodor Eicke, hier im Range eines SS-ObergruppenfĂŒhrers und Generals der Waffen-SS (1942) Theodor Eicke (* 17. Oktober 1892 in Hampont, Lothringen; † 26. Februar 1943 bei Michailowka, sĂŒdlich von Charkow) war ein deutscher SS-ObergruppenfĂŒhrer und General der Waffen-SS. Als Kommandant des KZ Dachau und Inspekteur der Konzentrationslager war er maßgeblich am Aufbau des deutschen Konzentrationslagersystems beteiligt. Im Zweiten Weltkrieg war Eicke Kommandeur der SS-Division „Totenkopf“, die aus den WachverbĂ€nden der Konzentrationslager entstanden war.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und BerufstÀtigkeit

Jugend und MilitÀrlaufbahn

Theodor Eicke wurde als jĂŒngstes von elf Kindern eines Bahnhofsvorstehers im damals zum Deutschen Reich gehörenden Reichsland Elsaß-Lothringen geboren.[1] Eickes Vater wird als deutscher Patriot beschrieben, seine Mutter soll hĂ€ufig bei ihren Verwandten in Paris zu Besuch gewesen sein; Geschwister Eickes sollen im Ersten Weltkrieg auf französischer Seite gekĂ€mpft haben.[2] Eicke besuchte ab 1899 die Volks- und Realschule, verließ jedoch die Schule ohne Abschluss.

1909 trat er in das 23. Bayerische Infanterieregiment in Landau als Freiwilliger ein. Beim MilitĂ€r schlug er eine Verwaltungslaufbahn ein: Ab 1. Oktober 1913 war er Zahlmeisteraspirant beim 3. Bayerischen Chevaulegersregiment in Dieuze; bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wechselte er als Unterzahlmeister zum 22. Bayerischen Infanterieregiment. 1916 wurde er zum 2. Bayerischen Fußartillerie-Regiment versetzt, ab 1917 diente er in der 6. Ersatz-MG-Kompanie des II. Armee-Korps. Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet, schied er Anfang 1919 infolge der Verminderung der HeeresstĂ€rke nach dem Kriegsende aus dem MilitĂ€rdienst aus.

Theodor Eicke heiratete am 26. Dezember 1914; aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Ein Sohn fiel im Dezember 1941 als Leutnant wÀhrend des Zweiten Weltkrieges.

In der Weimarer Republik

Im Zivilleben nahm Eicke ein Maschinenbaustudium am Technikum im thĂŒringischen Ilmenau auf, das er im August 1919 abbrach. Eicke fehlten die Zulassungsvoraussetzungen des Technikums, möglicherweise entzogen seine Schwiegereltern ihm die finanzielle UnterstĂŒtzung.[3] Die folgenden Jahre versuchte Eicke im Polizeidienst verschiedener StĂ€dte unterzukommen: von Dezember 1919 bis Juni 1920 ein unbezahltes Praktikum bei der Polizei in Ilmenau, nach einer dreimonatigen Ausbildung an der Polizeischule in Cottbus eine kurzfristige BeschĂ€ftigung als OffiziersanwĂ€rter bei der Schutzpolizei in Weimar, im Herbst 1921 vorĂŒbergehend als Kriminalhilfsbeamter in Sorau und dann bis Februar 1923 als Polizeihilfsmeister in Ludwigshafen am Rhein, das damals von alliierten Truppen besetzt war.[4]

In spĂ€teren, in der Zeit des Nationalsozialismus entstandenen LebenslĂ€ufen fĂŒhrte Eicke seine mehrfachen Entlassungen aus dem Polizeidienst auf seine „aktive BekĂ€mpfung der Novemberrepublik“ zurĂŒck oder sah sich „durch roten Terror hinausgedrĂ€ngt“. Angesichts der VerhĂ€ltnisse bei der Polizei in den Anfangsjahren der Weimarer Republik ist dies nicht sehr plausibel; „Eickes persönliches Verhalten muß immer mit ein ausschlaggebender Grund gewesen sein“, so der Politikwissenschaftler Johannes Tuchel.[5] Zudem war Eicke im Gegensatz zu vielen anderen bedeutenden Nationalsozialisten in dieser Zeit weder Mitglied in einer rechtsradikalen oder völkischen Organisation noch in einem der zahlreichen Freikorps.

Am 1. MĂ€rz 1923 fand Eicke eine BeschĂ€ftigung als kaufmĂ€nnischer Angestellter bei der BASF in Ludwigshafen. 1925 wurde er als „Sicherheitskommissar“ stellvertretender Leiter des Sicherheitsdienstes in dem Chemieunternehmen, das 1926 Teil der I.G. Farben wurde. Nach eigenen Angaben war Eicke als Sicherheitskommissar fĂŒr die Abwehr von Industriespionage zustĂ€ndig.[6]

FrĂŒhe politische BetĂ€tigung

Aufbau der SS in der Pfalz

Eickes SS-RĂ€nge[7] Ernennung
SS-Mann 29. Juli 1930
SS-OberscharfĂŒhrer 27. November 1930
SS-SturmbannfĂŒhrer 15. Februar 1931
SS-StandartenfĂŒhrer 15. November 1931
SS-OberfĂŒhrer 21. Oktober 1932
SS-BrigadefĂŒhrer 30. Januar 1934
SS-GruppenfĂŒhrer 11. Juli 1934
SS-GruppenfĂŒhrer und
Generalleutnant der Waffen-SS
14. November 1939
SS-ObergruppenfĂŒhrer und
General der Waffen-SS
20. April 1942

Am 1. Dezember 1928 wurde Eicke Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 114.901) in Frankenthal; vermutlich am gleichen Tag trat er der SA bei.[8] Am 29. Juli 1930 wechselte Eicke von der SA zur SS (SS-Nr. 2.921).

Eicke fĂŒhrte ab 27. November 1930 den SS-Sturm 147 in Ludwigshafen, dem er schon vorher angehörte. Im FrĂŒhjahr 1931 erhielt Eicke von Sepp Dietrich den Befehl, die SS in der Vorderpfalz neu aufzubauen. Eicke fĂŒhrte diesen Auftrag „schnell und erfolgreich“[9] aus und ĂŒbernahm die FĂŒhrung des Sturmbanns II/10 der 10. SS-Standarte. In der Folgezeit trat Eicke als Organisator der SS auch in der Westpfalz in Erscheinung, so dass ein dritter Sturmbann der Standarte gegrĂŒndet wurde. Die Ernennung zum SS-StandartenfĂŒhrer im November 1931 nahm Himmler persönlich vor.[10] Im April 1932 zĂ€hlte die 10. SS-Standarte, deren FĂŒhrung Eicke im November 1931 ĂŒbernommen hatte, rund 900 Mann; dies waren 3,6 Prozent der gesamten SS.[11]

Der Aufbau der SS in der damals bayerischen Pfalz war von Konflikten mit Gauleiter Josef BĂŒrckel begleitet. BĂŒrckel, der als Eicke in „Selbstbewußtsein und Skrupellosigkeit“[12] ebenbĂŒrtig geschildert wird, leitete seit 1926 den Gau Pfalz. BĂŒrckel gelang es rasch, nicht nur die NSDAP, sondern auch die SA und die SS in seinem Gau unter Kontrolle zu bekommen. Letzteres Ă€nderte sich mit Eickes Aufstieg in der SS: Eicke betonte die EigenstĂ€ndigkeit der SS und widersetzte sich den Anordnungen und Befehlen des Gauleiters.

Pirmasenser BombenaffÀre und Flucht nach Italien

Ende August 1931 erhielt Eicke ĂŒber SS-StandartenfĂŒhrer Fritz Berni den vermutlich von Gauleiter BĂŒrckel stammenden[13] Befehl, Sprengkörper herzustellen. Eicke fertigte die SprengsĂ€tze zusammen mit weiteren SS-Mitgliedern an; das Material fĂŒr die Bomben stammte aus einem Teil des Ludwigshafener I.G.-Farbenwerks, in dem besonders viele NSDAP-Mitglieder beschĂ€ftigt waren. Mitte Oktober 1931 brachte Berni rund die HĂ€lfte der SprengsĂ€tze nach Pirmasens. Die Existenz der Sprengkörper wurde Bernis innerparteilichen Gegnern in Pirmasens bekannt; am 7. November wurde Berni vorĂŒbergehend aus Partei und SS ausgeschlossen. Die Herstellung der Bomben stand im Widerspruch zu Hitlers damaliger Strategie, die Macht auf legalem Wege zu erobern, wie er sie im Ulmer Reichswehrprozess im September 1930 bekundet hatte. Als Folge des Ausschlusses Bernis aus der SS ĂŒbernahm Eicke die FĂŒhrung der 10. SS-Standarte.[14]

Ermittlungen der Ludwigshafener Polizei fĂŒhrten am 6. MĂ€rz 1932 zur Verhaftung Eickes. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden ein Teil der Sprengkörper und die Mitgliederliste seiner SS-Standarte gefunden. Wegen seiner Verhaftung wurde Eicke von der I.G. Farben entlassen. Am 15. Juli 1932 wurde Eicke vom Amtsgericht Pirmasens wegen eines Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Verteidigt von Philipp Jung deckte Eicke im Prozess die Parteileitung und erklĂ€rte, die NSDAP habe vom Bombenbau nichts gewusst. Ein Tag nach der UrteilsverkĂŒndung wurde Eicke ein sechswöchiger Hafturlaub gewĂ€hrt: Er hatte seine HaftunfĂ€higkeit wegen angeblicher Nervenstörungen vorgetĂ€uscht. Er kehrte zunĂ€chst nach Ludwigshafen zurĂŒck, wo es zu neuen Konflikten mit Gauleiter BĂŒrckel kam.[15]

Prozess und Urteil in der „Pirmasenser BombenaffĂ€re“ gelten als Skandal,[16] als symptomatisch fĂŒr das Versagen weiter Teile der Justiz in der Endphase der Weimarer Republik. Im Urteil suche das Gericht, so der Historiker Niels Weise, „gleichsam hĂ€nderingend Argumente“, die fĂŒr die Angeklagten sprachen; relevante Ermittlungsergebnisse seien nicht berĂŒcksichtigt worden. Es bestehen erhebliche Zweifel, ob die SprengsĂ€tze – wie von Eicke behauptet und im Urteil dargestellt – nur fĂŒr defensive Zwecke gebaut wurden, so Weise.[17]

Anfang September 1932 erhielt Eicke den Befehl Himmlers, ĂŒber MĂŒnchen nach Italien zu flĂŒchten. In MĂŒnchen traf Himmler mit dem FlĂŒchtigen zusammen.[18] Das faschistische Italien unter Benito Mussolini hatte fĂŒr flĂŒchtige Nationalsozialisten aus Deutschland und Österreich Lager eingerichtet. Eicke ĂŒbernahm die Leitung eines solchen Lagers in Malcesine am Gardasee. Eickes Auftreten in Italien fĂŒhrte zu weiteren Konflikten. Am 4. November 1932 forderte die österreichische Landesleitung der NSDAP die Einleitung eines Verfahrens gegen Eicke wegen ParteischĂ€digung: Eicke hatte zusammen mit 30 uniformierten SS-MĂ€nnern an einer Feier zum 10. Jahrestag des Marsches auf Rom am Bozener Siegesdenkmal teilgenommen. Die österreichischen Nationalsozialisten sahen nicht nur ihre eigene Haltung in der SĂŒdtirolfrage in BedrĂ€ngnis gebracht, sondern bemĂ€ngelten auch, dass es sich um ein Denkmal fĂŒr einen italienischen Sieg ĂŒber Deutschland und Österreich handele. Der Gau Rheinpfalz forderte ebenfalls ein Verfahren gegen Eicke.[19]

Auch von Italien aus informierte sich Eicke ĂŒber die VorgĂ€nge in der NSDAP der Pfalz. In zwei Briefen vom 30. Januar 1933 drohte er, auf noch versteckte Bomben zurĂŒckzugreifen, die „nicht alle fĂŒr den roten Laden, sondern auch fĂŒr die Schweine in den eigenen Reihen bestimmt“ seien. Er habe eine „Menge Feiglinge“ gedeckt, „denen der Mut zur Verantwortung gĂ€nzlich fehlt. Diese Halunken sind immer in vorderster Reihe anzutreffen, wenn es gilt, höhere freiwerdende Posten zu besetzen“.[20]

RĂŒckkehr nach Deutschland

Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler kehrte Eicke am 16. Februar aus Italien zunĂ€chst nach ThĂŒringen zurĂŒck. Die PfĂ€lzer Gauleitung nahm Eickes Drohungen ernst: Ende des Monats erschien der stellvertretende Gauleiter Ernst Ludwig Leyser bei der Schutzpolizei und forderte fĂŒr Gauleiter BĂŒrckel und weitere fĂŒhrende Parteimitglieder Polizeischutz.[21] Als Eicke am 10. MĂ€rz 1933 nach Ludwigshafen zurĂŒckkehrte, war die Situation in der Stadt gespannt: Der radikale FlĂŒgel der Nationalsozialisten wollte die Ablösung fĂŒhrender Polizeibeamter der Stadt, auch deshalb, weil die Polizei scharf gegen SS-VerbĂ€nde vorgegangen war, die nach den Reichstagswahlen am 5. MĂ€rz aufmarschiert waren. Eicke wandte sich am 12. MĂ€rz zunĂ€chst schriftlich an Gauleiter BĂŒrckel: Er forderte die Wiederherstellung seiner „Ehre“ sowie die Aufhebung seines vom Gauleiter mehr oder weniger eigenmĂ€chtig verfĂŒgten Parteiausschlusses.[22] Am 17. MĂ€rz eskalierte die Situation: Mitglieder der SA und SS in Ludwigshafen erfuhren von Verhandlungen zwischen Vertretern der NSDAP-Kreisleitung und den strittigen Polizeibeamten. Der Verhandlungsort wurde gestĂŒrmt und die Verhandlungsteilnehmer in „Schutzhaft“ genommen. Die Gauleitung ließ die Schutzpolizei das GebĂ€ude unter Einsatz von berittener Polizei, Panzerwagen und TrĂ€nengas rĂ€umen und die Beteiligten festnehmen. Ob Eicke am GebĂ€udesturm selbst teilgenommen hat, ist umstritten.[23]

Vier Tage spĂ€ter wurde Eicke selbst in „Schutzhaft“ genommen. Er schilderte die Verhaftung in einem Schreiben an Himmler: „Am 21. 3. 1933, vormittags 10 Uhr, erschienen 4 Kriminalbeamte in meiner Wohnung und erklĂ€rten mich fĂŒr verhaftet. Ich griff nach meiner Pistole und erklĂ€rte, daß sie wohl einen toten, aber keinen lebenden Eicke aus dem Haus brĂ€chten, jedoch sei ich unter Abgabe meines Ehrenwortes bereit, Punkt 12 Uhr freiwillig im GefĂ€ngnis zu erscheinen, denn ein SS-OberfĂŒhrer lĂ€ĂŸt sich nicht gefangen nehmen. Nach lĂ€ngerem Überlegen zogen die Herren ab.“[24] Eicke reagierte auf die vermutlich von Gauleiter BĂŒrckel in die Wege geleitete Verhaftung mit einem zweitĂ€gigen Hungerstreik. Daraufhin wurde er in die „Psychiatrische und Nervenklinik der UniversitĂ€t WĂŒrzburg“ eingewiesen. Am 3. April ordnete Himmler die Streichung Eickes aus den Listen der SS an, Eicke habe sein gegebenes Ehrenwort nicht eingehalten. Himmler fĂŒhrte dies auf den zerrĂŒtteten Gesundheitszustand und einen Nervenzusammenbruch Eickes zurĂŒck.

Brief Eickes an Himmler vom 16. Mai 1933 (Ausschnitt) Aus der Psychiatrie wandte sich Eicke mehrfach schriftlich an Himmler. Diese Briefe unterscheiden sich deutlich von sonstigen schriftlichen Äußerungen Eickes, der normalerweise sehr spontan und ohne viel RĂŒcksicht auf Rechtschreibregeln schrieb.[25] Eicke bat um die Aufhebung seiner „Schutzhaft“: Dies sei notwendig, „da ich als Soldat Adolf Hitlers meine Existenz verlor und nun fĂŒr meine Familie zur Schaufel greifen muß. Erst vor wenigen Tagen teilte mir meine Familie mit, daß sie ohne einen Pfennig Geld sei und sich von den restigen Winterkartoffeln ernĂ€hren muß“.[26] Als Reaktion auf Eickes Briefe arrangierte Himmler zunĂ€chst nur die finanzielle UnterstĂŒtzung von Eickes Familie. Eickes behandelnder Arzt, Werner Heyde, schickte am 22. April folgenden Befund an Himmler: „Die mehrwöchigen Beobachtungen und vielfachen Untersuchungen haben [
] keinerlei Anzeichen einer Geistes- oder Gehirnkrankheit bei E. erkennen lassen, es sind auch nicht die Anzeigen einer abnormalen Persönlichkeitsveranlagung im Sinne der Psychopathie erkennbar gewesen. Herr E. hat sich hier musterhaft gefĂŒhrt und fiel durch sein ruhiges, beherrschtes Wesen sehr angenehm auf, er machte keinesfalls den Eindruck einer intrigierenden Persönlichkeit.“[27] Heyde trat am 1. Mai 1933 in die NSDAP ein, nach seinen eigenen spĂ€teren Angaben auf Empfehlung von Eicke. Ab 1939 war Heyde in fĂŒhrender Funktion an der Ermordung von Kranken und Behinderten in der Aktion T4 beteiligt. Himmler antwortete Heyde am 2. Juni: „Ich habe noch einmal Zeit darĂŒber verstreichen lassen mĂŒssen, da die Beruhigung in Ludwigshafen noch nicht vor sich gegangen ist. Persönlich bin ich ĂŒberzeugt, dass Eicke vom Gau Pfalz manches Unrecht geschehen ist [
]. Ich gebe gern mein EinverstĂ€ndnis, dass Eicke zu Pfingsten aus der Klinik entlassen wird, doch ich bitte Sie, Eicke zuzureden, dass er fĂŒr die Zeit, die er noch in Ludwigshafen zubringt, absolut sich still verhĂ€lt [
]. Ich habe vor, Eicke in irgend einer, möglichst Staatsstellung zu verwenden, bloss darf er mir die Sache nicht zu schwer und unmöglich machen.“[28]

Organisator der Konzentrationslager

Kommandant des KZ Dachau

„Himmler bestimmte am 26. Juni 1933 einen Mann zum Kommandanten in Dachau, der zu diesem Zeitpunkt – gemessen an bĂŒrgerlichen Karrierevorstellungen und auch aus der Perspektive der SS – als gescheiterte Persönlichkeit galt: einen erwerbslosen, vorbestraften Psychiatriepatienten, der wegen diverser Querelen innerhalb der SS aus deren Listen gestrichen war, Theodor Eicke. Himmler gab Eicke eine Chance, sich zu rehabilitieren, weil er sich fĂŒr die ‚alten KĂ€mpfer‘ verantwortlich fĂŒhlte. Eicke nutzte diese, erwies sich als personalpolitischer GlĂŒcksgriff.“

– Karin Orth: Die Konzentrationslager-SS.[29]

Tor im KZ Dachau Am 22. MĂ€rz 1933 waren die ersten HĂ€ftlinge im KZ Dachau eingetroffen.[30] Unter dem ersten Lagerkommandanten Hilmar WĂ€ckerle kam es zu einer Reihe von Morden an HĂ€ftlingen durch die SS, die Ermittlungen der bayerischen Justiz auch gegen WĂ€ckerle nach sich zogen. Himmler versuchte in seinen Funktionen als MĂŒnchner PolizeiprĂ€sident und Politischer Polizeikommandeur fĂŒr Bayern, die Ermittlungen zu behindern; eine der von ihm dabei angewandten Methoden war der Austausch des Kommandanten WĂ€ckerle durch Eicke.

Eicke entwickelte in kurzer Zeit das „Dachauer Modell“: Es lĂ€sst sich „als Versuch beschreiben, den Terror zu systematisieren und zu zentralisieren“.[31] Die frĂŒhen Konzentrationslager waren regional sehr unterschiedlich, von einem großen Maß an Improvisation geprĂ€gt, die Gefangenen waren der WillkĂŒr und dem Sadismus der Bewacher ausgesetzt, die Öffentlichkeit war durch Presseberichte zumindest teilweise ĂŒber die ZustĂ€nde in den Lagern informiert. Eicke erließ im Oktober 1933 die „Disziplinar- und Strafordnung fĂŒr das Gefangenenlager“ und eine Dienstvorschrift fĂŒr Wachposten: Diesen wurde Straffreiheit zugesichert, wenn sie einen HĂ€ftling bei einem Fluchtversuch erschossen. Durch die strikte Unterbindung von Fluchten schottete Eicke das Lager nach außen gleichermaßen gegen die Justiz wie gegen die Öffentlichkeit ab. Zu den möglichen Strafen gehörten Essensentzug, Postsperre, Dunkelhaft, PrĂŒgelstrafe, PfahlhĂ€ngen und die Todesstrafe. Die Lagerordnung erweckte den Eindruck eines genau geregelten Strafkatalogs, fĂŒr die HĂ€ftlinge Ă€nderte sich jedoch wenig: Die Dienstvorschrift fĂŒr Wachposten untersagte zwar die spontane Bestrafung durch die Wachposten, diese waren aber gehalten, „Vergehen“ der HĂ€ftlinge der Lagerleitung zu melden. Die Bestrafung erfolgte ohne ÜberprĂŒfung der Beschuldigungen, aber unter zentraler Kontrolle. Auch unter Eicke gingen die Morde in Dachau weiter, teilweise soll Eicke persönlich an Morden beteiligt gewesen sein.

Von Eicke stammte auch das in Dachau zuerst eingefĂŒhrte Modell der Lagerverwaltung: An der Spitze stand der Lagerkommandant, der fĂŒr die Sicherheit des Konzentrationslagers verantwortlich war. Ihm unterstand ein in mehrere Abteilungen untergliederter Kommandanturstab; getrennt hiervon war die Wachtruppe, die je nach GrĂ¶ĂŸe des Konzentrationslagers eine unterschiedliche Anzahl von Wachkompanien umfasste.

Beteiligung an Morden wÀhrend des Röhm-Putsches

WĂ€hrend des sogenannten „Röhm-Putsches“, der von Hitler befohlenen und zwischen dem 30. Juni und 2. Juli 1934 vollzogenen Ermordung der SA-FĂŒhrung und anderer Konkurrenten um die Macht oder sonstwie unliebsamer Personen, war Eicke teils direkt und teils indirekt an zahlreichen Morden beteiligt.[32] Am 30. Juni reiste Eicke vom KZ Lichtenburg, mit dessen Reorganisation er zu dieser Zeit befasst war, nach Berlin und von dort ins KZ Dachau. Einige Indizien sprechen dafĂŒr, dass er wĂ€hrend seines Aufenthaltes in Berlin den ehemaligen Reichsorganisationsleiter der NSDAP Gregor Strasser im Keller des Geheimen Staatspolizeiamtes erschoss. Unter anderem erklĂ€rte der ehemalige Oranienburg-HĂ€ftling Elfterwalde spĂ€ter, Eicke habe sich ihm gegenĂŒber im Juli 1934 der Tat gerĂŒhmt.[33]

Im KZ Dachau und in dessen Umgebung ermordete die SS nach Eickes Ankunft 20 Menschen: Am frĂŒhen Abend des 30. Juni wurde der ehemalige bayerische MinisterprĂ€sident Gustav Ritter von Kahr in Dachau eingeliefert und auf Befehl Eickes im Arrestraum der Kommandantur erschossen. Ebenfalls im Arrestbereich wurde der aufgrund einer Verwechslung nach Dachau verschleppte Musikkritiker Wilhelm Eduard Schmid erschossen. In der Nacht zum 1. Juli wurden der antinazistische Journalist Fritz Gerlich und der in Ungnade gefallene ehemalige Frontbann-FĂŒhrer Paul Röhrbein auf dem Schießstand von Dachau erschossen, wĂ€hrend Ernestine Zoref am Rand des Lagers erschossen wurde. In den WĂ€ldern außerhalb von Dachau wurden in derselben Nacht der ehemalige Bayernbund-FĂŒhrer Otto Ballerstedt und der Leiter des MĂŒnchener Studentenwerkes Fritz Beck umgebracht.

Am frĂŒhen Abend des 1. Juli fuhr Eicke auf persönliche Weisung Hitlers in das GefĂ€ngnis MĂŒnchen-Stadelheim, um den am Tag zuvor von Hitler verhafteten Ernst Röhm zu erschießen: Nachdem er sich zusammen mit dem FĂŒhrer der Dachauer Wachtruppe Michel Lippert Zugang zu Röhm verschafft hatte, gab er diesem auf Hitlers Wunsch Gelegenheit zum Suizid mit einer Pistole, die Röhm aber nicht nutzte. Über den weiteren Ablauf gibt es unterschiedliche Darstellungen: WĂ€hrend Lippert 1957 vor Gericht behauptete, Eicke habe Röhm alleine erschossen, erklĂ€rte ein GefĂ€ngniswĂ€rter, Eicke habe die SchĂŒsse zusammen mit Lippert abgefeuert. Anschließend ließ Eicke sich vier weitere HĂ€ftlinge aus Stadelheim aushĂ€ndigen (Hans Schweighart, Max Vogel, Edmund Paul Neumayer und Erich Schiweck), die er nach Dachau ĂŒberfĂŒhren und dort erschießen ließ. Am frĂŒhen Morgen des 2. Juli ließ er dann noch drei weitere HĂ€ftlinge aus Stadelheim in Dachau exekutieren (Martin SchĂ€tzl, Johann König und Julius Uhl).[34] Ferner starben am 1. Juli in Dachau die politischen HĂ€ftlinge Julius Adler, Erich Gans, Walter HĂ€bich und Adam Hereth, wĂ€hrend der Journalist Bernhard Stempfle in der Nacht zum 2. Juli nahe dem Lager getötet wurde.

Inspekteur der Konzentrationslager

Handschriftlicher Lebenslauf Eickes vom 15. MĂ€rz 1937 (Ausschnitt) Himmler hatte – ausgehend von seinen Funktionen in Bayern – nach und nach die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die politische Polizei der LĂ€nder in seiner Person vereinen können; im April 1934 ĂŒbernahm er von Göring auch die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die Gestapo in Preußen.[35] Ende Mai 1934 beauftragte Himmler Eicke mit der Reorganisation des KZ Lichtenburg. Schrittweise ĂŒbernahm Eicke weitere Lager: Anfang Juli das bald aufgelöste KZ Oranienburg, ebenfalls im Juli das KZ Esterwegen im Emsland und zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt das KZ Sachsenburg. Alle beibehaltenen Lager reorganisierte Eicke nach dem „Dachauer Modell“, die Dachauer Lagerordnung wurde mit geringfĂŒgigen Änderungen ĂŒbernommen.

Schon Ende Mai 1934 bezeichnete sich Eicke selbst als „Inspekteur der Konzentrationslager“. Am 20. Juni 1934 wurde er als Kommandeur des KZ Dachau abgelöst und Himmlers Stab als ReichsfĂŒhrer-SS zugeordnet. Am 10. Dezember 1934 wurde die Inspektion der Konzentrationslager (IKL) gebildet; als Dienststelle der Gestapo wurde sie eine staatliche Einrichtung.[36] Eicke wurde Leiter der Inspektion, die zunĂ€chst im Gestapo-GebĂ€ude in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße 8 untergebracht war. Die IKL blieb eine kleine Dienststelle, Ende 1935 zĂ€hlte sie elf, Ende 1938 waren es 45 Mitarbeiter. Seinen Mitarbeitern ĂŒberließ Eicke bei Routineangelegenheiten viel Handlungs- und Entscheidungsspielraum. Ab 1934 entstanden verschiedene Abteilungen der IKL, von besonderer Bedeutung waren dabei die politische Abteilung (ab 1937 unter Arthur Liebehenschel), die Verwaltungsabteilung (ab 1936 geleitet von Anton Kaindl) und der „Leitende Arzt“ (zunĂ€chst Friedrich Dermietzel, ab 1937 Karl Genzken). Wichtigster Mitarbeiter Eickes war ab 1936 Richard GlĂŒcks als StabsfĂŒhrer und Stellvertreter Eickes. Die IKL entschied dabei ĂŒber die Haftbedingungen in den Konzentrationslagern, wĂ€hrend die Gestapo fĂŒr die Einweisung der HĂ€ftlinge zustĂ€ndig war. Die Zusammenarbeit Eickes mit Reinhard Heydrich und Werner Best von der Gestapo verlief dabei weitgehend reibungslos, auch wenn sich Eicke im August 1936 bei Himmler ĂŒber Best beschwerte.[37]

Zwischen 1935 und 1937 reorganisierte Eicke im Auftrag Himmlers die der IKL unterstellten Konzentrationslager:[38] Alle vorhandenen kleineren Lager wurden aufgelöst. Einzige Ausnahme war das KZ Dachau, das im Sommer 1937 erheblich erweitert wurde. Anstelle der aufgelösten, in vorhandenen GebĂ€uden untergebrachten Lager entstanden zwei große Neubauten, denen Kasernen der SS-WachverbĂ€nde angegliedert waren: Im Sommer 1936 wurde das KZ Sachsenhausen eröffnet, in dessen NĂ€he im August 1938 auch die IKL angesiedelt wurde. Im Sommer 1937 wurde das KZ Buchenwald in der NĂ€he von Weimar errichtet. Mit Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald gab es Ende 1937 drei große Lager fĂŒr insgesamt 15.000 bis 20.000 HĂ€ftlinge.

Im August 1938 wurde der Sitz der IKL von Berlin ins KZ Sachsenhausen verlegt. Im Juni 1939 bezog Eicke dort eine Villa, die als Dienstwohnung mit EmpfangsrÀumen eingerichtet war.[39]

Ab 1937 konzentrierte sich Eicke auf seine Funktion als FĂŒhrer der SS-TotenkopfverbĂ€nde, seine Aufgaben in der IKL ĂŒbernahm schrittweise Richard GlĂŒcks, der am 15. November 1939 auch formell „Inspekteur der Konzentrationslager“ wurde.[40] GlĂŒcks Ă€nderte wenig an den von Eicke geschaffenen Strukturen, im Zweifel suchte er Eickes Rat.

FĂŒhrer der SS-TotenkopfverbĂ€nde

Jedem Konzentrationslager, das ab 1934 der IKL unterstand, war ein SS-Wachverband zugeordnet; spĂ€testens ab MĂ€rz 1935 war Eicke „Inspekteur der WachverbĂ€nde“.[41] Ab dem 29. MĂ€rz 1936[42] trug Eicke den Titel „FĂŒhrer der SS-TotenkopfverbĂ€nde“. In diesen Funktionen war Eicke dem SS-Hauptamt und damit Himmler als ReichsfĂŒhrer der SS unterstellt; als „Inspekteur der Konzentrationslager“ war er hingegen der Gestapo und damit Himmler als Polizeichef zugeordnet. Die doppelte Unterstellung – einerseits Teil der SS, andererseits dem staatlichen Apparat angegliedert – wurde von Eicke vermengt; er setzte sie zur Absicherung und zum Ausbau des eigenen Machtbereichs ein.[43]

Zu den AnfĂ€ngen der SS-WachverbĂ€nde Ă€ußerte sich Eicke im August 1936 rĂŒckblickend: „Die SS-TotenkopfverbĂ€nde sind aus einer korrupten Wachabteilung von knapp 120 Mann von Dachau ausgehend im Herbst 1934 entstanden. Es gab Zeiten, wo kein Rock, kein Stiefel und kein Strumpf vorhanden waren. [
] Wir galten allgemein als notwendiges Übel, das nur Geld kostet: unscheinbare MĂ€nner hinter Stacheldraht. [
] Untreue, Unterschlagung und Korruption habe ich angetroffen. Binnen vier Wochen habe ich rund 60 Mann deshalb entlassen mĂŒssen.“[44] Mit der Übernahme der Konzentrationslager 1934 verband Eicke oft die Auswechslung des fĂŒhrenden Personals; zu Lagerkommandanten wurden hĂ€ufig „alte KĂ€mpfer“ ernannt, die sich bereits vor der Machtergreifung fĂŒr die Nationalsozialisten engagiert hatten. Mehrere Personalentscheidungen Eickes mussten spĂ€ter revidiert werden, weil sich neue Lagerkommandanten wie Hans Helwig im KZ Sachsenhausen als ungeeignet erwiesen.[45]

Ausgehend von den Erfahrungen bei der Bewachung der Konzentrationslager zwischen 1933 und 1936 entwickelte Eicke eine Ausbildung der WachverbĂ€nde, die heute als „Dachauer Schule“ bezeichnet wird.[46] Nach HĂ€ftlingsberichten waren die tĂ€glichen Kontrollen dann von besonderer BrutalitĂ€t gekennzeichnet, wenn ein „Neuer“ zum „Anlernen“ mit dabei war. Dieser wurde gezielt zu Misshandlungen aufgefordert, hatte oft Hemmungen, die er meist ablegte, wenn er von seinen Vorgesetzten als „Feigling“ bezeichnet worden war. Auf diese Weise gewöhnte Eicke die SS-MĂ€nner gezielt daran, Gewalt auszuĂŒben. Hierzu gehörte auch der Vollzug der PrĂŒgelstrafe und das eigenhĂ€ndige Foltern oder Töten von HĂ€ftlingen. Die Behandlung der HĂ€ftlinge legitimierte Eicke mit den „Interessen des Vaterlandes“ und mit einem Feindbild, das die angebliche GefĂ€hrlichkeit der HĂ€ftlinge betonte. „Toleranz bedeutet SchwĂ€che. Aus dieser Erkenntnis heraus wird dort rĂŒcksichtslos zugegriffen werden, wo es im Interesse des Vaterlandes notwendig erscheint“. hieß es in Eickes Dachauer Lagerordnung von 1933.[47] Von den FĂŒhrern in den Konzentrationslagern erwartete Eicke, dass sie ein „mitreißendes Vorbild“ und eine „AutoritĂ€t“ darstellen, sonst entwickle sich ein Konzentrationslager „sehr bald zu einem gefĂ€hrlichen Pulverfaß, welches durch die TĂŒcke der Verbrecher fast tĂ€glich zur Explosion zu bringen versucht wird“.[48] Ab 1936 stand bei der Besetzung von FĂŒhrungspositionen nicht mehr die Versorgung „alter KĂ€mpfer“ im Vordergrund, entscheidend war die von Eicke definierte „BefĂ€higung“ zum Dienst in den Konzentrationslagern. Zu denen, die die „Dachauer Schule“ durchliefen und dann wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges Kommandanten von Konzentrationslagern wurden, gehörten Rudolf HĂ¶ĂŸ, Paul Werner Hoppe, Josef Kramer, Richard Baer und Martin Gottfried Weiß.

Innerhalb der TotenkopfverbĂ€nde wechselten sich eine Woche Wachdienst in den Konzentrationslagern mit drei Wochen militĂ€rischer und politischer Schulung ab.[49] Ziel der Schulungen war fĂŒr Eicke ein „politischer Soldat“; Themen der politischen Schulungen waren Geschichte und Parteiprogramm der NSDAP, Geschichte und rassische Überzeugungen der SS sowie die Analyse der Feinde des Nationalsozialismus: Juden, Freimaurer, der Bolschewismus und die Kirchen. Besonderen Wert legte Eicke auf Korpsgeist und Kameradschaft innerhalb der TotenkopfverbĂ€nde. Bei seinen regelmĂ€ĂŸigen Besuchen der Konzentrationslager redete Eicke mit den einfachen Dienstgraden in Abwesenheit der direkten Vorgesetzten. SS-FĂŒhrer forderte er auf, gelegentlich in der Kantine der Mannschaften zu essen.

Aus der Definition der KZ-HĂ€ftlinge als gefĂ€hrliche Staatsfeinde entstand Eickes Vorstellung, die TotenkopfverbĂ€nde seien eine Elite innerhalb der sich selbst als Elite verstehenden SS.[50] Nur einer solchen Elite könne die Bewachung der gefĂ€hrlichsten Feinde des Staates anvertraut werden. Das SelbstverstĂ€ndnis als „politischer Soldat“ brach dabei – mehr als in anderen Teilen der spĂ€teren Waffen-SS – mit militĂ€rischen Traditionen des Offizierskorps: „Der höchste SS-FĂŒhrer ist gut genug, um sich neben den jĂŒngsten SS-Mann im Kameradschaftsheim oder in der Mannschaftsstube an den gleichen Tisch zu setzen“, so Eicke in einem Befehl.[51] In Organisationsfragen wurde auf das Vorbild des MilitĂ€rs zurĂŒckgegriffen. Seine Leistungen beim Aufbau der TotenkopfverbĂ€nde stellte Eicke im August 1936 in einen Schreiben an Himmler heraus.[52] Anlass des Schreibens waren GerĂŒchte innerhalb der SS, wonach die TotenkopfverbĂ€nde Eickes FĂŒhrung entzogen und den SS-Oberabschnitten unterstellt werden sollten.

Die TotenkopfverbĂ€nde waren anfĂ€nglich in fĂŒnf Sturmbanne gegliedert, die parallel zu den Konzentrationslagern organisiert waren.[53] Im Sommer 1937 wurden die TotenkopfverbĂ€nde in den drei Standarten „Oberbayern“, „Brandenburg“ und „ThĂŒringen“ zusammengefasst, die den Hauptlagern Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald zugeordnet waren. Gleichzeitig nahm die StĂ€rke der TotenkopfverbĂ€nde zu: Anfang 1935 waren es etwa 2.000, Ende 1937 knapp 5.000 und Ende 1938 ungefĂ€hr 9.000 Mann. Ein Erlass Hitlers vom 17. August 1938 beschrieb die Aufgabe der TotenkopfverbĂ€nde als die „Lösung von Sonderaufgaben polizeilicher Natur“. Ein zweiter Erlass vom 18. Mai 1939 legte fĂŒr den Mobilmachungsfall fest, dass die TotenkopfverbĂ€nde den Ersatz fĂŒr AusfĂ€lle der SS-VerfĂŒgungstruppe stellen sollten. Damit hatten die TotenkopfverbĂ€nde auch eine militĂ€rische Funktion ĂŒbernommen.

Kommandeur der SS-Division „Totenkopf“

Aufstellung der SS-Division „Totenkopf“

Nach dem deutschen Angriff auf Polen fĂŒhrte Eicke am 7. September 1939 Standarten der TotenkopfverbĂ€nde nach Polen.[54] Die Standarten operierten in Verbindung mit SS-Einsatzgruppen im rĂŒckwĂ€rtigen Heeresgebiet. Eingesetzt wurden die Standarten in den von der 8. und 10. Armee eroberten polnischen Gebieten, ihre Aufgaben waren „SĂ€uberungs- und Sicherheitsmaßnahmen“: Hierzu zĂ€hlte nach einem erhaltenen TĂ€tigkeitsbericht die Gefangennahme und standrechtliche Erschießung von „PlĂŒnderern“ und „Insurgenten“. Andere Menschen – Juden und Polen – wurden bei angeblichen Fluchtversuchen erschossen. Einheiten der TotenkopfverbĂ€nde waren an Massenerschießungen in Bromberg beteiligt; in WƂocƂawek plĂŒnderten sie jĂŒdische LĂ€den, zerstörten die Synagoge und erschossen fĂŒhrende Mitglieder der jĂŒdischen Gemeinde. Eicke leitete die Aktionen der TotenkopfverbĂ€nde von Hitlers Sonderzug aus; vom 10. September bis zum 1. Oktober 1939 war er hierfĂŒr der „Höhere SS- und PolizeifĂŒhrer“ (HSSPF) Ost in Krakau.

Am 16. Oktober 1939 wurde Eicke beauftragt, aus den TotenkopfverbĂ€nden eine SS-Division aufzustellen, die dann Teil der Waffen-SS wurde.[55] Zur Ausbildung der Totenkopfdivision wurde ab Oktober 1939 das GelĂ€nde des Konzentrationslagers Dachau benutzt, die dortigen HĂ€ftlinge wurden auf andere Konzentrationslager verteilt. Im Dezember 1939 wurde die SS-Totenkopfdivision in den Raum Ludwigsburg-Heilbronn, im MĂ€rz 1940 nach Korbach bei Kassel verlegt. Die AusrĂŒstung der Division bereitete Eicke anfĂ€nglich erhebliche Probleme, da sich die Wehrmacht erst im FrĂŒhjahr 1940 bereit zeigte, militĂ€risches GerĂ€t in grĂ¶ĂŸeren Mengen zur VerfĂŒgung zu stellen. Er griff daher zunĂ€chst auf VorrĂ€te der SS insbesondere in den Konzentrationslagern zurĂŒck; „bald galt er als der originellste, findigste – und erfolgreichste – Dieb von Waffen, VorrĂ€ten und AusrĂŒstung in der SS“.[56] Die Totenkopfdivision war auf eine SollstĂ€rke von 15.000 Mann ausgelegt; knapp die HĂ€lfte davon kam aus den drei ursprĂŒnglichen Totenkopfstandarten, die anderen waren zuvor bei der Allgemeinen SS, der Ordnungspolizei und den neueren Totenkopfeinheiten. ZunĂ€chst gab es erhebliche Probleme mit der Disziplin der neuen Rekruten, auf die Eicke mit drastischen Strafen reagierte. Als Divisionskommandeur war er nach dem MilitĂ€rstrafrecht der Gerichtsherr und die letzte Instanz. Zu den verhĂ€ngten Strafen gehörte die Versetzung als WachmĂ€nner in die Konzentrationslager, auch Einweisungen in ein KZ als HĂ€ftling wurden praktiziert. Eicke fĂŒhrte eine doppelte Zensur der Feldpost ein; Mitteilungen ĂŒber MissstĂ€nde innerhalb der Division wurden als Geheimnisverrat angesehen.

Besondere Bedeutung maß Eicke der weltanschaulichen Schulung seiner Soldaten bei.[57] Eicke baute dabei auf dem in den Konzentrationslagern entwickelten Feindbild auf; der „innere Feind“, die KZ-HĂ€ftlinge, wurde ersetzt durch den „Àußeren Feind“, der als „jĂŒdisch-bolschewistischer Untermensch“ das deutsche Volk vernichten wolle. Das vorhandene Elitebewusstsein wurde ergĂ€nzt durch militĂ€rische Tugenden wie Selbstaufopferung, Verachtung von Feigheit und Entbehrungen und die Verherrlichung des Kriegstodes. FĂŒr komplexe Theorien ĂŒber militĂ€rische Operationen interessierte sich Eicke nicht; er setzte auf einen konzentrierten Einsatz aller verfĂŒgbaren Soldaten, Waffen und Fahrzeuge an vorderster Front und auf Angriffe, die mit Fanatismus und HĂ€rte vorgetragen wurden.

„Totenkopf“-Division in Frankreich

21. Mai–4. Juni: Einkesselung alliierter KrĂ€fte bei DĂŒnkirchen Beim deutschen Angriff im Westen am 10. Mai 1940 befand sich die „Totenkopf“-Division zunĂ€chst in der Reserve.[58] Eickes Division war ab dem 23. Mai am ZurĂŒckdrĂ€ngen alliierter KrĂ€fte Richtung DĂŒnkirchen beteiligt: Die „Totenkopf“-Division erlitt dabei erhebliche Verluste, als sie bei BĂ©thune den La-BassĂ©e-Kanal ĂŒberqueren wollte. Eicke hatte, entgegen den ihm gegebenen Befehlen, eine sofortige Überquerung des Kanals versucht. Nach einer Ruhepause in Boulogne wurde die Division beim Vorstoß in den SĂŒden Frankreichs eingesetzt.

Eine Einheit der „Totenkopf“-Division war am 27. Mai am Massaker von Le Paradis beteiligt, bei dem etwa 100 britische Soldaten, die sich zuvor ergeben hatten, mit mehreren Handgranaten und zwei schweren Maschinengewehren ermordet wurden.[59] Die Ermordung der britischen Soldaten stand im Widerspruch zu ausdrĂŒcklichen Befehlen der Wehrmacht, der verantwortliche SS-ObersturmfĂŒhrer Fritz Knöchlein wurde wĂ€hrend des Krieges nicht zur Rechenschaft gezogen. Knöchlein wurde nach Kriegsende auf Grund der Aussagen zweier Überlebender zum Tode verurteilt und hingerichtet. Tagesmeldungen der Division lassen zudem vermuten, dass marokkanische Soldaten in französischen Einheiten nicht gefangen genommen, sondern getötet wurden.[60]

Nach dem Waffenstillstand am 22. Juni diente die „Totenkopf“-Division als Besatzungstruppe in Avallon und im Gebiet von Bordeaux.[61] Eicke nutzte die Zeit zur ideologischen Schulung, zur verbesserten AusrĂŒstung und zum Training seiner Einheit. Ein Schwerpunkt der Ausbildung war ab November 1940 die mobile KriegsfĂŒhrung in ausgedehnten und offenen Gebieten und die rasche Verlegung der Division ĂŒber grĂ¶ĂŸere Entfernungen.

Gleichzeitig entwickelten sich zwischen Himmler und Eicke Konflikte. Eicke sah auch die „Totenkopf“-Division als Elite innerhalb der elitĂ€ren SS; mehrfach schickte er SS-Mitglieder, die seiner Meinung nach „rassisch minderwertig“ waren, als fĂŒr seine Division ungeeignet zurĂŒck. Weiterhin griff Eicke eigenmĂ€chtig auf Nachschubdepots der SS zurĂŒck, insbesondere solche in den Konzentrationslagern. Himmler war zu dieser Zeit bemĂŒht, eine einheitliche Befehlsgewalt ĂŒber die sich rasch vergrĂ¶ĂŸernde Waffen-SS in die eigene Hand zu bekommen. Als Eicke ĂŒber den Regimentskommandeur Matthias Kleinheisterkamp wegen angeblicher Befehlsverweigerung Hausarrest verhĂ€ngte, wandte sich Himmler am 30. Januar 1941 schriftlich an Eicke: „Eine Unmöglichkeit ist es aber, einen Regimentskommandeur wegen einer Kleinigkeit zu bestrafen und diese Strafe zum Gaudium aller im Divisionsbefehl bekanntzugeben. Noch wahnsinniger ist die Bekanntgabe von Bestrafungen von SS-FĂŒhrern, weil sie geschlechtskrank geworden sind. Lieber Eicke, wenn ich so etwas lese, zweifele ich an Ihrem Verstand. Und hier sind die Augenblicke, in denen ich zweifle, ob Sie wirklich eine Division fĂŒhren können. Kommen Sie mir nun nicht damit, dass irgend jemand Sie bei mir angeschossen hat. Erstens neige ich nicht dazu, auf Intrigen zu hören, und zweitens haben Sie ja derartige wahnsinnige Dinge selbst im Divisionsbefehl niedergelegt.“[62]

Angriff auf die Sowjetunion

Anfang Juni 1941 wurde die „Totenkopf“-Division nach Marienwerder bei Danzig verlegt.[63] Beim Angriff auf die Sowjetunion war die Division der Heeresgruppe Nord zugeteilt. Ab dem 25. Juni 1941 durchkĂ€mmte die „Totenkopf“-Division WĂ€lder in der Umgebung des litauischen Jurbarkas nach den Resten sowjetischer Einheiten, die am ersten Tag des Krieges an der Grenze zerschlagen worden waren. Anfang Juli stieß die Division bei Opotschka an der Stalin-Linie auf erbitterten Widerstand. Am 11. Juli hatte die „Totenkopf“-Division bei einer anfĂ€nglichen StĂ€rke von 17.400 Mann etwa 1.700 Gefallene, Vermisste oder Verwundete zu verzeichnen. Am 7. Juli wurde Eicke am rechten Fuß verwundet, als sein Befehlswagen auf eine Landmine auffuhr. Eicke wurde ausgeflogen und zuerst in die Berliner CharitĂ© eingeliefert; spĂ€ter hielt er sich in seiner Villa in der NĂ€he des KZ Sachsenhausen auf.

Genickschussanlage im KZ Buchenwald: Geschossen wurde durch die FĂŒhrung der Kopfleiste. Ende Juli oder Anfang August nahm Eicke an einer Besprechung im KZ Sachsenhausen teil, bei der die Ermordung der „politischen Kommissare“ der Roten Armee geplant wurde.[64] GemĂ€ĂŸ dem Kommissarbefehl waren alle in Gefangenschaft geratenen Kommissare zu ermorden; Reinhard Heydrich hatte im Juli festgelegt, dass die Kommissare aus den Kriegsgefangenenlagern auszusondern und im nĂ€chstgelegenen Konzentrationslager zu exekutieren seien. Nach spĂ€teren Aussagen von Teilnehmern der Besprechung hielt Eicke die einleitende Rede, in der er die Exekutionen als Vergeltung fĂŒr die Ermordung deutscher Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangenschaft rechtfertigte. Die „Inspektion der Konzentrationslager“ (IKL) koordinierte die Morde innerhalb des Systems der Konzentrationslager; zum Zeitpunkt der Besprechung hatte Eicke keinerlei ZustĂ€ndigkeiten innerhalb der IKL. Das Verfahren der Exekutionen wurde in der Besprechung festgelegt: In mehreren Konzentrationslagern wurde eine Genickschussanlage gebaut, in der die Kommissare von einem Nebenraum durch einen schmalen Spalt in der Wand erschossen wurden. Den Opfern wurde dabei Ă€hnlich wie bei der Aktion 14f13 eine Ă€rztliche Untersuchung vorgetĂ€uscht. Mitte September inspizierte Eicke zusammen mit einer Gruppe von 25 höheren SS-FĂŒhrern eine der Exekutionen im KZ Sachsenhausen.

Als Eicke am 21. September an die Front zurĂŒckkehrte, war die deutsche Offensive zum Stillstand gekommen.[65] Die „Totenkopf“-Division befand sich in einem sumpfigen Gebiet sĂŒdwestlich des Ilmensees, fĂŒr das die gut motorisierte Einheit kaum geeignet war. In Eickes Abwesenheit hatte sich der Zustand der Division erheblich verschlechtert; andere SS-Einheiten hatten die Versetzung von Offizieren und Unteroffizieren der „Totenkopf“-Division veranlasst. Als Eicke den Regimentskommandanten Mathias Kleinheisterkamp eigenmĂ€chtig nach Hause schickte, schrieb Himmler am 28. November „einen ernsten Brief“ an Eicke: „Lieber Eicke, ich kann mich, nachdem ich Kleinheisterkamp gesehen habe – des Eindrucks nicht erwahren, dass, wenn hier jemand krank und mit den Nerven am Ende ist, Sie es sein mĂŒssen und nicht Kleinheisterkamp [
].“[66] Himmler stellte zudem klar, dass die „Totenkopf“-Division seinem Befehl unterstehe und Eicke keine Sonderrechte habe.

Himmler und Eicke an der Ostfront (Januar 1942), Aufnahme einer SS-Propagandakompanie Eine Offensive der Roten Armee ab Januar 1942 fĂŒhrte am 8. Februar zur Bildung des Kessels von Demjansk, in dem ein Großteil der „Totenkopf“-Division eingeschlossen wurde.[67] Innerhalb des Kessels wurden zwei gemischte Kampfgruppen aus Einheiten der „Totenkopf“-Division und Wehrmacht gebildet; Eicke ĂŒbernahm die FĂŒhrung der grĂ¶ĂŸeren Kampfgruppe. Die Soldaten der „Totenkopf“-Division waren weit besser als die der Wehrmacht gegen die Temperaturen bis 40 Grad unter null geschĂŒtzt: Eicke hatte große Mengen an Winterbekleidung vom Höheren SS- und PolizeifĂŒhrer in Riga, Friedrich Jeckeln, erhalten. Die Bekleidung entstammte teils den VorrĂ€ten der SS, teils dem Besitz von Juden, die in Riga ermordet worden waren. Nach anhaltenden KĂ€mpfen gelang es am 22. April, einen Versorgungskorridor zu den bei Demjansk eingekesselten Truppen herzustellen. Am 5. Mai wurde Eicke die FĂŒhrung eines Korps ĂŒbertragen, das aus SS- und Wehrmachtseinheiten, den etwa 14.000 Überlebenden der sechs Divisionen aus dem Kessel von Demjansk, bestand. Eicke bemĂŒhte sich mehrfach weitgehend erfolglos bei Himmler, seiner Division eine Ruhepause zu verschaffen oder Ersatzleute und zusĂ€tzliche AusrĂŒstung zu erhalten. Im Sommer 1942 waren Einheiten der „Totenkopf“-Division an der Selektierung von russischen Kriegsgefangenen beteiligt, die dann zur Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt wurden.[68] Erhaltene Akten der Division belegen, dass der „Kommissarbefehl“ zumindest im ersten Jahr nach dem Angriff auf die Sowjetunion konsequent umgesetzt wurde.

Am 26. Dezember 1941 war Eicke das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen worden, am 20. April 1942 erhielt er das Eichenlaub dazu. Die Verleihung des Eichenlaubes nahm Hitler am 26. Juni vor.[69] Nach Eickes eigenen Angaben soll Hitler dabei die Verlegung der „Totenkopf“-Division nach Frankreich fĂŒr August zugesagt haben. Im Juli und August war Eicke in Deutschland im Urlaub. In dieser Zeit wurde die „Totenkopf“-Division vom damaligen SS-BrigadefĂŒhrer Max Simon gefĂŒhrt. Immer noch in einem exponierten Frontabschnitt bei Demjansk eingesetzt, erlitt die Division weitere schwere Verluste. Die endgĂŒltige Entscheidung ĂŒber die Neuaufstellung der „Totenkopf“-Division fiel am 26. August; die letzten Einheiten wurden in der ersten OktoberhĂ€lfte aus Demjansk abgezogen. In dieser Zeit pendelte Eicke zwischen Deutschland und Demjansk, da im Sennelager bei Paderborn bereits Rekruten fĂŒr die Neuaufstellung der Division ausgebildet wurden.

Ende Oktober 1942 wurden alte und neue Teile der Division zur Neuaufstellung im SĂŒdwesten Frankreichs zusammengefĂŒhrt.[70] Am 9. November wurde die Division in SS-Panzergrenadier-Division „Totenkopf“ umbenannt. Am 10. November beteiligte sich die Division an dem „Unternehmen Anton“, der Besetzung des bislang nicht unter Kontrolle deutscher Truppen stehenden Teils Frankreichs. Bis 18. Dezember ĂŒbernahm die Division den KĂŒstenschutz zwischen BĂ©ziers und Montpellier. FĂŒr die Panzergrenadier-Division war eine großzĂŒgige Ausstattung vorgesehen, weil die VerbĂ€nde der Waffen-SS nach dem Willen von Hitler und Himmler an Krisenherden eingesetzt werden sollten. TatsĂ€chlich gab es jedoch insbesondere bei der Ausstattung mit Panzern Verzögerungen. Deshalb erreichte Eicke bei Himmler einen vierwöchigen Aufschub der fĂŒr den Jahresanfang 1943 geplanten Verlegung der Division an die Ostfront.

Tod in der Ukraine

Am 30. Januar 1943 wurde die Panzergrenadier-Division „Totenkopf“ von Bordeaux nach Poltawa in die Ukraine verlegt.[71] Zusammen mit zwei weiteren VerbĂ€nden der Waffen-SS, den Divisionen „Leibstandarte Adolf Hitler“ und „Das Reich“, unter dem gemeinsamen Befehl von Paul Hausser stieß sie nach Pawlograd vor. Die Einheiten der Waffen-SS gingen erfolgreich gegen Truppen der Roten Armee vor, die kurz zuvor die Stadt Charkow zurĂŒckerobert hatten.

Am 26. Februar kam Eicke bei einem AufklĂ€rungsflug zu Tode, als sein Fieseler Storch durch sowjetische Flak zwischen den Dörfern Michailowka (НоĐșĐŸĐ»Đ°Đ”ĐČĐșĐ°) und Artelnoje (ĐŃ€Ń‚Đ”Đ»ŃŒĐœĐŸĐ”) 49.0536.173611111111{{#coordinates:49,05|36,173611111111|

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  }} abgeschossen wurde.[72] Am 1. MĂ€rz fand die Beisetzung im nahegelegenen Ort Otdochnina statt, am selben Tag wurde Eickes Tod öffentlich bekannt gegeben. Nach Eicke wurde ein SS-Panzergrenadier-Regiment der „Totenkopf“-Division benannt. Bei Himmler gingen zahlreiche Beileidsschreiben ein, auch von Gauleiter BĂŒrckel: Nach den Worten von BĂŒrckel seien „hin und wieder in der Kampfzeit missverstĂ€ndliche Dinge“ zwischen ihm und Eicke vorgekommen, er sei „glĂŒcklich“, dass diese MissverstĂ€ndnisse spĂ€ter in einem GesprĂ€ch hĂ€tten beseitigt werden können.[73] Der Völkische Beobachter veröffentlichte am 4. MĂ€rz 1943 einen ausfĂŒhrlichen Nachruf auf Eicke.[74]

Persönlichkeit

Der Historiker Tom Segev kam 1977 in einer Studie ĂŒber die Kommandanten der Konzentrationslager zu folgender EinschĂ€tzung von Eickes Persönlichkeit:

„Eicke [
] war die Unverfrorenheit in Person und litt bestimmt nicht an mangelndem Selbstvertrauen. Die Unterlagen, die er hinterlassen hat, belegen eine bestĂ€ndige Angst, daß ihn irgendwo irgend jemand diskriminierte, ihn dessen beraubte, was ihm zustand, oder seine Ehre in Zweifel zog. StĂ€ndig sah er ĂŒber die Schulter, als erwarte er einen Angriff; stets war er bereit, sich zu verteidigen. In diesem Sinne fand er in der nationalsozialistischen Bewegung tatsĂ€chlich seinen richtigen Platz, da sie eine ganze Menge von Leuten dieses Schlages zu ihren Mitgliedern zĂ€hlte. Man pflegte hier ganz bewußt den Mythos des imaginĂ€ren Gegners, der nicht nur gegen die Sache, sondern gegen jeden einzelnen Deutschen intrigierte. [
] Eicke identifizierte seinen eigenen Kampf gegen seine Widersacher mit dem allgemeinen Kampf der Bewegung [
].“[75]

Literatur

  • Niels Weise: Eicke : eine SS-Karriere zwischen Nervenklinik, KZ-System und Waffen-SS. Schöningh, Paderborn 2013 (Phil. Diss. WĂŒrzburg 2011) ISBN 978-3-506-77705-8.
  • Charles Sydnor: Theodor Eicke. Organisator der Konzentrationslager. In: Ronald Smelser, Enrico Syring (Hrsg.): Die SS: Elite unter dem Totenkopf. 30 LebenslĂ€ufe. Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-78562-1, S. 147–159.
  • Johannes Tuchel: Konzentrationslager. Organisationsgeschichte und Funktion der „Inspektion der Konzentrationslager“ 1934–1938. (= Schriften des Bundesarchivs. Band 39) Harald Boldt Verlag, Boppard am Rhein 1991, ISBN 3-7646-1902-3.
  • Charles W. Sydnor Jr.: Soldaten des Todes. Die 3. SS-Division „Totenkopf“ 1933–1945, Schöningh, Paderborn 2002, ISBN 3-506-79084-6.
  • Karin Orth: Die Konzentrationslager-SS. Sozialstrukturelle Analysen und biographische Studien. Wallstein Verlag, Göttingen 2000, ISBN 3-89255-380-7.
  • Karin Orth: Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Eine politische Organisationsgeschichte. Hamburger Edition, Hamburg 1999, ISBN 3-930908-52-2.
  •  Franz Maier: Biographisches Organisationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz (= Veröffentlichungen der Kommission des Landtages fĂŒr die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz. Nr. 28). 2. Auflage. Zarrentin v. Hase & Koehler, Mainz 2009, ISBN 978-3-7758-1408-9, S. 201–203.
  • Tuviah Friedman (Hrsg.): Der Personal-Akt des SS-ObergruppenfĂŒhrers Theo Eicke, Chef der Konzentrations-Lager im Dritten Reich, seine Briefe an SS-ReichsfĂŒhrer Himmler in den Jahren 1933–1943. Eine dokumentarische Sammlung von SS-Dokumenten. Institute of Documentation in Israel for the Investigation of Nazi War Crimes, Haifa 1994.

Einzelnachweise

  1. ↑ Der Lebenslauf Eickes nach den weitgehend identischen Angaben bei Joachim Lilla: Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstages 1933–1945. DĂŒsseldorf, 2004. ISBN 3-7700-5254-4, S. 119 f., und Andreas Schulz, GĂŒnter Wegmann: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Band 1, Biblio-Verlag, Bissendorf, 2003. ISBN 3-7648-2373-9, S. 280 ff.
  2. ↑ Unter Berufung auf Angehörige bei Tom Segev: Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten. Rowohlt, Reinbek 1992, ISBN 3-499-18826-0, S. 135.
  3. ↑ Weise, Eicke, S. 39f.
  4. ↑ Weise, Eicke, S. 40–46.
  5. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 130, Ă€hnlich Segev, Soldaten, S. 136 f.
  6. ↑ Weise, Eicke, S. 48–50.
  7. ↑ Lilla, Statisten, S. 119 f. Vom 3. April bis zum 26. Juni 1933 aus der SS ausgeschlossen, dann mit altem SS-Rang wieder aufgenommen. Nach Tuchel, Konzentrationslager, S. 181, ist der genaue Termin der Beförderung zum GruppenfĂŒhrer nicht festzustellen. Am 14. November 1939 wurde Eicke zum „Generalleutnant der SS-TotenkopfverbĂ€nde“ ernannt, in der Gesamtdienstzeitbescheinigung vom 30. April 1943 wird er als „Generalleutnant der Waffen-SS“ bezeichnet. Dieser Rang wurde erst im Herbst 1940 eingefĂŒhrt.
  8. ↑ Weise, Eicke, S. 65.
  9. ↑ Lothar Meinzer: Stationen und Strukturen der nationalsozialistischen Machtergreifung: Ludwigshafen am Rhein und die Pfalz in den ersten Jahren des Dritten Reiches (=Veröffentlichungen des Stadtarchivs Ludwigshafen am Rhein, Band 9). Stadtarchiv Ludwigshafen am Rhein, Ludwigshafen am Rhein 1983, S. 57.
  10. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 131. Dies auch das erste belegbare Treffen zwischen Eicke und Himmler; frĂŒhere Treffen sind wahrscheinlich.
  11. ↑ Weise, Eicke, S. 83.
  12. ↑ Meinzer, Stationen, S. 56. Zu BĂŒrckel und dem Konflikt mit Eicke S. 52–58.
  13. ↑ Wiese, Eicke, S. 135f.
  14. ↑ Wiese, Eicke, S. 91, 102f, 109, 117–119.
  15. ↑ Wiese, Eicke, S. 121, 125, 127f, 147f.
  16. ↑ Weise, Eicke, S. 129; Eginhard Scharf: NS-Justiz und Politische Polizei am Beispiel der Pfalz. In: Hans-Georg Meyer, Hans Berkessel (Hrsg.): »Eine nationalsozialistische Revolution ist eine grĂŒndliche Angelegenheit.« (Die Zeit des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz, Band 1). Schmidt, Mainz 2000, ISBN 3-87439-451-4, S. 357–368, hier S. 359.
  17. ↑ Weise, Eicke, S. 126, 129, 141.
  18. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 132.
  19. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 132 f. Das Schreiben der NSDAP-Landesleitung Österreich vom 4. November 1932 in AuszĂŒgen beim Simon-Wiesenthal-Zentrum Webarchiv vom 25. Oktober 2014 der eingelagerten Webseite:.
  20. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 133 f.
  21. ↑ Zu den Ereignissen in Ludwigshafen siehe Meinzer, Stationen, S. 181–187, der interne Schriftverkehr der SS und NSDAP auszugsweise zitiert beim Simon-Wiesenthal-Zentrum Webarchiv vom 25. Oktober 2014 der eingelagerten Webseite:.
  22. ↑ Das Schreiben Eickes vom 12. MĂ€rz 1933 in AuszĂŒgen beim Simon-Wiesenthal-Zentrum Webarchiv vom 25. Oktober 2014 der eingelagerten Webseite:.
  23. ↑ Meinzer, Stationen, S. 186, geht von einer Beteiligung Eickes aus, wĂ€hrend Tuchel, Konzentrationslager, S. 135, von einer maßgeblichen Beteiligung von Eickes Bruder spricht.
  24. ↑ Brief Eickes an Himmler vom 22. MĂ€rz 1933, zitiert bei Tuchel, Konzentrationslager, S. 135.
  25. ↑ Zu Form und Inhalt der Briefe siehe Tuchel, Konzentrationslager, S. 136.
  26. ↑ Brief Eickes an Himmler vom 13. April 1933, zitiert bei Tuchel, Konzentrationslager, S. 137.
  27. ↑ Schreiben Heydes an Himmler vom 22. April 1933, zitiert bei Tuchel, Konzentrationslager, S. 137.
  28. ↑ Schreiben Himmlers an Heyde vom 2. Juni 1933, zitiert bei Tuchel, Konzentrationslager, S. 138.
  29. ↑ Orth, Konzentrationslager-SS, S. 100.
  30. ↑ Orth, System, S. 26 ff.; Tuchel, Konzentrationslager, S. 125 ff.
  31. ↑ das Zitat bei: Orth, System, S. 28. Zu den Einzelheiten des „Dachauer Modells“, ebenda, S. 28 ff., S. 40; Tuchel, Konzentrationslager, S. 143–150.
  32. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 178‒181; Otto Gritschneder: Der FĂŒhrer hat Sie zum Tode verurteilt
 Hitlers „Röhm-Putsch-Morde“ vor Gericht., MĂŒnchen 1993, ISBN 3-406-37651-7, S. 32‒36. Gritschneders Darstellung basiert auf dem Gerichtsverfahren gegen Eickes Adlatus Michel Lippert in den 50er Jahren. Nach Tuchel, Konzentrationslager, S. 178, war Eicke nicht, wie verschiedentlich dargestellt, an der Auswahl der Mordopfer im Vorfeld des „Röhm-Putsches“ beteiligt.
  33. ↑ Rainer Ort: Der Fall Gregor Strasser. In: Ders.: Der SD-Mann Johannes Schmidt. S. 95 ff.
  34. ↑ Siehe Liste der Erschießungen vom 30. Juni bis 2. Juli im Archiv des IfZ, zitiert u. a. bei Bennecke: Reichswehr, Anhang 1.
  35. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 159–165, 184–202.
  36. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 209–214, 231–234; Orth, System, S. 39.
  37. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 212‒217, der hier Darstellungen in der Ă€lteren Literatur widerspricht.
  38. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 315–342.
  39. ↑ Hermann Kaienburg: Der MilitĂ€r- und Wirtschaftskomplex der SS im KZ-Standort Sachsenhausen-Oranienburg (= Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische GedenkstĂ€tten, Band 16). Metropolverlag, Berlin 2006, ISBN 3-938690-03-8, S. 146, 160, und Klaus Drobisch/GĂŒnther Wieland: System der Konzentrationslager, 1933–1939. Akademie Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-05-000823-7, S. 266.
  40. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 339; Orth, Konzentrationslager-SS, S. 163 f.
  41. ↑ Nach Eickes Personalunterlagen ist die Ernennung am 17. Februar 1936 rĂŒckwirkend zum 4. Juli 1934 ausgestellt worden. Die Bezeichnung „SS-WachverbĂ€nde“ wurde im Dezember 1934 eingefĂŒhrt, im erhaltenen Schriftverkehr findet sich die Bezeichnung „Inspekteur der SS-WachverbĂ€nde“ erstmals im MĂ€rz 1935. Hierzu: Tuchel, Konzentrationslager, S. 224.
  42. ↑ Ebenfalls am 29. MĂ€rz 1936 erhielt Eicke einen Sitz des Wahlkreises 30 (Chemnitz-Zwickau) im bedeutungslosen Reichstag. Siehe Theodor Eicke in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten.
  43. ↑ Tuchel, Konzentrationslager, S. 209 ff., 220–229.
  44. ↑ Schreiben Eickes an Himmler vom 10. August 1936 beim Simon-Wiesenthal-Zentrum Webarchiv vom 25. Oktober 2014 der eingelagerten Webseite:; zu den WachverbĂ€nden Tuchel, Konzentrationslager, S. 149 ff; Orth, Konzentrationslager-SS, S. 34–37.
  45. ↑ Orth, Konzentrationslager-SS, S. 101, 127; weitere Beispiele fĂŒr personelle Fehlentscheidungen bei Tuchel, Konzentrationslager, S. 169–175.
  46. ↑ Zum Begriff „Dachauer Schule“, zur Ausbildung und zum Feindbild: Orth, Konzentrationslager-SS, S. 127–152, dort S. 131 die HĂ€ftlingsberichte.
  47. ↑ „Disziplinar- und Strafordnung fĂŒr das Strafgefangenenlager“, zitiert nach Orth, Konzentrationslager-SS, S. 130.
  48. ↑ Brief Eickes an Schmidt vom 14. Juni 1938, zitiert nach Orth, Konzentrationslager-SS, S. 127.
  49. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 24–27.
  50. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 26.
  51. ↑ Befehl Eickes vom April 1937, zitiert bei Kaienburg, Wirtschaftskomplex, S. 48.
  52. ↑ Schreiben Eickes an Himmler vom 10. August 1936 beim Simon-Wiesenthal-Zentrum Webarchiv vom 25. Oktober 2014 der eingelagerten Webseite:. Die von Eicke hier angegebene StĂ€rke der TotenkopfverbĂ€nde ist irrefĂŒhrend. Hierzu: Kaienburg, Wirtschaftskomplex, S. 37, 56.
  53. ↑ Wegner, Soldaten, S. 100–105, 112–123.
  54. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 33‒39, und Orth, Konzentrationslager-SS, S. 153–156.
  55. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 39‒68, und Orth, Konzentrationslager-SS, S. 156 f. Die militĂ€rischen HintergrĂŒnde bei Bernd Wegner: Hitlers Politische Soldaten: Die Waffen-SS 1933–1945. 3. Auflage, Schöningh, Paderborn 1988, ISBN 3-506-77480-8, S. 124–132.
  56. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 48.
  57. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 56, 258.
  58. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 76–102.
  59. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 91–93.
  60. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 100 f; dort Zitat aus der Tagesmeldung vom 21. Juni: Ergebnis der Kampfhandlungen des Tages seien „25 französische Gefangene und 44 tote Neger“.
  61. ↑ Zur Besatzungszeit und den Auseinandersetzungen zwischen Eicke und Himmler: Sydnor, Soldaten, S. 103–120.
  62. ↑ Schreiben Himmlers an Eicke vom 30. Januar 1941, zitiert nach: Helmut Heiber (Hrsg.): Der ganz normale Wahnsinn unterm Hakenkreuz. Triviales und Absonderliches aus den Akten des Dritten Reiches. Herbig, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-7766-1968-6, Dok. 128.
  63. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 120–142.
  64. ↑ Orth, System, S. 122–129.
  65. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 144–172.
  66. ↑ Schreiben Himmlers an Eicke vom 28. November 1941, zitiert nach dem Faksimile beim Simon-Wiesenthal-Zentrum Webarchiv vom 25. Oktober 2014 der eingelagerten Webseite:; siehe auch: Der Dienstkalender Heinrich Himmlers: 1941/42 (im Auftrag der Forschungsstelle fĂŒr Zeitgeschichte in Hamburg bearbeitet, kommentiert und eingeleitet von Peter Witte). Christians, Hamburg 1999 ISBN 3-7672-1329-X, Eintrag vom 30. November 1942. An diesem Tag erkundigte sich Himmler nach Eickes Befinden. Da eine erneute Verwundung Eickes nicht bekannt ist, war möglicherweise Eickes nervlicher Zustand gemeint.
  67. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 177‒194. Zur Versorgung der „Totenkopf“-Division mit Winterkleidung ebenda, S. 182 und 270 f., und Richard Breitman: Friedrich Jeckeln. Spezialist fĂŒr die „Endlösung“ im Osten. In: Ronald Smelser, Enrico Syring (Hrsg.): Die SS: Elite unter dem Totenkopf. 30 LebenslĂ€ufe. Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3-506-78562-1, S. 267‒275, hier S. 273. Friedrich Jeckeln war 1940 fĂŒr sechs Wochen Kommandeur eines Bataillons der „Totenkopf“-Division gewesen.
  68. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 257.
  69. ↑ Termine der Ordensverleihung bei Schulz, Wegmann, Generale, S. 281; zum Abzug allgemein Sydnor, Soldaten, S. 195‒208; Angaben Eickes zur Zusage Hitlers in einem Schreiben an Max Simon vom 5. Juli 1942, siehe Sydnor, S. 196; Entschluss zum Abzug: Dienstkalender Himmler, Eintrag vom 26. August 1942.
  70. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 207–217.
  71. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 218–222.
  72. ↑ Sydnor, Soldaten, S. 222–225.
  73. ↑ Das Schreiben BĂŒrckels im Faksimile beim Simon-Wiesenthal-Zentrum Webarchiv vom 25. Oktober 2014 der eingelagerten Webseite:.
  74. ↑ Völkischer Beobachter vom 4. MĂ€rz 1943, im Faksimile beim Simon-Wiesenthal-Zentrum Webarchiv vom 25. Oktober 2014 der eingelagerten Webseite:.
  75. ↑ Segev, Soldaten, S. 143 f.

Weblinks

 Commons: Theodor Eicke â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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