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| République Togolaise Togolesische Republik | |||||
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| Wahlspruch: « Travail, libertĂ©, patrie » frz., âArbeit, Freiheit, Vaterlandâ | |||||
| Amtssprache | Französisch Nationalsprachen: Ewe und Kabiye | ||||
| Hauptstadt | Lomé | ||||
| Staatsform | PrÀsidialrepublik | ||||
| Regierungsform | PrÀsidentielles Regierungssystem | ||||
| Staatsoberhaupt | PrÀsident Faure Gnassingbé | ||||
| Regierungschef | Premierminister Gilbert Houngbo | ||||
| FlĂ€che | 56.785 kmÂČ | ||||
| Einwohnerzahl | 6.587.239
(Quelle: CIA Februar 2011) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 97 Einwohner pro kmÂČ | ||||
| Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[1] | 2.497 Mio. US$ (150.) | ||||
| Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner | 387 US$ (165.) | ||||
| Human Development Index | 0,499 (159.)[2] | ||||
| WÀhrung | 1 CFA-Franc BCEAO 1 ⏠= 655,957 XOF 100 XOF = 0,152449 ⏠(Fixer Wechselkurs) | ||||
| UnabhÀngigkeit | von Frankreich am 27. April 1960 | ||||
| Nationalhymne | Salut Ă toi, pays de nos aĂŻeux | ||||
| Zeitzone | UTC | ||||
| Kfz-Kennzeichen | RT | ||||
| Internet-TLD | .tg | ||||
| Telefonvorwahl | +228 | ||||
Togo (dt.: [ËtoËgo], frz.: [tÉËgo]) ist ein Staat in Westafrika, am Golf von Guinea gelegen, und grenzt an Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Hauptstadt und Regierungssitz ist LomĂ©.
Bis zum Ersten Weltkrieg war das Gebiet Togos deutsche Kolonie (siehe Togoland), danach Mandatsgebiet des Völkerbunds bzw. Treuhandgebiet der Vereinten Nationen unter französischer Verwaltung. GeprĂ€gt wurde das Land fast 40 Jahre lang vom autokratisch regierenden PrĂ€sidenten GnassingbĂ© EyadĂ©ma. Nach dessen Tod 2005 wurde sein Sohn Faure GnassingbĂ© unter Missachtung der Verfassung von der togoischen Armee zum neuen PrĂ€sidenten ernannt. Internationaler Druck und Unruhen im Lande fĂŒhrten nicht zur RĂŒckkehr verfassungsgemĂ€Ăer ZustĂ€nde. Die folgenden Wahlen konnte GnassingbĂ© fĂŒr sich entscheiden, wobei ihm die Opposition und auch die EuropĂ€ische Union massiven Wahlbetrug vorwarfen. Nach wie vor befinden sich mehrere tausend FlĂŒchtlinge im Ausland. Im Human Development Index steht Togo auf dem 162. Platz von 187.
Inhaltsverzeichnis |
Togo hat eine LandesflĂ€che von 56.785 kmÂČ und ist fĂŒr afrikanische VerhĂ€ltnisse ein Kleinstaat: nur wenige LĂ€nder Afrikas haben eine noch kleinere StaatsflĂ€che. Es hat eine langgestreckte, schmale Form mit einer Ausdehnung in Nord-SĂŒd-Richtung von etwa 550 km, in West-Ost-Richtung aber nur 50 bis 140 km. Davon sind 16 % bewaldet, 25 % Ackerland und 3,5 % Weideland.
Das Land liegt in Westafrika bei 8 Grad nördlicher Breite und 1° 10' östlicher LĂ€nge. Es ist in die fĂŒnf Regionen Maritime, Plateaux, Centre, Kara und Savanes aufgeteilt. Die Landesgrenze hat eine LĂ€nge von 1647 km. Davon entfallen 644 km auf die Grenze zu Benin, 126 km auf die Grenze zu Burkina Faso und 877 km auf die Grenze zu Ghana.
Von den palmengesĂ€umten Lagunen und SandstrĂ€nden der 56 km langen KĂŒste erstreckt sich das Ouatchi-Plateau bis ins höhere Tafelland. Das im SĂŒdwesten des Landesinneren bewaldete Togo-Gebirge verlĂ€uft nordostwĂ€rts bis nach Benin. In den niederen Lagen im Norden und SĂŒden herrscht eine Savanne mit Antilopen und Elefanten vor.
Der höchste Berg in Togo ist der Mont Agou mit 986 m Höhe ĂŒber dem Meeresspiegel. Der lĂ€ngste Fluss ist der Mono mit rund 400 km LĂ€nge. Er verlĂ€uft von Nord nach SĂŒd und ist auf 50 km als WasserstraĂe nutzbar.
Das Klima ist ganzjĂ€hrig tropisch-feucht mit durchschnittlichen Temperaturen von 30 °C im Norden und 27 °C an der KĂŒste im SĂŒden. Nachts findet nur eine geringe AbkĂŒhlung statt. Im Norden herrscht fast schon Savannenklima. Am heiĂesten wird es im Februar und MĂ€rz. Im Dezember und Januar weht der staubfĂŒhrende Harmattan aus dem Norden.
Im Norden gibt es eine Regenzeit von Mai bis Oktober deren Höhepunkt der August ist. Dieser ist mit Mittagstemperaturen von etwa 30 °C auch der kĂŒhlste Monat. Der Januar ist am trockensten, die Luftfeuchtigkeit ist dann etwa 22 Prozent. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen dann bei etwa 35 °C, wobei im MĂ€rz zur Mittagszeit ca. 39 °C erreicht werden.
Im SĂŒden kommt es zu zwei Regenzeiten, von April bis Juni und von September bis November. Die regenreichsten Monate sind der Juni und der Oktober. Die Luftfeuchtigkeit betrĂ€gt im Juni etwa 80 Prozent. Der trockenste Monat ist der Dezember. Am wĂ€rmsten ist es im MĂ€rz mit Mittagstemperaturen um die 32 °C. Der kĂŒhlste Monat ist der August mit Temperaturen von etwa 27 °C.
| Bevölkerungsdaten (geschÀtzt 2008) [3] | |
|---|---|
| Lebenserwartung | 58,28 Jahre |
| Sterberate | 9,48 je 1000 Einwohner |
| Geburtenrate | 36,66 je 1000 Einwohner |
| Fruchtbarkeitsrate pro Frau | 4,85 |
| Kindersterblichkeit | 57,66 je 1000 Geburten |
| Bevölkerungswachstum | 2,718 % |
| Bevölkerung unter 15 Jahren | 41,7 % |
| Bevölkerung ĂŒber 65 Jahren | 2,7 % |
Die Bezeichnung der ca. 5.858.673[3] bis 6.239.000[4] Staatsangehörigen von Togo ist laut dem StĂ€ndigen Ausschuss fĂŒr geographische Namen Togoer bzw. Togoerin.[5] Der Duden verzeichnet aber auch die gebrĂ€uchliche Form Togolese bzw. Togolesin.
Die gröĂten StĂ€dte Togos sind (Stand 1. Januar 2005): LomĂ© 760.000 Einwohner, SokodĂ© 117.811 Einwohner, Kara 104.207 Einwohner, KpalimĂ© 95.974 Einwohner und AtakpamĂ© 80.683 Einwohner.
Es gibt eine ausgeprÀgte Wanderungsbewegung vom Land in die StÀdte. Dort besteht allerdings eine immer höher werdende Arbeitslosigkeit gerade unter jungen Menschen. Vor allem junge MÀnner wandern daher ins Ausland ab, mit dem Ziel, in Europa oder Nordamerika Arbeit zu finden.
| Anteil | Volk |
|---|---|
| 40,1 % | Ewe |
| 23,1 % | Temba-Kabre |
| 13,2 % | Akebou |
| 9,7 % | Gurma |
| 12,8 % | afrikanische Minderheiten |
| 0,99 % | andere Ethnien |
Togo ist ein Vielvölkerstaat, der aus beinahe ebenso vielen Ethnien wie Sprachgruppen heterogen zusammengesetzt ist. Die Bevölkerungszahl der unterschiedlichen Ethnien reicht von einigen hundert bis zu einigen Millionen Menschen. Das ZugehörigkeitsgefĂŒhl zur eigenen Ethnie hat seit der UnabhĂ€ngigkeit zugenommen, aber auch immer wieder zu Spannungen gefĂŒhrt.[6]
Die wichtigsten ethnischen Gruppen sind die Ewe (rund 40 %) im SĂŒden und die Kabiye (16 %) in der Mitte und im Norden. Die Ewe dominierten bereits in der deutschen Kolonialzeit das Staatssystem und viele Beamte, FachkrĂ€fte und GeschĂ€ftsmĂ€nner waren Ewe. Ab 1967 endete diese Dominanz und es wurde auch der zweitgröĂten Volksgruppe des Landes, den Kabiye, eine gehobenere Position verschafft, da wĂ€hrend der Diktatur Gnassingbe Eyademas nun viele MilitĂ€rangehörige und SicherheitskrĂ€fte aus den Reihen der Kabiye rekrutiert wurden.[7]
Minderheiten sind die Tem, die Akebou (13,2 %), die Gurma (9,7 %) und die Yoruba (6,8 %). Etwa 0,99 % der Bevölkerung stammt aus Europa oder ist anderer ethnischer Herkunft. Zu der hier genannten Gruppe der togolesischen Minderheiten gehören neben kleineren Volksgruppen Togos auch andere afrikanische Minderheiten, die im Wesentlichen aus den NachbarlÀndern Togos stammen.
| Sprache | Sprecher[4] |
|---|---|
| Ewe | 862.000 |
| Kabiyé | 700.000 |
| Waci/Gbe | 366.000 |
| Tem | 204.000 |
| Gen/Mina | 201.000 |
| Moba | 189.000 |
Nationalsprachen Togos sind Ewe und Kabiye, alleinige Amtssprache ist allerdings Französisch, welches ein Erbe der französischen Kolonialherrschaft darstellt.
Neben Ewe, Kabiye und verschiedenen Kwa- und Gur-Sprachen wird auch die Amtssprache Französisch gesprochen. Dazu kommen noch die Sprachen der âTogo-Restvölkerâ, wie etwa die der Akebou und einiger weiterer. Deren Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Sprachfamilien ist nicht restlos geklĂ€rt.
Eine Liste der Sprachen Togos fĂŒhrt insgesamt 39 lebende Sprachen auf. Neben diesen Sprachen werden aufgrund von Handelskontakten zu den umliegenden LĂ€ndern sowie Migrationsbewegungen Sprachen, darunter Akan aus Ghana und Yoruba (Nigeria), aus den Nachbarstaaten oder anderen westafrikanischen Staaten von kleineren Minderheiten gesprochen. In Togo hat sich keine eigenstĂ€ndige Gehörlosensprache entwickelt, daher wird in Togo die französische GebĂ€rdensprache verwendet.
Es besteht Religionsfreiheit. Etwa die HĂ€lfte der Bevölkerung bekennt sich zu den traditionellen Naturreligionen - vor allem zur Religion der Ga und zur Religion der Yoruba. Daneben hat auch die Voodoo-Religion groĂe Bedeutung. Innerhalb der Volksgruppengesellschaften, ĂŒben GeheimbĂŒnde, vor allem die der Ewe, groĂen Einfluss aus.
Die rund 29 Prozent Christen gehören ĂŒberwiegend der römisch-katholischen Kirche an.[3] Die am stĂ€rksten wachsende Religionsgemeinschaft ist der Islam sunnitischer Richtung, zu dem sich inzwischen ĂŒber 20 % der Bevölkerung, unter anderem Fulbe und Hausa, bekennen. In den KĂŒstenregionen gibt es auch einige kleine jĂŒdische Gemeinden.[8]
Die Lebenserwartung lag nach Angaben[3] durchschnittlich bei 58 Jahren (MĂ€nner 56,2, Frauen 60,43), wobei die hohe Kindersterblichkeit von 5,8 Prozent wesentlicher Faktor dieses vergleichsweise niedrigen Wertes ist.
Die Bevölkerungsstruktur stellt die klassische Bevölkerungspyramide dar. Etwa die HĂ€lfte der Bevölkerung ist unter 16 Jahre alt. JĂ€hrlich ist ein Bevölkerungswachstum von 2,78 Prozent (fĂŒr 2008 geschĂ€tzt) zu verzeichnen.
Die Schulpflicht betrĂ€gt sechs Jahre,[9] der Besuch der Grundschule ist gebĂŒhrenfrei.[10] Das Bildungswesen leidet unter Lehrermangel, geringerer QualitĂ€t im lĂ€ndlichen Raum sowie hohen Wiederholungs- und Abbruchraten.[11]
Schulangebot und Schulbesuch weisen ein erhebliches Nord-SĂŒd- sowie Stadt-Land-GefĂ€lle auf, wobei vor allem in den StĂ€dten des SĂŒdens die Menschen höhere Bildung haben; das unzureichende Bildungsangebot wird vor allem durch zahlreiche Missionsschulen ergĂ€nzt. Vor allem im Norden sind Koranschulen im kommen. Die Analphabetenquote betrug 2003 noch 46,8 %.[12]
1958 gewann Sylvanus Olympio, ein Ewe aus dem SĂŒden, die ersten allgemeinen Wahlen. Am 27. April 1960 wurde er mit der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung von Frankreich der erste PrĂ€sident Togos. Bei einem Aufstand von Offizieren wurde er am 13. Januar 1963 ermordet. Es folgte eine instabile Mehrparteienregierung unter PrĂ€sident Grunitzky. Vom 13. Januar 1967 bis Anfang Februar 2005 beherrschte PrĂ€sident GnassingbĂ© EyadĂ©ma das Land. Er gehörte zur Ethnie der KabiyĂ© aus dem Norden. Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen haben viele Menschen ins Exil gezwungen.
Nach dem Tod von GnassingbĂ© EyadĂ©ma am 5. Februar 2005 ernannte die Armee des Landes seinen Sohn Faure GnassingbĂ©, bis dahin Minister fĂŒr Telekommunikation, zum neuen PrĂ€sidenten. Die Afrikanische Union spricht von einem verfassungswidrigen MilitĂ€rputsch. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS suspendierte am 19. Februar als Reaktion auf die verfassungswidrige Machtergreifung die Mitgliedschaft Togos. Neben weiteren Sanktionen verhĂ€ngte die ECOWAS unter anderem auch ein Waffenembargo.
Am 25. Februar trat Faure GnassingbĂ© aufgrund des internationalen Druckes und des Widerstandes der Opposition zurĂŒck. Die ECOWAS hob daraufhin die Sanktionen auf. Interimistisch wurde der ParlamentsprĂ€sident Abass Bonfoh StaatsprĂ€sident. Der neue Staatschef sollte innerhalb von 2 Monaten gewĂ€hlt werden, was am 24. April geschah.
Die Opposition (Spitzenkandidat war der 74-jĂ€hrige Emmanuel Bob-Akitani) warnte jedoch bereits vor dem Wahltag vor organisiertem Betrug und bezeichnete die Wahlen - unter anderem mit Verweis auf UnregelmĂ€Ăigkeiten bei der Ausstellung von Wahlscheinen - deswegen schon am 23. April als nichtig. Auch auslĂ€ndische Wahlbeobachter berichteten von massiven UnregelmĂ€Ăigkeiten. Wahlurnen wurden vernichtet, Wahlbeobachtern die Ăberwachung der AuszĂ€hlung verwehrt und anderes mehr.
Am 26. April wurde Faure GnassingbĂ© mit angeblich 60,22 % der Stimmen zum Wahlsieger erklĂ€rt. Auch der Oppositionskandidat Emmanuel Bob-Akitani rief sich aber zum Wahlsieger aus und erkannte das Wahlergebnis nicht an. VorwĂŒrfe wegen Wahlbetrugs erhob auch der OppositionsfĂŒhrer Gilchrist Olympio, der nicht zur Wahl antreten durfte. WĂ€hrend der Wahlen wurden etliche Wahlkabinen mit Stimmzetteln gestohlen und OppositionswĂ€hler verfolgt. In den der Wahl folgenden Tagen kam es zu StraĂenkĂ€mpfen mit bis zu etwa 500 Toten und zahlreichen Verletzten, so die der Weltöffentlichkeit berichteten Zahlen. UnbestĂ€tigten Berichten zufolge fanden vor der Wahl auf dem Lande Massaker an SĂŒd-Togolesen statt. Aus der nordtogolesischen Heimat des PrĂ€sidenten sollen Soldaten und einfache Bauern mit Waffen dorthin beordert worden sein. Auch schon vorher im SĂŒden ansĂ€ssige Nord-Togoer wurden angeblich fĂŒr diese Zwecke an ihren direkten Nachbarn eingespannt. Um die 35.000 Menschen aus SĂŒdtogo flohen in den folgenden Wochen vor allem in die NachbarlĂ€nder Benin und Ghana.
Im Verlauf der Unruhen wurde am 29. April 2005 auch das Goethe-Institut in LomĂ© nach einer VorankĂŒndigung von (vermutlich regierungsnahen) Personen beschossen, gestĂŒrmt und teilweise in Brand gesteckt. Niemand wurde verletzt. Die Regierung von Togo wirft Deutschland vor, auf der Seite der Opposition zu stehen. Das deutsche AuswĂ€rtige Amt verurteilte den Anschlag. Der damalige BundesauĂenminister Fischer forderte ein Ende der antideutschen Hetze. Am 30. April 2005 folgten die ersten Deutschen dem Aufruf des AuswĂ€rtigen Amtes, Togo zu verlassen.
Am 10. Juni 2005 ernannte PrĂ€sident Faure GnassingbĂ©, der wegen seiner umstrittenen Wahl bis heute von der EU nicht anerkannt wird, den AnfĂŒhrer der gemĂ€Ăigten Oppositionspartei Patriotic Pan-African Party Edem Kodjo zum Premierminister. Kodjo war bereits unter Gnassingbes Vater von 1994 bis 1996 Premierminister, davor von 1978 bis 1984 GeneralsekretĂ€r der damaligen Organisation fĂŒr Afrikanische Einheit (OAU), heute Afrikanische Union. Vor der Wahl hatte Kodjo die Einrichtung einer Wahrheits- und Versöhnungskommission nach dem Modell SĂŒdafrikas vorgeschlagen. (Literatur zu diesen GegensĂ€tzen und der Rolle der Bundesrepublik Deutschland sowie Frankreichs dabei siehe Geschichte Togos).
Togo war seit 1967 eine PrÀsidialrepublik. Seitdem herrschte PrÀsident Gnassingbé Eyadéma diktatorisch. Im Jahr 1993 musste er allerdings nach internationalem Druck eine neue liberale Verfassung ausarbeiten, die zuerst von der Opposition bewilligt werden sollte. Diese wurde und wird jedoch oft missachtet und es wird bei Wahlen immer wieder der Vorwurf des Wahlbetruges laut.
Das Parlament (Assemblée Nationale du Togo) hat 81 Mitglieder und wird alle 5 Jahre neu gewÀhlt. Der StaatsprÀsident wird in einer Direktwahl ebenso alle 5 Jahre bestimmt. Aktuell ist es Faure Gnassingbé, der ein Sohn des ehemaligen Diktators ist.
Im Parlament gingen bei der Parlamentswahl 2002 von den 81 Sitzen 72 an die Rassemblement du peuple togolais (RPT), die Partei des damaligen PrÀsidenten Gnassingbé Eyadéma.
2005 wurde Edem Kodjo zum Premierminister gewÀhlt. Er ist Vorsitzender der Convergence Patriotique Panafricaine (CPP), die aus der Fusion der kleinen Oppositionsparteien PAD, UTD, UDS und PDU hervorging. Im September 2006 wurde er von Yawovi Agboyibo als Premierminister abgelöst.
Aus den Parlamentswahlen vom 14. Oktober 2007 ging die Rassemblement du peuple togolais (RPT) mit 50 Sitzen als Sieger hervor. Weitere Sitze im Parlament gingen an die Union des Forces du Changement (27 Sitze) und an die Comité d'Action pour le Renouveau (4 Sitze).
Am 3. Dezember 2007 ernannte PrĂ€sident Faure GnassingbĂ© den Politiker Komlan Mally als Premierminister. Dieser trat am 5. September 2008 zurĂŒck. Am 7. September 2008 ernannte der PrĂ€sident Gilbert Houngbo zum Premierminister.
Menschenhandel, besonders der Handel mit Kindern, ist ein groĂes Problem in Togo. Von Togo aus werden Kinder nach Nigeria, Benin, Kamerun, Liberia oder Gabun verkauft, wo sie sehr oft als Zwangsarbeiter enden. Ăber 300.000 togolesische Kinder im Alter zwischen 5 und 15 Jahren werden schĂ€tzungsweise in anderen LĂ€ndern als ArbeitskrĂ€fte ausgebeutet. Als Drehkreuz des internationalen Handels mit Kindersklaven gilt die Stadt LomĂ©.[13] Die Anzahl arbeitender Kinder zwischen 5 und 14 Jahren in Togo wird insgesamt auf 32,7% geschĂ€tzt (Jungen: 33,7%, MĂ€dchen: 31,6%). [14]
Amnesty International beanstandete fĂŒr das Jahr 2008, dass es zu Misshandlungen von HĂ€ftlingen gekommen sei und auch die Haftbedingungen selbst wurden als unmenschlich eingestuft. Im Jahr 2009 sollen mehrere Menschen in Polizeigewahrsam an Folter oder Misshandlung gestorben sein. Auch das Recht auf freie MeinungsĂ€uĂerung sei stark eingeschrĂ€nkt. Im Juni 2009 wurde die Todesstrafe fĂŒr alle Straftaten abgeschafft.[15]
Das AuswĂ€rtige Amt der Bundesrepublik Deutschland informiert darĂŒber, dass sich die Menschenrechtslage seit 2006 zwar gebessert hat, aber HomosexualitĂ€t weiterhin verfolgt und mit GefĂ€ngnisstrafen von bis zu 3 Jahren und Geldstrafen geahndet werden kann.[16]
Das MilitÀr war in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Verteidigungsstreitkraft, sondern auch in die Politik des Landes involviert. So konnte sich Gnassingbé Eyadéma gerade auch wegen verschiedener MilitÀrputsche und militÀrischer Interventionen 40 Jahre an der Macht des Landes halten. Menschenrechtsorganisationen[17] nennen das MilitÀr Togos im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen im Land.
Die Verteidigungsausgaben des Landes belaufen sich auf ca. 1,6 Prozent (Stand 2006) des Bruttoinlandproduktes.[3]
Die StreitkrÀfte teilen sich auf in die Bodentruppen, die togoische Marine (Marine du Togo), die Luftwaffe (Force Aérienne Togolaise, FAT) sowie die nationale Polizeitruppe (National Gendarmerie (2008).
Der Staat gliedert sich in fĂŒnf Regionen:
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Das Schienennetz Togos ist auf derzeit 517 km, das StraĂennetz auf 7250 km, davon 2376 km befestigt, ausgebaut. Vor wenigen Jahren wurde der Bahnverkehr eingestellt. LomĂ© besitzt den einzigen Hochseehafen des Landes, ĂŒber den fast der gesamte Im- und Export abgewickelt wird.
Togo verfĂŒgt ĂŒber zwei internationale FlughĂ€fen: Flughafen LomĂ© (IATA-Code LFW) und Niamtougou/Lama Kara (IATA-Code LRL).
Togo ist hauptsĂ€chlich ein tropisches, regenabhĂ€ngiges Agrarland. Fast zwei Drittel der ErwerbstĂ€tigen sind in der Landwirtschaft tĂ€tig. Zu den angebauten Grundnahrungsmitteln zĂ€hlen Yams, Maniok, Mais, Hirse, ErdnĂŒsse und Sorghum (Sorgho). Die Landwirtschaft trĂ€gt 38,6 % zum BSP bei, die Industrie 21 %. Das BSP liegt bei 225 Euro pro Kopf und die Auslandsschulden belaufen sich auf 1,318 Mrd. Euro (beides geschĂ€tzt 2003).
Der Phosphatabbau durch die SociĂ©tĂ© Nouvelle des Phosphates du Togo, der 1985 noch 8,4 % zum BSP beigetragen hat, kam 2001 nur noch auf einen Anteil von 2,2 %. Importiert werden IndustriegĂŒter, Maschinen, Fahrzeuge, Nahrungsmittel und Brennstoffe. Die wichtigsten ExportgĂŒter sind Calciumphosphat, verarbeitete Baumwolle (27 %), Kaffee (10 %), Tee und Kakao.
Weitere wirtschaftliche Anreize wurden durch die Schaffung einer Freihandelszone gegeben.
Togo ist Mitglied der International Cocoa Organization.
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 537 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 459 Mio. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,8 % des BIP.[18]
Die Staatsverschuldung betrug 2007 1,8 Mrd. US-Dollar oder 72,0 % des BIP.[19]
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
Traditioneller Nationalsport Togos ist der Ringkampf, ebenfalls eine bedeutende Rolle kommt dem FuĂball zu. Die togoische FuĂballnationalmannschaft nahm bereits mehrmals an FuĂball-Afrikameisterschaften teil, kam jedoch nie ĂŒber die Vorrunde hinaus. 2006 konnte sich die togoische Mannschaft fĂŒr die FuĂball-Weltmeisterschaft qualifizieren wo sie als AuĂenseiter in der Vorrunde scheiterte. Auch fĂŒr die FuĂball-Afrikameisterschaft 2010 in Angola konnte sich Togo qualifizieren, doch man zog seine Teilnahme zurĂŒck, da zwei Tage vor Beginn des Turniers, am 8. Januar 2010, der Mannschaftsbus der togoischen Mannschaft angegriffen wurde. Drei Delegierte starben und weitere Personen, darunter auch Spieler, verletzten sich bei dem von der Frente para a Libertação do Enclave de Cabinda veranlassten Anschlag bei Cabinda. Auf Grund dieses RĂŒckzugs vom Afrika-Cup wurde die Nationalmannschaft Togos vom Afrikanischen FuĂballverband CAF zunĂ€chst fĂŒr die nĂ€chsten zwei Turniere gesperrt. Diese Sperre wurde jedoch ein paar Monate spĂ€ter wieder aufgehoben.
Die Teilnahme Togos an den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking war die achte Teilnahme togoischer Sportler, Benjamin Boukpeti konnte hier mit einer Bronzemedaille im Kanuslalomfahren die erste olympische Medaille fĂŒr Togo gewinnen.
Ăgypten1 | Algerien | Angola | Ăquatorialguinea | Ăthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | ElfenbeinkĂŒste | Eritrea | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Kongo (Dem. Rep.) | Kongo (Rep.) | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | SĂŁo TomĂ© und PrĂncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | SĂŒdafrika | Sudan | SĂŒdsudan | Swasiland | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik
Andere Gebiete:
Ăles Ăparses |
Ilhas Selvagens |
Kanarische Inseln |
Mayotte |
Plazas de soberanĂa (mit Ceuta und Melilla) |
Réunion
Umstrittene Gebiete:
Somaliland |
Westsahara
1 Liegt zum Teil auch in Asien.
Ăgypten | Algerien | Angola | Ăquatorialguinea | Ăthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | ElfenbeinkĂŒste | Eritrea | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea-Bissau | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Kongo, Demokratische Republik | Kongo, Republik | Lesotho | Liberia | Libyen | Malawi | Mali | Mauritius | Mosambik | Namibia | Nigeria | Ruanda | Sambia | SĂŁo TomĂ© und PrĂncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | SĂŒdafrika | Sudan | SĂŒdsudan | Swasiland | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik
Andere Gebiete: Demokratische Arabische Republik Sahara
Suspendierte Mitglieder: Guinea, Madagaskar, Mauretanien, Niger
Ehemaliges Mitglied: Marokko
Afghanistan | Ăgypten | Albanien | Algerien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Benin | Brunei | Burkina Faso | Dschibuti | ElfenbeinkĂŒste | Gabun | Gambia | Guinea | Guinea-Bissau | Guyana | Indonesien | Iran | Irak | Jemen | Jordanien | Kamerun | Kasachstan | Katar | Kirgisistan | Komoren | Kuwait | Libanon | Libyen | Malaysia | Malediven | Mali | Marokko | Mauretanien | Mosambik | Niger | Nigeria | Oman | Pakistan | PalĂ€stinensische Autonomiegebiete | Saudi-Arabien | Senegal | Sierra Leone | Somalia | Sudan | Suriname | Syrien | Tadschikistan | Togo | Tschad | Tunesien | TĂŒrkei | Turkmenistan | Uganda | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate
8.251.18333333333Koordinaten: 8° N, 1° O