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Tim und Struppi (im französischsprachigen Original Les aventures de Tintin) ist eine der bekanntesten und bedeutendsten europĂ€ischen Comicserien. Der Belgier HergĂ© (1907â1983) schrieb und zeichnete die humoristischen Abenteuercomics von 1929 bis zum Ende seines Lebens. Der Held der Geschichten ist der junge belgische Reporter Tim, der um die ganze Welt reist und in haarstrĂ€ubende Abenteuergeschichten verwickelt wird. Die Comicfigur wurde am 10. Januar 1929 erstmals der Ăffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt entstanden 24 Comic-Alben. Den geplanten 25. Band mit dem Titel Tim und die Alphakunst konnte HergĂ© bis zu seinem Tod nicht mehr fertig stellen. Die Serie inspirierte viele KĂŒnstler, darunter den Regisseur Steven Spielberg und den Maler Andy Warhol. Fachleute, die sich ausfĂŒhrlich mit diesem Thema beschĂ€ftigen, werden nach dem belgischen Originaltitel der Serie Tintinologen genannt.[1][2]
Die Geschichten sind hauptsĂ€chlich Abenteuergeschichten, manche haben Fantasy- und Science-Fiction-Elemente, andere sind politische Kommentare. Die frĂŒhen Episoden haben selbstironischen, phantasievollen Charakter, wĂ€hrend der Witz der spĂ€teren Abenteuer leichter zugĂ€nglich ist und die Geschichten deutlich an Realismus gewinnen. Ab Mitte der 1930er zeigten sie die jeweilige Mode und Technik sehr detailgetreu. Alle Geschichten enthalten zahlreiche witzige Situationen und viele visuelle Gags, die an den Slapstick der Stummfilme aus den 1920er Jahren erinnern. Die Serie wird fĂŒr ihre Zeichnungen geschĂ€tzt, die klar, durchkomponiert und in Bezug auf Objekte wie Fahrzeuge, Maschinen oder GebĂ€ude sehr vorbildgetreu sind. HergĂ©s zeichnerische Handschrift, die Ligne claire, mit ihren klar begrenzten, schattenlosen Figuren, war stilbildend und wurde oft kopiert. Bei der minimalistischen Gestaltung von Tims GesichtszĂŒgen orientierte sich HergĂ© angeblich am noch Ă€lteren Vorbild der BĂ©cassine.
Auch zur jeweiligen Entstehungszeit geltende gesellschaftliche Werte und Normen flossen ein. Besonders in den Darstellungen der Ureinwohner von Afrika und SĂŒdamerika vereinigen sich Klischees der damaligen Zeit. Zum Beispiel stellte HergĂ© die GroĂwildjagd, unter anderem auf Elefanten und deren Elfenbein, als heroisch dar. Diese aus heutiger Sicht oft naiven, teils politisch anstöĂigen Darstellungen finden sich hauptsĂ€chlich in den ersten BĂ€nden (Tim im Lande der Sowjets, Tim im Kongo, Tim in Amerika), wogegen ab dem Band Der Blaue Lotos eine gröĂere Differenziertheit bei der Darstellung anderer Kulturen zu konstatieren ist (siehe auch HergĂ©). In einem Interview mit der SĂŒddeutschen Zeitung distanzierte sich HergĂ© spĂ€ter von seinen frĂŒheren Arbeiten.[3]
Im August 2007 reichte ein kongolesischer Student in BrĂŒssel Klage gegen die weitere Verbreitung des Bandes Tim im Kongo ein.[4] Der Band darf in einigen LĂ€ndern (unter anderem SĂŒdafrika) nicht verkauft werden. In GroĂbritannien und den USA nahmen die Verlage beziehungsweise Buchhandlungen den Band von sich aus aus dem Sortiment.[5]
Dem Zeichner HergĂ© wurde oft vorgeworfen, sich mit der Nazi-Herrschaft im besetzten Belgien arrangiert zu haben â ein Vorwurf, den er stets zurĂŒckwies.
FĂŒr die Neuauflagen der Comic-Alben wurden die Geschichten von HergĂ© jeweils ĂŒberarbeitet und die Zeichnungen von ihm und E. P. Jacobs und anderen der Zeit angepasst. So trĂ€gt Tim ab den 1970er Jahren (Tim und die Picaros) anstatt der klassischen Knickerbocker eine modischer geschnittene Hose. Zu beachten ist auch die kitschige Kluft von Tims Gegenspieler Rastapopoulos in dem Science-Fiction-Abenteuer Flug 714 nach Sydney.
Die ersten Abenteuer von Tim erschienen in der Jugendbeilage Le Petit VingtiÚme der katholischen Tageszeitung XXiÚme SiÚcle. Die Erstveröffentlichung war am 10. Januar 1929. Erst 1934 wurde der Verlag Casterman Herausgeber der Alben. WÀhrend der Besatzung Belgiens durch deutsche Truppen kamen weitere Comics als tÀgliche Strips in der Abendzeitung Le Soir heraus. Ab 1946 erschien Tim in seinem eigenen Magazin Tintin.
Die frĂŒhen Geschichten waren schwarzweiĂ und hatten einen Umfang von bis zu 124 Seiten. WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs wurde die Seitenanzahl wegen der Papierknappheit auf 62 Seiten begrenzt, dafĂŒr wurden die Geschichten farbig. HergĂ© begegnete dem geringeren Seitenumfang, indem er vier statt bisher drei Bildstreifen pro Seite unterbrachte.
Die Zeitschriftenfassung von Der Sonnentempel musste bei der Umarbeitung zur Albenversion ummontiert werden. Zudem war die bisherige Version zu lang fĂŒr ein 62 Seiten langes Album, weswegen HergĂ© insgesamt 333 Bilder herauskĂŒrzte. Hingegen war Der geheimnisvolle Stern fĂŒr die Albenausgabe zu kurz. Im Zuge der Umarbeitung und Ummontierung vergröĂerte respektive erweiterte HergĂ© einige Bilder und fĂŒgte neue hinzu.[6]
Alle vor dem Krieg in schwarzweiĂ erschienenen Alben (bis auf Tim im Lande der Sowjets) wurden fĂŒr die Farbversion teilweise oder komplett neu gezeichnet. Je drei Versionen existieren zum Beispiel von Die Schwarze Insel (1937, 1943 und 1965) und Im Reiche des Schwarzen Goldes (erster Teil 1939/40, als abgeschlossene Geschichte neu gezeichnet und in Farbe 1948, komplett ĂŒberarbeitet 1971).
Die vorgenommenen Ănderungen in Im Reiche des Schwarzen Goldes nahm HergĂ© auf Betreiben seines englischen Verlags Methuen vor: danach wird Tim unter anderem von arabischen statt zuvor britischen MPs festgenommen, es fehlen hebrĂ€ische SchriftzĂŒge in den StraĂen der Phantasiestadt KemkhĂąh (zuvor: Caiffa, nach der ersten Ăberarbeitung von 1948 dann Haifa) und eine EntfĂŒhrungsszene, in der Tim mit einem Finkelstein (Fassung von 1948: Salomon Goldstein) verwechselt wurde.
Auf Druck der US-amerikanischen Verleger nahm HergĂ© 1973 zudem geringfĂŒgige Ănderungen an der Farbfassung von Tim in Amerika vor. In drei Bildern wurden Schwarze entfernt und teilweise durch Personen hellerer Hautfarbe ersetzt, da die amerikanischen Verleger keine Vermischung von Schwarzen und WeiĂen in einem Jugendbuch sehen wollten. HergĂ© nutzte die Gelegenheit weiterhin, um den Text leicht zu ĂŒberarbeiten. Dieser Fassung entspricht auch die deutsche Farbversion.
Auch bei der deutschen Fassung der Farbausgabe von Tim im Kongo ist eine abgeÀnderte Version zum Abdruck gekommen. Die Szene, in welcher Tim ein Nashorn mit Hilfe einer Stange Dynamit in die Luft jagt, war den skandinavischen Verlegern zu brutal. Hergé zeichnete daraufhin das gesamte Blatt neu. So kommt in den skandinavischen und eben auch der deutschen Druckfassung das Nashorn mit einem Schrecken davon.
Seit Oktober 2008 bringt der Carlsen Verlag eine neue Hardcover-Ausgabe der Alben heraus, die erstmals in deutscher Sprache die ab 1942 erschienenen ersten farbigen Albenversionen der Tim und Struppi-Abenteuer in Form von Farbfaksimiles prĂ€sentiert. Gerade die frĂŒhen BĂ€nde bis einschlieĂlich Im Reiche des Schwarzen Goldes weisen teilweise erhebliche Unterschiede zu den heute verbreiteten Endversionen auf.
Chronologie der verschiedenen Fassungen
(Die Jahreszahlen beziehen sich meist auf die Erstveröffentlichungen als Alben, welche sich ab 1934 mit nur geringfĂŒgigem, zeitlichen Abstand an die Zeitungs- bzw. Zeitschriftenveröffentlichungen anschlossen. Bei abweichenden Fassungen, die nicht als Alben veröffentlicht wurden, sind die Jahreszahlen der Zeitungs- bzw. Zeitschriftenveröffentlichungen angegeben.)
Einem deutschsprachigen Publikum wurden Tim und Struppi erstmals am 9. Februar 1952 im Hamburger Abendblatt mit Tim auf der Jagd nach dem geheimnisvollen Zepter vorgestellt. In dieser Zeitung erschienen bis 1971 insgesamt sechzehn der Abenteuer, einige als deutsche Erstveröffentlichung. Ebenfalls ab 1952 brachte der belgische Originalverlag Casterman die ersten deutschsprachigen Tim-und-Struppi-Alben auf den Markt: die Tim, der pfiffige Reporter betitelte Hardcover-Reihe erschien bis 1963; seit 1967 erscheinen die Softcover-Alben des Carlsen Verlags.
Weitere bekannte Veröffentlichungen in Zeitungen, Magazinen und gesonderten Alben:
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Im Jahr 1960 beschĂ€ftigte sich HergĂ© mit einem Tim-Abenteuer nach einem Szenario von Greg â Le ThermozĂ©ro. Schon nach kurzer Zeit brach er allerdings die Arbeit daran ab, und so blieb der Comic ein Fragment von acht mit Bleistift vorgezeichneten Seiten: Tim und Haddock sind Zeugen eines Autounfalls und kommen dem Fahrer zu Hilfe, der aus seinem VW KĂ€fer geschleudert wurde. Mit demselben Mann hatte Haddock kurz zuvor an einer Tankstelle noch eine Diskussion wegen dessen rasanten Fahrstils gehabt. Bis der Krankenwagen eintrifft, bedeckt Tim das Unfallopfer mit seinem Regenmantel. Mehrere Personen tauchen am Ort des Geschehens auf (spĂ€ter u. a. auch Fridolin Kiesewetter). Darunter befinden sich auch zwei teilweise deutsch sprechende, bedrohliche MĂ€nner, vor denen das Opfer offensichtlich Angst hat. Als Tim seinen Mantel zurĂŒcknimmt, bemerkt er nicht, dass der Mann, anscheinend Mitglied einer Geheimorganisation, ihm ein mysteriöses Objekt untergeschoben hat â im weiteren Verlauf der Geschichte hĂ€tte es Tim dann nach Berlin verschlagen sollen. Vermutlich gab HergĂ© das Projekt auf, weil er auch weiterhin der alleinige Autor der Serie sein wollte. Es ist nicht auszuschlieĂen, dass Greg kurze Zeit spĂ€ter einige Ideen fĂŒr die Spirou-Geschichte QRN sur Bretzelburg wieder aufgriff. HergĂ© wandte sich stattdessen der Geschichte Die Juwelen der SĂ€ngerin zu. Auch ein spĂ€terer Plan, aus Le ThermozĂ©ro ein Jo, Jette und Jocko-Abenteuer zu machen, kam ĂŒber Scribbles von Bob de Moor nicht hinaus.
1995 erschien eine von Yves Rodier erarbeitete Reinzeichnung von âTim und die Alpha-Kunstâ, dem unvollendeten Band 24. Da die Skizzen von HergĂ© auf S. 42 abbrechen, ist das Ende der Geschichte eine reine Erfindung Rodiers. Die Zeichnungen selbst erreichen ebenfalls nicht das Niveau der Originale.
Nicht verwunderlich ist, dass ein derart erfolgreiches PhĂ€nomen wie âTintinâ die Phantasie zahlreicher Zeichner und Fans anspornt. So gibt es auch von âTim und Struppiâ eine ganze Anzahl von (unautorisierten und z. T. durch Gerichtsurteile auch verbotenen) Parodien und Persiflagen. Am bekanntesten dĂŒrften die beiden Abenteuer âTim in der Schweizâ und âLa vie sexuelle de Tintinâ sein. Gegen alle diese Parodien ging HergĂ© vor, z. T. mit gerichtlichen Mitteln, nicht zuletzt deswegen, weil z. B. die deutlich ausgearbeiteten erotischen Zeichnungen seiner Meinung nach dem Image der Originalserie schaden könnten.
Eine liebevolle Parodie zeichnete Albert Uderzo in den letzten beiden Panels auf Seite 31 des 24. Asterix-Bandes Asterix bei den Belgiern. Dort haben Schulze und Schultze einen Auftritt als belgische Boten in keltischen GewĂ€ndern im Stile ihrer AnzĂŒge und Melonen, das Ganze gezeichnet im Stil HergĂ©s und mit Sprechblasen im Stile der HergĂ©-Comics. Die Sprechblasen enthalten in der deutschen Ăbersetzung mit âCulius JĂ€sar ist in Gelbien angekommenâ einen typischen Versprecher. Auch der belgische LegionĂ€r Mannekenpix im Band Asterix als LegionĂ€r ist durch seine einmal zu sehende Haartolle eine Anspielung auf Tim.
In der albenlangen Asterix-Persiflage mit dem Titel Falsches Spiel mit Alcolix, gestaltet vom Berliner Zeichner und Cartoonisten Jens Jeddeloh und erschienen 1989 bei Saga, haben neben den Galliern und Charakteren aus etlichen anderen Comicserien in einer abgesonderten, im HergĂ©-Stil gehaltenen âFilmâ-Sequenz auch Tim und Struppi einen lĂ€ngeren Auftritt. Tim, der in diesem âFilmâ in den Nahen Osten entsandt und in die BĂŒrgerkriegswirren des Libanon verwickelt wird, bewirbt sich damit als Referenzen bei einem als Spielberg-Karikatur angelegten Regisseur (somit dem, der ab 2009 dann Tintin als Realfilm verwirklicht hat) auf die Rolle des wegen einer Depression und Alkoholproblemen ausfallenden Asterix-Epigonen Alcolix.
Eine Anspielung auf Tim findet sich auch in âFrankaâ, der Comicserie des HollĂ€nders Henk Kuijpers. Im letzten Panel von âDas Kriminalmuseumâ (Original: Het Misdaadmuseum) sieht man den Protagonisten âJarkoâ mit der typischen Knickerbocker und Tims blauem Oberteil. Damit aber nicht genug, einige Panels vorher erfahren wir, ein belgisches Boot mit dem Namen âSiriusâ (so der Name des Schiffs aus âDer Schatz Rackhams des Rotenâ), habe ihn aus dem Hafenbecken gefischt.
Der US-amerikanische Autor Frederic Tuten veröffentlichte 1993 den Roman Tim und Struppi in der neuen Welt (Tintin in the New World), der als Hommage an Tutens Freund Hergé gedacht ist, und in dem der Autor Tim und die Personen aus Thomas Manns Zauberberg einander begegnen lÀsst.
Der Comic âTintĂn y el loto rosaâ (âDer rosarote Lotusâ) des spanischen Autors Antonio Altarriba (und der Zeichner Ricard Castells und Javier HernĂĄndez LandazĂĄbal) wurde am 17. November 2007 in Spanien anlĂ€sslich des 100. Geburtstags HergĂ©s veröffentlicht. Als HergĂ©s Verlag davon erfuhr, wurde die weitere Publikation des Werks verboten â mit der BegrĂŒndung im Buch werde âdie PersonalitĂ€t Tims pervertiertâ. Autor Altarriba zum Verbot: âI am totally against plagiarism, but the use of personalities which are already in existence is common. (âŠ) I have used many characters from the past in my books and I have never had a problem. But after this, I will never write again about Tintin.â[7]
In der Simpsons-Episode âEs war einmal in Springfieldâ (Once Upon a Time in Springfield) aus dem Jahr 2010 liegen sich Tim und Haddock, gerĂŒhrt von einem Lied, weinend in den Armen. In der Episode âSzenen einer Eheâ (Husbands and Knives) von 2007 sieht man einen kurzen Clip, der sich in der Fantasie von Lisa abspielt, als diese in einem Comicheft blĂ€ttert. Hier sind Motive aus âDie schwarze Inselâ und âReiseziel Mondâ enthalten. Diese Szenen in beiden Episoden spielen in Paris. In der Episode "Im Namen des GroĂvaters" (In the Name of the Grandfather) (2009) lĂ€stert Bart ĂŒber Belgien, woraufhin seine Mutter ihm mit dem Entzug seiner Tim-und-Struppi-Hefte droht. Bart hĂ€lt dabei den Band Die Krabbe mit den goldenen Scheren in der Hand.
Der junge Reporter Tim ist der Held der Serie. Sein französischer Name Tintin scheint eher ein Familien- als ein Vorname zu sein. Tim scheint keine Familie und in den frĂŒhen Abenteuern auch keine menschlichen Freunde zu haben. Er wohnt zunĂ€chst allein in einem Apartment in der âLabradorstraĂe Nr. 26â im ersten Stock, spĂ€ter mit den Freunden Haddock und Bienlein auf Schloss MĂŒhlenhof. Frauen kommen in Tims Leben kaum vor, und wenn, dann bestenfalls als Karikatur wie Bianca Castafiore. Er arbeitet als Reporter fĂŒr die belgische Zeitung âPetit XXiĂšmeâ, doch sieht man ihn seinen Beruf, auĂer im ersten Band, Im Lande der Sowjets, kaum ausĂŒben. Im zweiten Band, Tim im Kongo, ist nur noch andeutungsweise der Reisezweck einer Reportage zu sehen. In der verfilmten Fassung von âTim in Amerikaâ reist er aufgrund einer Reportage nach Chicago. Ansonsten ist er vollauf damit beschĂ€ftigt, gegen das Böse zu kĂ€mpfen, auch wenn er ĂŒberall als âder berĂŒhmte Reporterâ vorgestellt wird und er manchmal angebliche Reportagen oder Umfragen als Tarnung fĂŒr Recherchen einsetzt (âTim und die Alpha-Kunstâ).
Struppi (französisch Milou) ist Tims treuer Foxterrier. In den frĂŒhen Alben spricht er mit Tim, spĂ€ter hat er nur noch ab und zu Sprechblasen, die seine Gedanken lesbar machen. FĂŒr viele Leser war Struppi von Anfang an der heimliche Star der Serie, bis er spĂ€ter in puncto Beliebtheit von KapitĂ€n Haddock abgelöst wurde. Die Genese seines Namens geht auf die erste Liebe HergĂ©s mit 18 Jahren zurĂŒck. Sie hieĂ Marie-Louise Van Cutsem, hatte aber den Spitznamen Milou.
KapitĂ€n Archibald Haddock (französisch Capitaine Haddock; haddock ist die englische Bezeichnung fĂŒr Schellfisch) ist Seefahrer, hĂ€ufig schlecht gelaunt, cholerisch und dabei tollpatschig. Er raucht Pfeife und liebt Whisky (Lieblingsmarke Loch Lomond). Seine Alkoholkrankheit wird u. a. in Die Krabbe mit den goldenen Scheren und Der Schatz Rackhams des Roten deutlich herausgearbeitet; sie dient auch sonst allenthalben als humoristische Triebfeder. Haddock taucht erstmals im Band Die Krabbe mit den goldenen Scheren auf und entwickelt sich in den weiteren BĂ€nden zum treuen GefĂ€hrten Tims. Am bekanntesten ist Haddock fĂŒr seine FlĂŒche, sowohl fĂŒr seine markantesten Beschimpfungen - âHunderttausend heulende und jaulende Höllenhunde!â (frz.: âMille millions de mille sabordsâ) sowie âHagel und Granaten!â (frz.: âTonnerre de Brest!â) - als auch fĂŒr die farbenfrohen Termini, die er anstelle von direkt anstöĂigen Worten verwendet. Diese Eigenart kam durch einen Protest eines HĂ€ndlers in Zusammenhang mit dem ViermĂ€chtepakt von 1933 zustande, den Herge einmal gehört hatte und der trotz seiner an sich harmlosen Bedeutung einen sehr offensiven Klang hatte.[8]
Anders als Tim sieht man den KapitĂ€n öfters bei der AusĂŒbung seines Berufes. Als Tim ihn in Die Krabbe mit den goldenen Scheren kennenlernt, ist er offiziell KapitĂ€n der Karaboudjan, jedoch hat sein erster Offizier Allan das Kommando an sich gerissen, da Haddock permanent betrunken ist. In Der geheimnisvolle Stern fĂŒhrt er dann aber das Expeditionsschiff zum Meteor ins Nordpolarmeer und in Der Schatz Rackhams des Roten die Sirius in die Karibik. Danach lebt er finanziell unabhĂ€ngig auf seinem Schloss MĂŒhlenhof (franz.: Moulinsart). In Im Reiche des schwarzen Goldes wird er in einer Krisenlage zur Marine einberufen, um schlieĂlich in Kohle an Bord fĂŒr den entscheidenden Teil der Geschichte ein letztes Mal das Kommando eines Schiffes zu ĂŒbernehmen.
Der Vorname KapitĂ€n Haddocks wird erst im letzten Band von Tim und Struppi (Tim und die Picaros) genannt â und das auch nur nebenbei. Zuvor wurde er von allen Figuren meist nur mit âKapitĂ€nâ angesprochen. Im unvollendeten Band Tim und die Alpha-Kunst wird der Vorname erneut erwĂ€hnt.
Professor Balduin Bienlein (französisch Professeur Tryphon Tournesol; tournesol: âSonnenblumeâ) trat erstmals in Der Schatz Rackhams des Roten auf. Zu den Errungenschaften des schwerhörigen, aber genialen Erfinders gehören eine atomgetriebene Mondrakete, ein Mini-U-Boot, ein Farbfernseher (mit kleinen SchwĂ€chen), aber auch eine unheilbringende Ultraschallwaffe. Seine Motorrollschuhe, die er selber testete, konnten sich nicht durchsetzen. KapitĂ€n Haddock steht den Erfindungen des Professors in der Regel sehr kritisch gegenĂŒber, vor allem einer Tablette, nach deren Einnahme Alkohol ungenieĂbar ist.
Zur Ausstattung Bienleins gehört neben Brille, Hut und Schirm auch meist sein Pendel, dem er fasziniert ânach Westenâ folgt. Eigentlich die LiebenswĂŒrdigkeit in Person, sollte man ihn jedoch nicht reizen oder sich ĂŒber ihn lustig machen, da er zu WutanfĂ€llen fĂ€hig ist, bei denen sogar Haddock die Spucke wegbleibt. Bienleins Schwerhörigkeit ist ein Quell bestĂ€ndiger MissverstĂ€ndnisse und Wortspiele, er selbst bezeichnet sich lediglich als âein klein wenig harthörigâ. In Reiseziel Mond benutzt er vorĂŒbergehend ein Hörrohr; spĂ€ter im selben Band sowie in der Fortsetzung Schritte auf dem Mond trĂ€gt er sogar ein HörgerĂ€t im Ohr, um den Funkverkehr besser verfolgen zu können. In spĂ€teren Comics finden allerdings beide Hörhilfen keine Verwendung mehr.
Am Ende von Der Schatz Rackhams des Roten steuert Bienlein, nachdem er das Patent fĂŒr das im selben Band getestete Mini-U-Boot gewinnbringend an die Regierung hat verkaufen können, das Geld zum Kauf von MĂŒhlenhof bei, das er seitdem zusammen mit KapitĂ€n Haddock bewohnt. Hier betreibt er ein kleines Labor, welches sich im Schlosspark befindet. HergĂ© selbst Ă€uĂerte in einem Interview, von Auguste Piccard zur Figur Bienleins inspiriert worden zu sein. Auch gewisse Menschlichkeiten von Norbert Wiener oder Albert Einstein könnten dem âzerstreuten Professorâ als Vorbild gedient haben.
Schulze und Schultze (französisch Dupont et Dupond) sind zwei ungeschickte Detektive, die wie Zwillinge aussehen und fĂŒr viele komische Einlagen in den Geschichten verantwortlich sind. Sie sind sehr misstrauisch und halten sich fĂŒr genial. Zu unterscheiden sind sie allein an der Form ihres Schnurrbartes, welchen sie nach eigener Aussage bereits seit frĂŒher Kindheit tragen: Der von Schulze ist bei genauerem Hinsehen schmaler als der seines Kollegen Schultze, dessen Schnurrbart an den Ă€uĂeren Enden ein wenig geschweift ist. FĂŒr ihre geheimen Auslandsmissionen werfen sie sich zu Tarnzwecken stets in âlandestypische Trachtâ, womit sie bei Freund wie Feind stets fĂŒr groĂes Aufsehen und GelĂ€chter sorgen. Oft geraten sie dann an die örtliche Polizei bzw. an die lokalen SicherheitskrĂ€fte (siehe Reiseziel Mond), können sich aber nicht ausweisen, da ihre Dienstausweise ihnen stets abhanden zu kommen scheinen.
Schulze und Schultze tauchten zuerst in der Urversion von Die Zigarren des Pharaos auf, ihr Cameo im frĂŒheren Abenteuer Tim im Kongo ist nur in der spĂ€ter neu gezeichneten, farbigen Fassung des Bandes enthalten. HergĂ© soll unter anderem durch seinen Vater und dessen Zwillingsbruder zu den Figuren der beiden Detektive inspiriert worden sein.
Der Band Der Blaue Lotos fĂŒhrt Tim ins reale China, vorrangig in die Umgebung von Shanghai und in ein Ăberschwemmungsgebiet am Jangtsekiang. HergĂ© stellte das zeitgenössische China mit recht detaillierten Landschaften und Bauten dar, mit den spĂ€ten Folgen des Opiumhandels, verarbeitete Ereignisse der Mandschurei-Krise, nahm visionĂ€r Ereignisse am Anfang des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges voraus und setzte sich mit der Rolle der westlichen Machthaber in Shanghai auseinander. Den zur Zeit der angesiedelten Handlung tobenden chinesischen BĂŒrgerkrieg zwischen Kommunisten und Kuomintang blendete er jedoch völlig aus und wies den Chinesen abgesehen von einigen Kriminellen und MitlĂ€ufern lediglich eine passive Opferrolle fremder MĂ€chte zu.
Die Abenteuer König Ottokars Zepter, Reiseziel Mond, Schritte auf dem Mond und Tim und der Haifischsee spielen zu groĂen Teilen in Syldavien.
Markantestes Merkmal Plekszy-Gladzâ ist sein schwarzer Schnurrbart, der Staatssymbol ist, auf allen öffentlichen GebĂ€uden und DenkmĂ€lern prangt und sich sogar in der StoĂstangenform bordurischer Autos wiederfindet. Das Schnurrbartsymbol findet sich auch in der Sprache: Der Zirkumflex-Akzent z. B. in SzohĂŽd (der Hauptstadt Borduriens) nimmt öfter die gleiche Form an. Von seinen Untergebenen wird das Schnurrbartsymbol auf einer roten Armbinde getragen. Der schwarze Schnurrbart befindet sich im Innern eines weiĂen Kreises, eine offensichtliche Anspielung auf die schwarz-weiĂ-rote Hakenkreuzflagge der Nationalsozialisten, zumal die AnhĂ€nger Plekszy-Gladzâ als âMustaschistenâ (von frz. moustache: âSchnurrbartâ) bezeichnet werden. Der militĂ€rische GruĂ âAmaih Plekszy-Gladz!â kann in diesem Zusammenhang als Zitat der Formel âHeil Hitlerâ gedeutet werden. DemgegenĂŒber erinnert die ausschwenkende Form des Schnurrbartes an die Barttracht Stalins.
Das bei der gleichnamigen Kleinstadt mit Bahnanschluss gelegene barocke Schloss MĂŒhlenhof (französisch Moulinsart) gehörte ursprĂŒnglich Haddocks Vorfahren Frantz, Ritter von Hadoque. Zwischenzeitlich war es in den Besitz der kriminellen BrĂŒder Vogel-Faull gelangt und stand nach deren Scheitern am Ende des Bandes Der Schatz Rackhams des Roten zum Verkauf. Da die familiĂ€re Beziehung Haddocks zu der Immobilie inzwischen bekannt war, kaufte Haddock das Schloss mit Geld, das Bienlein durch die Einnahmen aus dem Lizenzverkauf fĂŒr sein Mini-U-Boot an die Regierung aufbringen konnte. In einem Geheimversteck im Schloss fanden Tim und Haddock schlieĂlich den Schatz Rackhams, der dort offenbar von Haddocks Ahnherr eingelagert worden war und die Zwischenzeit unberĂŒhrt ĂŒberstanden hatte. Der materiell nun gesicherte Haddock machte das Schloss in der Folge zu seinem Wohnsitz, auf dem sich allerdings auch Tim ab sofort regelmĂ€Ăig fĂŒr lĂ€ngere Zeit aufhielt. Das gleiche gilt fĂŒr Bienlein, der von Zeit zu Zeit sogar ein Labor in einem Gartenhaus im Park des Schlosses betreibt. Das Schloss, der Park und die umgebenden LĂ€ndereien wurden ĂŒblicherweise Ausgangs- und Endpunkt der Handlungen der folgenden Geschichten und in Die Juwelen der SĂ€ngerin sogar Hauptschauplatz. Bemerkenswerteste RĂ€umlichkeit des Schlosses ist der Marinesaal, in dem Haddock verschiedene Devotionalien um seinen Vorfahren und die Einhorn ausstellt. Das Schloss ist bis auf die beiden Ă€uĂeren FlĂŒgel von HergĂ© dem echten ChĂąteau de Cheverny nachempfunden worden.
Khemed ist ein territorial nicht exakt definiertes, fiktives Emirat auf der arabischen Halbinsel. Die Hauptstadt ist Watisdah und verfĂŒgt ĂŒber einen Feldflugplatz. Das Hauptexportgut der khemedischen Wirtschaft ist Rohöl. Khemed hat eine KĂŒste am Roten Meer. Es gibt den Dschebel, eine in den Felsen einer Schlucht gehauenene Stadt, die HergĂ© nach dem Vorbild des realen Petra in Jordanien gestaltete.
Alle 25 Tim-und-Struppi-Alben mit deutschem Titel, Jahr der Erstveröffentlichung und Originaltitel:
HergĂ© verfĂŒgte in seinem Testament, dass niemand nach ihm Tim und Struppi weiterfĂŒhren sollte. So wurde auch sein unvollendetes Abenteuer Tim und die Alphakunst nur als eine Serie von Skizzen und Notizen veröffentlicht. 1987 schloss Fanny Vlaminck, HergĂ©s 2. Ehefrau, die HergĂ©-Studios und grĂŒndete die HergĂ©-Stiftung. 1988 stellte das Magazin Tintin sein Erscheinen ein.
Die HergĂ©-Stiftung, die den Nachlass und die Rechte an den Comics verwaltet, verhinderte 2001, dass der Band Tim in Tibet in China unter dem Titel Tim und Struppi im chinesischen Tibet erscheint. Von der International Campaign for Tibet (ITC) wurde der HergĂ©-Stiftung im Mai 2006 der âLight of Truth Awardâ durch den Dalai Lama verliehen (weiterer PreistrĂ€ger war Desmond Tutu).[9]
Die schwarzweiĂen Originalfassungen der BĂ€nde 0â8 wurden 1992â1996 vom Carlsen-Verlag als Faksimile unter dem Titel âDie Abenteuer von Tim und Struppiâ neu aufgelegt. Diese BĂ€nde sind mittlerweile gefragte Sammlerobjekte[10]
7 Episoden sind auf LĂ«tzebuergesch erschienen, zwischen 1987 und 1994. Ăbersetzer war Lex Roth. In Reihenfolge des Erscheinens der Originale:
WÀhrend Tim und Struppi hier original Tintin und Milou bleiben und der KapitÀn KapitÀn Haddock, wird aus Bienlein/Tournesol Ditchen und aus den Schultzes Biwer a Biver.
Einige Alben wurden auf Berndeutsch ĂŒbersetzt. Die Serie heiĂt TĂ€ntĂ€nâs AbetĂŒĂŒr und die Figuren heiĂen:
Die Alben sind (Liste eventuell nicht abgeschlossen):
Bisher zwei Alben sind ins ElsĂ€ssische ĂŒbertragen worden: Der Fall Bienlein als âDâAffair mitâm Tournesolâ und Die Juwelen der SĂ€ngerin als âDe Castafiore ihre Schmuckâ. WĂ€hrend die wichtigsten Hauptfiguren hier ihre französischen Originalnamen beibehalten (Titel: âDe Tintin un de Milouâ) geben andere Figuren Gelegenheit zu den ĂŒblichen Wortspielen: Fridolin Kiesewetter beispielsweise heiĂt Jules Vumgas (âvom Gasâ), zwei Reporter Franz Eesch (franzeesch = französisch) und Germain Nischt (elsĂ€ssische Aussprache von germaniste = Germanist).
Insgesamt wurden zwei verschiedene Hörspielfassungen veröffentlicht. Zwischen 1972 und 1975 vertonte Kurt Vethake fĂŒnf Geschichten fĂŒr die Hörzu. Diese hatten keine festen Folgennummerierungen.
Aufgrund der groĂen Beliebtheit der Comics und der Zeichentrickserie entschied sich das Hörspiellabel Maritim 1984 dazu, die Serie erneut als Hörspielreihe zu veröffentlichen. Diese unterschied sich aber von den Hörspielen aus den 1970er Jahren. In einer verĂ€nderten Reihenfolge erschienen zunĂ€chst zwölf Folgen, die von Hans-Joachim Herwald und Michael Weckler in den âRabbit Studiosâ produziert wurden.
Nach der Ăbernahme des Labels durch die Ariola wurden die ersten zwölf Folgen unter dem Labelnamen âAriola Expressâ wieder veröffentlicht, wobei das Cover-Layout verĂ€ndert wurde, der Inhalt jedoch identisch blieb. Die ĂŒbrigen acht Folgen (Folgen 13 - 20) wurden 1986/1987 unter der Regie von Hans-Joachim Herwald und Wolfgang Buresch produziert.
| Folge | Titel | Produktionsjahr | Verlag / Label |
|---|---|---|---|
| 0 | Der Fall Bienlein | 1972 | Hörzu |
| 0 | Der Sonnentempel | 1972 | Hörzu |
| 0 | Der Blaue Lotos | 1975 | Hörzu |
| 0 | Flug 714 nach Sydney | 1975 | Hörzu |
| 0 | Das Geheimnis der Einhorn | 1975 | Hörzu |
| 1 | Die Krabbe mit den goldenen Scheren | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 2 | Das Geheimnis der Einhorn | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 3 | Der Schatz Rackhams des Roten | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 4 | Reiseziel Mond | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 5 | Der Fall Bienlein | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 6 | Die Juwelen der SĂ€ngerin | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 7 | Die sieben Kristallkugeln | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 8 | Flug 714 nach Sydney | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 9 | Kohle an Bord | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 10 | Tim und die Picaros | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 11 | Tim in Tibet | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 12 | Der geheimnisvolle Stern | 1984 | Maritim / Ariola Express |
| 13 | Die Zigarren des Pharao | 1986 | Ariola Express |
| 14 | Der Blaue Lotos | 1986 | Ariola Express |
| 15 | König Ottokars Zepter | 1986 | Ariola Express |
| 16 | Im Reiche des schwarzen Goldes | 1986 | Ariola Express |
| 17 | Tim im Kongo | 1987 | Ariola Express |
| 18 | Tim in Amerika | 1987 | Ariola Express |
| 19 | Der Arumbaya-Fetisch | 1987 | Ariola Express |
| 20 | Die schwarze Insel | 1987 | Ariola Express |
Die Hörspielfolgen sind ĂŒberwiegend auf Hörspielkassetten (MCs) und teilweise auf Langspielplatten (LPs) erschienen.
Die Sprecher der Hauptrollen sind Lutz Schnell als Tim (auch bei der Fernsehserie), Gottfried Kramer als KapitĂ€n Haddock, Joachim Wolff als Professor Bienlein und GĂŒnter LĂŒdke sowie Klaus Wagener als Schulze und Schultze. Eine besondere Rolle nimmt Wolfgang Buresch als Struppi ein, der den Part des ErzĂ€hlers spricht.
In den dreiĂiger Jahren wurde eine Bilderserie auf Filmstreifen zur VorfĂŒhrung in speziellen Projektoren veröffentlicht. Die einzelnen Bilder enthielten Sprechblasen mit Text.
1947 entstand in Belgien ein Puppen- Animationsfilm mit dem Titel "Le Crabe aux pinces dŽor" von Claude Misonne und Wilfried Bouchery. Der Film hat eine LÀnge von 59 Minuten. Er ist in Frankreich als DVD erhÀltlich.
Das Filmunternehmen UFA ATB veröffentlichte 1975 von Tim und Struppi vor der Verbreitung von Videos auch Super-8-Schmalfilme mit Ton (wĂ€hlbar in schwarz-weiĂ oder Farbe). Es handelte sich hierbei um Zusammenschnitte des Kinofilms âTim und Struppi im Sonnentempelâ (Le temple du soleil) von 1969.
Veröffentlicht wurden drei 80 m lange Filme:
Ebenso erschienen mehrere VHS-Videos (alle inhaltlich leicht bis deutlich abgeĂ€ndert) von UFA/Belvision ĂŒber die folgenden Alben (Liste eventuell nicht abgeschlossen):
1991 bis 1993 wurde in französisch-kanadischer Koproduktion eine Zeichentrickserie unter der Regie von Stéphane Bernasconi und mit der Musik von Ray Parker Jr. und Tom Szeczseniak produziert. CITEL Video veröffentlichte ab 1992 alle Folgen auch auf Video (VHS), in Deutschland erfolgte der Vertrieb durch ATLAS Film.
Von 1991 bis 1993 erschienen 39 Folgen.
Die Folgen âIm Lande der Sowjetsâ von 1929 und âTim in Kongoâ von 1930 wurden nicht fĂŒr die Fernsehserie umgesetzt. Die letzte Folge âTim und die Alphakunstâ von 1983 war als Comic nicht vollendet worden.
Einige der Folgen, die auf den VHS-Kassetten erschienen sind, wurden ab 1995 auch digitalisiert auf Video-CD veröffentlicht, allerdings in der QualitÀt der VHS-Kassetten. Produziert wurden die Video-CDs von Ellipse Programme, Nelvana Limited in Zusammenarbeit mit den Fernsehsendern France 3, M6 und The Family Channel. Der Vertrieb mit der AltersbeschrÀnkung FSK ab 6 Jahren erfolgte in Deutschland durch Philips Media (nur Tim in Tibet) oder Schneider & Partner (Dortmund).
Folgen auf Video-CD in deutscher Sprache:
In Kanada wurden zudem drei Sets mit jeweils sieben Folgen in englischer Sprache auf Video-CD von Gipsy Video veröffentlicht. In Asien wurden 21 Video-CDs ab 1997 unter dem Label Tora Entertainment veröffentlicht.
Die zwei lĂ€ngeren Zeichentrickfilme fĂŒrs Kino und Fernseh-Abendprogramm sind:
Beide sind in Deutschland seit November 2006 auf DVD erhÀltlich.
Die zwei Spielfilme fĂŒrs Kino sind:
Die beiden Filme wurden im November 2009 erstmals mit deutscher Synchronisation auf DVD veröffentlicht.
Seit 2009 arbeiten Steven Spielberg und Peter Jackson an einer dreiteiligen Tim-und-Struppi-Verfilmung. Der erste Teil mit dem Namen Die Abenteuer von Tim und Struppi â Das Geheimnis der Einhorn ist am 27. Oktober 2011 ins Kino gekommen.[11] In den Hauptrollen sind Jamie Bell als Tim und Andy Serkis als KapitĂ€n Haddock zu sehen.[12] Das Drehbuch stammt von Steven Moffat, Edgar Wright und Joe Cornish, der Film wird von Paramount Pictures, Columbia Pictures und Nickelodeon Movies produziert. Der Film wurde im Motion Capture-Verfahren gedreht; das Ergebnis ist ein 3D-Hybrid (weder Zeichentrick noch Film); die 1240 Einstellungen implizieren hĂ€ufige Bildschnitte.[13]
Zum 75. JubilĂ€um 2004 und 2005 wurde in zwei Sammelboxen auf DVD die 1991 bis 1993 produzierte 39-teilige französisch-kanadische Fernsehserie verkauft, wobei die 18 Doppelfolgen jeweils zu einer einzelnen langen Folge zusammengeschnitten wurden, so dass es insgesamt 21 Folgen gibt. Die DVDs sind auch einzeln erhĂ€ltlich. Regie fĂŒhrte StĂ©phane Bernasconi und die Musik wurde von Ray Parker Jr. und Tom Szeczseniak zusammengestellt.
Die Episoden:
Veröffentlichung in Deutschland am 29. November 2004.
Die Episoden:
Veröffentlichung in Deutschland am 24. Januar 2005.
Bei Der geheimnisvolle Stern, Der Schatz Rackhams des Roten und Tim in Amerika handelt es sich um Einzelfolgen, der Rest sind Doppelfolgen.
Die Zeichentrick-Kinofilme âTim und Struppi im Sonnentempelâ (Le temple du soleil) von 1969 und âTim und Struppi und der Haifischseeâ (Le lac aux requins) von 1972 sind zusammen mit dem Fernsehfilm âDer Fall Bienleinâ von 1964 als âTim & Struppi â Spielfilm Boxâ am 20. November 2006 auf DVD in Deutschland veröffentlicht worden.
Extras: JubilÀums-Sticker und zwei Sammlerpostkarten
Tim und Struppi wurde auf den Video- und Computerspielmarkt eingefĂŒhrt. Das Software-Unternehmen Infogrames veröffentlichte 1988 in Frankreich auf einer 5ÂŒâł-Diskette das PC-Spiel âTintin Sur La Luneâ. Im folgenden Jahr erschienen Versionen fĂŒr die Spielkonsole Atari 2600 und fĂŒr den Heimcomputer C64 auf Datasette. FĂŒr den Commodore Amiga und den Atari ST erschien das Spiel auf 3,5âł-Diskette.
Es folgten von Infogrames 1995 fĂŒr den Super-Nintendo und den GameBoy zwei Spiele mit den Titeln Tim in Tibet und Tim und der Sonnentempel und 1998 nur in Frankreich ein Druckstudio mit Bildschirmschoner und Desktopicons fĂŒr den PC. FĂŒr die Sony PlayStation in der PAL-Version erschien 2001 Tim und Struppis Abenteuerreisen.
Ein Quartettspiel âTintin et les voituresâ folgte 2007, in dem die Autos aus allen Geschichten abgebildet waren.
Seit dem 25. Oktober 2011 bietet iTunes das Adventure-Spiel "Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn" der Firma Gameloft an.