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| Toulouse | ||
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| Region | Midi-Pyrénées (Chef-lieu) | |
| Département | Haute-Garonne (Préfecture) | |
| Arrondissement | Toulouse (Chef-lieu) | |
| Kanton | Chef-lieu von 15 Kantonen | |
| Koordinaten | 43° 36âČ N, 1° 27âČ O43.60444444441.44194444444144Koordinaten: 43° 36âČ N, 1° 27âČ O | |
| Höhe | 144 m (115â263 m) | |
| FlĂ€che | 118,30 kmÂČ | |
| Einwohner | 440.204 (1. Jan. 2009) | |
| Bevölkerungsdichte | 3.721 Einw./kmÂČ | |
| Postleitzahl | 31000, 31100, 31200, 31300, 31400, 31500 | |
| INSEE-Code | 31555 | |
| Website | www.toulouse.fr | |
| Das Capitole, das Rathaus von Toulouse | ||
Toulouse [tuluËz] (okz. Tolosa [tuËluzÉ]; deutsch veraltet: Tholosen; die Einwohner heiĂen frz. Toulousains bzw. Toulousaines) ist eine Stadt im SĂŒden Frankreichs, am Fluss der Garonne.
Im Stadtzentrum leben 440.204 Einwohner (Stand 1. Januar 2009) und im Ballungsgebiet ĂŒber 750.000 Menschen â damit ist Toulouse die viertgröĂte Stadt in Frankreich.
Toulouse ist Hauptstadt der zweitgröĂten Region Midi-PyrĂ©nĂ©es mit 45.000 kmÂČ und Verwaltungssitz des DĂ©partements Haute-Garonne. Im Mittelalter war Toulouse Hauptstadt der Region Okzitanien. Bis zur Französischen Revolution war die Stadt offizielle Hauptstadt der Provinz Languedoc.
| Toulouse | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm (ErklÀrung) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Inhaltsverzeichnis |
Toulouse liegt am Fluss der Garonne, auf einer Höhe von 146 m.[1] Die Stadt ist durch KanÀle - den Canal du Midi und den Garonne-Seitenkanal - mit dem Mittelmeer und dem Atlantik verbunden. Toulouse ist 589 km Luftlinie von Paris entfernt.
Toulouse war unter dem Namen Tolose eine wichtige gallische Stadt, welche sich damals 8 km sĂŒdlich bei Vieille-Toulouse befand. 106 v. Chr. von den Römern eingenommen und Tolosa (lat.) genannt, trug sich hier der Raub des Goldes von Tolosa durch Quintus Servilius Caepio zu. Etwa im Jahr 8 v. Chr. wurden die Einwohner, vermutlich auf römischen Befehl, an die Stelle der heutigen Stadtmitte umgesiedelt. Toulouse war seit dem 4. Jahrhundert Bischofssitz. Zahlreiche StraĂen in der Toulouser Innenstadt folgen noch dem Grundriss der römischen Siedlung. Von 419 bis 507 war sie Hauptstadt des Westgotenreichs, anschlieĂend wurde sie vom frĂ€nkischen König Chlodwig I. erobert. 721 wurde die Stadt mehrere Monate von Arabern erfolglos belagert (Schlacht von Toulouse). Zwischen 781 und 843 war Toulouse Sitz des Königreichs von Aquitanien, danach erfolgte die GrĂŒndung der selbstĂ€ndigen Grafschaft Toulouse. In dieser Zeit war die Stadt Zentrum der Languedoc-Kultur.
Im Mittelalter zĂ€hlte Toulouse zu den reichsten StĂ€dten Frankreichs. FĂ€rberwaid, eine Pflanze, die damals den einzigen bestĂ€ndigen blauen Farbstoff lieferte, gedieh auf den kalkhaltigen Böden der Umgebung besonders gut. Toulouse beherrschende Marktstellung endete, als die Portugiesen begannen, aus ihren Kolonien das preisgĂŒnstigere Indigo zu importieren.
1208 rief Papst Innozenz III nach der Ermordung seines Legaten Pierre de Castelnau zum Kreuzzug gegen die Albigenser auf. Der Aufruf hatte Erfolg. Die Stadt wurde geplĂŒndert.
1228 gab Graf Raimund VII. von Toulouse nach einem zermĂŒrbenden und zerstörerischen Krieg von fast 20 Jahren den Widerstand auf und unterschrieb den Vertrag von Paris (1229).
1271 wurde Toulouse unter französische Krone gestellt, blieb jedoch bis 1790 weitgehend unabhÀngig. Obwohl viele Protestanten zur Zeit der Reformation in Toulouse lebten, stellte sich die Stadt in den Religionskriegen auf die römisch-katholische Seite. 1562 wurden ca. 4000 Hugenotten ermordet.
Im Juni 1875 forderte ein verheerendes Garonne-Hochwasser ĂŒber 200 Tote und tausende Einwohner wurden obdachlos. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte die Stadt ihr gröĂtes industrielles Wachstum. In der Zeit des Spanischen BĂŒrgerkriegs (1936â39) kamen etwa 25.000 Spanier nach Toulouse, nach dem Ende des Algerienkriegs (1962) etwa ebenso viele Algerier und Algerienfranzosen.
WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges war Toulouse vom 11. November 1942 bis 19. August 1944 von deutschen Truppen besetzt. Abgesehen von mehreren britisch-amerikanischen Luftangriffen auf die RĂŒstungsindustrie blieb die Stadt von Kampfhandlungen verschont.
Am 21. September 2001 kam es in Toulouse zu einer der gröĂten Explosionskatastrophen mit 31 Toten und tausenden Verletzten (siehe auch Explosion in Toulouse)
Seit den 1980er Jahren hat sich Toulouse zu einem der bedeutendsten Luftfahrtzentren der Welt entwickelt. Etwa 34.000 BeschÀftigte arbeiten in diesem Industriezweig, welcher in Toulouse bereits eine lange Tradition hat:
Um 1890 konstruierte ClĂ©ment Ader in Muret (25 km sĂŒdl. von Toulouse) bereits mehrere motorisierte FluggerĂ€te.
Im Ersten Weltkrieg wurde die französische Flugzeugproduktion nach Toulouse verlagert, da die Stadt aufgrund ihrer Entfernung vom Kriegsgeschehen als sicher galt.
Ab 1919 starteten von hier aus PostflĂŒge zunĂ€chst nach Marokko, dann weiter nach Dakar und ĂŒber den Atlantik nach SĂŒd- und spĂ€ter Nordamerika. Unter den Piloten, fĂŒr die Toulouse der Heimatflughafen war, war auch der französische Autor Antoine de Saint-ExupĂ©ry.
In den 1960er Jahren entschloss sich die französische Regierung, alle zivilen LuftfahrtaktivitĂ€ten hier zu konzentrieren. Hier wurde von Sud Aviation u. a. die Caravelle gebaut und das Nachfolgeunternehmen AĂ©rospatiale fertigte in Toulouse die französischen Concorde Maschinen. Heute liegt auf dem WerksgelĂ€nde am Flughafen Toulouse Airbus France und die Konzernzentrale der Airbus SAS. Airbus ist der gröĂte Arbeitgeber der Stadt. In Toulouse findet auch die Endmontage des neuen Airbus A380 statt.
Die Stadt besitzt neben der Luft-(Airbus) und Raumfahrtindustrie (EADS) auch Maschinenbau, Eisen- und Textilindustrie und ist dazu ein groĂes Handels- und Verkehrszentrum.
Joseph de Rigaud, ein Professor an der UniversitĂ€t fĂŒr Rechtswissenschaft, wurde am 28. Februar 1790 zum ersten BĂŒrgermeister von Toulouse gewĂ€hlt und regierte fĂŒr zwei Jahre. Vorher wurde die Stadt von StadtrĂ€ten (Capitouls) gefĂŒhrt. Heute betrĂ€gt die Amtszeit in der Regel vier Jahre.
Die BĂŒrgermeister von 1944 bis heute:
Toulouse pflegt StÀdtepartnerschaften mit den folgenden StÀdten:
AuĂerdem wurden Kooperationsabkommen geschlossen mit:
Toulouse ist eine SchĂŒler- und Studentenstadt mit insgesamt ĂŒber 97.000 Studenten. Somit ist sie neben Paris und Lyon die Stadt mit den meisten Studenten in Frankreich. Zahlreiche Kultur- und Bildungseinrichtungen sind in Toulouse zu finden. Dazu gehören:
An der UPS werden hauptsĂ€chlich Naturwissenschaften, wie Biologie, Physik, Pharmazie und Informatik gelehrt. Aber auch Sprachen machen einen erheblichen Anteil der universitĂ€ren Ausbildung aus. Die UT1 beherbergt vor allem die Fachrichtungen der Wirtschafts-, Rechts- und Politikwissenschaften. Auch hier spielen Fremdsprachen im universitĂ€ren Alltag eine groĂe Rolle und der Anteil der internationalen Studierenden ist sehr groĂ.
Die Bedeutung des Hochschullebens in Toulouse manifestiert sich ebenfalls durch den Reichtum und die Vielfalt der gegenwĂ€rtigen Laboratorien der Forschung auf dem Campus. Die wichtigen groĂen Ingenieursschulen sind:
Da in Toulouse auch ĂŒber 5.000 Deutsche leben, viele von ihnen aus beruflichen GrĂŒnden (insbesondere als Angestellte des europĂ€ischen Gemeinschaftsunternehmens Airbus), gibt es seit den 70er Jahren vor allem fĂŒr deren Kinder, aber auch fĂŒr die Kinder aus binationalen Familien das Angebot einer Schule, in der sie in deutscher Sprache und nach dem deutschen Schulsystem unterrichtet werden:
Mit 15.000 bis 20.000 jĂ€hrlichen ZuzĂŒgen ist der Ballungsraum Toulouse zur Zeit der am schnellsten wachsende Frankreichs. Die nachfolgenden Einwohnerzahlen beziehen sich auf Toulouse innerhalb der Stadtgrenzen:
| Jahr | Einwohner |
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|---|---|---|
| 1962 [2] | 323.724 | |
| 1968 | 370.796 | |
| 1975 | 373.796 | |
| 1982 | 347.995 | |
| 1990 | 358.688 | |
| 1999 | 390.350 |
Toulouse wird aufgrund seiner zahlreichen Bauwerke aus roten Ziegelsteinen auch la ville rose âârosarote Stadtâ- genannt. Bekannte SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt sind:
Bei Toulouse liegt der Flughafen Toulouse-Blagnac. Er wird gleichermaĂen fĂŒr den Linienverkehr als auch als Werksflughafen vom Flugzeughersteller Airbus genutzt. Der Hauptbahnhof von Toulouse, der Gare Matabiau, befindet sich etwas nordöstlich des Stadtkerns. Der Busbahnhof befindet sich in seiner direkten Nachbarschaft.
Der Personennahverkehr wird hauptsĂ€chlich durch Busse gewĂ€hrleistet. Seit 1993 gibt es auch eine U-Bahn (MĂ©tro Toulouse), die zunĂ€chst mit der Linie A einen verbesserten Transport zwischen Osten und Westen der Stadt gewĂ€hrleistete. Die Linie B, die in Nord-SĂŒd-Richtung verlĂ€uft, wurde im Sommer 2007 eingeweiht. Im November 2010 kam eine StraĂenbahnlinie nach Blagnac hinzu.
Die Stadt ist von einem typisch französischen, gebĂŒhrenfreien Autobahnring (PĂ©riphĂ©rique) umgeben, der jedoch in den StoĂzeiten zwischen 8:30 Uhr und 9:30 Uhr sowie von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr wegen des hohen Verkehrsaufkommens gemieden werden sollte. Im Stadtzentrum gilt jeweils am ersten Sonntag im Monat ein Fahrverbot fĂŒr Pkw.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte der Canal du Midi noch wesentlich zur wirtschaftlichen ProsperitĂ€t von Toulouse beigetragen. Heute wird die WasserstraĂe vor allem touristisch genutzt. Beispielsweise können Besucher mit Bootstouren Toulouse vom Canal du Midi oder auf der Garonne erkunden.
AuĂerdem bietet seit kurzem der Leihservice âVĂ©lĂŽToulouseâ an zahlreichen Stationen in der Stadt FahrrĂ€der an. Die umweltfreundliche Tour kann man einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr abonnieren.
Die Rugbymannschaft des Vereins Stade Toulousain spielt in der Top 14, der höchsten französischen Rugbyliga; nach Ende der Saison 2008/09 belegte sie den dritten Platz. Ihre Heimspiele trÀgt sie im Stade Ernest-Wallon aus.
Der Toulouse Handball ist ein Handballverein aus Toulouse, der 1964 gegrĂŒndet wurde. Ihre Heimspiele trĂ€gt die Mannschaft im insgesamt 5.000 PlĂ€tze fassenden Gymnase Compans Cafarelli aus. Als gröĂten Erfolg der Vereinsgeschichte kann man den Gewinn des französischen Handballpokals im Jahr 1998 zĂ€hlen.
Die erste FuĂballmannschaft des FC Toulouse spielt in der Ligue 1, der französischen ersten Liga. Der erst 1970 gegrĂŒndete Verein stieg in diese im Jahr 2003 auf, nach Abschluss der Saison 2008/09 belegte man den vierten Platz. 2007 qualifizierte sich der Verein fĂŒr die dritte Runde der Champions-League-Qualifikation. Ihre Heimspiele trĂ€gt die Mannschaft im insgesamt 35.000 PlĂ€tze fassenden Stadium Municipal aus.
Typisch fĂŒr die KĂŒche von Toulouse ist das Cassoulet, ein Eintopf aus weiĂen Bohnen und verschiedenen Fleischsorten, bei dem in Toulouse in jedem Fall Confit dâoie â eingemachtes GĂ€nsefleisch - und Landwurst hinzugehört. Auch Terrines de foie gras (GeflĂŒgelstopfleber) und magret de canard â Entenbrust mit grĂŒnen Bohnen â gehören zu der stadttypischen KĂŒche. Violettes de Toulouse sind gezuckerte Veilchen, mit denen SĂŒĂspeisen aller Art verziert sind sowie Veilchenlikör. Rund um den MarchĂ© Victor Hugo finden sich zahlreiche Chocolatiers und KĂ€segeschĂ€fte.
Söhne und Töchter â Hauptartikel: Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Toulouse
BerĂŒhmte, aus Toulouse stammende Persönlichkeiten sind unter anderem der Staatsmann Jean-Baptiste de VillĂšle, der SĂ€nger und Dichter Claude Nougaro, der Politiker Jean-Louis DebrĂ©, der Schriftsteller Bernard Werber sowie der FuĂballspieler GaĂ«l Clichy.