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Eine Tonleiter oder Skala ist in der Musik eine definierte auf- oder absteigende Folge von Tönen.
In den meisten Fällen hat eine Tonleiter den Umfang einer Oktave, und folgt dabei in vielen Fällen einem heptatonischen Tonskalenaufbau. Wie eine Tonleiter aufgebaut ist wird im Tonsystem festgelegt.
Die gebräuchlichsten europäischen und außereuropäischen Tonleitern basieren auf 5 oder 7 Tönen innerhalb der Oktave, welche Tonstufen genannt werden. Weit verbreitet sind diatonische Tonleitern in Dur und Moll oder die Kirchenleitern. Tonleitern sind durch Tonabstände definiert. Die in der konkreten Tonleiter enthaltenen Töne bezeichnet man als leitereigen.
In außereuropäischer Musik wie der klassischen arabischen oder indischen Musik gibt es Tonsysteme und Tonleitern, die den Tonraum anders aufteilen. So gibt es Tonleitern, die mehr als sieben festgelegte Tonstufen enthalten, wie zum Beispiel Mugam, Maqam oder Raga.
Inhaltsverzeichnis |
Als Beispiel eine der heute in Mitteleuropa am gebräuchlichsten Tonleitern: die Dur-Tonleiter. Sie besteht aus Tönen im Abstand:
Man kann eine so definierte Tonleiter auf jedem beliebigen Ton beginnen. Durch Angabe eines konkreten Anfangstons (Grundtons) wird daraus eine Tonart wie C-Dur, D-Dur, usw.
C-Dur: C-D-E-F-G-A-H-C
D-Dur: D-E-Fis-G-A-H-Cis-D
Die leitereigenen Töne von C-Dur heißen auch Stammtöne und entsprechen den weißen Tasten auf einer Klaviatur.
Auf einer Klaviatur sind den schwarzen Tasten „erhöhte“ oder „erniedrigte“ leitereigene Töne zugeordnet. Im deutschen Sprachraum werden sie erhöht Cis, Dis, Fis, Gis und Ais genannt und erniedrigt Des, Es, Ges, As und B. In anderen Kulturräumen werden die Töne mit anderen Namen bezeichnet. Heute wird in den meisten Fällen auf Tasteninstrumenten die gleichstufige Stimmung eingesetzt, somit können die Halbtöne enharmonisch ausgetauscht werden. Das heißt, auf einer Klaviatur gibt es nur eine Taste für Cis und Des, für Dis und Es usw. Somit entspricht jeder der zwölf möglichen Töne innerhalb einer bestimmten Oktave einer bestimmten Frequenz. Hauptbeitrag: Frequenztabelle der gleichstufigen Stimmung.
Es gibt unterschiedliche bildliche Darstellungen, die – je nachdem was verdeutlicht werden soll – mehr oder weniger gut geeignet sind, bestimmte Zusammenhänge zu verdeutlichen. In vielen Fällen lehnen sich die Darstellungen an den Griffmustern oder Tabulatoren von Instrumenten an. Einige wenige Darstellungen sind auch von bekannten Musiktheoretikern in deren Werken eingeführt worden, um bestimmte Theorien zu verdeutlichen. Darstellungen, die allen Aspekten gerecht werden, gibt es nicht.
→ Hauptartikel: Das Eulersche Tonnetz
Nach Leonhard Euler[1], veröffentlicht in „Novi Commentarii academiae scientiarum Petropolitanae“[2].
Es bildet nicht nur die Tonbeziehungen der harmonisch-reinen Stimmung ab (die Töne a, e und h erklingen so ein syntonisches Komma tiefer als in der pythagoreischen Quintenkette), sondern auch sehr anschaulich den Akkordvorrat einer jeden Dur- oder Molltonleiter, was insbesondere bei harmonisch und melodisch Moll sehr sinnvoll ist. Tatsächlich sind unsere geläufigen Dur- und Molltonleitern genau so gedacht, als in eine Oktave gebrachtem Tonvorrat der wichtigsten Harmonien (hier: F-Dur (links), C-Dur (mitte), G-Dur (rechts), … Nebenharmonien eben jeweils daneben vgl.: Carl Dahlhaus „Untersuchungen über die Entstehung der harmonischen Tonalität“[3] Zudem lassen sich mit diesem Tonnetz selbst funktionsharmonische Beziehungen verständlich darstellen; vgl.: Renate Imig „Systeme der Funktionsbezeichnung in den Harmonielehren seit Hugo Riemann“[4]
Die innere Symmetrie (hier as-d) wird sofort ersichtlich, was insbesondere bei einer Darstellung der Modi mit begrenzten Transpositionsmöglichkeiten hilfreich ist. Diese Grafik lässt sich auch auf die Darstellung von Zwölftonreihen oder Akkorden erweitern. Jedoch ist diese in dieser Fassung an einen Grundton gebunden. Man kann die Tonbuchstaben einfach weglassen, solange ersichtlich ist, wo die Skala anfängt und wo sie aufhört. Diese Darstellung setzt die gleichstufige Temperatur voraus, was bei Kirchenmodi natürlich historisch nicht korrekt ist. Man könnte aber auch anstelle des Halbtonzirkels die Quintenspirale o. Ä. verwenden. Es sieht so aus, als ob Töne übersprungen würden und es wird nicht zwischen diatonischem und chromatischem Halbtonschritt unterschieden, das ist in jeder Darstellung, die auf der temperierten Skala basiert.
Die folgenden Grafiken stellen verschiedene Tonleitern nach der wenig verbreiteten Tastenbelegung von 6-plus-6-Instrumenten bildlich dar.
Das nebenstehende Schema zeigt eine chromatische Tonleiter. Das unterste Kästchen stellt den Grundton dar. Die Kästchen darüber sind die Töne der Tonleiter, benannt nach ihren Intervall zum Grundton. Die „Leiter“ ist also zickzackförmig zu lesen. Das oberste Kästchen stellt denselben Ton wie der Grundton dar, nur eine Oktave höher.
Das Schema ermöglicht das Erinnern von Mustern. Die Muster sind Distanzmuster, es lassen sich Halbtonschritte, Ganztonschritte und drei Halbtonschritte leicht erkennen.
Dur (Ionisch) |
reines Moll (Äolisch) |
harmonisches Moll |
Zigeuner-Moll |
melodisches Moll |
Dorisch |
Phrygisch |
Lydisch |
Mixolydisch |
Lokrisch |
Chromatisch |
Ganztonleiter |
Dur-Pentatonik |
Moll-Pentatonik |
Alterierte Skala |
Verminderte Skala, 1. Form |
Verminderte Skala, 2. Form |
Spanische und jüdische Tonleiter (z. B. Hava Nagila) |
Zigeuner-Dur (Arabische Tonleiter) |
Mi Sheberach |