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Union Pacific Railroad

Union Pacific Railroad
UnionPacific Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN US9078181081
Gründung 1862
Sitz Omaha, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Mitarbeiter 51.300 (Stand: 2006)
Branche Eisenbahngesellschaft
Website www.up.com
Das Streckennetz der UP

Die Union Pacific Railroad (UP) ist die größte Eisenbahngesellschaft in den USA. Eigentümerin ist zu 100 Prozent die Union Pacific Corporation. Eine weitere Tochtergesellschaft der UP ist die Reederei Overnite Transportation. Vorstandsvorsitzender der Union Pacific Corporation ist seit 2005 James R. Young. Die UP betreibt heute bis auf die Vorortzüge im Großraum Chicago nur noch Güterverkehr, der Personenfernverkehr wurde 1971 von UP an Amtrak abgegeben. Der Hauptkonkurrent von UP ist die BNSF Railway, die zum großen Teil das gleiche Gebiet abdeckt.

Inhaltsverzeichnis

Streckennetz

Das Netz der Union Pacific erstreckt sich ab Chicago und New Orleans über den gesamten Westen der USA. Sie besitzt und befährt Strecken in 23 Bundesstaaten in den USA: Arizona, Arkansas, California, Colorado, Idaho, Illinois, Iowa, Kansas, Louisiana, Minnesota, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, New Mexico, Oklahoma, Oregon, Tennessee, Texas, Utah, Washington, Wisconsin und Wyoming. Ihre heutige Ausdehnung mit einem Streckennetz von fast 33.000 Meilen (ca. 53.000 km) und insgesamt fast 54.000 Meilen (ca. 87.000 km) Gesamtschienennetz hat die UP vor allem durch die Übernahme unzähliger Bahngesellschaften erreicht.

Fuhrpark

Typischer Kohlenzug in Wyoming mit offenen Schüttgutwagen

Ende 2004 verfügte die Union Pacific Railroad über 7.682 Lokomotiven (ausschließlich Diesellokomotiven) und 104.640 Güterwagen sowie 7.048 Bahndienstfahrzeuge. Der Güterwagenbestand teilte sich wie folgt auf:

  • 37.504 gedeckte Schüttgutwagen,
  • 20.879 Kastenwagen,
  • 19.431 offene Schüttgutwagen,
  • 15.970 offene Güterwagen (Gondola) und
  • 10.856 sonstige Güterwagen.

siehe auch: Liste von UP-Lokomotiven mit Sonderlackierung

Einrichtungen

Union Pacific-Bahnhof in Ogden, Utah (2004)

Bedingt durch die Größe hat Union Pacific hunderte Einsatzstellen, Werkstätten und Bahnhöfe. Einige der bekanntesten und größten sind:

Bahnpolizei

Wie die meisten großen Bahngesellschaften der USA, hat auch die Union Pacific eine eigene Polizei-ähnliche Abteilung, das Union Pacific Police Department. Die als Special Agents bezeichneten Mitarbeiter haben die polizeiliche Zuständigkeit über gegen die Eisenbahngesellschaft begangene Verbrechen, dürfen in allen Bundesstaaten Personen verfolgen und verhaften, und das Staats- und Bundesrecht auch außerhalb der Anlagen von Union Pacific durchsetzen. Sie verfolgen primär größere Unfälle und Verbrechen wie Entgleisungen, Sabotage, Zusammenstöße (auch mit Autos und Personen) und gefährlichen Materialien. Aber auch kleinere Angelegenheiten wie das Graffiti, Sachbeschädigung, unbefugtes Betreten von Eisenbahngelände, Betrug und Diebstahl zählen zu ihren Aufgabenbereichen.

Das UPPD und der Begriff Special Agents dienten als Vorlage bei der Gründung des FBI im Jahr 1907.

Geschichte

Ausgemusterte Union-Pacific-Caboose

Die Union Pacific Railroad wurde auf Beschluss des US-Kongresses am 1. Juli 1862 als U.S. Military Railroad gegründet, um den Westen der USA zu erschließen. Sie erhielt dafür rund 12 Millionen Acre Land und Staatsanleihen in Höhe von 27 Millionen US-Dollar.[1] Die ersten Gleise wurden 1865 in Omaha im Bundesstaat Nebraska verlegt, dabei wurde der heutige Name angenommen. Noch heute hat die UP ihren Sitz in Omaha. Rund 20.000 Arbeiter verlegten fortan rund fünf Meilen (8–9 km) Schienen pro Tag, aufgrund der harten Arbeitsbedingungen und Kämpfen mit Indianern starben mehrere hundert Arbeiter bei den Baumaßnahmen.[1] Am 10. Mai 1869 traf sich der Streckenbau der UP mit der aus Kalifornien vorangetriebenen Strecke der Central Pacific Railroad am heutigen Golden Spike National Historic Site am Großen Salzsee in Utah.[1]

Später übernahm diese Strecke die Utah Central Railroad und die Utah and Northern Railway. Letztere hatte eine Zweiglinie von Ogden an der UP-Hauptstrecke nordwärts zur Grenze des heutigen Staates Idaho gebaut. Durch den Neubau von Nebenlinien verschaffte sich die UP von Ogden Zugang zum Pazifik in Portland (Oregon). 1880 übernahm Uncle Pete, wie die Eisenbahngesellschaft scherzhaft genannt wird, die Kansas Pacific Railway, die zehn Jahre zuvor eine Strecke von Kansas City nach Denver gebaut hatte, sowie die Denver Pacific, eine Tochtergesellschaft, die die Verbindung von Denver nach Cheyenne an der UP-Hauptstrecke herstellte. Etwa zu diesem Zeitpunkt erwarb die UP einige Schmalspurbahnen in Colorado und besaß bis 1893 sogar eine Normalspurstrecke über New Mexico nach Texas.

Die Führung der Union Pacific war 1872 in einen Skandal um Bestechungen und Verschiebungen der Baugelder über eine Tarnfirma verwickelt (Crédit Mobilier of America Skandal) und Union Pacific musste in den 1870ern Konkurs anmelden.[2] Bei ihrer Sanierung am 24. Januar 1880 erhielt sie die Bezeichnung Union Pacific Railway. Nach einem zweiten Bankrott im Jahre 1893 erhielt sie am 1. Juli 1897 wieder ihren ursprünglichen Namen zurück. Solche kleineren Änderungen in der Gesellschaftsbezeichnung waren bei US-amerikanischen Bahnen nicht ungewöhnlich. Ab 1901 kontrollierte die unter ihrem Vorsitzenden Edward Henry Harriman sanierte UP die Southern Pacific Railroad, musste jedoch durch Beschluss des Supreme Court im Jahre 1913 diesen Status wieder aufgeben.

Die UP war auch Eigentümerin der Pacific Electric Railway, die einen Nahverkehr - überwiegend mit Interurbans in Südkalifornien betrieb. Ein Teil dieser Strecken wird heute von der Stadtbahn von Los Angeles nach Long Beach benutzt.

Luftbild vom Unfallort in Macdona (Texas) nach der Zug-Entgleisung 2004

Im Rahmen der Konsolidierung des US-Bahngeschäfts übernahm sie 1981 die Western Pacific Railroad, die ihre Hauptstrecke von Ogden nach San Francisco/Oakland hatte. Damit hatte man einen zweiten Pazifikzugang. Eine erhebliche Vergrößerung des Streckennetzes brachte die Übernahme der doppelt so großen Missouri Pacific Railroad im Jahr 1982. 1995 verleibte sich die UP die Chicago and North Western Railway (C&NWRR) ein, von der sie zuvor schon 25 Prozent der Aktien hielt. Ein Jahr später wurde die große Southern Pacific Railroad inklusive ihrer Tochter St. Louis Southwestern Railway (Cotton Belt) dem Omaha Empire angegliedert. Die SP selbst wurde 1988 von der Denver and Rio Grande Western Railroad übernommen, die den Namen der neuen Gesellschaft als Southern Pacific Lines annahm. Dem Unternehmen wurden in der jüngeren Vergangenheit in Untersuchungen mangelnde Wartungen, Pausenzeiten für Mitarbeiter und Sicherheitsmaßnahmen vorgeworfen, insbesondere nach einer Serie von tödlichen Zugentgleisungen bei San Antonio, wovon der schwerste Unfall bei Macdona (Texas) 3 Tote und 43 Verletzte verursachte.[3][4]

EMD SD60M #2497 der UP in Anaheim, 3. Februar 2005
GE Dash 8-40C am Cajon Pass 10. Mai 1991

Bekannt ist die UP durch ihren gelben Farbton (armour yellow), welcher Lokomotiven und Personenwagen ziert. Den Personenfernverkehr gab UP 1971 an Amtrak ab. Armour Yellow im Personenverkehr gibt es seitdem nur noch auf einigen für Zwecke des Charter- und Sonderverkehrs vorgehaltene Wagen. Im Großraum Chicago fährt die Union Pacific im Auftrag und auf Rechnung der regionalen Verkehrsbehörde, der Regional Transportation Authority, weiterhin Vorortzüge, die bis 1995 von der C&NWRR betrieben wurden.

Vorsitzende der Union Pacific Railroad (unvollständig):

Zeitraum Vorsitzender
1862 – 1863 William Butler Ogden
1863 – 1865 John Adams Dix
1866 – 1871 Oliver Ames jr.
1871 – 1872 Thomas Alexander Scott
1872 – 1873 Horace Clark
1873 – 1874 John Duff
1874 – 1884 Sidney Dillon
1884 – 1890 Charles Francis Adams, Jr.
1890 – 1892 Sidney Dillon
1892 Jay Gould
1904 – 1909 E. H. Harriman
1920 – 1937 Carl R. Gray
1971 – 1983 John Kenefick
2005 – James R. Young

Einzelnachweise

  1. a b c Howard Zinn: A People’s History of the United States. Harper Perennial, New York 2005, ISBN 0-06-083865-5, S. 255
  2. Stephen Ambrose: Nothing like it in the world: the men who built the transcontinental railroad, 1863-1869. Simon and Schuster, 2000, ISBN 9780743204309, S. 611
  3. Chlorine Rail Car Incident. Aristatek. Abgerufen am 28. Juli 2010.
  4. NTSB - Remarks by Robert L. Sumwalt. National Transportation Safety Board. Abgerufen am 28. Juli 2010.

Weblinks

 Commons: Union Pacific Railroad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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