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| Tours | ||
|---|---|---|
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| Region | Centre | |
| Département | Indre-et-Loire (Präfektur) | |
| Arrondissement | Tours | |
| Kanton | Chef-lieu von 7 Kantonen | |
| Gemeindeverband | Communauté d’agglomération de Tours | |
| Koordinaten | 47° 24′ N, 0° 41′ O47.39277777780.68833333333350Koordinaten: 47° 24′ N, 0° 41′ O | |
| Höhe | 50 m (44–109 m) | |
| Fläche | 34,36 km² | |
| Einwohner | 135.218 (1. Jan. 2009) | |
| Bevölkerungsdichte | 3.935 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 37000, 37100, 37200 | |
| INSEE-Code | 37261 | |
| Website | www.ville-tours.fr | |
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Tours [tuːʀ] ist die Hauptstadt (préfecture) des französischen Départements Indre-et-Loire in der Region Centre. Tours hat 135.218 Einwohner (Stand 1. Januar 2009) und liegt an der Loire, zwischen Orléans und der Atlantikküste.
Der Name der Stadt leitet sich von den Turonen – einem alten gallischen Stamm – ab.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt an der Loire, etwas östlich der Mündung des Cher in die Loire, wobei die beiden Flüsse, die hier in drei Kilometern Entfernung voneinander parallel verlaufen, die Stadt im Norden (Loire, ohne Tours-Nord) bzw. Süden (Cher) begrenzen.
In vorrömischer Zeit siedelten hier die keltischen Turonen, denen die Stadt ihre heutige Bezeichnung verdankt. Tours entstand aus der römischen Stadt Caesarodunum (Cäsarenhügel) bzw. Urbs Turonum. Im 3. Jahrhundert wird der Heilige Gatianus als erster Bischof von Tours genannt. Der Heilige Martin, im Jahr 372 zum dritten Bischof von Tours geweiht, ließ dessen Gebeine in die heutige Kathedrale überführen.
Die Grabstätte des Heiligen Martin wurde seit der Merowingerzeit ebenfalls ein beliebtes Pilgerziel, was der Stadt Tours als Heimat dieses Nationalheiligen eine besondere symbolische Bedeutung verlieh. Im 6. Jahrhundert schrieb Bischof Gregor von Tours die Geschichte der Franken in seiner Historia Francorum. 732 schlug Karl Martell die Mauren in der Schlacht von Tours und Poitiers vernichtend, sodass der Islam sich nicht weiter in Europa ausbreiten konnte. Am Ende des 8. Jahrhunderts hielt Alkuin, Abt von Saint-Martin de Tours, erste Theologie- und Philosophievorlesungen.
Während der Zeit karolingischer Herrschaft von 751 bis 987 war Tours eine Grafschaft, die bis ins 10. Jh. im Besitz der Kapetinger war. 853 und 903 fiel sie plündernden Wikingern zum Opfer. 1044 fiel die Touraine an die Grafen von Anjou. Als 1154 die Plantagenets Könige von England wurden, wurde auch die Touraine Teil des Angevinischen Reiches. 1203 konnte König Philipp II. August von Frankreich das Gebiet aber für Frankreich zurückgewinnen. König Ludwig XI. errichtete im unmittelbar westlich von Tours gelegenen La Riche eine Burg, sodass Tours zur königlichen Nebenresidenz aufstieg. Bis ins 16. Jahrhundert hinein hielten sich König und Hof regelmäßig hier auf. Von der Bedeutung der Stadt in dieser Zeit zeugt auch der Bau der mächtigen gotischen Kathedrale. In der Renaissance wurden in der Stadt prächtige Stadtpalais erbaut. Tours erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung, nicht zuletzt durch die Förderung der Seidenwarenherstellung seit König Franz I. Als sich später der Hof nach Paris bzw. Versailles zurückzog, ging die Bedeutung der Stadt etwas zurück. 1845 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss, der die industrielle Entwicklung der Stadt beschleunigte.
1920 wurde auf dem Kongress von Tours die Kommunistische Partei Frankreichs gegründet. 1940 wurde die Stadt von den Deutschen besetzt. Sie wurde bei den alliierten Bombardements 1944, die gegen den strategisch wichtigen Loire-Übergang gerichtet waren, schwer getroffen. Unter Bürgermeister Jean Royer, der 36 Jahre lang amtierte, gelang aber ein behutsamer Wiederaufbau der historischen Innenstadt. Zugleich entstand im Süden am Ufer des Cher ein umfangreiches Industriegebiet, während im Jahr 1970 die François-Rabelais-Universität gegründet wurde, deren Campus nicht, wie sonst üblich, am Stadtrand, sondern zentral am Ufer der Loire errichtet wurde. 1964 wurden mehrere Nachbarorte eingemeindet.
Bedeutendste Sehenswürdigkeiten der Stadt sind:
Beliebter Treffpunkt ist der belebte „Place Plumereau“ in der historischen Altstadt.
Bürgermeister der Stadt Tours und in diesem Amt Nachfolger von Jean Royer ist 2005 Jean Germain von der PS. Er war früher Rektor der Universität Paris und Vizepräsident der Region Centre.
Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin drei goldene heraldische Lilien, in Schwarz drei runde dreizinnige, schwarzgefugte, an der Basis weitere silberne Türme, 2:1 gestellt, mit offenem Tor und roten, fahnenbesetzten Zeltdächern.“
Obwohl der Name "Tours" etymologisch nichts mit frz. »tours = Türme« zu tun hat, handelt es sich hier doch um ein sprechendes Wappen, da es den Namen »Tours« aus den Symbolen »tours« verrät.
Die Touraine, die Region um Tours, ist bekannt für ihre Weine. Das bekannteste Weinanbaugebiet in der Touraine ist Vouvray, welches direkt vor den Toren der Stadt Tours liegt.
Tours hat als Loireübergang schon immer eine große verkehrstechnische Bedeutung gehabt. Es besteht eine Autobahnanbindung über die A10 (Paris-Bordeaux), die A85 (Tours-Angers) und die A28 (Tours-Le Mans). Seit 1990 besteht über den Vorortbahnhof in Saint-Pierre-des-Corps Anschluss an das TGV-Netz (nach Paris, Bordeaux und Nantes), daneben bestehen Direktverbindungen im Regionalverkehr nach Le Mans und Bourges. 6 km nordöstlich der Loire befindet sich der Flughafen der Stadt.
Die Universität von Tours heißt Université François-Rabelais. Tours besitzt außerdem eine Oper und ein Symphonieorchester. Das Internationale Congresscentrum Vinci hat Platz für 2.000 Besucher. Des Weiteren gibt es ein Museum der Schönen Künste in Tours und mehrere kleinere Bühnen.