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Theologie

Theologie (gr. ΞΔολογία theologĂ­a, von ΞΔός theĂłs „Gott“ und -logie) bedeutet ĂŒbertragen „die Lehre von Gott“ oder Göttern im allgemeinen, und im besonderen die Lehre vom Inhalt des (meist christlichen) Glaubens und den Glaubensdokumenten.

Personifikation der Theologie als akademische FakultĂ€t am Denkmal Kaiser Karls IV. vor dem AltstĂ€dter BrĂŒckenturm der Prager KarlsbrĂŒcke

Inhaltsverzeichnis

Theologie als Wissenschaft

Christliche Theologie versteht sich als wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Quellen des Glaubens (Biblische Theologie und Historische Theologie) und der Glaubenspraxis (Praktische Theologie) sowie als systematische Analyse und Darstellung des Glaubens (Systematische Theologie, unter anderem Fundamentaltheologie, Dogmatik und Ethik).

Theologie bezieht sich in der Regel auf eine bestimmte Religion oder Konfession. Hierbei werden nicht nur die dargestellten Inhalte, sondern oft auch die Denkweisen und angewandten Methoden von der jeweiligen Religion bzw. Konfession bestimmt. In der wissenschaftlich betriebenen Theologie wird genau diese Tatsache in der Regel selbst noch einmal problematisiert bzw. reflektiert.

Einige Wissenschaftstheoretiker sprechen der Theologie aufgrund ihrer Bekenntnisgebundenheit die Wissenschaftlichkeit ab und kritisieren ihre PrÀsenz an staatlichen UniversitÀten in Form von theologischen FakultÀten.[1]

Historische Entwicklung des Begriffs

Der Begriff theologia tritt bereits in der griechischen Antike auf. Dort bezeichnete Theologie die „Rede von Gott“, das Singen und ErzĂ€hlen (gr. „mythein“) von Göttergeschichten. (SpĂ€ter verstanden Theologen wie Karl Barth z. B. unter diesem Begriff: „Gottes Rede zu den Menschen“.) Der Ă€lteste Beleg fĂŒr dieses mythische VerstĂ€ndnis von Theologie findet sich in Platons Staat (379a). Platon legt an die Göttermythen der kritisierten Theologie den kritischen Maßstab der Frage nach der Wahrheit als dem Einen, Guten und UnverĂ€nderlichen an. Bei Aristoteles zeigt sich dann eine UmprĂ€gung des Theologiebegriffs: Theologie als die oberste der theoretischen Wissenschaften richtet sich hier nun auf das Göttliche als dem ersten und eigentlichen Prinzip (Metaphysik (Aristoteles) 1064a/b). Die Theologie hat sich damit von der Mythologie hin zur Metaphysik gewandelt.

Bereits im zweiten Jahrhundert wird der Begriff von christlichen Autoren, den sogenannten Apologeten, aufgegriffen, die ihn nun im Kontrast zur mythologia (ErzĂ€hlen von Göttergeschichten) der polytheistischen heidnischen Autoren verwendeten. Bei Eusebius bedeutet der Begriff dann etwas wie „das christliche VerstĂ€ndnis von Gott“. Bei allen patristischen Autoren bezog sich der Begriff jedoch nicht auf die christliche Lehre im Allgemeinen, sondern nur auf die Aspekte von ihr, die sich direkt auf Gott bezogen. So wurden als einzige frĂŒhchristliche Autoren der Autor des Johannesevangeliums und Gregor von Nazianz spezifisch als „Theologen“ bezeichnet, weil Gott bei ihrer Lehre im Mittelpunkt stand. Die Fragen nach dem Heilshandeln und der Heilsordnung Gottes fĂŒr die Menschen wurden unter dem Begriff der Ökonomie (gr. „oikonomia“) behandelt.

Christliche Theologen in der Alten Kirche waren hĂ€ufig Bischöfe, im Mittelalter in der Regel Ordensleute. Mit der Entstehung der UniversitĂ€ten als Ordenshochschulen im Mittelalter bildete die Theologie meist die erste FakultĂ€t. Im Hochmittelalter bekam der Begriff dann bei Peter Abaelard (FrĂŒhscholastik) und Bonaventura (Hochscholastik) erstmals die allgemeinere Bedeutung „das Gebiet des heiligen Wissens“, das die gesamte christliche Lehre umfasste. Zum feststehenden Begriff in diesem Sinn wurde Theologie dann insbesondere aufgrund der Summa theologica von Thomas von Aquin, der Theologie in erster Linie als spekulative, theoretische Wissenschaft ansah.

Die Reformatoren betonten dann den praktischen Aspekt der Theologie wieder stĂ€rker. Damit steht Martin Luther auch in der Tradition der monastischen Verankerung der Theologie wie sie im Mittelalter z. B. bei Anselm von Canterbury und Bernhard von Clairvaux wirksam war. Praktische Wissenschaft war die Theologie in dem Sinne, dass sie ganz auf die Zueignung des Heils durch Gott, also den praktischen Vollzug des Glaubenslebens bezogen war. In diesem Sinne bestimmten auch zahlreiche Vertreter der lutherischen Orthodoxie die Theologie als eine scientia practica, die allerdings in ihrer DurchfĂŒhrung auch Anleihen bei der theoretischen Wissenschaft machen mĂŒsse. Deshalb gewannen die theologischen Systeme der lutherischen Orthodoxie vielfach Ă€ußerlich einen Ă€hnlichen Charakter wie die alten scholastischen Summen, waren inhaltlich aber anders angelegt und auch in ihrem systematischen Aufbau (der sich an den analytischen ordo des Aristoteles anlehnte) stĂ€rker auf die Glaubenspraxis hin ausgerichtet. Teilweise etablierte sich auch wieder ein stĂ€rker oder gar rein theoretisches VerstĂ€ndnis der Theologie.

Die Unterscheidung der Theologie als Wissenschaft von der Glaubenspraxis und der unmittelbaren Erkenntnis des Glaubens wurde schon zur Zeit der lutherischen Orthodoxie durch den Theologen Georg Calixt vorbereitet. In AnsĂ€tzen liegt sie auch bei Abraham Calov und Johann Andreas Quenstedt vor. WĂ€hrend diese allerdings die Theologie dem Glauben vorordnen, wird das VerhĂ€ltnis in der AufklĂ€rung umgekehrt: Die Theologie ist als Reflexionsform gegenĂŒber dem Glauben bzw. der Religion sekundĂ€r. Diese VerhĂ€ltnisbestimmung tritt erstmals bei Johann Salomo Semler auf. Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher begriff die Theologie dann als eine positive Wissenschaft, die auf die Kirchenleitung bezogen ist. WĂ€hrend die Unterscheidung von Theologie und Glaube bis heute fĂŒr den theologischen Diskurs maßgeblich ist, bleibt die Ausrichtung der Theologie auf die Kirchenleitung umstritten.

Christliche Theologie

Hauptartikel: Christliche Theologie

Studium und Ausbildung

Theologie ist eine wissenschaftliche Disziplin, die studiert werden kann. Dies genĂŒgt jedoch meistens nicht, um im kirchlichen Dienst als Theologe arbeiten zu können. Erforderlich ist nĂ€mlich neben dem Studium eine praxisorientierte Seelsorgeausbildung. Katholische Theologen machen daher regelmĂ€ĂŸig direkt im Anschluss an das Studium ein „Pastoraljahr“, um die praktischen SeelsorgstĂ€tigkeiten zu erlernen. Priesteramtskandidaten absolvieren das Pastoraljahr immer vor ihrer Priesterweihe, meist unmittelbar vor der Diakonenweihe. Bei freikirchlichen Hochschulen und Bildungseinrichtungen ist dieser pastorale Ausbildungsteil hingegen schon in das Studium integriert.

FĂŒr evangelische Theologen ist das Vikariat Voraussetzung fĂŒr die Ordination. Das Vikariat ist eine zweite Ausbildungsphase, bei der sich praktische TĂ€tigkeiten in einer Kirchengemeinde mit Kursen in einem Predigerseminar abwechseln. Es schließt mit dem von einer kirchlichen PrĂŒfungskommission abgenommenen Zweiten Theologischen Examen ab. Dem Vikariat entspricht die Kaplanszeit der katholische Priester, die unmittelbar der Priesterweihe folgt und in der das staatlichen Pfarrerexamen abzulegen ist.

Lehrinstitutionen

Theologie wird als wissenschaftliche Disziplin in Deutschland, Österreich und der Schweiz an der UniversitĂ€t und an kirchlichen (Fach-) Hochschulen gelehrt. Die einzelnen FakultĂ€ten, Fachbereiche bzw. Institute sind dabei konfessionell ausgerichtet. Daher gibt es evangelische, römisch-katholische und altkatholische staatliche FakultĂ€ten und kirchliche (Fach-) Hochschulen.

Im deutschsprachigen Raum kann orthodoxe Theologie an der Ausbildungseinrichtung fĂŒr Orthodoxe Theologie der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen als eigenstĂ€ndiger Studiengang mit entsprechendem Diplom-Abschluss studiert werden. Seit 2002 besteht darĂŒber hinaus die Möglichkeit, am Theologischen Institut des Klosters Kröffelbach ein Studium der orthodoxen Theologie mit dem Schwerpunkt koptisch-orthodoxe Theologie und dem Abschluss BA der Theologie zu absolvieren. Außerdem existiert ein Lehrstuhl fĂŒr orthodoxe Theologie an der WestfĂ€lischen Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster sowie ein Lehrstuhl fĂŒr orthodoxes Christentum an der UniversitĂ€t Erfurt.

Außerdem gibt es im nichtstaatlichen und freikirchlichen Bereich eine Reihe von unabhĂ€ngigen theologischen Hochschulen oder auch Instituten, die ein Theologiestudium anbieten. Dazu gehört beispielsweise die evangelikale StaatsunabhĂ€ngige Theologische Hochschule (STH) Basel (Abschluss: M. Th.; Möglichkeit zur Promotion). Seit 2008 ist die Freie Theologische Hochschule Gießen die erste evangelikale, staatlich genehmigte Hochschule in Deutschland (AbschlĂŒsse: B.A. und M.A.). Beide Institute sind konfessionell unabhĂ€ngig.

Ferner gibt es auch Institute, die konfessionell gebunden sind. Dazu gehören die methodistische Theologische Hochschule Reutlingen, die adventistische Theologische Hochschule Friedensau in Möckern-Friedensau bei Magdeburg, das Theologische Seminar/Fachhochschule des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden / Baptisten in Wustermark-Elstal bei Berlin und das mennonitische Ausbildungs- und Tagungszentrum Bienenberg in Liestal in der Schweiz.

Im weiteren freikirchlichen Sektor findet die Ausbildung der Pastoren und Prediger vorwiegend auf Theologischen Seminaren statt. Dazu gehören beispielsweise das dem Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland zugehörige Theologische Seminar in Ewersbach oder das Theologische Seminar Beröa des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden in Erzhausen bei Darmstadt. Als freies Werk innerhalb der Evangelischen Landeskirche bietet das Theologische Seminar Adelshofen ein Masterstudium in Praktischer Theologie in Verbindung mit der University of South Africa an (Abschluss: M. Th.).

Die Hochschulen weisen zum Teil deutlich unterschiedliche AusprĂ€gungen auf. So sind einige FakultĂ€ten traditionell eher lutherisch beziehungsweise reformiert orientiert oder stehen in einer pietistischen Tradition. Gelegentlich werden solche Schwerpunkte auch durch besondere LehrstĂŒhle gesetzt. So verfĂŒgt zum Beispiel die evangelisch-theologische FakultĂ€t der Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg ĂŒber einen Lehrstuhl fĂŒr reformierte Theologie.

Fernstudium

Fernkurse der katholischen Theologie sind ein an katholische Laien und Interessierte gerichtetes Fernstudium, gekoppelt mit regional gestreuten Studienwochen und -wochenenden. FĂŒr manche kirchlich-pastorale Berufsgruppen ist der Kursbesuch Voraussetzung. Alle anderen Teilnehmer können, aber mĂŒssen keine PrĂŒfung absolvieren. Die einzelnen theologischen Fernkurse sind unterschiedlich strukturiert, bieten aber in der Regel Grundkurs, Aufbaukurs und Spezialisierungskurse an.
Der Ă€lteste theologische Fernkurs der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum, der sich der systematisch-theologischen EinfĂŒhrung in den christlichen Glauben widmet, wird vom Institut Fernkurs fĂŒr theologische Bildung in Wien (seit 1950) angeboten. Er ist aus dem 1940 gegrĂŒndeten Wiener Theologischen Kurs der Erzdiözese Wien hervorgegangen und wird von der Österreichischen Bischofskonferenz getragen. In der österreichischen Kirche ist der Kursabschluss Voraussetzung fĂŒr einige nichtakademische pastorale Berufe (Diakon, Pastoralassistent(in), Krankenhausseelsorge). In der Schweiz bietet seit 1956 die Interdiözesane Vereinigung Theologische Kurse fĂŒr katholische Laien (TKL-KGK) ein entsprechendes theologisches Fernstudium theologiekurse.ch an. In Deutschland wird seit 1970 der unter kirchlicher TrĂ€gerschaft stehende Lehrgang Theologie im Fernkurs von der Katholischen Akademie Domschule WĂŒrzburg angeboten und begleitet. Speziell fĂŒr StĂ€ndige Diakone, Katecheten, Gemeindereferent(inn)en und Religionslehrer(innen) ist der „WĂŒrzburger Fernkurs“ auch als theologische Ausbildung fĂŒr einen kirchlichen Beruf anerkannt, allerdings unter der Voraussetzung, dass die Heimatdiözese vorher dem Studium zugestimmt und bei erfolgreichem Bestehen eine Anstellung in Aussicht gestellt hat.
Die theologischen Fernkurse in Wien, ZĂŒrich und WĂŒrzburg bieten eine in Umfang und Zielsetzung vergleichbare EinfĂŒhrung in die katholische Theologie. Der Abschluss des Kurses in Wien oder ZĂŒrich wird deshalb von „Theologie im Fernkurs“ fĂŒr den Grund- und Aufbaukurs anerkannt.

Im evangelischen Bereich wird ein theologisches Fernstudium angeboten vom Kirchlichen Fernunterricht der Kirchenprovinz Sachsen in Magdeburg. Daran sind beteiligt die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs, die Pommersche Evangelische Kirche, die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, die Evangelisch-Lutherische Kirche in ThĂŒringen, die Evangelische Landeskirche Anhalts und die Evangelische Kirche der Union. Daneben ist auf der Ebene der EKD die Evangelische Arbeitsstelle Fernstudium fĂŒr kirchliche Dienste zustĂ€ndig.

Orthodoxe Theologie kann im deutschsprachigen Raum nicht im Rahmen eines Fernstudiums belegt werden. In den USA bieten hingegen die Pavel Florensky School of Theology and Ministry der Euclid University, zwei Bildungseinrichtungen der russisch-orthodoxen Auslandskirchen sowie die Antiochenisch Orthodoxe Diözese von Nordamerika ein entsprechendes Fernstudium an. Auch die FernuniversitÀt von Finnland, Avoinyliopisto, bietet in Zusammenarbeit mit der UniversitÀt Joensuu ein Fernstudium der Orthodoxen Theologie an.

AbschlĂŒsse

Im Zuge des Bologna-Prozesses haben die meisten evangelisch-theologischen FakultĂ€ten das Studium der Theologie trotz des Widerspruchs seitens der Studierenden [2] modularisiert und auf die neuen AbschlĂŒsse Bachelor bzw. teilweise Bachelor of Theology und Master bzw. teilweise Master of Theology umgestellt, zumal dies bei vielen freikirchlichen Bildungseinrichtungen, die mit UniversitĂ€ten im angloamerikanischen Raum kooperieren, ohnehin schon vorher der Fall war. Die römisch-katholische Kirche hat hingegen beschlossen, den Diplom-Studiengang katholische Theologie zwar zu modularisieren, aber ihn als fĂŒnfjĂ€hriges Vollstudium zu belassen, der dann mit dem akademischen Grad Magister Theologiae abschließt.[3] Im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen, als zentraler Ausbildungseinrichtung aller deutschen BistĂŒmer, und Ordensgemeinschaften können so genannte „spĂ€tberufene“ MĂ€nner ab dem 25. Lebensjahr auch ohne Abitur katholische Theologie mit dem Ziel Priesteramt studieren. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bei der Ausbildungseinrichtung fĂŒr Orthodoxe Theologie der UniversitĂ€t MĂŒnchen beabsichtigt man, denselben Weg wie die römisch-katholische Kirche zu gehen und einen Magister Theologiae als fĂŒnfjĂ€hriges Vollstudium zu schaffen.

Methodik

Die theologische BeschĂ€ftigung mit dem Glauben ist vor allem fĂŒr das Christentum sowie fĂŒr das Judentum eigentĂŒmlich, da die theoretische Reflexion des Glaubens in der Tradition dieser Religionen stark verankert ist. Diese Reflexion ist aus christlicher und jĂŒdischer Sicht nicht nur Selbstzweck, sondern notwendig fĂŒr die religiöse Praxis der Kirche beziehungsweise der einzelnen Gemeinden.

Viele der in der Theologie ĂŒblichen Analysesysteme und Methoden werden auch im Bereich der Linguistik, der Philosophie oder der Geschichtswissenschaft verwendet. Dies ermöglicht den wissenschaftlichen Diskurs zwischen evangelischen, katholischen, orthodoxen, jĂŒdischen, atheistischen und andersglĂ€ubigen Wissenschaftlern, wie er zum Beispiel in der Religionsgeschichte und in der Biblischen Wissenschaft (Exegese) ĂŒblich ist. Dennoch hat jede Theologie ihr Spezifikum in der Art und Weise, wie sie ihren „Gegenstand“ (Materialobjekt) und ihren methodischen Zugang (Formalobjekt) definiert.

Das theologische Studium ist in der Regel in die folgenden Teildisziplinen unterteilt:

  1. Die exegetischen Disziplinen
    • Biblische Exegese: Allgemeine Methodenfragen, teils auch Informationen der Bibelkunde. (FĂ€llt an manchen FakultĂ€ten mit LehrstĂŒhlen fĂŒr Altes oder Neues Testament zusammen.)
    • Altes Testament: Die Auslegung des Alten Testaments mit historischen und philologischen Methoden.
    • Neues Testament: Die Auslegung des Neuen Testaments mit historischen und philologischen Methoden.
  2. Kirchengeschichte: Oft nach Epochen unterteilt: Patristik und Alte Kirchengeschichte, Mittlere Kirchengeschichte (frĂŒhes bis spĂ€tes Mittelalter), Neuere Kirchengeschichte (Neuzeit und Zeitgeschichte).
  3. Systematische Theologie
    • Fundamentaltheologie: Die wissenschaftliche Frage nach der Rechtfertigung des Glaubens vor der Vernunft. Auch allgemeine Charakteristiken des Glaubens der eigenen Konfession kommen im Vergleich zu anderen Weltanschauungen zur Sprache. Die Trennung von Fundamentaltheologie und Dogmatik ist vor allem in der katholischen Theologie gĂ€ngig. In der evangelischen Theologie bestehen unterschiedliche Modelle.
    • Dogmatik: Die wissenschaftliche Frage nach Geschichte, Gestalt und Inhalten des christlichen Glaubens, wie er z. B. in Glaubensbekenntnissen und Lehrentscheidungen zusammenfassend dargestellt wird.
    • Ethik: Die wissenschaftliche Frage nach Gestalt und BegrĂŒndung des christlichen Ethos. Oft in eine anthropologische Individualethik und eine gesellschaftswissenschaftliche Sozialethik unterteilt.
  4. Praktische Theologie: Die wissenschaftliche Reflexion auf die Praxis des Glaubens und der GlaubensverkĂŒndigung u. a. mit Methoden empirischer Sozialwissenschaften und der Psychologie. Oft in Praktische oder Pastorale Theologie und ReligionspĂ€dagogik unterteilt, teils nebst Religionspsychologie. Bei mehr praktischer Ausrichtung kann auch die Liturgiewissenschaft hier verortet sein (alternativ in der systematischen Theologie oder bei historischen FĂ€chern).

Katholische Theologie

Siehe den Hauptartikel Katholische Theologie

Katholische Theologie versteht sich als konstruktive Reflexion und wissenschaftliche Darstellung des christlichen Glaubens und zugehöriger GegenstĂ€nde. Zentral fĂŒr eine Erhebung der Glaubensgestalt sind die Bibel als grundlegendes Offenbarungsbuch, die Tradition, Glaubenslehren der Tradition, besonders dogmatisierte Entscheidungen und Aussagen des kirchlichen Lehramtes, ferner der Glaubenssinn aller GlĂ€ubigen. Die einzelnen Teildisziplinen haben darĂŒber hinaus weitergehende Aufgabenfelder. Die Dogmatik thematisiert etwa auch die Abgrenzung des Glaubens gegen hĂ€retische Glaubenslehren, sie und andere Disziplinen wie die theologische Ethik stehen im Dialog mit jeder Form weltanschaulicher Lehren. Im Konzert der Wissenschaften haben die theologischen Disziplinen spezifische Methoden, GegenstĂ€nde und Aufgaben. Innerhalb der Glaubensgemeinschaft der Kirche dient die Theologie der Gegenwart und Zukunft des Glaubens.

Das Theologiestudium ist fĂŒr gewöhnlich Voraussetzung fĂŒr die Zulassung zur Priesterweihe.

Evangelische Theologie

Siehe den Hauptartikel Evangelische Theologie

Die evangelische Theologie unterscheidet sich von der katholischen Theologie grundlegend darin, dass sie kein ĂŒbergeordnetes kirchliches Lehramt kennt, das die Wahrheit des Glaubens dogmatisch definiert. Daher bezeichnet Dogma in der evangelischen Theologie das sich stets erneuernde Substrat des theologischen und kirchlichen Diskussionsprozesses. Dieser Diskussionsprozess wird dabei als fortwĂ€hrende Auslegung der biblischen Schriften verstanden, die Quelle des Glaubens und dadurch Norm der theologischen Reflexion sind. Die wissenschaftliche Theologie ist in diesem Diskussionsprozess ein wichtiger Faktor, aber nicht allein lehrbildend. Was in der evangelischen Kirche gelehrt wird, entscheiden die gewĂ€hlten kirchlichen Leitungsorgane (z. B. Presbyterien, Synoden) aufgrund von theologischer Reflexion und Gebet.

Dementsprechend gibt es auch in der evangelischen Theologie unterschiedliche NĂ€herbestimmungen des Theologiebegriffs:

  1. Theologie als propositionale Dogmatik: Dieses traditionelle Modell versteht theologische SĂ€tze als Aussagen (Propositionen) ĂŒber die Wirklichkeit Gottes und der Welt. Theologie ist in diesem Modell immer auch mit Ontologie verbunden, teils als Synthese, teils im Konflikt. Die biblischen Schriften werden dabei als Offenbarung der göttlichen Wirklichkeit verstanden, die der Mensch ohne diese Offenbarung nur in BruchstĂŒcken wahrnehmen kann. Allein von dieser offenbarten göttlichen Wirklichkeit her wird die Welt verstĂ€ndlich. Daher kann man auch die meisten offenbarungstheologischen AnsĂ€tze unter dieses Modell fassen.
  2. Theologie als Glaubenslehre: Dieses Modell von Theologie wurde vor allem durch Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher bekannt. Theologie beschreibt nicht in AussagesĂ€tzen die Wirklichkeit von Welt und Gott, sondern sie beschreibt deren Wahrnehmung im Glauben bzw. im Glaubenssubjekt. Religiöse SĂ€tze werden hier in erster Linie als Ausdruck innerer ReligiositĂ€t (z. B. das religiöse GefĂŒhl als apriorische GrĂ¶ĂŸe bei Schleiermacher) verstanden, deren Konstitutionsbedingungen die Theologie untersucht, auf denen sie aber zugleich auch selber beruht. Auch die biblischen Texte werden in diesem Modell als Ausdruck von ReligiositĂ€t verstanden und erhalten ihre besondere Funktion fĂŒr den Glauben allein dadurch, dass sie die Ă€ltesten Zeugnisses vom Ursprung der christlichen ReligiositĂ€t sind und diese daher am ehesten unverfĂ€lscht zum Ausdruck bringen.
  3. Theologie als Regelsystem: Dieses vielbeachtete, neuere Modell, fĂŒr das exemplarisch der Name von George Arthur Lindbeck steht, versteht theologische SĂ€tze als RegelsĂ€tze. Das bedeutet: Theologische SĂ€tze beschreiben nicht einfach ontologisch die Wirklichkeit, sind aber auch nicht Ausdruck religiösen GefĂŒhls, sondern bilden Regeln fĂŒr die christliche Rede von Gott. Dieses TheologieverstĂ€ndnis lehnt sich hĂ€ufig an neuere sprachphilosophische Entwicklungen an und verankert die theologische Reflexion besonders stark in der Praxis des Glaubens. Die biblischen Texte können in diesem Modell unterschiedlich behandelt werden. So können sie entweder selbst als Regeln der Glaubensrede gelten oder aber ihrerseits einer geregelten Auslegungspraxis unterstellt werden (z. B. bei Nicholas Lash, Stanley Hauerwas). Eine ausgearbeitete Lehre vom Verstehen der biblischen Schriften in diesem Modell ist zurzeit ein Desiderat der evangelischen Theologie.

Gemeinsam ist allen diesen Modellen, dass sie die Theologie primĂ€r von der dogmatischen Reflexion her bestimmen. Dadurch werden aber die anderen theologischen Disziplinen nicht ausgeschlossen. Diese können als der Dogmatik dienende Disziplinen verstanden werden oder aber auch als eigene GegenentwĂŒrfe von Theologie, so insbesondere die exegetischen Disziplinen. Exegeten verstehen sich daher hĂ€ufig als die eigentlich biblischen Theologen im Sinne der Reformation, da sich Theologie allein an der Auslegung biblischer Texte zu orientieren habe. Dabei wird freilich ĂŒbergangen, dass auch die dargestellten dogmatischen Modelle den Anspruch erheben, genuine Auslegungen der biblischen Texte zu sein.

Freikirchliche Theologien

In den meisten Freikirchen gilt die Bibel als einzige Grundlage fĂŒr Theologie. Die Theologie von Freikirchen resultiert in der Regel aus dem humanistisch-reformatorischen Ansatz (ad fontes), die in der Kirchengeschichte entstandene Tradition anhand der Schrift zu prĂŒfen und zu bewerten. Dabei basiert freikirchliche Theologie grĂ¶ĂŸtenteils auf dem GrundgerĂŒst reformatorischer Theologie. Bei der Vielzahl unterschiedlicher Freikirchen unterscheiden sich die theologischen Positionen zum Teil erheblich. Trotz des Strebens nach religiöser Meinungsfreiheit sind oft konfessionelle Schwerpunkte feststellbar, die wiederum zu Traditionsbildungen fĂŒhren.

Orthodoxe Theologie

Spezifisch fĂŒr die orthodoxe Theologie sind die enge Verbindung von Dogma und geistlicher Erfahrung, die Bedeutung der KirchenvĂ€ter, vor allem denjenigen des Ostens, und die Bedeutung des orthodoxen Gottesdienstes als Quelle der dogmatischen Überlieferung. Orthodoxe Theologie ist nĂ€mlich weniger Spekulation als vielmehr eine „Wissenschaft von der Erfahrung Gottes“ (Bischof Hilarion Alfejev, Geheimnis des Glaubens). Da die orthodoxe Theologie die antike Philosophie, besonders Griechenlands, ablehnt und deren Begrifflichkeiten nicht zu verwenden versucht, erscheint die orthodoxe Theologie etwas unsystematisch und unstrukturiert. Hinzu kommt, dass wegen des orthodoxen KirchenverstĂ€ndnisses das nicht existiert, was man in der westlichen Christenheit Dogmenentwicklung nennt, so dass stets die ersten ökumenischen Konzilien im Vordergrund stehen. Erst seit jĂŒngster Zeit findet auch die spezifisch soziale Dimension des Glaubens in der orthodoxen Theologie Beachtung.

Theologie in anderen Religionen

Der Theologiebegriff ist eigentlich im Christentum beheimatet. Wenn er heute auch auf andere Religionen (v. a. Judentum und Islam) ĂŒbertragen wird, ist dies nicht immer unproblematisch, da der Begriff innerhalb dieser Religion meist kritisch betrachtet wird. So sprechen viele jĂŒdische Gelehrte (die sich eben nicht Theologen nennen) eher von jĂŒdischer Rechtsauslegung, Kasuistik oder einfach nur Lehre. Konfessionell gebundene FakultĂ€ten und Seminare gibt es nur fĂŒr Christentum, Judentum und Islam. Es findet zwar im Rahmen der Vergleichenden Religionswissenschaft eine wissenschaftliche BeschĂ€ftigung mit vielen Religionen und ihren Inhalten statt, jedoch ist die Perspektive und Methodik hierbei deutlich von einer theologischen Heransgehensweise unterschieden. StudiengĂ€nge wie Judaistik und Islamwissenschaft sind nicht mit konfessionellen StudiengĂ€ngen zu verwechseln, sondern gehören in den Bereich der Religionswissenschaft.

Judentum

Im Judentum gibt es keine Theologie im eigentlichen Sinne („Lehre von Gott“). Die Hochschule fĂŒr JĂŒdische Studien in Heidelberg wird vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen. Sie widmet sich der Wissenschaft des Judentums. Auch gibt es an mehreren UniversitĂ€ten StudiengĂ€nge fĂŒr Judaistik, die unabhĂ€ngig von der Religionszugehörigkeit besucht werden können.

Islam

Die islamwissenschaftlichen Institute und Seminare der UniversitÀten beschÀftigen sich mit der Geschichte und Praxis des Islams.

Im Islam selbst gibt es eine traditionelle Theologie, die Ilm al-Kalam genannt wird. Bedeutungsvoll sind allerdings auch die islamischen Rechtswissenschaften Fiqh und Schari'a.

Hinduistische Theologie

Theologie als Lehre von Gott oder den Gottheiten ist in allen hinduistischen Religionsformen verbreitet und besitzt eine FĂŒlle an schriftlichen Zeugnissen.

Die heutige Bedeutung und das intuitive VerstĂ€ndnis des deutschen Begriffs „Gott“ in Bezug auf den Hinduismus zu verwenden kann verwirrend wirken, nicht aber von den indogermanisch ererbten GrundzĂŒgen heraus, auch die Begrifflichkeit „Gott“ betreffend. Manche Strömungen des Hinduismus glauben an einen obersten Gott, benannt als Ishvara (wörtl.: der „Höchste Herr“). Es gibt auch ihm unterstellte Wesen, die Devas genannt werden. Sie können als Götter, Halbgötter, Engel, Geist oder himmlische Wesen zwischen dem Ishvara und den Menschen betrachtet werden. Eines der wichtigsten Konzepte jedoch ist das Brahman – der höchste kosmische Geist.

Brahman ist die unbeschreibbare, unerschöpfliche, allwissende, allmĂ€chtige, nicht körperliche, allgegenwĂ€rtige, ursprĂŒngliche, erste, ewige und absolute Grundregel. Es ist ohne einen Anfang, ohne ein Ende, in allen Dingen versteckt und die Ursache, die Quelle und das Material aller bekannten Schöpfung, selbst jedoch unbekannt und doch dem gesamten Universum immanent. Die Upanishaden beschreiben es als das Eine und unteilbare, ewige Universalselbst, das in allem anwesend ist und in dem alle anwesend sind.

Von manchen Richtungen wird der Ishvara (oberste Herr) als die manifestierte Form von Brahman gesehen. Die Illusionskraft, die das Brahman veranlasst als die materielle Welt, die einzelnen Seelen und der Ishvara gesehen zu werden, wird Maya genannt. Alle Devas des Hinduismus gelten dieser Sichtweise zufolge als die weltlichen Äußerungen des einen Ishvara.

Nach Auffassung des Advaita Vedanta ist der Mensch in seinem innersten Wesenskern mit dem Brahman identisch und diese IdentitĂ€t gilt es zu erkennen. Advaita Vedanta (NichtdualitĂ€t) ist die Lehre Shankaras (788–820 n. Chr), die auf diese Erkenntnis der Einheit zielt. Nach Lehre des Vishishtadvaita (qualifizierter Monismus) von Ramanuja dagegen ist Gott alles was existiert, es besteht jedoch ein qualitativer Unterschied zwischen individueller Seele und höchstem Gott. Am anderen Ende des Spektrums steht die rein dualistische Philosophie des Dvaita Vedanta des Madhvas, die streng zwischen Seele und Gott unterscheidet. (siehe: Indische Philosophie)

Kritik an Theologie

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Die Theologie wird von einigen Kritikern (siehe auch „Atheologie“) als eine Halb- oder gar Pseudowissenschaft angesehen. Theologen begegnen dieser Kritik – zumindest seit der Neuzeit – gewöhnlich mit einer Selbstreflexion, die die Legitimation der Theologie als wissenschaftliche Disziplin explizit thematisiert.

Kritik an der Theologie richtet sich z. B. gegen

  • die fehlende Ergebnisoffenheit: „Gott“, „der Glaube“, „die Offenbarung“ und dergleichen werden vorausgesetzt und sind nicht falsifizierbar. Ein solcher Anspruch auf absolute Wahrheit sei in Wissenschaften, die diesen Namen verdienen, ausgeschlossen. Wenngleich sich dies fĂŒr Teildisziplinen anders darstelle, ginge die Theologie in ihrer Gesamtheit ohne die aktive Bejahung der Glaubenswahrheiten in Philologie, Hebraistik, Geschichte und Religionswissenschaft auf.
  • die fehlende Freiheit der Lehre: Theologische LehrstĂŒhle werden im Einvernehmen mit der Kirche besetzt und zumindest an katholischen FakultĂ€ten ist eine Lehrerlaubnis erforderlich. (Was Kritikern zufolge die Berechtigung der vorgenannten Kritik belegt.)
  • die praktischen Konsequenzen besonders von Teildisziplinen wie Missionswissenschaft: sie seien ethisch inakzeptabel. Dieser Vorwurf wird auch gegen die Theologie als Ganzes erhoben, oft verknĂŒpft mit den im ersten Punkt erwĂ€hnten Kritiken. Die VorwĂŒrfe mangelnder Wahrheitsliebe und intellektueller Unredlichkeit sind alt; nicht jeder drĂŒckte sie allerdings so krass aus wie Friedrich Nietzsche: „Was ein Theologe als wahr empfindet, das muss falsch sein: man hat daran beinahe ein Kriterium der Wahrheit.“ (Der Antichrist, Kapitel 9)
  • die Abstraktion der dogmatischen Theologie von den Erfahrungen der Menschen, besonders von ihren SehnsĂŒchten, Ängsten und Nöten. Sie kann dann zum „Begriffsfetischismus“ herabsinken, wie besonders der selbst als katholischer systematischer Theologe geschulte Eugen Drewermann es klassisch in seinem Buch Glauben in Freiheit (1993) beschrieb. FĂŒr Drewermann liegt der Grund aller Theologie in der Erfahrung der Liebe und ist daher, wie bei Martin Buber, dialogisch zu verstehen.

Die im ersten Punkt umrissenen wissenschaftstheoretischen Anfragen werden teilweise auch so formuliert, dass Theologie ihre Voraussetzungen zugleich als ihren Gegenstandsbereich behandelt. Diesem Vorwurf könnten dann theologische Positionen ausweichen, welche Voraussetzungen und Gegenstand unterscheiden. Viele wĂŒrden bestreiten, dass mit dieser Formulierung ĂŒberhaupt die Theologie zutreffend charakterisiert wird. Viele Theologen sehen Gott nicht als unmittelbaren Gegenstand von Theologie (z. B. bei Wolfhart Pannenberg). Gott wird im Gegenteil zumeist als Gegenstand des Glaubens verstanden. Glaube aber ist eine (selbst wissenschaftlich zugĂ€ngliche) LebensĂ€ußerung und keine Wissenschaft.

Oftmals entscheidet sich die Diskussion am jeweils zugrunde gelegten Wissenschaftsbegriff. Ein großer Teil der Kritik orientiert sich an einem (ursprĂŒnglich naturwissenschaftlich orientierten) Wissenschaftsbegriff, der absolute ObjektivitĂ€t fordert und das wissenschaftliche Subjekt nicht berĂŒcksichtigt. Nahezu fĂŒr alle Wissenschaften ist es heute eine BanalitĂ€t, dass die jeweilige Perspektive und Fragerichtung des Wissenschaftlers das Ergebnis seines wissenschaftlichen Forschens mit beeinflusst. Diese Binsenweisheit lĂ€sst sich theoretisch prĂ€zisieren. Selbst fĂŒr die Naturwissenschaften haben seit Jahrzehnten viele Wissenschaftstheoretiker die Verengungen des Wissenschaftsbegriffs frĂŒher Vertreter ihrer Disziplin aufzuzeigen versucht und Alternativen vorgeschlagen. So etwa sehr frĂŒh viele Kritiker einer distinkten Trennung von Theorie und Beobachtung, spĂ€ter Kuhn mit Blick auf die Dynamik wissenschaftlicher Theoriebildung, Sneed mit einem Theoriebegriff, der Theorien als strukturiert statt als Mengen von SĂ€tzen versteht oder StegmĂŒller, der Ergebnisse und Probleme analytischer Debatten im deutschen Sprachraum bekannt gemacht und u. a. den teils vage und umstritten gebliebenen Thesen Kuhns eine klare PrĂ€zisierung im Rahmen der Konzeption Sneeds gegeben hat. – Von Seiten der Analytischen Philosophie sind wesentliche BeitrĂ€ge von John Leslie Mackie geleistet worden; und aus der Perspektive des Kritischen Rationalismus von Hans Albert.

Literatur

Nachschlagewerke
  • Alf Christophersen, Stefan Jordan (Hrsg.): Lexikon Theologie. Hundert Grundbegriffe. 1. Aufl. Reclam, Ditzingen 2004, ISBN 3-15-010545-5
  • Erwin Fahlbusch (Hrsg.): Taschenlexikon Religion und Theologie. (TRT). 5 Bde. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht 1983, ISBN 3-525-50123-4
Theologische Disziplinen im Zusammenhang
  • Eve-Marie Becker, Doris Hiller (Hrsg.): Handbuch Evangelische Theologie. Ein enzyklopĂ€discher Zugang. UTB 8326. Francke-Verl., TĂŒbingen/Basel 2006, ISBN 3-8252-8326-7 (EinfĂŒhrung in die Teildisziplinen der evang. Theologie sowie deren VerhĂ€ltnis zueinander)
  • Gerhard Ebeling: Studium der Theologie. Eine enzyklopĂ€dische Orientierung. TĂŒbingen 1977. (Von einer bestimmten systematischen Perspektive durchprĂ€gte EinfĂŒhrung in Gesamt und Disziplinen besonders evangelischer Theologie.)
  • Hans-Martin Gutmann, Norbert Mette: Orientierung Theologie. Was sie kann, was sie will. Reinbek bei Hamburg 2000.
Lexikalisches und Überblicksdarstellungen zum Theologiebegriff
Anthologien
  • Christian Danz (Hg.): Kanon der Theologie, 45 SchlĂŒsseltexte im Portrait, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-20789-3.

Siehe auch

Weblinks

 Portal:Religion – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Religion

 Commons: Theologie â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Theologie â€“ Zitate
Wiktionary Wiktionary: Theologie â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiversity Wikiversity: Fachbereich Religionswissenschaften und Theologie â€“ Kursmaterialien, Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Austausch

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl. etwa: Rudolf Weth, Christof Gestrich, Ernst LĂŒder Solte: Theologie an staatlichen UniversitĂ€ten? Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz: Kohlhammer 1972. − Patrick Becker, Thomas Gerold (Hrsg.): Die Theologie an der UniversitĂ€t. Versuch einer Standortbestimmung. MĂŒnster: Lit 2005.
  2. ↑ Vgl. die InformationsbroschĂŒre des Studierendenrats Evangelische Theologie.
  3. ↑ Vgl. Pressemeldung des Bistums Limburg, Konradsblatt Nr. 13 vom 30. MĂ€rz 2008 sowie Kirchenbote fĂŒr das Bistums OsnabrĂŒck vom 6. Januar 2008.
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