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| Strukturformel | ||||||||||||||||||
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| Struktur ohne Stereochemie | ||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||
| Name | Thujon | |||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C10H16O | |||||||||||||||||
| CAS-Nummer |
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| Kurzbeschreibung |
farblose FlĂŒssigkeit[1] | |||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||
| Molare Masse | 152,24 g·molâ1 | |||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flĂŒssig | |||||||||||||||||
| Dichte |
0,92 g·cmâ3 (20 °C)[1] | |||||||||||||||||
| Siedepunkt | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||
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| LD50 |
500 mg·kgâ1 (Ratte, oral) [1] | |||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | ||||||||||||||||||
Unter Thujonen (Absinthol, Tanaceton) versteht man Stereoisomere des 1-Isopropyl-4-methylbicyclo[3.1.0]hexan-3-ons, es handelt sich also um bicyclische Monoterpen-Ketone, farblose FlĂŒssigkeiten mit mentholartigem Geruch. Als Bestandteil ihrer Ă€therischen Ăle sind Thujone unter anderem in Thuja, Thymian, Wermut, Rainfarn, Rosmarin, BeifuĂ und im Echten Salbei enthalten.
Inhaltsverzeichnis |
Die Struktur konnte im Jahr 1900 von Friedrich Wilhelm Semmler aufgeklÀrt werden.
In der Wermutpflanze (Artemisia absinthium) kommen α- und ÎČ-Thujone vor.[4] Bei der Herstellung von Absinth werden Thujone aus den BlĂ€ttern des Wermutkrauts (Folia absinthii) oder der ganzen Pflanze (Herba absinthii) extrahiert. Thujone finden sich daneben auch in vielen anderen Artemisien und z. B. auch mit einem Anteil von bis zu 60 % in den Ă€therischen Ălen des Echten Salbeis (Salvia officinalis) und ebenfalls in der getrockneten Form des weiĂen Salbeis (Salvia apiana), welches u. a. zum RĂ€uchern verwendet wird. Thujaöl enthĂ€lt 40 (â)-α-Thujon, Rainfarnöl 58 % (+)-ÎČ-Thujon.[5]
Thujone sind Nervengifte, die in höherer Dosierung Verwirrtheit und epileptische KrĂ€mpfe (Konvulsionen) hervorrufen können. Auch andere Symptome, wie z. B. Schwindel, Halluzinationen und Wahnvorstellungen, die nach Einnahme thujonhaltiger alkoholischer GetrĂ€nke beobachtet werden konnten, wurden diesen Wirkstoffen zugeschrieben. Ebenso werden diese GetrĂ€nke, insbesondere der Absinth, wegen einer angeblichen euphorisierenden und aphrodisierenden Wirkung beworben. Da der zulĂ€ssige Thujongehalt in alkoholischen GetrĂ€nken auf maximal 35 mg je kg begrenzt wurde und auch bei historischen Absinthen keine höheren Werte nachgewiesen werden konnten, wird die Wirkung des Absinthkonsums heutzutage eher dem Alkohol zugeschrieben.[6] Die Symptome des chronischen Absinthkonsums (Absinthismus) sind identisch denen eines Alkoholismus.[7] Eine Studie[8] im Jahr 2008 wies in Proben aus der Zeit vor dem Verbot nur Konzentrationen von durchschnittlich 25 mg/l nach. Eine psychotrope Wirkung ist bei diesen Werten Ă€uĂerst unwahrscheinlich.
FĂŒr die beschriebenen konvulsiven Wirkungen der Thujone werden insbesondere GABAA-Rezeptoren verantwortlich gemacht. Als Antagonisten und Modulatoren dieser Rezeptoren hemmen Thujone die antikonvulsive Wirkung der Îł-AminobuttersĂ€ure (GABA), wenngleich mit schwacher Potenz.[9] Auch eine Desensibilisierung von 5-HT3-Rezeptoren kann an den beobachteten Effekten beteiligt sein.[10] Ein möglicher gemeinsamer Wirkmechanismus mit dem Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol ĂŒber eine Aktivierung von Cannabinoid-Rezeptoren, der auf Grund entfernter Analogien der MolekĂŒlstruktur und klinischen Wirkungen vermutet wurde,[11] konnte hingegen nicht bestĂ€tigt werden.[12] FĂŒr den bitteren Geschmack der Thujone wird eine Aktivierung des Geschmacksrezeptors TAS2R14 verantwortlich gemacht.[13]
Durch die Aromenverordnung[14] wird der Thujongehalt in Lebensmitteln begrenzt. In GetrĂ€nken und anderen Lebensmitteln dĂŒrfen maximal 0,5 mg/kg enthalten sein. Lebensmittel, die Salbeizubereitungen enthalten, dĂŒrfen höchstens 25 mg/kg Thujone enthalten. Die Grenze in alkoholischen GetrĂ€nken (Sonderregelung) hĂ€ngt von dem Alkoholgehalt der Spirituose ab:
Branntweine:
Bitter-Spirituosen:
AuĂerhalb von Lebensmitteln fĂ€llt Thujon unter die Definition von § 2 Abs. 1 des AMG, sobald es fĂŒr die Anwendung an Mensch oder Tier bestimmt ist. Somit ist Herstellung und Verkauf einer Substanz nach dem AMG reguliert, unabhĂ€ngig davon in welcher Form die Substanz vorliegt, wenn sie in Bestimmung § 2 Abs. 1 erfĂŒllt.[15]'[16] Der Verkauf und die Herstellung von Arzneimitteln ohne Genehmigung ist strafbar nach AMG § 2 Abs. 1 Nr. 5 a. F., § 2 Abs. 1 Nr. 2a n. F., § 5, § 95 Abs. 1 Nr. 1, StPO § 354a. Dies wurde in einem Urteil des Bundesgerichtshofs zu der frei verfĂŒgbaren Chemikalie Butyro-1,4-lacton bestĂ€tigt, welche nach dem AMG als Arzneimittel eingestuft wird, sobald sie fĂŒr den Konsum bzw. Gebrauch an Mensch oder Tier bestimmt ist.[17]'[18]
Die Tabakverordnung verbietet den Zusatz von Thujon zu Tabakprodukten.