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Ulrich Oevermann (Soziologe)

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Ulrich Oevermann (* 1940) ist ein deutscher Soziologe und Begründer der objektiven Hermeneutik.

Oevermann studierte zuerst in Freiburg 3 Semester 1960 Romanistik, Sprachwissenschaften, Ethnologie und Philosophie und kam dann nach Frankfurt. Ab 1966 arbeitete er als Assistent bei Jürgen Habermas. Durch die Publikation „Begabung und Lernen“ kam er 1968 zunächst an das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und war gleichzeitig als Honorarprofessor in Frankfurt tätig, bis er 1977 auf den Lehrstuhl für Soziologie und Sozialpsychologie am Institut für Grundlagen der Gesellschaftswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main berufen wurde. 2008 wurde Oevermann emeritiert. Im Wintersemester 2009/ 2010 bekleidete er die Luhmann-Gastprofessur der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld.

Ulrich Oevermann ist Vorsitzender des Vorstands des von ihm und einigen seiner Doktoranden gegründeten Vereins mit dem Namen Institut für hermeneutische Sozial- und Kulturforschung[1]. Er hat im Rahmen seiner sozialisationstheoretischen und familiensoziologischen Forschungen die Methodologie der objektiven Hermeneutik seit 1969 entwickelt und sich seit seiner Berufung nach Frankfurt auf eine Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Sozialpsychologie (1970) darum bemüht, diese Methodologie und die aus ihr ableitbaren Verfahren auf möglichst vielen Gegenstandsgebieten zu erproben und mit möglichst vielen Datentypen aus den Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften zu konfrontieren. Dieser Prozess kann seit ca. 1994 als abgeschlossen gelten. Seitdem hat er sich intensiv um eine Umsetzung dieser Methodologie in die Praxis, d. h. in die klinische Soziologie und Sozioanalyse, bemüht. Seine wichtigsten Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind neben der Familiensoziologie und Sozialisationsforschung die Theorie der Professionalisierung, die Rekonstruktion von Deutungsmustern und Habitusformationen, die Sprach- und Wissenssoziologie, sowie die Soziologie der Religiosität. Forscher, die nach der Methodologie der Objektiven Hermeneutik arbeiten, haben mit Oevermann 1992 die Arbeitsgemeinschaft Objektive Hermeneutik gebildet, einem als gemeinnützig anerkannten Verein zur Förderung der hermeneutischen Sozialforschung.

Weblinks

Fußnoten

  1. Institut für hermeneutische Sozial- und Kulturforschung e. V.


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