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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Tuttlingen | |
| Höhe: | 699 m ü. NN | |
| Fläche: | 24,2 km² | |
| Einwohner: |
15.310 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 633 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 78647 | |
| Vorwahl: | 07425 | |
| Kfz-Kennzeichen: | TUT | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 27 049 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Schultheiß-Koch-Platz 1 78647 Trossingen | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Clemens Maier | |
| Lage der Stadt Trossingen im Landkreis Tuttlingen | ||
Trossingen ist eine Kleinstadt auf der Baar in Baden-Württemberg. Die zweitgrößte Stadt des Landkreises Tuttlingen liegt inmitten der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Die Hochschulstadt Trossingen ist Sitz einer staatlichen Musikhochschule, einer traditionsreichen Musikinstrumentenindustrie sowie verschiedener überregionaler musikalischer Einrichtungen und Verbände; sie bezeichnet sich daher auch als Musikstadt.
Inhaltsverzeichnis |
Trossingen liegt in 660 bis 760 Meter auf der Hochebene der Baar. Der Stadtteil Trossingen liegt am Trosselbach, der in den Hagenbach und weiter in die Prim fließt. Der etwa einen Kilometer südlich liegende Stadtteil Schura wird von der europäischen Wasserscheide durchzogen und liegt am Schönbach, der über die Elta in die Donau entwässert. Der Neckar fließt nur wenige Kilometer westlich an Trossingen vorbei. Der Hohenlupfen (Talheim/Durchhausen) und Hohenkarpfen (Gunningen/Hausen ob Verena) sind zwei markante Berge in der näheren Umgebung. Etwa 15 Kilometer westlich beginnt der Schwarzwald, etwa 15 Kilometer östlich die Schwäbische Alb mit dem Klippeneck. Die Donauquelle in Donaueschingen ist rund 20, der Bodensee etwa 50 Kilometer entfernt.
Mit den Gemeinden Durchhausen, Gunningen und Talheim ist Trossingen eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen. Tuningen (Schwarzwald-Baar-Kreis), Weigheim (Stadt Villingen-Schwenningen), Deißlingen (Kreis Rottweil), Aixheim (Gemeinde Aldingen) und Aldingen sind weitere Nachbargemeinden, für die die Stadt als Unterzentrum verschiedene Aufgaben wahr nimmt.
Trossingen besteht aus den beiden Stadtteilen Trossingen und Schura. Die Stadtteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens und bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Im Stadtteil Schura ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem eingerichtet.[2]
Zum Stadtteil Schura gehört das Dorf Schura. Zum Stadtteil Trossingen gehören die Stadt Trossingen, die Höfe Bruderhalde, Eschbach, Hirschweiden, Kleiner Heuberg, Löhlebühl und Rennplatz sowie die Häuser Deibhalde und Heimgarten. In Trossingen aufgegangen sind die Ortschaften Niederhofen und Sontheim. Außerdem liegen in Trossingen die Wüstungen Hangendenhausen, Schindlingen und Talhausen.[3]
In den 1990er Jahren wurde auf einer Anhöhe im Südwesten des Stadtteils Trossingen das Neubaugebiet Gölten gebaut. Es befindet sich nur etwa 500 Meter nördlich von Schura.
Das Klima wird von den Einheimischen als oft rau und trocken charakterisiert. Allerdings liegt Trossingen nach Angaben der Stadtverwaltung in einer der sonnenreichsten Regionen Deutschlands. So gilt das wenige Kilometer entfernte Klippeneck mit durchschnittlich etwa 1915 Sonnenstunden im Jahr als „Sonnenstube Deutschlands“. Vom Süden her wird das Klima vom eher warmen Bodenseeklima beeinflusst, vom Norden und Westen vom rauen Klima der Schwäbischen Alb. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt bei 800 bis 900 mm, die mittlere Jahrestemperatur bei acht Grad Celsius, der Wind weht vorwiegend von West bis Süd. „Schwületage“ sind eher selten: Vier bis sechs Tage sind normal, in der Rheinebene sind es 14 Tage. Allerdings sind Frosttage recht häufig: Zwischen 130 und 150 Tage kann es im Jahr geben (zum Vergleich: Freiburg durchschnittlich 49, Stuttgart 88).
Trossingen befindet sich auf einem Gebiet, das die Alamannen um 260 für sich eroberten. Es handelt sich um eines der Kerngebiete des alamannischen Herzogtums, das 748 dem Machtbereich der fränkischen Könige angegliedert wurde. Bereits 1873 wurden erste alamannische Gräber aufgedeckt. Im Jahre 2001 wurden erneut Gräber auf der Löhr entdeckt, darunter das mittlerweile in Fachkreisen berühmte Trossinger Leiergrab.[4]
Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahre 797 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen. Im 9. Jahrhundert entstanden die Siedlungen Sontheim, T(h)alhausen und Hangendenhausen, die später wieder abgingen. Im späten Mittelalter wechselte die Herrschaft mehrmals, wie Verträge zwischen dem Kloster Reichenau und der Reichsstadt Rottweil belegen. Aus dem 13. Jahrhundert berichten Geschichtsbücher von den Maiern von Trossingen, die als ritterliche Dienstleute des Klosters arbeiteten, bis sich Mitte des 15. Jahrhunderts ihre wirtschaftliche Grundlage immer weiter verschlechterte und viele (um ihren Lebensstandard besorgt) Schulden machten oder Besitz verkauften. Im Jahre 1444 kam Trossingen zum Stabsamt Tuttlingen und damit zu Württemberg.
Im Jahre 1534 wurde in Trossingen, wie im ganzen Herzogtum Württemberg, die Reformation eingeführt. Der Ort war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts rein evangelisch. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Trossingen in zwei Raubzügen der Villinger völlig niedergebrannt. Viele Menschen starben in diesen Jahren und so schrumpfte die Einwohnerzahl auf nur noch 150 Einwohner im Jahre 1648. Doch auch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis 1714 wurden die Trossinger leidgeprüft, als immer wieder Durchmärsche französischer, österreichischer und bayrischer Truppen mit Plünderungen stattfanden. 1743 bis 1746 wurde eine neue evangelische Kirche gebaut, die erst seit 1933 „Martin-Luther-Kirche“ genannt wird. War Trossingen anfangs bäuerlich geprägt, so gab es bereits im 18. Jahrhundert Handwerker, wie Töpfer, Schuhmacher, Schreiner und Schneider.
Im Jahre 1827 brachte der Nachbar („das Uhrenmännle“) von Christian Messner (auch „Zeug-Christe“ genannt, weil dieser Zeugmacher war), die erste Mundharmonika von Wien nach Trossingen. Christian Messner baute die Harmonika 1830 nach und wurde der erste „Bläslemacher“. Er gilt deshalb als Begründer der Trossinger Harmonika-Industrie. 1857 gründete Matthias Hohner sein eigenes Unternehmen, das später als Matth. Hohner AG weltbekannt wurde. Neben Messner und Hohner gründeten auch Andreas Koch, Christian Weiß 1855 und einige mehr weitere Harmonikafabriken, die Jahrzehnte später von Hohner übernommen wurden. Ab den 1880er Jahren setzte eine rasante wirtschaftliche Entwicklung ein. Trossingen wurde weltweit Mittelpunkt der Harmonika-Industrie.
Erstmals 1911 stieß man bei Grabungsarbeiten auf Knochen des etwa 200 Millionen Jahre alten Plateosaurus; bis 1932 wurden hier die meisten erhaltenen Skelette der Art gefunden. Im Jahre 1912 gründete der spätere NSDAP-Ortsgruppenleiter Fritz Kiehn die „Efka-Werke“, die vor allem Zigarettenpapier produzierten und sich zum zweiten großen Arbeitgeber neben der Matth. Hohner AG entwickelten. 1927, anlässlich der 100-Jahr-Feier der Harmonika-Industrie, erfolgte die Verleihung der Stadtrechte. Trossingen hatte zu dieser Zeit knapp 6000 Einwohner, die Harmonika-Industrie hatte ihre Blüte erreicht und beschäftigte vor dem Zweiten Weltkrieg rund 5000 Arbeiter in Trossingen und in einem ausgedehnten Filialsystem auf der Baar und dem Heuberg. Die Harmonika-Industrie dominierte das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt; über viele Jahrzehnte hinweg konnten im Rathaus kaum einschneidende Entscheidungen ohne Hohners Zustimmung gefällt werden. In der Blütezeit der Harmonikafertigung wurden über 30 Millionen Mundharmonikas und 30.000 Akkordeons gefertigt.
Auch Trossingen hatte unter dem Zweiten Weltkrieg stark zu leiden. Über 400 gefallene und vermisste Soldaten sind zu beklagen. Außerdem gab es 1945 im Februar und im April Luftangriffe. Der Einmarsch der französischen Truppen erfolgte am 21. April 1945. Die schlechte Ernährungslage und die strengen Nachkriegswinter machten den Trossingern besonders zu schaffen. Vor diesem Hintergrund stellte die Aufnahme von rund 1800 Vertriebenen und Flüchtlingen aus dem deutschen Osten eine besondere Herausforderung dar. In den folgenden Jahren entstanden rund um die Stadt mehrere Neubaugebiete.
Als Vorgängerin der heutigen Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen erhielt 1946 das im Krieg nach Trossingen ausgelagerte „Staatliche Hochschulinstitut für Musikerziehung an der Universität Heidelberg“ die Bezeichnung „Staatliches Hochschulinstitut für Musikerziehung Trossingen“. Weitere musikalische Institutionen wurden in den folgenden Jahren in Trossingen eingerichtet. Als wichtigste im Laienmusikbereich wurde Anfang der 1970er Jahre die „Bundesakademie für musikalische Jugendbildung“ errichtet. Trossingen kann sich zurecht mit dem Titel „weltbekannte Musikstadt“ schmücken.
Die 1950er Jahre waren auch in Trossingen vom sogenannten Wirtschaftswunder geprägt. Zahlreiche bedeutende Bauwerke und Einrichtungen entstanden in diesen Jahren: das Freibad (1952), das Kreiskrankenhaus (1953), das Dr. Karl-Hohner-Bürgerheim (1955), das Johannes-Brenz-Gemeindehaus (1956), die Fritz-Kiehn-Sporthalle (1957), das Dr.-Ernst-Hohner-Konzerthaus (1960) und die Löhrschule (1961). Höhepunkt der 1950er Jahre und der Hohner-Firmengeschichte war 1957 das Jubiläum „100 Jahre Hohner“. Im neuen Schulzentrum wurde 1967 das Progymnasium zur Vollanstalt ausgebaut, 1974 entstand die neue Realschule.
Umstritten ist nach wie vor die Beziehung der Stadt Trossingen zu ihrem ehemaligen Ehrenbürger Fritz Kiehn, der im Dritten Reich Unternehmen „arisierte“ und zu einer Schlüsselfigur der NSDAP-Propaganda im südlichen Württemberg aufstieg. Von 1935 bis 1945 war er Ehrenbürger. 1953 wurde er mit großer Mehrheit in den Gemeinderat gewählt und wurde danach wieder als Ehrenbürger angesprochen. Heute trägt noch die durch seine finanzielle Unterstützung 1957 gebaute städtische Sporthalle seinen Namen. Im Jahre 2000 hat der Gemeinderat die Aberkennung der Ehrenbürgerwürde von 1945 endgültig bestätigt. 2010 nahm der Trossinger Gemeinderat das 75-jährige Bestehen der katholischen Theresienkirche zum Anlass, den bisherigen Fritz-Kiehn-Platz (seit 1960) in Theresienplatz umzubenennen.
1970, als im Land die Kreisreform zur Debatte stand, entschied sich in einer Bürgeranhörung nur eine sehr knappe Mehrheit der Trossinger (1540 zu 1509 Stimmen) für ein Verbleiben im Landkreis Tuttlingen. Die Alternative wäre ein Wechsel in den neugeschaffenen Schwarzwald-Baar-Kreis gewesen. Im Rahmen der Gemeindereform erfolgte 1971 die freiwillige Eingemeindung von Schura nach Trossingen.
Trossingens Infrastruktur hatte in den 1970er Jahren einige Verluste zu erleiden. Es schlossen die Berufsschule und das Kreiskrankenhaus, für das das Nachsorgekrankenhaus Bethel ein Ersatz ist. Die ebenfalls in den 1970er Jahren drohende Gefahr einer Giftmülldeponie bei Durchhausen, in unmittelbarer Nähe des Stadtteiles Schura, konnte abgewendet werden. 1977 wurde mit dem Heimatmuseum „Auberlehaus“ noch einmal ein Glanzstück geschaffen. In der Stadtmitte wurde die Musikhochschule durch Neubauten in bislang vier Bauabschnitten (1978 bis 2006) neben dem historischen „Hohner-Areal“ ein dominierender Faktor. Durch den Zuzug von zahlreichen Aussiedlern, vor allem aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion und aus Rumänien, stieg die Einwohnerzahl stark an.
Seit den 1970er Jahren ging die Zahl der Beschäftigten der Matth. Hohner AG stetig zurück (im Krisenjahr der Matth. Hohner AG 1987/87 hatte sie insgesamt schon weniger als 1000 Beschäftigte; vgl. dazu den Höchststand von 5000 im Jahr 1939). Nachdem bereits 1982 neue Fertigungsgebäude im Gewerbegebiet am Stadtrand gebaut worden waren, verließ die Hohner AG 1995 endgültig das alte Firmengelände in der Stadtmitte und bezog einen weiteren Neubau im Gewerbegebiet. Ein Großteil der alten Fabrikgebäude wurde abgerissen. Der hohe Schornstein des Hohner-Kraftwerks, ein Wahrzeichen der Stadt, wurde gesprengt. Der Niedergang der Harmonikaindustrie initiierte einen Strukturwandel in der von „Monokultur“ geprägte Trossinger Wirtschaft.
Im Jahre 1996 feierte die evangelische Kirchengemeinde das 250-jährige Bestehen ihrer Martin-Luther-Kirche und 1997 feierte die ganze Stadt „1200 Jahre Trossingen“. Während der Jahre 2005 bis 2009 erhielt Trossingens Zentrum ein neues Gesicht, da das ehemalige Hohner-Gelände neu gestaltet und auch der Marktplatz und die Hauptstraße saniert wurden. Außerdem dehnte sich die Stadt durch neue Wohngebiete im Norden weiter aus. Im Sommer 2006 war Trossingen aufgrund eines schlimmen Hagelunwetters international in den Nachrichten: Hagelkörner von etwa zehn Zentimeter Durchmesser forderten zahlreiche Verletzte und verursachten Sachschäden in dreistelliger Millionenhöhe.
Die Gemeinde Schura wurde am 1. Dezember 1971 nach Trossingen eingemeindet, Talheim am 1. Januar 1975; die Eingemeindung Talheims wurde vom baden-württembergischen Staatsgerichtshof am 1. April 1976 aufgehoben.
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner |
|---|---|---|---|
| 1816 | 1.665 | 1955 | 8.930 |
| 1880 | 2.649 | 1965 | 10.524 |
| 1890 | 2.951 | 1975 | 12.102 |
| 1900 | 3.681 | 1985 | 11.264 |
| 1910 | 5.146 | 1995 | 14.507 |
| 1927 | 5.794 | 2003 | 15.006 |
| 1935 | 6.285 | 2005 | 15.153 |
| 1945 | 7.483 | 2006 | 15.223 |
Der Gemeinderat hat zurzeit 23 Sitze und wird in direkter Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt, das nächste Mal im Jahr 2014. Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:
An der Spitze der Stadtverwaltung und gleichzeitig Vorsitzender des Gemeinderats ist der Bürgermeister. Er wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Seit 1. Juli 2007 ist Clemens Maier (parteilos), der im ersten Wahlgang mit 83,2 % der abgegebenen Stimmen gewählt wurde, Bürgermeister der Musikstadt.
Bis 1930 war die Amtsbezeichnung des Bürgermeisters Schultheiß.
Die Stadt Trossingen führt ein Wappen gemäß nachstehender Beschreibung:
„In Gold (Gelb) ein schwarzer Adler mit goldenem (gelbem) Brustschild, darin drei schwarze Hirschstangen übereinander.“
Der Adler stammt eigentlich aus dem Wappen des Weilers Thalhausen, der ursprünglich zur freien Reichsstadt Rottweil gehörte, später von Trossingen übernommen wurde, dann aber abgegangen ist. Die drei Hirschstangen dokumentieren die Zugehörigkeit des Kernortes zu Württemberg.
Die Stadt pflegt offiziell drei Städtepartnerschaften.
1974 übernahm die Stadt Trossingen die Patenschaft für das im selben Jahr in Dienst gestellte Unterseeboot U22 vom 3. U-Bootgeschwader in Eckernförde/Ostsee. 2002 übernahm Trossingen die Patenschaft für die 3. Kompanie des Versorgungsbataillons der Deutsch-Französischen Brigade.
Als Partnerstadt von Windhoek (siehe Städtepartnerschaften) beherbergt Trossingen ein Honorarkonsulat der Republik Namibia. Honorarkonsul ist der ehemalige Trossinger Bankvorstand Georg Quandt.
In der Stadt hat der Protestantismus eine lange Tradition. Wie im gesamten Herzogtum Württemberg wurde auch in Trossingen 1534 die Reformation eingeführt. Mit Johannes Spreter war hier auch ein bedeutender Reformator im 16. Jahrhundert beheimatet. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war Trossingen rein evangelisch. Durch die Zuwanderung von Arbeitskräften für die Harmonikaindustrie kamen dann zunehmend auch Katholiken in den Ort. 1935 wird die katholische Kirche St. Theresia eingeweiht. Heute sind etwa 44 % der Trossinger protestantisch und rund 28 % katholisch. Seit den 1990er Jahren sind zahlreiche Aussiedler aus der Sowjetunion und aus Rumänien nach Trossingen gekommen und haben größere evangelische Freikirchen gegründet.
Drei Museen von z. T. überregionaler Bedeutung befinden sich in der Stadt. Das Deutsche Harmonikamuseum hat die umfangreichste Sammlung von Mund- und Handharmonikas sowie branchengeschichtlichen Dokumenten im Land. Im Museum Auberlehaus befindet sich ein großes Museum der Region – unter anderem ist es ein Zweigmuseum des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart. Die bedeutenden Sammlungen bestechen durch eine ungewöhnliche und oftmals faszinierende Präsentation. Vor allem die paläontologische und mineralogische Sammlung des Hauses hat einen überregionalen Ruf. Außerdem wird in der Afrikasammlung des Museums die Verbindung Trossingens zu Namibia und dem „Schwarzen Kontinent“ anschaulich dokumentiert. Im Eisenbahnmuseum kann man sich über die weltweit einzigartige Geschichte der Trossinger Eisenbahn informieren, u. a. ist der Fuhrpark der Baujahre 1898, 1902, 1938, 1956 und 1968 zu sehen. Die Museumsbahn T1 gehört zu den ältesten noch betriebsfähigen elektrischen Eisenbahnen der Welt.
Zu den besonderen Freizeitangeboten zählen eine Stadtbibliothek mit rund 27000 Medien, ein Stadion und ein kommunales Kino. Die Stock-Car-Rennstrecke Im Teufelsgurgel lockte immer wieder zahlreiche Motorsportfreunde an. Die Veranstaltung fand 2011 letztmalig statt, da die Stadt den Pachtvertrag für den Veranstaltungsort nicht verlängerte und das Gelände einer ortsansässigen Firma verkaufte.
Trossingen liegt an der Deutschen Uhrenstraße. Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.
Trossingen liegt innerhalb eines Dreiecks, das von den Bundesstraßen 14, 27 und 523 gebildet wird und die Städte Tuttlingen, Rottweil und Villingen-Schwenningen verbindet. Allerdings ist die Ausschilderung Trossingens in der Region relativ spärlich, insbesondere in den Landkreisen Rottweil und Schwarzwald-Baar, die beide an die Stadt grenzen. So findet sich z. B. aus Richtung Rottweil kommend erst ca. vier Kilometer vor Trossingen der erste Hinweis auf die Stadt.
Rund vier Kilometer westlich von Trossingen befindet sich die Autobahnausfahrt Villingen-Schwenningen (BAB 81). Trossingen liegt an der Deutschen Uhrenstraße und ist Anfangs- bzw. Endpunkt der Schwäbischen Albstraße.
Trossingen ist bequem per Bahn zu erreichen. Um einen Eisenbahnanschluss zu bekommen, bauten Bürger Ende des 19. Jahrhunderts eine rund vier Kilometer lange Bahnstrecke vom Ortskern zur Bahnstrecke Rottweil–Villingen. Im Jahre 1898 eröffnet, war diese Bahn eine der ersten elektrischen Eisenbahnen in Württemberg. Sie fuhr bis im Jahr 2003 im Regelbetrieb als Trossinger Eisenbahn, betrieben von der Stadt Trossingen.
Mittlerweile ist die Strecke Bestandteil des Ringzug-Konzeptes, das viele Orte in der Region mit S-Bahn-ähnlichem Angebot verbindet; etwa 40 Mal am Tag steuern die Züge Trossingen an.
Von besonderer Bedeutung für die Geschichte der Stadt ist das Trossinger Musikinstrumenten-Unternehmen „Hohner“. Es wurde 1857 von Matthias Hohner gegründet und hat den Aufstieg des einstigen Bauerndorfes Trossingen zur Musikstadt begründet. Es hat im Laufe des letzten Jahrhunderts mehrere andere Trossinger Harmonikafabriken (Christian Messner, Andreas Koch und Christian Weiß) übernommen und in seiner Blütezeit bis zu 5000 Arbeitnehmer beschäftigt. Hohner hat weltweite Bedeutung durch die Herstellung von Mundharmonikas und Akkordeons errungen. In den 1970er Jahren begannen die Krise und der Niedergang des Unternehmens. Heute liegt die Zahl der Beschäftigten unter 200. Zu den größeren Arbeitgebern in der Stadt gehören außerdem:
Etwa jeder fünfte Arbeitsplatz in Trossingen hängt mit der Musik zusammen.
Seit 1896 erscheint (mit Unterbrechung im Dritten Reich) die Trossinger Zeitung, ursprünglich als eigenständiges Blatt, seit 1961 unter gleichem Titel als Lokalausgabe der Schwäbischen Zeitung. Die Lokalausgabe des Schwarzwälder Boten wurde 2004 eingestellt (im Gegenzug verzichtete die Schwäbische Zeitung auf ihre Rottweiler und Schramberger Lokalredaktionen). In der Schwenninger Ausgabe der Südwest-Presse (Die Neckarquelle) erscheinen täglich ein bis zwei Seiten mit Berichten aus Trossingen. Seitdem die Neckarquelle in direkter Konkurrenz zur Trossinger Zeitung ebenfalls ausgetragen wird, hat sich die Zusammenarbeit der beiden Redaktionen reduziert.
Trossingen liegt ferner im offiziellen Zuständigkeitsgebiet folgender regionaler/lokaler Hörfunksender: Radio Neckarburg, Radio 7 und SWR4 BW Radio Südbaden (mit dem Subregionalfenster „Radio Schwarzwald-Baar-Heuberg“). Da aber Trossingen und einige andere Städte historisch betrachtet württembergisch sind, sendet auch SWR4 Radio Tübingen (inoffiziell) für dieses Gebiet. Seit Februar 2006 gibt es auch Regionalfernsehen: Regio TV Bodensee sendet auch für die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Am Stadtrand, zwischen Trossingen und Schura gelegen, befindet sich das Naherholungsgebiet Gauger. Es besteht u. a. aus einem kleinen See, Gastronomie, einigen Spazier- und Wanderwegen und einem Wildgehege.
Das Naturbad Troase ist ein künstlich angelegtes, naturnahes Freibad, das ohne den Einsatz von Chemikalien auskommt. Es wurde am 23. Juli 2005 eröffnet und entstand nicht zuletzt durch das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Bürger, die nicht hinnehmen wollten, dass Trossingen nach der geplanten Schließung des alten Freibads ohne Schwimmmöglichkeit im Sommer war.
In Trossingen sind Bildungseinrichtungen von der Grundschule bis zur Hochschule vorhanden. Aus der großen Tradition der Harmonikaindustrie gingen zahlreiche musikalische Einrichtungen hervor, an ihrer Spitze die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen. Mit ihr zusammen begründen die Bundesakademie für musikalische Jugendbildung, das Hohner-Konservatorium, das Dr.-Ernst-Hohner-Konzerthaus und die Musikschule Trossingen den Ruf Trossingens als Musikstadt.
Zudem gibt es drei Grundschulen (Friedensschule, Rosenschule und die Kellenbachschule im Stadtteil Schura), eine Hauptschule (Löhrschule) mit Werkrealschule, eine Förderschule (Solwegschule), eine Realschule und ein Gymnasium (mit naturwissenschaftlichem, sprachlichem und musischem Bildungsprofil) sowie eine „Schule des Lebens“ mit sozialpädagogischer Betreuung (in freier Trägerschaft). Die einst eigenständige Volkshochschule ist heute Außenstelle der VHS Tuttlingen.
Auch der 1931 in Trossingen gegründete Deutsche Harmonika-Verband und die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände (BDO) haben ihren Sitz in der Stadt.
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