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UnabhÀngige Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Gruppenfotografie vom 5. Dezember 1919 mit Angehörigen des USPD-Parteivorstands und weiteren prominenten Vertretern der UnabhĂ€ngigen Sozialdemokraten anlĂ€sslich eines Besuchs von Friedrich Adler (vierter von links), einem fĂŒhrenden Vertreter der österreichischen Sozialdemokratie. Unter den Abgebildeten: Arthur Crispien, Wilhelm Dittmann, Friedrich Adler, Lore Agnes, Richard Lipinski, Wilhelm Bock, Alfred Henke, Friedrich Geyer, Curt Geyer. Fritz Zubeil, Fritz Kunert, Georg Ledebour, Emanuel Wurm

Die UnabhĂ€ngige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) war eine von 1917 bis 1931 bestehende sozialistische Partei, die ihren grĂ¶ĂŸten politischen Einfluss im Deutschen Reich der Endphase des Kaiserreichs und den ersten drei Jahren der Weimarer Republik entfaltete.

Sie hatte sich aus der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, einer innerparteilichen Oppositionsgruppe der SPD-Fraktion des Reichstags im Zuge des zunehmenden Widerspruchs gegen die Burgfriedenspolitik wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs entwickelt. Nach der Abspaltung beziehungsweise dem Parteiausschluss dieser Gruppierung der Kriegsgegner durch die Mehrheits-Sozialdemokratie konstituierte sie sich als USPD auf ihrem GrĂŒndungsparteitag im April 1917 als eigenstĂ€ndige Partei. Zwischen 1917 und 1922 war sie als Massenpartei maßgeblich an der Novemberrevolution und der GrĂŒndungsphase der Weimarer Republik beteiligt.

Mit drei Vertretern im Rat der Volksbeauftragten (paritÀtisch besetzt von Protagonisten der MSPD und USPD) stellte sie im November und Dezember 1918 formell die HÀlfte der EntscheidungstrÀger in der Revolutionsregierung dieser ersten gesamtdeutschen Republik.

In Bayern, dem nach Preußen zweitgrĂ¶ĂŸten Gliedstaat des Reiches, war die USPD mit Kurt Eisner als MinisterprĂ€sident zwischen November 1918 und Februar 1919 die fĂŒhrende Regierungspartei des in der Revolution ausgerufenen Freistaats der bayerischen Republik. Nachdem Eisner einem Mordanschlag zum Opfer gefallen war, war die Partei im April 1919 entscheidend beteiligt an der kurzlebigen MĂŒnchner RĂ€terepublik.

Ab Ende 1920 wurde die USPD zwischen der revolutionĂ€ren und der reformistischen Strömung von parteipolitisch organisierten Sozialisten in Deutschland zerrieben. Ihr mehrheitlicher „linker FlĂŒgel“ trat zunĂ€chst der Kommunistischen Internationale und damit deren zum Jahreswechsel 1918/19 gegrĂŒndeten deutschen Sektion, der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei (vgl. VKPD). Im Jahr 1922 kehrte der „rechte FlĂŒgel“ zur SPD zurĂŒck. Danach war die verbleibende USPD bis zu ihrem Aufgehen in der neu gegrĂŒndeten, jedoch ebenfalls marginalisierten Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands lediglich eine auf der LĂ€nder- und Reichsebene parlamentarisch nahezu einflusslose Kleinpartei in der „Parteienlandschaft“ der Weimarer Republik.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Einladung zur Konferenz in Gotha, auf der die USPD gegrĂŒndet wurde

Die USPD ging aus der Gruppe von SPD-Abgeordneten im Reichstag hervor, die sich seit dem 4. August 1914 immer offener gegen die UnterstĂŒtzung des Ersten Weltkriegs und die Burgfriedenspolitik durch die SPD aussprachen. Diese Gruppe bestand aus zunĂ€chst vierzehn SPD-Reichstagsabgeordneten, die in der Fraktion gegen die Kriegskredite gestimmt, sich in der entscheidenden Abstimmung aber der Fraktionsdisziplin gebeugt hatten.

Karl Liebknecht verweigerte im Dezember 1914 als zunĂ€chst einziger Reichstagsabgeordneter die Zustimmung zu weiteren Kriegskrediten. Nachdem ihm im Dezember 1915 neunzehn SPD-Abgeordnete folgten und deren erneute VerlĂ€ngerung nicht mehr mittrugen, entschied die SPD-FĂŒhrung um Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann ihren Ausschluss aus Fraktion und Partei wegen angeblichem Vertrauensbruchs, da sie ihre Gegenstimmen bei der Abstimmung im Reichstag nicht zuvor der Fraktion mitgeteilt hatten. Daraufhin schlossen diese sich zur Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft im Reichstag zusammen und organisierten fĂŒr den 6. bis 8. April 1917 in Gotha, der Stadt des historischen Vereinigungskongresses von 1875, eine Reichskonferenz der sozialdemokratischen Opposition. Dort wurde die GrĂŒndung der USPD als eigene Partei neben der SPD beschlossen. Dadurch wurde der kriegsbejahende FlĂŒgel zur Mehrheitssozialdemokratischen Partei Deutschlands (MSPD) mit Friedrich Ebert als nun alleinigem Parteivorsitzenden.

Hugo Haase (zunÀchst von 1911 bis 1916 Mitvorsitzender der SPD, von 1917 bis 1919 im Parteivorsitz der USPD)

An der Gothaer GrĂŒndungsversammlung im Volkshaus zum Mohren nahmen Delegierte aus 91 sozialdemokratischen Wahlkreis</span>organisationen und 15 Reichstagsabgeordnete teil. Zu Vorsitzenden wurden Wilhelm Dittmann und Hugo Haase gewĂ€hlt, der bis Januar 1917 neben Ebert die SPD-Fraktion gefĂŒhrt hatte und dann zurĂŒckgetreten war. Die USPD bestand aus heterogenen Mitgliedern: linken SPD-Abweichlern um Haase oder Kurt Eisner, marxistischen Programm-Theoretikern wie Karl Kautsky, aber auch „rechten“, reformorientierten Revisionisten wie Eduard Bernstein, die nur die Kriegsbeteiligung ablehnten, aber keine Revolution anstrebten.

Hinzu kam die kleine, aber sehr aktive, bereits seit 1915 bestehende Gruppe Internationale um Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Leo Jogiches, Julian Marchlewski, Franz Mehring, Wilhelm Pieck, August Thalheimer und Clara Zetkin, die die Burgfriedenspolitik der SPD von Beginn an entschieden ablehnten und an den ParteibeschlĂŒssen zur internationalen Revolution vor 1914 festhielten. Diese Gruppe gab eine eigene Zeitung heraus, die Spartakusbriefe. Ab 1916 nannte sie sich Spartakusgruppe, ab November 1918 schließlich Spartakusbund. Dieser lehnte die Spaltung der SPD eigentlich ab und behielt in der USPD seinen eigenen Gruppenstatus als Ă€ußerster linker ParteiflĂŒgel. Nach dem Krieg blieb er eine parteiunabhĂ€ngige revolutionĂ€re Organisation, die in der Novemberrevolution eine sozialistische RĂ€terepublik anstrebte, getragen und aufgebaut von direkt gewĂ€hlten ArbeiterrĂ€ten nach dem Vorbild Sowjetrusslands. Am 1. Januar 1919 vereinte sich der Spartakusbund mit anderen linksrevolutionĂ€ren Gruppen zur Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

Politik wÀhrend Krieg und Revolution

Flugschrift der USPD WĂŒrttemberg: „Die Maske herunter!“, wohl 1918
USPD-Wahlplakat zur Nationalversammlungswahl 1919

Hauptziel der USPD war es, im Verbund mit Spartakisten und revolutionĂ€ren Arbeitern die Fortsetzung des Krieges zu verhindern bzw. seine rasche Beendigung zu erzwingen. Die USPD-Fraktion im Reichstag musste jedoch darauf achten, nicht verboten zu werden, und behielt deshalb einen gemĂ€ĂŸigten innenpolitischen Kurs bei. So lehnte sie ebenso wie die MSPD „wilde“ Arbeiterstreiks zunĂ€chst ab, bis im dritten Kriegsjahr mehr und mehr ArbeiterfĂŒhrer (RevolutionĂ€re Obleute) an Partei- und Gewerkschaftsstrukturen vorbei unabhĂ€ngige Protestaktionen organisierten. Erst nach der von Lenin gefĂŒhrten russischen Oktoberrevolution gewann die USPD an Einfluss und hatte zeitweise bis zu 500.000 Mitglieder, fast ebenso viel wie die MSPD.

In der Novemberrevolution von 1918 spielte die USPD eine wichtige Rolle. Ihre FĂŒhrer verabredeten mit Ebert eine gemeinsame Regierungsbildung, noch bevor sich aus freien Betriebs- und Soldatenwahlen am 10. November ein Berliner RĂ€teparlament bildete. Dort wurde ein sechsköpfiger Rat der Volksbeauftragten gewĂ€hlt, in den SPD und USPD je drei Vertreter entsandten: FĂŒr die USPD waren es Hugo Haase , Wilhelm Dittmann und Emil Barth, der zugleich die RevolutionĂ€ren Obleute Berlins vertrat. Nachdem Ebert die USPD-Vertreter mehrfach ĂŒbergangen und eindeutig gegen die Revolution gerichtete MilitĂ€raktionen initiiert hatte, traten sie bereits am 29. Dezember 1918 wieder aus der Übergangsregierung aus.

Bereits zu diesem Zeitpunkt (1. Januar 1919) hatte sich die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) unter FĂŒhrung von Liebknecht und Luxemburg gegrĂŒndet.

Im folgenden Januaraufstand (5. bis 12. Januar 1919) gewann die USPD kurzfristig eine Massenbasis durch die EigenaktivitĂ€t der Berliner Arbeiterschaft. Diese besetzten das Berliner Zeitungsviertel und riefen den Generalstreik aus, dem etwa 500.000 Menschen folgten. Im FĂŒhrungsgremium bejahten Haase und Liebknecht nun eine Bewaffnung der Berliner Arbeiter, vor der Rosa Luxemburg zuvor entschieden gewarnt hatte. Versuche, Teile des revolutionsfreundlichen MilitĂ€rs fĂŒr einen bewaffneten Aufstand zu gewinnen, schlugen fehl.

Am 9. Januar setzte Ebert nach Abbruch ergebnisloser Verhandlungen zunĂ€chst regulĂ€res MilitĂ€r in Marsch. Bei den folgenden HĂ€userkĂ€mpfen erlitten die Besetzer schwere Verluste und gaben auf. Hunderte wurden dennoch an Ort und Stelle erschossen. Am 12. Januar zogen schließlich zusĂ€tzlich schwer bewaffnete Freikorps in die Stadt ein, die seit Anfang Dezember aufgestellt worden waren. Im Gefolge von Mordaufrufen und ausgesetzten Belohnungen wurden fĂŒhrende Mitglieder sowohl der Spartakisten als auch der USPD ermordet: darunter Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Leo Jogiches und Kurt Eisner.

Bei der folgenden Wahl zur Deutschen Nationalversammlung erreichte die USPD nur 7,6 % der Stimmen. Die SPD bevorzugte bei der Regierungsbildung eine Koalition mit den bĂŒrgerlich-demokratischen Parteien Zentrum und DDP und begrĂŒndete somit die Weimarer Koalition.

Im Bunde mit der KPD versuchte der linke FlĂŒgel der USPD im Januar 1920 Massen notleidender Berliner Arbeiter fĂŒr einen neuen Anlauf zur Errichtung einer RĂ€teherrschaft zu mobilisieren. Das Ergebnis war am 13. Januar 1920 ein Blutbad am ReichstagsgebĂ€ude. Daraufhin verhĂ€ngte die sozialdemokratische Reichsregierung den Ausnahmezustand und verbot die Zeitungen Freiheit und Die Rote Fahne. Am 19. Januar wurden zwölf ParteifunktionĂ€re der USPD und der KPD, darunter die Vorsitzenden Ernst DĂ€umig und Paul Levi, fĂŒr einige Zeit inhaftiert.

1920 gelang es, den Putschversuch des ostpreußischen Generallandschaftsdirektors Wolfgang Kapp und des Generals Walther von LĂŒttwitz abzuwehren, entscheidend hierfĂŒr waren ein neuerlicher Generalstreik der Gewerkschaften und die Gehorsamsverweigerung der Beamtenschaft. Bei der folgenden Reichstagswahl im Juni 1920 erreichte die USPD 17,9 % der Stimmen, wĂ€hrend die SPD auf 21,3 % fiel.

Spaltung und Weg in die Bedeutungslosigkeit

Georg Ledebour, USPD-Vorsitzender bis 1924
Parteibuch der USPD (vormals SPD)

Damit schienen sich der USPD neue parlamentarische Einflussmöglichkeiten zu eröffnen. Dies scheiterte vor allem an der Zerstrittenheit in der Partei. Des Weiteren gelang es der SPD erneut, Sozialisierungsbestrebungen in den Hochburgen der Linken zu vereiteln. Daraufhin beschloss eine USPD-Mehrheit, sich der unter Lenin gegrĂŒndeten Kommunistischen Internationale (Komintern) anzuschließen. An dieser Frage spaltete sich die USPD auf ihrem Parteitag am 12. Oktober 1920. Ihre Mitgliedschaft erwies sich als zu heterogen. Eine Parteitagsmehrheit unter dem Co-Vorsitzenden Ernst DĂ€umig entschied sich fĂŒr den Anschluss an die Komintern und die Vereinigung mit der KPD zur VKPD. Zwei Jahre spĂ€ter schloss sich die Mehrheit der Rest-Partei, der u. a. die Parteivorsitzenden Arthur Crispien und Wilhelm Dittmann, der Vorsitzende des Deutschen Metallarbeiterverbandes (DMV) Robert Dißmann sowie wichtige Theoretiker wie Karl Kautsky und Rudolf Hilferding angehörten und der sich einige Monate vorher die KPD-Abspaltung Kommunistische Arbeitsgemeinschaft (KAG) um Paul Levi, Ernst DĂ€umig, Adolph Hoffmann und Bernhard DĂŒwell angeschlossen hatte, im Oktober 1922 wieder der SPD an, da es zwischen KPD und SPD kaum Raum fĂŒr eine linkssozialistische Partei gab. Dem Beschluss folgte eine Mehrheit der Mitglieder, darunter auch ein Teil des linken FlĂŒgels um Kurt Rosenfeld.

Nur ein kleiner Rest der USPD um die beiden Reichstagsabgeordneten Georg Ledebour und Paul Wegmann und den preußischen Landtagsabgeordneten Theodor Liebknecht blieb unter FĂŒhrung erst von Ledebour (der 1924 aus der Partei ausschied und mit dem Sozialistischen Bund (SB) eine eigene Splittergruppe grĂŒndete), dann ab 1924 von Theodor Liebknecht und Elsa Wiegmann bestehen. Die USPD existierte bis 1931 als eigene Splitterpartei weiter und schloss sich (wie auch der SB) dann einer neuen Linksabspaltung von der SPD, der SAP an.

Ergebnisse der USPD bei Reichstagswahlen

Dauerhafter Wahlaufruf von etwa 1920 in Berlin, aufgenommen 1998 in der Fehrbelliner Straße
Wahl Stimmen (absolut) Stimmen (relativ) Mandate
Wahl zur Deutschen Nationalversammlung 2.317.290 7,62 % 22
Reichstagswahl 1920 4.897.401 17,9 % 84
Reichstagswahl Mai 1924 235.145 0,80 % 0
Reichstagswahl Dezember 1924 98.842 0,33 % 0
Reichstagswahl 1928 20.815 0,07 % 0
Reichstagswahl 1930 11.690 0,03 % 0

Organisation

Mitgliederzahlen

Jahr Mitgliederzahl
November 1918 ca. 100.000
Ende Januar 1919 ca. 300.000
September 1920 893.923
April 1921 339.951
September 1921 300.659
Juni 1922 290.762
1925 ca. 10.000

Presse

Zentrale Organe waren die Tageszeitung Freiheit und das wöchentlich unter der Redaktion von Rudolf Breitscheid erscheinende Theorieorgan Der Sozialist. Ebenfalls zentral erstellt wurde die illustrierte wöchentliche Beilage Die freie Welt. Daneben verfĂŒgte die USPD ĂŒber eine Reihe regionaler Tageszeitungen, von denen einige wie die Leipziger Volkszeitung und das Volksblatt fĂŒr Halle und den Saalkreis zur USPD ĂŒbergewechselte SPD-Zeitungen waren, andere wie die Hamburger Volkszeitung NeugrĂŒndungen. Die vom linken FlĂŒgel dominierten Parteiorgane (wie die beiden letztgenannten Zeitungen) gingen Ende 1920 an die VKPD, andere 1922 an die SPD, fusionierten mit sozialdemokratischen BlĂ€ttern oder wurden eingestellt. Ab Oktober 1922 erschien als Zentralorgan die Wochenzeitung Klassenkampf, welche ab 1928 wieder unter dem Titel des alten Zentralorgans Freiheit erschien.

Jugend

Die USPD verfĂŒgte ĂŒber keinen Parteijugendverband im eigentlichen Sinne. ZunĂ€chst standen Teile der Freien Sozialistischen Jugend (FSJ) der USPD nahe, nachdem eine Mehrheit der FSJ sich an der KPD orientierte konstituierte sich eine Minderheit 1919 unter dem Namen Sozialistische Proletarierjugend (SPJ) als eigenstĂ€ndiger, der USPD nahestehender aber organisatorisch eigenstĂ€ndiger Verband. Die zu diesem Zeitpunkt 20.000 Mitglieder zĂ€hlende SPJ schloss sich im Herbst 1922 mit dem sozialdemokratischen Verband der Arbeiterjugendvereine Deutschlands zur Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) zusammen.

NeugrĂŒndungen nach 1945

Die historische Bedeutung der USPD fĂŒhrte nach Ende des Zweiten Weltkriegs mehrfach dazu, dass linke Parteiabspaltungen aus der SPD diesen Namen aufgriffen. Allerdings erzielte keine dieser Splitterparteien einen vergleichbaren politischen Erfolg.

USPD Berlin

Um 1950 konstituierte sich aus von der SPD-Politik enttĂ€uschten linken Sozialdemokraten in West-Berlin eine USPD, die bei den Abgeordnetenhauswahlen 1950 9.782 Stimmen (0,7 %) und 1954 1.482 Stimmen (0,1 %) erhielt und sich einige Jahre spĂ€ter auflöste.

Die USPD in der DDR

Am 16. Februar 1990 formierte sich in FĂŒrstenberg/Havel erneut eine USPD. Sie fĂŒhlte sich dem linken sozialdemokratischen Erbe verbunden und wollte fĂŒr einen Demokratischen Sozialismus in der DDR kĂ€mpfen. Die Splitterpartei blieb bei der Volkskammerwahl 1990 mit 3.891 Stimmen erfolglos.

NeugrĂŒndungen 2006/2007

Am 8. Februar 2006 wurde auf einem GrĂŒndungsparteitag in Gladbeck eine USPD von ehemaligen SPD-Mitgliedern und WASG-EnttĂ€uschten ins Leben gerufen. Den UnabhĂ€ngigen sozialen progressiven Demokraten, einer Gruppe ehemaliger SPD-Mitglieder und Gemeindevertreter in Rösrath, wurde im FrĂŒhjahr auf Grund von einstweiligen VerfĂŒgungen seitens des SPD-Bundesvorstandes die Benutzung der KĂŒrzel USPD und UspD untersagt. Die Gruppe verwendete danach keine AbkĂŒrzung ihres Namens mehr. Mittlerweile ist sie der Linken beigetreten.[1][2]

Quellen

  1. ↑ Kölner Stadt-Anzeiger: Fraktion USPD schreibt sich jetzt „UspD“, 3. Mai 2007.
  2. ↑ Kölner Stadt-Anzeiger: Fraktion lĂ€sst jedes KĂŒrzel ruhen, 4. Mai 2007.

Literatur

  • Dieter Engelmann: Die Nachfolgeorganisationen der USPD. In: BeitrĂ€ge zur Geschichte der Arbeiterbewegung (BzG). 01/1991, Berlin 1991, S. 37–45 (zur USPD und zum Sozialistischen Bund 1922–1931).
  • Curt Geyer, Wolfgang Benz, Hermann Graml: Die revolutionĂ€re Illusion. Zur Geschichte des linken FlĂŒgels der USPD. Stuttgart 1982, ISBN 3-421-01768-9.
  • Alfred Hermann: Die Geschichte der pfĂ€lzischen USPD. Neustadt an der Weinstraße 1989, ISBN 3-926912-12-X.
  • Hartfrid Krause: USPD. Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-434-20075-4.
  • David W. Morgan: The Socialist Left and the German Revolution: A History of the German Independent Social Democratic Party, 1917–1922. Ithaca/London 1975, ISBN 0-8014-0851-2.
  • Eugen Prager: Das Gebot der Stunde. Geschichte der USPD. Bonn 1982, ISBN 3-8012-0049-3. (Nachdruck der Ausgabe von 1921: Geschichte der USPD – Entstehung und Entwicklung der UnabhĂ€ngigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ; Berlin 1921; online digitalisiert in der Biobliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Links zu den einzelnen Abschnitten)
  • Robert F. Wheeler: USPD und Internationale – Sozialistischer Internationalismus in der Zeit der Revolution. Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-548-03380-6.
  • Hans Manfred Bock: Syndikalismus und Linkskommunismus von 1918 bis 1923 – ein Beitrag zur Sozial- und Ideengeschichte der frĂŒhen Weimarer Republik; Erstauflage 1969, aktualisierte Neuauflage 1993, Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, ISBN 3-534-12005-1

Weblinks

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