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Uganda

Jamhuri ya Uganda (Swahili)

Republic of Uganda (Englisch)
Republik Uganda

Flagge Ugandas
Wappen Ugandas
Flagge Wappen
Wahlspruch: For God and My Country

(englisch fĂŒr „FĂŒr Gott und mein Land“)

Amtssprache Swahili und Englisch
regional Luganda (im Königreich Buganda)
Hauptstadt Kampala
Staatsform PrÀsidialrepublik
Regierungsform SemiautoritÀres Einparteiensystem (de facto)
Staatsoberhaupt PrÀsident Yoweri Kaguta Museveni
Regierungschef Amama Mbabazi
FlĂ€che 241.040[1] kmÂČ
Einwohnerzahl 31.367.972 [2]
Bevölkerungsdichte 113 Einwohner pro kmÂČ
Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[3] 11.227 Mio. US$ (108.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 990 US$ (167.)
Human Development Index 0,446 (Rang 161, 2011)
WĂ€hrung Uganda-Schilling
UnabhÀngigkeit 9. Oktober 1962
Nationalhymne Oh Uganda, Land of Beauty
Zeitzone UTC+3
Kfz-Kennzeichen EAU
Internet-TLD .ug
Telefonvorwahl +256
Uganda in its region.svg
Uganda map de.png

Uganda (Swahili und Deutsch: [uˈganda]; Englisch: [jʊˈgĂŠndə]) ist ein Binnenstaat in Ostafrika und grenzt im Norden an den SĂŒdsudan, im Osten an Kenia, im SĂŒden an Tansania, im SĂŒdwesten an Ruanda und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Die Grenzen zu Kenia und Tansania verlaufen zum Teil durch den Victoriasee.

Die Amtssprachen sind Swahili und Englisch, im autonomen Königreich Buganda auch Luganda. Regional werden mehrere andere Sprachen gesprochen.

Uganda ist Mitglied in den folgenden Organisationen: Afrikanische Union, Commonwealth of Nations, Organisation der Islamischen Konferenz und Ostafrikanische Gemeinschaft.

Es gab zwei Einwanderungswellen von Westafrika nach Uganda zwischen 1000 vor Christus und 1000 nach Christus.[4] Die in der zweiten Welle eingewanderten Menschen waren wahrscheinlich die Vorfahren der Bantu-sprechenden Bevölkerung.[5]

Uganda wurde 1962 vom Vereinigten Königreich unabhĂ€ngig. In der Zeit von 1966 bis 1986 unter den Regierungen von Milton Obote und Idi Amin war das Land geprĂ€gt von einem totalitĂ€ren Regierungsstil, GewalttĂ€tigkeiten, schwersten Menschenrechtsverletzungen, bĂŒrgerkriegsartigen ZustĂ€nden und einem wirtschaftlichen Niedergang. Unter Idi Amin wurden zudem alle Bewohner asiatischer Abstammung des Landes verwiesen. Seit 1986 wird das Land von Yoweri Kaguta Museveni regiert, auch unter seiner Regierung kam es zu Menschenrechtsverletzungen und einer Verwicklung in interne militĂ€rische Auseinandersetzungen in den NachbarlĂ€ndern, dennoch setzte gewisse Beruhigung und wirtschaftliche Erholung ein. Der SĂŒden des Landes wird inzwischen wieder gern von Touristen besucht, in den nördlichen Grenzprovinzen gelten noch immer Reisewarnungen der auslĂ€ndischen Vertretungen, auch wenn es seit 1999 keine Übergriffe auf AuslĂ€nder mehr gegeben hat.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name Uganda stammt von dem Königreich Buganda, das den sĂŒdöstlichen Teil des Landes umfasst. Buganda ist von Bantu bewohnt, deren Bantusprachen einem Grundwort (hier Ganda) ein NominalklassenprĂ€fix voranstellen, das den Typ des gemeinten Begriffes bezeichnet. So ist Buganda das Land der Baganda, die die Sprache Luganda sprechen. Da der erste Kontakt der EuropĂ€er mit den Völkern Ugandas ĂŒber die KĂŒste Tansanias erfolgte, wurde der Name Uganda geprĂ€gt, der der Sprache Swahili entstammt, die statt des PrĂ€fixes Bu- fĂŒr ein Land das PrĂ€fix U- kennt.

Geographie

Fischer am Kazinga-Kanal, Lake Edward

Uganda ist von Seen, dem Weißen Nil (hier: Viktoria-Nil und Albert-Nil), UrwĂ€ldern und Savannen geprĂ€gt. Im SĂŒden des Landes verlĂ€uft der Äquator. Der tiefste Punkt Ugandas ist der Unterlauf des Albert-Nils auf etwa 610 m ĂŒber dem Meeresspiegel (Albertsee 621 m ĂŒber dem Meeresspiegel). Der Margherita Peak (auch: Mount Stanley) im Ruwenzori-Gebirge als höchster Punkt ist 5.110 m hoch. Beide Extrempunkte liegen relativ nahe beieinander. Die GesamtflĂ€che des Landes umfasst 241.038 Quadratkilometer, davon entfallen 199.710 Quadratkilometer auf die LandflĂ€che und 36.330 Quadratkilometer auf WasserflĂ€chen. Der Nordosten Ugandas ist semiarid.

Wichtige Rohstoffe des Landes sind Kupfer, Kobalt, Kalkstein, Nickel und Steinsalz. Wasserkraft und landwirtschaftlich gut zu nutzender Boden stellen weitere Ressourcen dar. Im Jahre 2009 wurden in Uganda große Vorkommen von Öl und Erdgas entdeckt. Die gesicherten Reserven belaufen sich auf mindestens 700 mio. Barrel Öl.[6]

Klima

Auf das tropische Klima im SĂŒden und in der Mitte des Landes wirkt sich aus, dass Uganda grĂ¶ĂŸtenteils auf einem Plateau um 1.000 m ĂŒber dem Meeresspiegel liegt. Das Klima ist tropisch-warm, jedoch durch die Höhenlage deutlich abgekĂŒhlt. Deshalb ist es weder ĂŒbermĂ€ĂŸig heiß noch besonders kalt. Die Temperaturen schwanken zwischen 25 und 30 Â°C tagsĂŒber, nachts sind es meist um 17 Â°C. Die Extremwerte liegen zwischen 10 und 35 Â°C. Die NiederschlĂ€ge (1000–1500 mm) waren frĂŒher auf das ganze Jahr verteilt, es gab nur zwei trockenere Perioden (Dezember bis Februar und Juni bis August). Mittlerweile gibt es in Uganda besonders im Norden jedoch Regionen, in denen es jahrelang nicht regnet, wĂ€hrend der Rest des ehemals tropisch feuchten Landes zunehmend in MonsunabhĂ€ngigkeit gerĂ€t und nur noch ĂŒber eine Regenzeit verfĂŒgt.

Flora

Lobelien-Art aus dem Bergregenwald des Ruwenzori-Gebirges

Uganda hat eine ĂŒberaus artenreiche Pflanzenwelt. Die Savanne Ostafrikas geht in den Regenwald Zentralafrikas ĂŒber, was sich positiv auf die Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere auswirkt.

Fauna

Die ursprĂŒngliche Fauna ist in den Nationalparks noch am ehesten erhalten, dort jedoch auch durch die BĂŒrgerkriegsentwicklungen beeintrĂ€chtigt. In den beiden bedeutendsten Naturschutzgebieten, dem Murchison Falls National Park und dem Queen Elizabeth National Park, können Safaris mit Pirschfahrten zur Wildbeobachtung durchgefĂŒhrt werden. Nur in Uganda heimisch ist der Uganda-Kob (Kobus kob thomasi), eine Antilopenart aus der Gattung der Wasserböcke. Das Wappentier, der Kronenkranich, ist besonders rund um den Viktoriasee noch hĂ€ufig zu sehen.

Umwelt

Einzigartige Pflanzengesellschaft am Ruwenzori

Neun Nationalparks und sechs Wildreservate zeugen von der Naturschönheit des Landes und dem Willen, diese zu schĂŒtzen. Sie sind ĂŒber das Land verteilt und liegen meist in der NĂ€he der Grenzen und weniger im Zentrum des Landes. Dadurch werden unterschiedliche Landschaften und Lebensgemeinschaften geschĂŒtzt. Einige der Parks sollen hier kurz hervorgehoben werden.

Der Queen-Elizabeth-Nationalpark ist durch seine Lage am Fuße des Ruwenzori-Gebirges und am Edwardsee und Georgsee geprĂ€gt. Flusspferde und Pelikane fallen ins Auge, daneben weist das Vorkommen Afrikanischer BĂŒffel, von Elefanten, Löwen, diverser Antilopen und ĂŒber 600 Vogelarten auf die ökologische Vielfalt des Gebietes hin.

Der Ruwenzori-Nationalpark soll die Berg- und Gletscherregionen des Ruwenzori-Gebirges, eine der Quellen des Nils, mit seiner einzigartigen Flora schĂŒtzen.

Die grĂ¶ĂŸte geschĂŒtzte FlĂ€che des Landes erstreckt sich ĂŒber den Murchison Falls National Park. Ein spektakulĂ€rer Wasserfall des Nils war fĂŒr diesen Park namensgebend, an dem Nilkrokodile und Flusspferde leben. Eine Besonderheit dieses Schutzgebietes stellt die seltene Uganda-Giraffe (auch: Rothschild-Giraffe) dar.

Der Kibale-Nationalpark ist bekannt fĂŒr seine habituierten Schimpansen. Seine RegenwĂ€lder beherbergen u. a. insgesamt 13 Arten von Primaten (u.a. Roter Stummelaffe (Roter Colobus) und Östliche Vollbartmeerkatze) sowie einen grĂ¶ĂŸeren Bestand von Waldelefanten. Er umfasst 766 kmÂČ und liegt circa 40 km sĂŒdlich von Fort Portal.

Der Bwindi-Nationalpark ist Heimat einer von insgesamt zwei noch existierenden Populationen von Berggorillas weltweit. Ein Zeichen fĂŒr die zunehmende touristische Bedeutung der Gorillas im Bwindi-Regenwald sowie im Mgahinga-Gorilla-Nationalpark ist der Umstand, dass die vom Aussterben bedrohten Tiere 2007 sowie 2010 die RĂŒckseite der jeweils höchsten Banknote des Landes zierten.[7][8]

SchĂ€dlich fĂŒr Natur und Umwelt wirken sich die EntwĂ€sserung von Feuchtgebieten, Abholzung, Überweidung und andere negative Nutzungen aus. Im Viktoriasee wuchern gebietsfremde Wasserhyazinthen. Die Einsetzung des Nilbarsches im Viktoriasee, um die FischereiertrĂ€ge zu steigern, fĂŒhrte zur Ausrottung zahlreicher endemischer Fischarten, insbesondere der Buntbarsche, andere Arten sind bedroht. Dies ist eine ökologische Katastrophe und ein Beispiel fĂŒr falsche „Entwicklungshilfe“, deren Schaden den Nutzen ĂŒberwiegt.

Uganda hat das Kyoto-Klimaschutzprotokoll und zahlreiche andere Umwelt- und Naturschutzabkommen unterzeichnet.

Bevölkerung

→ Hauptartikel: Demografie Ugandas
Demographische Daten[9]
Altersstruktur 0–14 Jahre: 50,4 %
15–64 Jahre: 47,1 %
65 Jahre und Ă€lter: 2,5 %
Altersdurchschnitt 15 Jahre
Lese- und SchreibfĂ€higkeit nach Erreichen des 15. Lebensjahres 68 %
Öffentliche Ausgaben fĂŒr Altersversorgung  ? % des BIP
Öffentliche Ausgaben fĂŒr Bildung und Erziehung 0,08 % des BIP
Schulpflicht UPE (Universal Primary Education, seit 1997)
Einschulungsquote (primĂ€r) 98 % (seit Abschaffung des Schulgeldes 1996)
Einschulungsquote (sekundĂ€r) 16 % (mĂ€nnlich), 14 % (weiblich)
Armutsquote 35 % (nach Landeskriterien)
Aufgenommene FlĂŒchtlinge 320.000 insgesamt (2004), davon
184.731 aus dem SĂŒdsudan,
18.000 aus Ruanda,
7.459 aus dem Kongo,
dazu FlĂŒchtlinge aus weiteren LĂ€ndern
InlandsflĂŒchtlinge 1,4 Millionen
Human Development Index (HDI) 154. Stelle von 177 LĂ€ndern
Gender-related Development Index (GDI) 132. Stelle von 157 LĂ€ndern

Volksgruppen

In Uganda leben ĂŒber 40 Völker zusammen, die jeweils eigene Sprachen, Kulturen und BrĂ€uche, teilweise noch auch eigene Religionen haben.

Mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung, insgesamt 60 Prozent sind Bantu, die hauptsĂ€chlich in den Gebieten sĂŒdlich und westlich des Kiogasees leben. Das grĂ¶ĂŸte Bantuvolk sind die namensgebenden Baganda, welche als Titularnation 16,9 % der Bevölkerung stellen, gefolgt von den Ankole und den Basoga mit 8,4 %. ZahlenmĂ€ĂŸig kleinere Bantuvölker sind die Bakiga mit 6,9 %, die Bagisu mit 4,6 % und die Banyoro mit 2,7 %, sowie die Batoro, die Bagwere, die Bakonjo, die Banjaruanda und die Rundi.

Im mittleren Norden leben Niloten, vor allem Langi mit 6,1 % und Acholi mit 4,7 % Bevölkerungsanteil, daneben auch Alur und Jopodhola; insgesamt stellen die nilotischen Völker 15 % der Bevölkerung. Ebenso groß ist der Anteil der Hamitoniloten, vor allem der Iteso mit 6,4 % und der Karamojong. Zusammen stellen Niloten und Hamitoniloten 24 Prozent der Bevölkerung.

Im Norden leben zu 7 % die Sudansprachen sprechenden Gruppen, deren grĂ¶ĂŸte - mit einem Anteil von 4,2 % an der Gesamtbevölkerung - die Lugbara sind.[10]

Eine sehr kleine Minderheit sind die Ik mit 0,02 Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Anteil der Nicht-Afrikaner ist mit insgesamt 0,98 Prozent gering - Asiaten mit 0,820 %, EuropĂ€er mit 0,095 % und Araber mit 0,066 %.[11]

Sprachen

Sprachgruppen in Uganda

Englisch und Swahili (seit der VerfassungsĂ€nderung vom September 2005) sind die zwei offiziellen Amtssprachen. Swahili ist faktisch die Kommandosprache von Polizei und MilitĂ€r und wird darĂŒber hinaus in der zivilen Verwaltung kaum genutzt.[12]

Daneben ist Luganda - die Sprache der Volksgruppe der Baganda und eine Sprache des Niger-Kongo-Sprachgebiets - die Amtssprache des seit der vorkolonialen Zeit existierenden autonomen Königreichs Buganda in Zentral-Uganda. Im Alltag werden dagegen die Landessprachen benutzt, wie zum Beispiel andere Sprachen des Niger-Kongo-Sprachgebietes, sowie nilo-saharanische Sprachen und in geringem Maße Arabisch. Einige von ihnen sind Amtssprachen der Königreiche der Afrikanischen Großen Seen.

Religionen

Rund 85 % der Gesamtbevölkerung Ugandas sind Christen. Davon bekennt sich die ĂŒberwiegende Anzahl entweder zur römisch-katholischen (42 %) oder zur anglikanischen Kirche (36 %). Über 12 % der Ugander sind meist sunnitische Muslime. Etwa 1 % der Bevölkerung sind AnhĂ€nger von traditionellen afrikanischen Religionen. Zudem gibt es eine kleine Gemeinde schwarzafrikanischer Juden, die Abayudaya bei Mbale, die etwa 750 Mitglieder umfasst. Seit einiger Zeit bauen evangelikale Christen der Pfingstbewegung sowie andere Freikirchen vor allem mit US-amerikanischer Förderung ihren Einfluss stark aus. Die römisch-katholische und die anglikanische Kirche verzeichnen dadurch erhebliche Mitgliederverluste, die sich bisher nur schwer quantifizieren lassen. Die Neuapostolische Kirche betreute 2005 in diesem Land 266.722 GlĂ€ubige (0,9 %).[13]

Die Zugehörigkeit der ugandischen Bevölkerung zu den unterschiedlichen Religionen sieht laut der VolkszĂ€hlung 2002 folgendermaßen aus:[14]

Moschee in Uganda
Religion Anzahl 1991 Prozent 1991 Anzahl 2002 Prozent 2002
Römisch-katholische Kirche 7.426.511 44,5 10.242.594 41,9
Anglikanische Kirche 6.541.830 39,2 8.782.821 35,9
Islam 1.758.101 10,5 2.956.121 12,1
Pfingstbewegung --- -- 1.129.647 4,6
Siebenten-Tags-Adventisten 179.624 1,1 367.972 1,5
Orthodoxe Kirche 4.738 0,0 35.505 0,1
andere christl. Konfessionen 101.914 0,6 286.581 1,2
Bahai --- -- 18.614 0,1
andere nichtchristl. Religionen 658.987 4,0 159.259 0,7
traditionelle Religionen --- -- 241.630 1,0
konfessionslos --- -- 212.388 0,9
Insgesamt 16.671.705 100,0 24.433.132 100,0

Gesundheitswesen

Uganda gibt eine Einwohnerzahl von mehr als 26 Millionen an. Es war eines der ersten LĂ€nder Afrikas, die zugaben, von AIDS betroffen zu sein. FrĂŒh setzten AufklĂ€rungskampagnen ein und Aids wird im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten sehr offen diskutiert. Da Uganda als Vorzeigeland in der AidsbekĂ€mpfung Spenden aus dem Ausland erhĂ€lt und unter hohem internationalen Erfolgsdruck steht, sollten alle Angaben zur Bevölkerung unter diesen Gesichtspunkten kritisch hinterfragt werden. Aus den genannten GrĂŒnden werden Aids-Kranke bei der medizinischen Versorgung teilweise bevorzugt.[15]

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 52 bis 54,1 Jahren angegeben. [16][17] Diejenige der MĂ€nner bei 53, die der Frauen bei 55 Jahren. Die SĂ€uglingssterblichkeit liegt bei 8,0 % und die Kindersterblichkeit bei 13,8 % (2001). Die MĂŒttersterblichkeit betrĂ€gt 0,43 %.[18] Es gibt 0,08 Ärzte/1.000 Einwohner. 56 % der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, 41 % zu SanitĂ€reinrichtungen. Die Geburtenrate liegt bei 50/1.000 Einwohner, die Sterberate bei 15/1.000 Einwohnern. Das Bevölkerungswachstum betrĂ€gt 3,3 % (1994–2004). Die Fruchtbarkeit betrug im Jahr 2012 6,4 Kinder/Frau. Dies lag auch daran, dass nur 18% der verheirateteten Frauen Zugang zu modernen VerhĂŒtungsmitteln hatten.[18] Die HIV-Infektionsrate betrĂ€gt 5–15 %, die Zahl der HIV-Infizierten belĂ€uft sich auf 600.000, 2001 gab es 84.000 HIV-Tote. Die öffentlichen Ausgaben fĂŒr Gesundheit sind bei 7,3 % des BIP.

Siehe auch: AIDS in Afrika

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte Ugandas

Vorgeschichte

Uganda gehört zur „Wiege der Menschheit“. Die Twa (frĂŒher: PygmĂ€en) stellen wohl die Ă€ltesten heute lebenden Ethnien Ugandas dar. Vor ungefĂ€hr 2000 Jahren wanderten ackerbebauende Bantu ein, die die PygmĂ€en zurĂŒckdrĂ€ngten und ihrerseits von Niloten des Nordens nach SĂŒden gedrĂ€ngt wurden. Zwischen nilotischen Ethnien und Bantu-Ethnien gab es immer wieder Konflikte, die mittlerweile aber ĂŒber bloßen Tribalismus hinausgehen.

Zeit der Königreiche

Seit dem 15. Jahrhundert bildeten sich vor allem im SĂŒden Ugandas bei den Bantu die heutigen Aristokratien, vor allem Königreiche. Unter ihnen hatte das Königreich Buganda eine fĂŒhrende Rolle. Weitere Königreiche waren Ankole, Bunyoro, das die Grenze zum Kongo ĂŒberschreitende Rwenzururu und Toro, dem zumindest wĂ€hrend der Kolonialzeit der ugandische Teil von Rwenzururu zugeteilt worden war.

Die nilotischen StÀmme des Nordens waren Nomaden und Hirtenvölker, die sich in kleineren Einheiten organisierten.

Im 19. Jahrhundert unterhielten arabische HĂ€ndler von der OstkĂŒste Afrikas im Gebiet der großen Seen ein durchorganisiertes Handelsnetz. Ihr Anreiz war der Handel mit Elfenbein und der Sklavenhandel. In einigen Gebieten etablierte sich der Islam, in vielen Regionen blieben jedoch die Naturreligionen vorherrschend.

Protektoratszeit

Um 1860 entdeckten als erste EuropĂ€er die beiden britischen Forscher John Hanning Speke und James Augustus Grant die Quelle des Nils. Um diese Zeit begann die europĂ€ische Kolonialisierung Ostafrikas. Zu den ersten EuropĂ€ern, die sich in diesem Gebiet niederließen, gehörten sowohl katholische als auch protestantische Missionare. In erstaunlich kurzer Zeit setzten sie in zahlreichen Volksgruppen ihren Glauben durch.

Uganda wurde 1894 britisches Protektorat. Die koloniale Wirtschaft förderte den Baumwoll- und Kaffeeanbau. Dazu wurde die Eisenbahnlinie der Ugandabahn von Mombasa ĂŒber Nairobi bis nach Kampala gebaut.

UnabhÀngigkeit

In den 1950er Jahren kam ein gelenkter Demokratisierungsprozess in Gang, es entstanden Parteien und ein Kongress. Die ersten Wahlen waren die Parlamentswahlen von 1958. Am 9. Oktober 1962 wurde Uganda unabhĂ€ngig (siehe Nationalfeiertag). König Mutesa II. wurde PrĂ€sident, Milton Obote der erste Premierminister des unabhĂ€ngigen Landes. Mutesa II. wurde 1966 von Premier Milton Obote verdrĂ€ngt, der ein Einparteiensystem einfĂŒhrte und eine radikale Sozialisierung im Sinne des „Afrikanischen Sozialismus“ durchsetzte, teilweise in blutigen Massakern. Dadurch entfremdete Obote sich von der Bevölkerung. Das nutzte der zum Kommandeur (Generalmajor) aufgestiegene Idi Amin, ebenfalls ein Nilote, aus: WĂ€hrend einer Abwesenheit Obotes ĂŒbernahm er durch einen MilitĂ€rputsch 1971 die Macht.

Diktaturen und Massaker

Die Diktatur Idi Amins von 1971 bis 1979 war fĂŒr die Ermordung von ĂŒber 300.000 Oppositionellen verantwortlich. Angehörige anderer VolksstĂ€mme wurden getötet, asiatische Zuwanderer, vor allem Inder, die im Handel bestimmend waren, des Landes verwiesen. Amin wĂŒtete bis 1979, die Bevölkerung lebte unter stĂ€ndiger Furcht vor brutalen Gewaltakten. In diese Zeit fĂ€llt auch die Operation Entebbe, die Befreiung der Geiseln eines auf dem Flug von Tel Aviv nach Paris durch arabische Terroristen entfĂŒhrten Flugzeuges der Air France nach Entebbe durch ein israelisches Kommandounternehmen.

Nach dem plötzlichen Angriff ugandischer Truppen auf Tansania 1978, bei dem Idi Amin die Annexion des Kagera-Gebietes im Nordwesten Tansanias beabsichtigte, wurde nach dem tansanischen Gegenangriff im April 1979 die Hauptstadt Kampala unter der Mitwirkung von ugandischen RebellenverbĂ€nden erobert, unter denen auch der heutige Staatschef Yoweri Museveni war. Doch in den Wahlen im September 1980 kam Milton Obote wieder an die Macht, wobei ihm allerdings Wahlmanipulationen vorgeworfen wurden. Daraufhin ging Museveni mit einer Rebellenarmee gegen ihn vor. Obote ließ in seiner 2. Amtszeit wieder politische Gegner ermorden, es kam wieder zur Verfolgung ganzer Volksgruppen, Folter und Terror herrschten schlimmer als je zuvor im Land.

Demokratisierung

Yoweri Kaguta Museveni begann mit wenigen Getreuen einen erfolgreichen Guerillakrieg. Im Januar 1986 eroberte seine National Resistance Army (NRA) die Hauptstadt Kampala. Museveni wurde zunĂ€chst ohne Wahl als ugandischer PrĂ€sident vereidigt. Erste Wahlen zu einem provisorischen Parlament fanden im Februar 1989 statt. Im Mai 1996 fanden erstmals PrĂ€sidentschaftswahlen statt, in denen Museveni mit 75 % der Stimmen im Amt bestĂ€tigt wurde, wie auch im MĂ€rz 2001 (69 %). Fanden diese Wahlen noch unter dem oftmals kritisierten Verbot der TĂ€tigkeit von politischen Parteien, also einer faktischen Einheitspartei, statt, wurden diese 2005 zugelassen. Auch in den darauf folgenden Wahlen 2006 erfolgte Musevenis Wiederwahl (59 %), obwohl seine Kandidatur nach mehr als zwei Amtsperioden erst nach einer VerfassungsĂ€nderung möglich war.

In dem 20 Jahre andauernde BĂŒrgerkrieg im Norden Ugandas terrorisierte die Lord’s Resistance Army (LRA) vom Sudan aus die Bevölkerung, die zusĂ€tzlich unter Angriffen ugandischer Regierungstruppen zu leiden hatte. Mehrere Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien scheiterten, bis nach VorgesprĂ€chen im August 2006 am 23. Februar 2008 unter anderem durch Vermittlung des sĂŒdsudanesischen PrĂ€sidenten Riek Machar ein Waffenstillstandsabkommen von Vertretern beider Parteien unterzeichnet wurde.[19] Der AnfĂŒhrer der LRA, Joseph Kony, hatte seine UnterstĂŒtzung fĂŒr das Abkommen zugesagt, aber bis MĂ€rz 2010 noch nicht eigenhĂ€ndig unterschrieben. Dennoch blieb Norduganda seither von grĂ¶ĂŸeren ÜberfĂ€llen verschont; die LRA ĂŒbt weiterhin Gewalttaten im Nordosten des Kongo aus und hat sich möglicherweise auch nach Darfur verlagert.

Am 18.Februar 2011 fanden in Uganda erneut PrĂ€sidentschaftswahlen statt. Diese gewann, nach bereits 25-jĂ€hriger Regierungszeit, Amtsinhaber Yoweri Museveni mit 68,38 % der Stimmen. Sein stĂ€rkster Konkurrent, Kizza Besigye der Koalition der Oppositionsparteien Inter Party Coalition und des Forum for Democratic Change, erhielt lediglich 26,01 % der Stimmen. Die Wahlen verliefen weitestgehend friedlich[20], im April 2011 kam es allerdings zu Unruhen.[21]

Politik

→ Hauptartikel: Politisches System Ugandas

Die ugandische Regierung bedient sich autoritĂ€rer und demokratischer Elemente. Politisch wirksam ist im Parlament derzeit nur Musevenis Regierungspartei, die National Resistance Movement Organization (NRM-O), kurz „Movement“. Daneben hat de facto auch das MilitĂ€r eine tragende Rolle.

90 % der ugandischen Bevölkerung stimmten im Jahr 2000 in einem Referendum fĂŒr eine Beibehaltung des Einparteiensystems. In einem erneuten Referendum am 28. Juli 2005 stimmte jedoch eine deutliche Mehrheit der WĂ€hler (92,5 %) fĂŒr eine von Museveni vorgeschlagene „Öffnung des politischen Raumes“. Dies war ein erster Schritt auf dem Weg zu einem demokratischen Mehrparteiensystem. Das Movement war bis zur VerfassungsĂ€nderung im Jahr 2006 der Meinung, dass es in Uganda keine Grundlage fĂŒr ein Mehrparteiensystem gibt und dass die bestehenden Altparteien Ursache fĂŒr Ugandas Probleme sind. Zwar wurden sie nicht verboten, doch die meisten AktivitĂ€ten, die eine Partei ausmachen, blieben ihnen versagt.

Verfassung

Parteien

  • Forum for Democratic Change, FDC (PrĂ€sidentschaftskandidat 2010: Kizza Besigye)
  • National Progressive Movement (NPM; Vorsitz: Dr. Venansius Baryamureeba, Partei seit 7. April 2004)
  • National Resistance Movement Organization (NRM-O; Partei seit 2003)
  • Uganda Green Party
  • Uganda Libertarian Action (ULA)
  • G7 (Oppositionelles ListenbĂŒndnis bei der Wahl 2006)

Inter-Party Cooperation: Oppositionelles BĂŒndnis bei der Wahl 2010, mit Besigye (FDC) als PrĂ€sidentschaftskandidat)

Tutsi, Hutu, Lendu, Hema (Hima) und andere ethnische Gruppen, assoziierte Rebellen, bewaffnete Banden und verschiedene RegierungsstreitkrĂ€fte operieren in der Region der Großen Seen zwischen Uganda, Kongo, Ruanda und Burundi, um Kontrolle ĂŒber bevölkerungsreiche Gebiete und wirtschaftliche Ressourcen zu erlangen. Eine Gefahr dabei ist, dass einzelne Ethnien dominieren, was wiederum zur Rebellion der Benachteiligten fĂŒhrt. An dieser Auseinandersetzung ist Ugandas Regierung auch mit Geld, MilitĂ€rhilfe, Ausbildern und teilweise auch offenen MilitĂ€reinsĂ€tzen beteiligt. Diese finden derzeit vor allem in der Demokratischen Republik Kongo, aber auch im SĂŒdsudan statt.

Regierung

PrÀsident Yoweri Museveni, Juli 2003
Amt Amtsinhaber seit
PrÀsident Yoweri Kaguta Museveni 26. Januar 1986
VizeprÀsident Dr. Gilbert Balibaseka Bukenya Mai 2003
Premierminister Apolo Nsibambi 5. April 1999
PrÀsidialamtsministerin Beatrice Wabudeya 13. Januar 2005
Außenminister Sam Kutesa 13. Januar 2005
Innenminister Kirunda Kivejinja
Minister fĂŒr Justiz und Verfassungsangelegenheiten Edward Kiddu Makubuya
Minister fĂŒr den öffentlichen Dienst Sezi Mbaguta
Finanzminister Fred Omach
Ministerin fĂŒr Erziehung und Sport Geraldine Namirembe Bitamazire 13. Januar 2005
Minister fĂŒr Kommunalverwaltung Perez Ahabwe
Gesundheitsminister Dr. Stephen Mallinga
Staatsminister fĂŒr Planungsangelegenheiten Ephrahim Kamuntu
Ministerin fĂŒr Wasser und Umwelt Maria Mutagamba
Minister fĂŒr Geschlechterangelegenheiten, Arbeit und soziale Entwicklung Gabriel Opio
Minister fĂŒr Energie und Bergbau Hillary Onek
Verteidigungsminister Crispus Kiyonga
Minister fĂŒr Landwirtschaft, Tierindustrie und Fischerei Hope Mwesigye
Minister fĂŒr Handel und Industrie Kahinda Otafiire
Minister fĂŒr KatastrophenprĂ€vention und FlĂŒchtlinge Tarsis Kabwegyere
Staatsminister fĂŒr Wirtschaftsbeobachtung Mbeiza Kisira
Minister fĂŒr Informations- und Kommunikationstechnologie Aggrey Awori
Sicherheitsminister Amama Mbabazi
Staatsminister fĂŒr Tourismus Serapio Rukundo
Staatsministerin fĂŒr Mikrofinanz Ruth Nankabirwa
Ministerin ohne GeschÀftsbereich Dorothy Hyuha

Im Februar 2009 wurden im Kabinett insgesamt 75 Ministerinnen und Minister gezĂ€hlt, deren Kompetenzen sich zum Teil ĂŒberschnitten. FĂŒr die vollstĂ€ndige Liste der PrĂ€sidenten von Uganda, siehe PrĂ€sident von Uganda.

Menschenrechte

Die jetzige Regierung stellt sich zwar als positiv gesinnt gegenĂŒber Menschenrechten dar und hat tatsĂ€chlich alle wichtigen internationalen VertrĂ€ge und Konventionen unterzeichnet und ratifiziert; erhebliche Defizite, wie etwa der Umgang mit politischen Parteien und Regimegegnern oder die Rekrutierung von Kindersoldaten, sind nach wie vor offenkundig. Allein Joseph Kony, AnfĂŒhrer der Lord’s Resistance Army, war vor seinem Verlassen des Landes verantwortlich fĂŒr die EntfĂŒhrung und Versklavung von mindestens 25.000 Kindern und Jugendlichen.[22]

In Uganda werden homosexuelle Menschen politisch und gesetzlich verfolgt. HomosexualitĂ€t kann mit bis zu 14 Jahren Haftstrafe geahndet werden und gleichgeschlechtliche Ehen sind per Gesetz ausdrĂŒcklich verboten. Seit 2009 wird die EinfĂŒhrung der Todesstrafe fĂŒr Homosexuelle diskutiert,[23] 2011 ein entsprechender Antrag ins Parlament eingebracht. Aufgrund internationaler Proteste wurde die Entscheidung darĂŒber zweimal vertagt. [24] Im Februar 2012 wurde der Antrag in derselben Form, einschliesslich der geplanten EinfĂŒhrung der Todesstrafe, wieder im Parlament eingebracht[25].

In der Bevölkerung herrscht vielfach eine anti-homosexuelle Stimmung.[26] Angefeuert wird diese insbesondere von christlichen Predigern, die von klerikalen VerbÀnden aus den Vereinigten Staaten finanziert werden, sowie von muslimischen Predigern.[27] Besonderes Interesse in westlichen LÀndern erweckte das Thema, als ugandische Medien 2010 offen zur Tötung homosexueller MÀnner aufriefen und dabei Listen von tatsÀchlich oder angeblich schwulen MÀnnern mit Namen, Fotos und Adressen veröffentlichten.[28][29] Bei der Ermordung des Schwulen-Aktivisten David Kato kurze Zeit spÀter zeigte die ugandische Polizei Desinteresse und viele Fragen blieben offen.[30].

Im April 2011 wurden durch PolizeieinsĂ€tze bei Demonstrationen ("walk-to-work" Proteste gegen hohe Nahrungsmittel- und Kraftstoffpreise) acht Menschen getötet und mehr als 250 weitere verwundet. Der OppositionsfĂŒhrer Kizza Besigye wurde verhaftet und musste anschließend mehrere Tage in einem Krankenhaus behandelt werden. [31] [32]

Verwaltungsgliederung

→ Hauptartikel: Distrikte von Uganda

Uganda ist in 112 Distrikte gegliedert.

StÀdte
→ Hauptartikel: Liste der StĂ€dte in Uganda

Uganda ist, abgesehen von der Haupt- und Millionenstadt Kampala, eher von kleineren StĂ€dten geprĂ€gt. Lediglich Gulu und Lira ĂŒberschreiten noch die Grenze von 100.000 Einwohnern zur Großstadt.


Wirtschaft

Markt in einer lÀndlichen Region

Lage und Entwicklung

Die Wirtschaft im SĂŒden und in der Mitte des Landes prosperiert. Hauptausfuhrgut ist - wie zur Protektoratszeit - Kaffee (erbringt 55 % der Exporterlöse), in kleinerem Umfang auch Gold. Auch Tee (5 %), Fisch (7,5 %) aus dem Viktoriasee und Tabak (4 %) werden exportiert. Der Anteil des Bananenanbaus an der Weltproduktion liegt bei 11 % (1998). Die Kakaoernte erreichte in der Saison 2004/2005 lediglich eine GrĂ¶ĂŸenordnung von 500 Tonnen, die Saison 2007/2008 schloss dagegen bereits mit 13.000 Tonnen.

Alle Exporte zusammen hatten im Jahr 2006 einen Gesamtwert von 961,7 Millionen US-Dollar gegenĂŒber Importen von 1,945 Milliarden US-Dollar. Ölfunde am Albertsee deuten auf wachsende Exporteinnahmen hin, setzen aber einen Ölpreis von 80 Dollar pro Barrel voraus, um rentabel erschlossen werden zu können. Nachdem die Wirren der Zeit Amins und Obotes beendet waren und Uganda sich unter Museveni stabilisierte, setzte ein bestĂ€ndiges Wirtschaftswachstum mit Wachstumsraten von etwa 5-6 % jĂ€hrlich ein. Dennoch zĂ€hlt Uganda weiterhin zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt: noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit einem Einkommen von weniger als einem US-Dollar pro Tag auf 82 %. 2005 gab es im ganzen Land lediglich 100 Geldautomaten, was zur Folge hatte, dass sich Prepaid-Karten fĂŒrs Handy oder auch GesprĂ€chsminuten zu einer Art ParallelwĂ€hrung entwickeln konnten.

Uganda ist wie die meisten Staaten der Welt vom Klimawandel betroffen. Experten gehen davon aus, dass durch die neue Klimasituation bspw. in wenigen Jahren kein Kaffeeanbau in Uganda mehr möglich sein wird.

Kenndaten

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrĂ€gt 6,5 Milliarden oder 248 US-Dollar je Einwohner. Die Landwirtschaft, in der etwa 82 % der Einwohner beschĂ€ftigt sind, erwirtschaftet 35,8 % des BIP. Diese Zahl ist im VerhĂ€ltnis zur BeschĂ€ftigtenzahl so gering, da viele Bauern noch in Subsistenzwirtschaft produzieren. Die Industrie hat einen BIP-Anteil von 20,8 % (5 % der BeschĂ€ftigten), der Dienstleistungssektor von 43,6 % (13 % der BeschĂ€ftigten). Die Inflationsrate betrĂ€gt 3,5 %.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 2,8 Mrd. US-Dollar. Dem standen Einnahmen von umgerechnet 2,2 Mrd. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,8 % des BIP.[33]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 3,1 Mrd. US-Dollar oder 19,7 % des BIP.[33]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Kultur

Bildung

Die UniversitÀten des Landes sind:

Schriftsteller

Siehe hierzu die Liste afrikanischer Schriftsteller (nach LĂ€ndern).

Medien

Die Medien in Uganda können kritisch ĂŒber die Regierung berichten, obwohl die Regierung bei Berichten ĂŒber sensible Themen wie dem Rebellenkrieg im Norden und der Verwicklung des Landes in den BĂŒrgerkrieg im Kongo in der Vergangenheit wie auch beim Thema Kindersoldaten mitunter scharf reagierte. Seit dem Machtantritt von PrĂ€sident Museveni wurde die Medienlandschaft liberalisiert. Es sind ĂŒber 100 Radiosender registriert.

Zeitungen

Feiertage

Der Nationalfeiertag wird am 9. Oktober gefeiert. Weitere Feiertage des Landes sind:

Literatur

  •  Rolf Hofmeier, Andreas Mehler: Kleines Afrika-Lexikon. Politik - Wirtschaft - Kultur. Beck, MĂŒnchen 2004, ISBN 978-3-406-51071-7.</span>
  •  Klaus Schlichte: Was kommt nach dem Staatszerfall? Gewaltordnungen in Uganda. In: Afrika-Spektrum. Nr. 1, Hamburg 2005, S. 83–113.</span>
  •  Anouk Batard: Reich und heilig in Uganda. Evangelikale Kirchen missionieren in die eigene Tasche. In: Le Monde diplomatique. Nr. 8476, Berlin 11. Januar 2008, S. 16f.</span>
  •  China Keitetsi, Bruni Prasske: TrĂ€nen zwischen Himmel und Erde. Mein Weg zurĂŒck ins Leben. Marion von Schröder, Berlin 2007, ISBN 978-3-547-71129-5.</span>
  •  Joachim Buwembo: How to be a Ugandan. Fountain Publishers, Kampala 2. Auflage 2008, ISBN 978-9970-02-379-0.</span>
  •  Richard Nzita, Mbaga Niwampa: Peoples And Cultures of Uganda. Fountain Publishers, Kampala 1993, 3. Auflage 1998, ISBN 9970 02 031 5.</span>

Weblinks

 Portal:Uganda – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Uganda

 Commons: Uganda â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Uganda â€“ in den Nachrichten
Wiktionary Wiktionary: Uganda â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Uganda â€“ geographische und historische Karten
 Wikisource: Verfassung der Republik Uganda â€“ Quellen und Volltexte (english)
Allgemein
  • Visit Uganda – Website des Uganda Tourist Board (englisch)
Nachrichten

Einzelnachweise

  1. ↑ Weltbank: World Development Indicators (WDI) database, April 2007
  2. ↑ Quelle: CIA World Factbook 2008
  3. ↑ International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  4. ↑ Uganda -- History (Englisch). East African Living Encyclopedia. University of Pennsylvania. Abgerufen am 2010. Juli 20. â€žEast Africa saw two major human immigrations in the period between 1000BC and 1000 AD, both of them involving people of West African“
  5. ↑  Philip Briggs: Uganda, 5th: The Bradt Travel Guide. Bradt Travel Guides, 2007, ISBN 184162182X, 9781841621821 (“The second human influx, which reached the Lake Victoria hinterland in roughly 200 BC, apparently coincided with the spread of Iron Age technology in the region. There is good reason to suppose that the people who brought iron-working techniques into the region were the ancestors of the Bantu speakers who probably occupied most of sub-equatorial Africa by AD500.”, http://books.google.co.uk/books?id=fPzAlYu6nEsC&pg=PA477&dq=uganda+history&hl=ko&ei=ghNGTM6NEZi8jAfdj_T0Bg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=5&ved=0CDwQ6AEwBA#v=onepage&q=uganda%20history&f=false, abgerufen am 20. Juli 2010).</span>
  6. ↑ [http://www.economist.com/node/14177583?story_id=14177583&source=hptextfeature Uganda's oil rush Derricks in the darkness]. The Economist (2009). Abgerufen am 13. MĂ€rz 2012.
  7. ↑ http://www.bou.or.ug/bou/media/statements/Bank_Note.html
  8. ↑ http://aes.iupui.edu/rwise/countries/uganda.html
  9. ↑ UNDP: Human Development Report 2007/2008
  10. ↑ Uganda. CIA World Fact Book (Abgerufen am 17. August 2011)
  11. ↑  </span>
  12. ↑ Uganda Constitution (Amendment) Act 2005 (Act No. 11 of 2005): “3. Replacement of article 6 of the Constitution. For article 6 of the Constitution, there is substituted the following: 6. Official language. (1) The official language of Uganda is English. (2) Swahili shall be the second official language in Uganda to be used in such circumstances as Parliament may by law prescribe.”
  13. ↑  Unsere Familie. Kalender der Neuapostolischen Kirche 2005. Friedrich Bischoff, Frankfurt, S. 82.</span>
  14. ↑ Uganda Bureau of Statistics: 2002 Uganda Population and Housing Census Report
  15. ↑ Harro Albrecht: Geld allein hilft nicht. Aids in Uganda: Viele Mittel fließen aus den USA – und schaffen neue Probleme. Zeit online, 29. November 2007
  16. ↑ http://apps.who.int/ghodata/?vid=20300&theme=country
  17. ↑ http://hdrstats.undp.org/en/countries/profiles/UGA.html
  18. ↑ a b LĂ€nderdatenbank der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, LĂ€nderdatenbank
  19. ↑ James Gatdet Dak: Uganda rebel leader to sign peace deal despite ICC arrest warrants. Sudan Tribune, 17. September 2008
  20. ↑ Uganda Electoral Commission Report February 2011
  21. ↑ Unruhen in Uganda: SicherheitskrĂ€fte schießen in wĂŒtende Menge vom 19. April 2011 in: Spiegel Online. Aufgerufen am 16. Juni 2011
  22. ↑ Steffen Emrich: Ein Ausweg fĂŒr Kindersoldaten Magazin fĂŒr Entwicklungspolitik Nr. 70, 11/2008 bei Bundesregierung.de.
  23. ↑ BBC News: Uganda MP urges death for gay sex (englisch)
  24. ↑ Reuters Africa: Uganda's "kill the gays" bill shelved again (13. Mai 2011, englisch)
  25. ↑ "Uganda gay death sentence bill back on the table" Guardian, 8. Feb. 2012
  26. ↑ http://diestandard.at/1304428457084/Ugandische-Aktivistin-Nabagesera-ausgezeichnet
  27. ↑ http://diestandard.at/1304428457084/Ugandische-Aktivistin-Nabagesera-ausgezeichnet
  28. ↑ Dominic Johnson[: Ende der Hatz bei taz.de.
  29. ↑ Jagd auf Homosexuelle Der Spiegel 5/2011.
  30. ↑ Arne Perras: Hetze bis ans Grab bei sueddeutsche.de.
  31. ↑ BBC News Africa: [1] (1. Mai 2011, englisch)
  32. ↑ Sueddeutsche.de: [2] (11. Mai 2011)
  33. ↑ a b c d The World Factbook
  34. ↑ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4

1.0666666666731.8833333333Koordinaten: 1° N, 32° O

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