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Das Trautonium, benannt nach seinem Erfinder, Friedrich Trautwein (*1888, †1956), ist als elektronisches Musikinstrument ein Vorläufer der heutigen Synthesizer. Das Trautonium wurde auf dem Berliner Fest „Neue Musik“ 1930 erstmals öffentlich vorgeführt.
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1930 entwickelte Trautwein zusammen mit Oskar Sala (1910–2002) den ersten Prototypen des Trautoniums.
Das Trautonium beruhte auf folgender Konstruktion: Über eine lange Metallschiene wurde ein Widerstandsdraht gespannt. An diesem Draht waren eine Glimmlampe und eine Röhre angeschlossen. Die Stelle, an welcher der Widerstandsdraht die Schiene beim Spielen berührte, bestimmte die Frequenz der Kippschwingung und damit die Tonhöhe. Es wurde eine kleine Serie (200 Stück) Trautonien für Hausmusik von Telefunken gebaut, bekannt geworden als „Volkstrautonium“. Aufgrund des für damalige Verhältnisse stolzen Preises war es kein Markterfolg und wurde nicht fortgesetzt. Daher sind nur wenige historische Instrumente auf dem Markt (an die 10 Stück) und es gilt weiterhin:„Wer ein Trautonium will, muss sich eins bauen.“
– Oskar Sala[1]
Das Trautonium, das Sala noch vor Kriegsausbruch („Rundfunktrautonium“ und „Konzerttrautonium“) und später als „Mixturtrautonium“ weiter entwickelte, beruhte auf der subharmonischen Tonreihe. Die Kombination von mehreren subharmonischen Tönen wird als Mixtur bezeichnet. Die Mixturen wirken wie ein Mehrklang, Sala selbst verstand sie als Klangfarben. Salas Instrumente blieben Prototypen. Ein ähnliches Instrument, das Subharchord, das im Gegensatz zum Trautonium mit Tasten gespielt wird, wurde in den 1960er Jahren (1959–1968) in der DDR entwickelt und in wenigen Exemplaren hergestellt.
Oskar Sala wurde der bedeutendste Interpret des Trautoniums, das er nach der Trennung von Trautwein zum zweimanualigen Mixturtrautonium weiterentwickelte. Auf diesem Gerät ist die Untertonreihe, die nur in klingenden Platten oder Glocken natürlich ertönt, realisierbar. Es erlaubt viele Variationen der Klangfarbensynthese − Abklingvorrichtung, Rauschgenerator und Frequenzumsetzer ermöglichen feinste Nuancierungen. Der Frequenzumsetzer, der ein externes Gerät ist und eine Eigenkonstruktion Oskar Salas auf Röhrenbasis war wie seine frühen Trautonien, befindet sich heute zusammen mit Salas gesamtem Nachlass im deutschen Musikinstrumentenmuseum in München. Diesen verwendete er auch beim „Mixturtrautonium nach Oskar Sala“ auf Halbleiterbasis, umgesetzt von der Fachhochschule der Deutschen Bundespost, das er ab 1988 spielte und das mittlerweile im Musikinstrumenten-Museum Berlin steht. Mit dem Einsatz für die Filmmusik zu Alfred Hitchcocks Die Vögel erlangte das Instrument Bekanntheit über die Musikszene hinaus.
In den 1990er Jahren wurde von der Firma Doepfer ein Projekt gestartet, das Trautonium als modulares System einzelner Komponenten neu aufzulegen. Unter anderem wurde dazu die dem analogen Manual des Trautoniums angelehnte Schnittstelle „MIDI Ribbon Controller“ entwickelt. Sala selbst zeigte sich dabei aber des Öfteren enttäuscht von den reduzierten Möglichkeiten (die Verwendung von MIDI bringt eine Einschränkung des prinzipiell unbegrenzten analogen Tonumfangs auf diskrete MIDI-Tonhöhen mit sich) und den nur langsamen Fortschritten dieser Entwicklung. Darüber hinaus hob Sala die sehr nuancierte Spielweise eines „echten“ Bandmanuals gegenüber einem Ribbon-Controller oft hervor.[2]
Die ersten Kompositionen für Trautonium schrieb Paul Hindemith 1930 mit sieben Stücken Des kleinen Elektromusikers Lieblinge für drei Trautonien, 1931 mit dem Concertino für Trautonium und Streichorchester und 1935 mit dem Langsamen Stück und Rondo.
Weitere Werke: