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Universal Serial Bus

USB ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter USB (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.

Der Universal Serial Bus (USB) [ˌjuːnÉȘˈvɜːsl ˈsÉȘÉčiəl bʌs] ist ein serielles Bussystem zur Verbindung eines Computers mit externen GerĂ€ten. Mit USB ausgestattete GerĂ€te oder Speichermedien können im laufenden Betrieb miteinander verbunden (Hot-Plugging) und angeschlossene GerĂ€te sowie deren Eigenschaften automatisch erkannt werden.

USB-Symbol (Zertifizierung nicht notwendig)
Altes USB-Logo, das nicht mehr verwendet werden soll

Inhaltsverzeichnis

Überblick

USB ist ein serieller Bus, d. h. die einzelnen Bits eines Datenpaketes werden nacheinander ĂŒbertragen. Die DatenĂŒbertragung erfolgt symmetrisch ĂŒber zwei verdrillte Leitungen, wobei durch die eine Leitung das Datensignal und durch die andere das dazu jeweils invertierte Signal ĂŒbertragen wird. Der SignalempfĂ€nger bildet die Differenzspannung beider Signale; der Spannungsunterschied zwischen 1- und 0-Pegeln ist dadurch doppelt so groß, eingestrahlte Störungen werden weitgehend eliminiert. Das erhöht die Übertragungssicherheit und unterdrĂŒckt Gleichtaktstörungen. Zwei weitere Leitungen dienen zur Stromversorgung der angeschlossenen GerĂ€te. Durch die Verwendung von nur vier Adern in einer Leitung können diese dĂŒnner und billiger ausgefĂŒhrt werden als bei parallelen Schnittstellen. Eine hohe DatenĂŒbertragungsrate ist mit relativ geringem Aufwand zu erreichen, da nicht mehrere Signale mit identischem elektrischen und zeitlichen Verhalten ĂŒbertragen werden mĂŒssen.

Die Bus-Spezifikation sieht einen zentralen Host-Controller (Master) vor, der die Koordination der angeschlossenen Peripherie-GerĂ€te (den sog. Slave-Clients) ĂŒbernimmt. Daran können theoretisch bis zu 127 verschiedene GerĂ€te angeschlossen werden. An einem USB-Port kann immer nur ein USB-GerĂ€t angeschlossen werden. Sollen an einem Host mehrere GerĂ€te angeschlossen werden, muss deshalb ein Verteiler (Hub) fĂŒr deren Kopplung sorgen. Durch den Einsatz von Hubs entstehen Baumstrukturen, die alle im Host-Controller enden.

Einsatzgebiete von USB

USB eignet sich fĂŒr viele GerĂ€te wie Massenspeicher (etwa Festplatte, Diskette, DVD-Laufwerk), Drucker, Scanner, Webcams, Maus, Tastatur, aber auch Dongles und sogar Grafikkarten und Monitore.[1] Einige GerĂ€te, zum Beispiel USB-Speichersticks, sind ĂŒberhaupt erst mit USB entstanden. USB kann fĂŒr GerĂ€te mit geringem Stromverbrauch wie MĂ€use, Telefone, Tastaturen, aber auch einige CIS-Scanner oder manche 2,5-Zoll-Festplatten die Stromversorgung ĂŒbernehmen.

USB soll viele Ă€ltere externe PC-Schnittstellen ersetzen, sowohl serielle (RS-232, PS/2-Schnittstelle fĂŒr Tastatur und Maus, Apple Desktop Bus), parallele (Centronics-Schnittstelle) als auch analoge (Gameport). Die alten Schnittstellen werden auf manchen Rechner-Hauptplatinen und Notebooks noch immer (2011) angeboten, auch wenn entsprechende GerĂ€te nicht mehr im Handel erhĂ€ltlich sind. Alte GerĂ€te, wie serielle Modems oder parallele Drucker sind aber vielerorts noch vorhanden. Im industriellen Bereich wird noch oft RS-232 ĂŒber Ă€ltere PCs oder Adapterkarten eingesetzt, da entsprechende USB-Adapter nicht echtzeitfĂ€hig sind und PeripheriegerĂ€te in diesem Umfeld wesentlich langlebiger sind. Mittlerweile hat USB auch PCMCIA-Slots und externe SCSI-Schnittstellen weitgehend verdrĂ€ngt.

Im Vergleich zu den frĂŒheren Lösungen bietet USB deutlich höhere DatenĂŒbertragungsraten. Die Daten werden jedoch in Paketen ĂŒbertragen, fĂŒr manche zeitkritische Anwendungen ist es deshalb weniger geeignet – etwa bei mit nur wenigen Bytes belegten Paketen, die die Übertragungsrate senken, oder wenn das Sammeln von Bytes zum FĂŒllen eines Pakets die Übertragung verzögern wĂŒrde.

Seit der EinfĂŒhrung der USB-2.0-Spezifikation sind relativ hohe DatenĂŒbertragungsraten möglich, dadurch ist USB zum Anschluss weiterer GerĂ€tearten wie Festplatten, TV-Schnittstellen und Fotokameras geeignet. Bei externen Massenspeicherlösungen steht USB heute in Konkurrenz zu FireWire und eSATA.

Geschichte und Entwicklung

USB-2.0-PCI-Erweiterungskarte

Der universelle serielle Bus (USB 1.0) wurde vom Hersteller Intel entwickelt und 1996 im Markt eingefĂŒhrt. Er war zum Anschluss von PeripheriegerĂ€ten an PCs konzipiert und sollte die Nachfolge einer ganzen Reihe damals verwendeter PC-Schnittstellen antreten und diese vereinheitlichen. Deshalb war die USB-Spezifikation nicht auf Tastatur und Maus begrenzt, sondern schloss auch andere PeripheriegerĂ€te wie Drucker und Scanner mit ein. Massenspeicher – wie etwa Festplatten â€“ wurden zwar von USB 1.0 unterstĂŒtzt, wegen der maximalen Datenrate von 12 Mbit/s waren sie dafĂŒr aber nur sehr eingeschrĂ€nkt zu gebrauchen.

Als einer der ersten ChipsĂ€tze unterstĂŒtzte 1996 der ursprĂŒnglich fĂŒr den Pentium Pro entwickelte und spĂ€ter fĂŒr den Pentium II verwendete 440FX das USB-Protokoll, was vor EinfĂŒhrung der ATX-Mainboards jedoch kaum bis gar nicht beworben wurde. Die Hauptursache dafĂŒr dĂŒrfte zum einen in der mangelhaften beziehungsweise fehlenden UnterstĂŒtzung von USB durch die damals verbreiteten Betriebssysteme Windows 95 und Windows NT 4.0 gelegen haben, zum anderen waren in der Anfangszeit auch kaum USB-GerĂ€te verfĂŒgbar. Dieser zĂ€he Start brachte ihm den Spitznamen Useless Serial Bus ein.

Ende 1998 folgte die ĂŒberarbeitete Spezifikation USB 1.1, die in erster Linie Fehler und Unklarheiten in der 1.0-Spezifikation behob und den Interrupt Out Transfer hinzufĂŒgte. Die Geschwindigkeit erhöhte sich nicht. USB 1.x war deshalb keine Konkurrenz zu Apples FireWire-Standard (IEEE 1394), der von Anfang an (1995) eine Datenrate von bis zu 400 Mbit/s hatte und im April 2003 auf bis zu 800 Mbit/s beschleunigt wurde. Dennoch setzte Apple die Schnittstelle in der Revision USB 1.1 mit der Entwicklung des iMac ein. Mit diesem beginnend, ersetzte Apple damit den hauseigenen ADB.

Im Jahr 2000 wurde USB 2.0 spezifiziert, was vor allem eine weitere Datenrate von 480 Mbit/s hinzufĂŒgte und so den Anschluss von Festplatten oder VideogerĂ€ten ermöglichte. Produkte dafĂŒr erschienen jedoch erst ab 2002 am Markt.

2008 wurden die neuen Spezifikationen fĂŒr USB 3.0 SuperSpeed vorgestellt, die mit einer Datenrate von 5 GBit/s beworben wird, allerdings nur eine Brutto-Datentransferrate von 4 Gbit/s erlaubt. Die theoretisch maximal mögliche Netto-Datenrate liegt noch einmal etwas unter der Brutto-Datenrate. Mit dieser Spezifikation werden auch neue Stecker, Kabel und Buchsen eingefĂŒhrt, die grĂ¶ĂŸtenteils mit den alten kompatibel sind.[2]

Die ersten Mainbords und GerÀte mit USB 3.0 zogen 2011 in den Massenmarkt ein. Im gleichen Jahr veröffentlichte Intel zusammen mit Apple die Thunderbolt-Schnittstelle in direkter Konkurrenz. Thunderbolt ist dabei 3-6-mal schneller als USB 3.0 (2 x 10Gbit/s) und vereint weitere Schnittstellen wie DisplayPort und eSATA in sich.

Stromversorgung

Zu beachten ist, dass pro Anschluss maximal 500 mA (High Power) oder 100 mA (Low Power) bei nominal 5 V als Stromversorgung am USB-Port zugesichert werden mĂŒssen. Ein weiterer Aspekt ist die am EndgerĂ€t ankommende Spannung. Am Ausgang des USB-Host muss die Spannung zwischen 4,65 V und 5,25 V liegen, allerdings ist ein Abfall bis auf 4,40 V am Ende eines USB-Kabels zulĂ€ssig, hinter einem passiven USB-Hub sind gar 4,00 V erlaubt [3].

Externe 3,5"-Festplatten lassen sich nicht ohne externe Stromquelle anschließen, da diese 12 V als Betriebsspannung benötigen und damit durch das Umwandeln der zur VerfĂŒgung stehenden Spannung auf die notwendige Betriebsspannung zusĂ€tzlicher Strombedarf entsteht und der durchschnittliche Gesamtenergiebedarf wĂ€hrend des Betriebs daher weit ĂŒber die spezifizierten 500 mA (ĂŒblicherweise 800 bis ĂŒber 1000 mA) hinausgeht.

Externe 2,5"-Festplatten haben Anlaufströme von 600 mA bis 1100 mA, im Betrieb begnĂŒgen sie sich mit 250 mA bis 400 mA (Stand: 2010). Die kurzzeitige Überlastung des USB-Ports wird von fast allen GerĂ€ten geduldet, nur wenige GerĂ€te (meist Festplattenrecorder) haben mit besonders stromhungrigen Festplatten Probleme. Die frĂŒher hĂ€ufig zu findenden Doppel-USB-AnschlĂŒsse (die laut USB-Spezifikation nicht zulĂ€ssig sind) oder zusĂ€tzliche BetriebsspannungseingĂ€nge an Festplatten sind selten geworden (Stand: 2011).

Externe 1,8"-Festplatten liegen mit Anlaufströmen um die 400 mA und Betriebsströmen um die 150 mA innerhalb der USB-Spezifikation und bereiten somit keine Probleme.

Mit USB 3.0, dessen Spezifikation 2008 vorgestellt wurde und das seit 2010 erhĂ€ltlich ist, wird auch der maximale Strom auf 900 mA erhöht. Damit ist die Stromversorgung vieler, aber nicht aller, im Handel erhĂ€ltlicher externer 2,5"-Festplatten unter Einhaltung der USB-Spezifikationen gesichert.

In der EU-Initiative fĂŒr einheitliche Mobiltelefon-Lade/NetzgerĂ€te,[4][5] welche sich im Wesentlichen an die 2009 in Version 1.1 erschienene USB „Battery Charging Specification“[6] anlehnt, ist auch ein USB-Lademodus mit einem Ladestrom zwischen 500 und 1500 mA spezifiziert; dieser Lademodus wird mittels Kennung (EU-spezifiziert) in der Datenleitung aktiviert.

Übertragungstechnik/Spezifikation

Die verschiedenen Host-Controller

Die USB-Controller-Chips in den PCs halten sich an einen von drei etablierten Standards. Diese unterscheiden sich in ihrer LeistungsfĂ€higkeit und der Implementierung von bestimmten Funktionen. FĂŒr ein USB-GerĂ€t sind die verwendeten Controller (fast) vollstĂ€ndig transparent, allerdings ist es fĂŒr den Benutzer des PC mitunter wichtig, feststellen zu können, welche Art Chip der Rechner verwendet, um den korrekten Treiber auswĂ€hlen zu können.

Universal Host Controller Interface
UHCI wurde im November 1995 von Intel spezifiziert. Die aktuelle Version des Dokuments trĂ€gt die Revisionsnummer 1.1. UHCI-Chips bieten UnterstĂŒtzung fĂŒr USB-GerĂ€te mit 1,5 oder 12 Mbit/s Datenrate im Low- oder Full-Speed-Modus. Sie werden ausschließlich von den Herstellern Intel und VIA Technologies gebaut.
Open Host Controller Interface
OHCI ist eine Spezifikation, die gemeinsam von Compaq, Microsoft und National Semiconductor entwickelt wurde. Version 1.0 des Standards wurde im Dezember 1995 veröffentlicht, die aktuelle Fassung trĂ€gt die Versionsnummer 1.0a und stammt von September 1999. Ein OHCI-Controller hat prinzipiell die gleichen FĂ€higkeiten wie seine UHCI-Pendants, erledigt aber mehr Aufgaben in Hardware und ist dadurch marginal schneller als ein UHCI-Controller. Dieser Unterschied bewegt sich meist in Bereichen, die gerade noch messbar sind, daher kann man ihn in der Praxis vernachlĂ€ssigen; GerĂ€teentwickler mĂŒssen es jedoch berĂŒcksichtigen. Bei USB-Controllern auf Hauptplatinen mit ChipsĂ€tzen, die nicht von Intel oder VIA stammen, und auf USB-PCI-Steckkarten mit Nicht-VIA-ChipsĂ€tzen handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um OHCI-Controller.
Enhanced Host Controller Interface
EHCI stellt USB-2.0-Funktionen bereit. Es wickelt dabei nur die Übertragungen im High-Speed-Modus (480 Mbit/s) ab. Wenn man USB-1.1-GerĂ€te an einen Port mit EHCI-Chip steckt, reicht der EHCI-Controller den Datenverkehr an einen hinter ihm liegenden UHCI- oder OHCI-Controller weiter (alle Controller sind typischerweise auf demselben Chip). Wenn kein EHCI-Treiber verfĂŒgbar ist, werden High-Speed-GerĂ€te ebenfalls an den USB-1.1-Controller durchgereicht und arbeiten dann soweit möglich mit langsamerer Geschwindigkeit.

Einstellungen und Schnittstellen

Intern adressiert der USB-Controller die angeschlossenen GerĂ€te mit einer sieben Bit langen Kennung, wodurch sich die 127 maximal anschließbaren GerĂ€te ergeben. Wenn an einem Port neue GerĂ€te detektiert werden, schaltet der Host-Controller diesen ein und sendet dem angeschlossenen GerĂ€t einen Reset, indem er beide Datenleitungen fĂŒr mindesten 10 ms auf Massepotential legt.[7] Dadurch belegt das GerĂ€t zunĂ€chst die Adresse 0 und bekommt dann vom Host eine eindeutige Adresse zugeteilt. Da immer nur ein Port mit noch nicht konfiguriertem GerĂ€t aktiviert wird, kommt es zu keinen Adresskollisionen.

Der Host-Controller fragt meist zuerst nach einem Device-Deskriptor, der unter anderem die Hersteller- und Produkt-ID enthĂ€lt. Mit weiteren Deskriptoren teilt das GerĂ€t mit, welche alternativen Konfigurationen es besitzt, in die es von seinem GerĂ€tetreiber geschaltet werden kann. Bei einer Webcam könnten diese Alternativen etwa darin bestehen, ob die Kamera eingeschaltet ist oder ob nur das Mikrofon lĂ€uft. FĂŒr den Controller ist dabei relevant, dass die unterschiedlichen Konfigurationen auch einen unterschiedlichen Strombedarf mit sich bringen. Ohne besondere Freigabe durch das Betriebssystem darf ein GerĂ€t nicht mehr als 100 mA Strom benötigen.

Innerhalb einer Konfiguration kann das GerĂ€t verschiedene Schnittstellen definieren, die jeweils ĂŒber einen oder mehrere Endpunkte verfĂŒgen. Unterschiedlicher Bedarf an reservierter Datenrate wird ĂŒber sogenannte Alternate Settings signalisiert. Ein Beispiel dafĂŒr ist eine Kamera (etwa eine Webcam), die Bilder in zwei verschiedenen Auflösungen senden kann. Das Alternate Setting 0 wird aktiviert, wenn ein GerĂ€t keine Daten ĂŒbertragen möchte und somit pausiert.

GerÀteklassen

Damit nicht fĂŒr jedes GerĂ€t ein eigener Treiber nötig ist, definiert der USB-Standard verschiedene GerĂ€teklassen, die sich durch generische Treiber steuern lassen. Auf diese Weise sind USB-Tastaturen, -MĂ€use, USB-Massenspeicher, Kommunikations- („Communications Device Class“, kurz: CDC) und andere GerĂ€te mit ihren grundlegenden Funktionen sofort verwendbar, ohne dass zuvor die Installation eines spezifischen Treibers notwendig ist. Herstellerspezifische Erweiterungen (die dann einen eigenen Treiber erfordern) sind möglich. Die Information, zu welchen GerĂ€teklassen sich ein GerĂ€t zĂ€hlt, kann im Device-Deskriptor (wenn das GerĂ€t nur einer Klasse angehört) oder in einem Interface-Deskriptor (bei GerĂ€ten, die zu mehreren Klassen gehören) untergebracht werden.

USB-GerÀteklassen[8]
Klasse Verwendung Beschreibung Beispiele
00h GerÀt Composite Device Die Klasse wird auf Ebene der Interface-Deskriptoren definiert
01h Interface Audio Lautsprecher, Mikrofon, Soundkarte, MIDI
02h Beides Kommunikation und CDC-Steuerung Modem, Netzwerkkarte, Wi-Fi-Adapter
03h Interface HID Tastatur, Maus, Joystick etc.
05h Interface PID Physikalisches Feedback, etwa fĂŒr Force-Feedback-Joysticks
06h Interface Bilder Digitalkamera
07h Interface Drucker Laserdrucker, Tintenstrahldrucker
08h Interface Massenspeicher USB-Stick, Memory-Card-LesegerÀt, MP3-Player
09h GerÀt USB-Hub Full-Speed Hub, High-Speed Hub
0Ah Interface CDC-Daten diese Klasse wird zusammen mit Klasse 02h verwendet
0Bh Interface Chipkarte Chipkarten-LesegerÀt
0Dh Interface Content Security Finger-Print-Reader
0Eh Interface Video Webcam
0Fh Interface Personal Healthcare Pulsuhr
DCh Beides DiagnosegerÀt USB-Compliance-TestgerÀt
E0h Interface kabelloser Controller Bluetooth-Adapter, Microsoft RNDIS
EFh Beides Diverses ActiveSync-GerÀt
FEh Interface softwarespezifisch IrDA-BrĂŒcke
FFh Beides herstellerspezifisch der Hersteller liefert einen Treiber mit

Übertragungsmodi

Der USB bietet den angeschlossenen GerĂ€ten verschiedene Übertragungsmodi an, die diese fĂŒr jeden einzelnen Endpunkt festlegen können.

Endpunkte

USB-GerĂ€te verfĂŒgen ĂŒber eine Anzahl von durchnummerierten „Endpunkten“, gewissermaßen Unteradressen des GerĂ€tes. Die Endpunkte sind in den GerĂ€ten hardwareseitig vorhanden und werden von der USB SIE (Serial Interface Engine) bedient. Über diese Endpunkte können voneinander unabhĂ€ngige Datenströme laufen. GerĂ€te mit mehreren getrennten Funktionen (Webcams, die Video und Audio ĂŒbertragen) haben mehrere Endpunkte. Die Übertragungen von und zu den Endpunkten erfolgen meist unidirektional, fĂŒr bidirektionale Übertragungen ist deshalb ein IN- und ein OUT-Endpunkt erforderlich (IN und OUT beziehen sich jeweils auf die Sicht des Hostcontrollers). Eine Ausnahme davon sind Endpunkte, die den sogenannten Control Transfer Mode verwenden.

In jedem USB-GerĂ€t muss ein Endpunkt mit Adresse 0 vorhanden sein, ĂŒber den die Erkennung und Konfiguration des GerĂ€tes lĂ€uft, darĂŒber hinaus kann er auch noch weitere Funktionen ĂŒbernehmen. Endpunkt 0 verwendet immer den Control Transfer Mode.

Ein USB-GerÀt darf maximal 31 Endpunkte haben: Den Control-Endpunkt (der eigentlich zwei Endpunkte zusammenfasst) und je 15 In- und 15 Out-Endpunkte. Low-Speed-GerÀte sind auf Endpunkt 0 plus maximal zwei weitere Endpunkte im Interrupt Transfer Mode mit maximal 8 Bytes pro Transfer beschrÀnkt.

Isochroner Transfer

Der isochrone Transfer ist fĂŒr Daten geeignet, die eine garantierte Datenrate benötigen. Diese Transferart steht fĂŒr Full-Speed- und High-Speed-GerĂ€te zur VerfĂŒgung. Definiert das sogenannte Alternate Setting einen Endpunkt mit isochronem Transfer, so reserviert der Host-Controller-Treiber die erforderliche Datenrate. Steht diese Datenrate nicht zur VerfĂŒgung, so schlĂ€gt die Aktivierung des genannten Alternate Settings fehl, und es kann mit diesem GerĂ€t keine isochrone Kommunikation aufgebaut werden.

Die erforderliche Datenrate ergibt sich aus dem Produkt des Abfrageintervalls und der GrĂ¶ĂŸe des Datenpuffers. Full-Speed-GerĂ€te können jede Millisekunde bis zu 1023 Bytes je isochronem Endpunkt ĂŒbertragen (1023 kbyte/s), High-Speed-GerĂ€te können bis zu drei Übertragungen je Micro-Frame (125 Â”s) mit bis zu 1024 kbytes ausfĂŒhren (24 Mbyte/s). Stehen in einem GerĂ€t mehrere isochrone Endpunkte zur VerfĂŒgung, erhöht sich die Datenrate entsprechend. Die Übertragung ist mit einer PrĂŒfnummer (CRC16) gesichert, wird aber bei einem Übertragungsfehler durch die Hardware nicht wiederholt. Der EmpfĂ€nger kann erkennen, ob die Daten korrekt ĂŒbertragen wurden. Isochrone Übertragungen werden zum Beispiel von der USB-Audio-Class benutzt, die bei externen USB-Soundkarten Verwendung findet.

Interrupt-Transfer

USB-Maus fĂŒr Notebooks

Interrupt-Transfers dienen zur Übertragung von kleinen Datenmengen, die zu nicht genau bestimmbaren Zeitpunkten verfĂŒgbar sind. Im Endpoint Descriptor teilt das GerĂ€t mit, in welchen maximalen ZeitabstĂ€nden es nach neuen Daten gefragt werden möchte. Das kleinstmögliche Abfrageintervall betrĂ€gt bei Low-Speed 10 ms, bei Full-Speed 1 ms und bei High-Speed bis zu drei Abfragen in 125 Â”s. Bei Low-Speed können pro Abfrage bis zu 8 Byte, bei Full-Speed bis zu 64 Byte und bei High-Speed bis zu 1024 Byte ĂŒbertragen werden. Daraus ergeben sich maximale Datenraten von 800 byte/s bei Low-Speed, 64 kbyte/s bei Full-Speed und bis zu 24 Mbyte/s bei High-Speed. Die Daten sind mit einer PrĂŒfnummer (CRC16) gesichert und werden bei Übertragungsfehlern bis zu dreimal durch die Hardware wiederholt. GerĂ€te der HID-Klasse (Human Interface Device), zum Beispiel Tastaturen, MĂ€use und Joysticks, ĂŒbertragen die Daten ĂŒber den Interrupt-Transfer.

Bulk-Transfer

Bulk-Transfers sind fĂŒr große Datenmengen gedacht, die jedoch nicht zeitkritisch sind. Diese Transfers sind niedrig priorisiert und werden vom Controller durchgefĂŒhrt, wenn alle isochronen und Interrupt-Transfers abgeschlossen sind und noch Datenrate ĂŒbrig ist. Bulk-Transfers sind durch eine PrĂŒfnummer (CRC16) gesichert und werden durch die Hardware bis zu dreimal wiederholt. Low-Speed-GerĂ€te können diese Transferart nicht benutzen. Full-Speed-GerĂ€te benutzen Puffer-GrĂ¶ĂŸen von 8, 16, 32 oder 64 Bytes. High-Speed-GerĂ€te verwenden immer einen 512 Byte großen Puffer.

Control-Transfer

Control-Transfers sind eine besondere Art von Datentransfers, die einen Endpunkt erfordern, der sowohl In- als auch Out-Operationen durchfĂŒhren kann. Control-Transfers werden generell in beide Richtungen bestĂ€tigt, so dass Sender und EmpfĂ€nger immer sicher sein können, dass die Daten auch angekommen sind. Daher wird der Endpunkt 0 im Control-Transfer-Modus verwendet. Control-Transfers sind zum Beispiel nach dem Detektieren des USB-GerĂ€ts und zum Austausch der ersten Kommunikation elementar wichtig.

USB On-the-go

Logo fĂŒr USB-OTG-GerĂ€te
Logo fĂŒr USB-HighSpeed-OTG-GerĂ€te

Durch USB On-the-go (OTG) können entsprechend ausgerĂŒstete GerĂ€te miteinander kommunizieren, indem eines der beiden eine eingeschrĂ€nkte Host-FunktionalitĂ€t ĂŒbernimmt. Dadurch kann auf einen Computer, der die Host-Funktion ĂŒbernimmt, verzichtet werden. Mögliche Einsatzgebiete sind beispielsweise die Verbindung von Digitalkamera und Drucker oder der Austausch von Musikdateien zwischen zwei MP3-Spielern.

Gekennzeichnet werden USB-OTG-Produkte durch das USB-Logo mit zusĂ€tzlichem grĂŒnem Pfeil auf der Unterseite und weißem „On-The-Go“-Schriftzug. Die USB-OTG-Spezifikation wurde am 18. Dezember 2001 verabschiedet.

OTG-GerÀte sind zum Beispiel die seit November 2007 erhÀltlichen Nokia-Telefone 6500c, N8, C7, N810, das Samsung Galaxy S II[9], sowie einige externe Festplatten zum direkten Anschluss an Digitalkameras.

Wireless USB

→ Hauptartikel: Wireless USB
Logo fĂŒr die zertifizierten GerĂ€te aus dem Intel-Wireless-USB-Projekt

Momentan besetzen zwei Initiativen den Begriff „Wireless USB“. Die Ă€ltere der beiden wurde von dem Unternehmen Cypress initiiert, mittlerweile ist Atmel als zweiter Chiphersteller auf den Zug aufgesprungen. Das „Cypress-WirelessUSB“-System ist eigentlich kein drahtloses USB, sondern eine Technik, um drahtlose EndgerĂ€te zu bauen, die dann ĂŒber einen am USB angeschlossenen EmpfĂ€nger/Sender (Transceiver) mit dem Computer verbunden sind. Dazu wird eine Übertragungstechnik im lizenzfreien 2,4-GHz-Band benutzt, die Datenrate betrĂ€gt bis zu 62,5 kbit/s (neuere Chips von Cypress erreichen 1 Mbit/s) und ist damit fĂŒr EingabegerĂ€te völlig ausreichend, fĂŒr andere Anwendungen aber oft zu knapp bemessen.

Das zweite Wireless-USB-Projekt wird von der USB-IF vorangetrieben und ist wesentlich anspruchsvoller, neben Intel ist auch NEC dabei, entsprechende Chips zu entwickeln. Ziel ist es, eine Technik zu schaffen, mit der die vollen 480 Mbit/s des High-Speed-Übertragungsmodus drahtlos ĂŒbertragen werden können. Dabei ist eine kurze Reichweite unter 10 m vorgesehen; die Übertragung soll auf einer Ultrabreitband-Technik basieren. Am 16. Januar 2008 gab die Bundesnetzagentur fĂŒr die Ultrabreitband-Technik Frequenzbereiche frei.[10] Der dabei fĂŒr USB vorgesehene Bereich von 6 bis 8,5 GHz ist jedoch nicht so breit wie von USB-IF spezifiziert, so dass GerĂ€te aus anderen LĂ€ndern eventuell in Deutschland nicht verwendet werden dĂŒrfen.[11]

Datenraten

Logo fĂŒr USB-LowSpeed- oder -FullSpeed-zertifizierte GerĂ€te

USB erlaubt es einem GerĂ€t, Daten mit 1,5 Mbit/s, 12 Mbit/s oder mit 480 Mbit/s zu ĂŒbertragen; der USB-3.0-Standard ergĂ€nzt einen SuperSpeed-Modus mit 4000 Mbit/s. Diese Raten basieren auf dem Systemtakt der jeweiligen USB-Geschwindigkeit und stellen die physikalische DatenĂŒbertragungsrate dar. Die Toleranzen werden fĂŒr „USB 2.0“-GerĂ€te und fĂŒr die Ă€lteren USB-1.0-/1.1-GerĂ€te getrennt behandelt. Der tatsĂ€chliche Datendurchsatz liegt – durch Protokoll-Overhead – darunter. Im USB-Standard ist eine maximale theoretische Datenlast bei High-Speed unter idealen Bedingungen von 49.152.000 Byte/s (Isochronous Mode)[12] beziehungsweise 53.248.000 Byte/s (Bulk-Mode)[13] angegeben. Dazu kommt die Verwaltung der GerĂ€te, so dass bei aktuellen Systemen fĂŒr USB 2.0 eine nutzbare Datenrate in der GrĂ¶ĂŸenordnung von 320 Mbit/s (40 MB/s) und fĂŒr USB 3.0 2400 Mbit/s (300 MB/s)[14] bleibt. Bei Ă€lteren Systemen wurde diese durch eine unzureichende Anbindung des USB-Chips an den Systembus zusĂ€tzlich reduziert.

Name Brutto-Datenrate Symbolrate Toleranz
USB 3.0 USB 2.0 USB 1.0/1.1
Low Speed     1,5 Mbit/s = 187,5 kByte/s 1,875 MBit/s – ± 0,75 kbit/s ± 22,5 kbit/s
Full Speed   12 Mbit/s = 1,5 MByte/s 15 MBit/s – ± 6 kbit/s ± 30 kbit/s
Hi-Speed 480 Mbit/s = 60 MByte/s 600 MBit/s – ± 240 kbit/s –
SuperSpeed 4000 Mbit/s = 500 MByte/s 5 GBit/s[15] – – –

Bemerkung:

  • Die Schreibweise variiert: Low und Full Speed werden mit Leerzeichen getrennt, Hi-Speed mit Bindestrich (und High wird verkĂŒrzt zu Hi), SuperSpeed wird zusammengeschrieben.
  • SI-PrĂ€fixe sind dezimale PrĂ€fixe: 1 kBit = 103 Bit, 1 MBit = 106 Bit, 1 GBit = 109 Bit, gleiches fĂŒr Byte und Hz.
  • USB 1.x und USB 2.0 wird mit der Bruttodatenrate beworben (1,5 MBit/s, 12 MBit/s, 480 MBit/s). Die Symbolrate ist um 25 Prozent höher.
  • USB 3.0 wird mit der Symbolrate (5 GBit/s) beworben, die Bruttodatenrate betrĂ€gt hier 4000 Mbit/s (500 MByte/s). Die Symbolrate hat allerdings keinerlei Auswirkungen außerhalb des physischen Übertragungslayers (OSI Layer 1). Bei vielen Modulationen ist sie allerdings grĂ¶ĂŸer als die BitĂŒbertragungsrate und wird daher an deren Stelle angegeben.
  • Die theoretisch erzielbare Nettodatenrate liegt um 11,3 Prozent (Bulk-Mode) und 18,1 Prozent (Isochron-Modus) unter der Bruttodatenrate.
  • Real erzielbare Nettodatenraten liegen um mindestens 30 Prozent, meist aber um die 45 Prozent unter der Bruttodatenrate (reale Messungen an USB 2.0-Systemen).
Logo fĂŒr USB-HighSpeed-zertifizierte GerĂ€te

Wird die Schnittstelle eines GerĂ€ts mit „USB 2.0“ angegeben, heißt das nicht unbedingt, dass dieses GerĂ€t auch die hohe Datenrate von 480 Mbit/s anbietet. Standpunkt der Anbieter ist dabei, dass ein USB-2.0-kompatibles GerĂ€t grundsĂ€tzlich jede der drei Geschwindigkeiten benutzen kann und die 2.0-KompatibilitĂ€t in erster Linie bedeutet, dass die neueste Fassung der Spezifikation eingehalten wird. 480 Mbit/s dĂŒrfen also nur erwartet werden, wenn ein GerĂ€t mit dem Logo „Certified USB Hi-Speed“ ausgezeichnet ist.

Die Kommunikation bei USB wird vom Hostcontroller gesteuert, der heute in der Regel auf dem Motherboard eines Computers verbaut ist. Nur dieser kann Daten von einem GerÀt lesen oder zu einem GerÀt senden. Ein GerÀt darf nur dann Daten zum Hostcontroller senden, wenn es von diesem abgefragt wird. Bei zeitkritischen Datenströmen, wie etwa bei Mausbewegungen, muss der Hostcontroller von sich aus hÀufig genug beim GerÀt anfragen (Polling), ob es Daten senden will, um ein Ruckeln zu verhindern.

Eine direkte Kommunikation zwischen USB-GerĂ€ten ist gemĂ€ĂŸ dem USB-Standard nicht möglich; das wurde erst durch die Erweiterung USB On-the-go eingeschrĂ€nkt ermöglicht (die GerĂ€te können hier wahlweise Host oder EndgerĂ€t sein, ein echter bidirektionaler Austausch ist aber trotzdem nicht möglich). Der FireWire-Standard, der fĂŒr Ă€hnliche Einsatzzwecke wie USB geschaffen wurde und mit diesem in Konkurrenz steht, bietet im Gegensatz dazu die Möglichkeit einer Peer-to-Peer-Kommunikation zwischen GerĂ€ten, ohne dass die Steuerung durch einen Host erforderlich ist. Somit ist mit FireWire etwa der Aufbau eines Netzwerks möglich.

USB 3.0

Im November 2008 stellte das USB Implementers Forum, dem unter anderem die Unternehmen HP, Microsoft und Intel angehören, die Spezifikation fĂŒr USB 3.0 vor. Im SuperSpeed-Modus wird eine Symbolrate von exakt 5 Gbit/s verwendet, was auf Grund der verwendeten ANSI-8B10B-Modulation eine Bruttodatenrate von 500 MByte/s ergibt.[16][17]

Die höheren Datenraten werden im Wesentlichen durch (etwa 8 mal) höhere Frequenzen auf den Datenleitungen möglich. Die Bruttodatenrate steigt dadurch von 60 MByte/s auf 500 MByte/s. Das stellt allerdings erheblich höhere Anforderungen an die Kabel. Weitere Gewinne sind durch das verbesserte USB-Protokoll sowie durch die verwendete Vollduplex-Übertragung möglich.

Die verwendeten Kabel enthalten neben den bisherigen Signal-Adernpaar (D+ und D-) und der Stromversorgung (GND, VCC) zwei weitere Signal-Adernpaare (SSTX+ und SSTX-, SSRX+ und SSRX−) sowie eine zusĂ€tzliche Masseverbindung (GND). Deshalb sind fĂŒr USB 3.0 sowohl neue Stecker am Host und an den angeschlossenen GerĂ€ten, als auch neue Kabel notwendig. Die Kabel sind auf Grund der gestiegenen Aderanzahl und der notwendigen besseren HF-Übertragungseigenschaften (Ă€hnlich wie eSATA oder CAT-5e/6-Kabel) dicker und weniger flexibel.

zusÀtzliche Pins bei USB 3.0
Name Beschreibung
SSTX+ DatenĂŒbertragung vom Host zum GerĂ€t
SSTX− mit SSTX+ verdrillt
GND Masse
SSRX+ DatenĂŒbertragung vom GerĂ€t zum Host
SSRX− mit SSRX+ verdrillt

Die KompatibilitÀt besteht in folgendem Sinne:

  • USB 3.0-Kabel können auf Grund der Anbauten nicht mit USB 2.0-EndgerĂ€ten benutzt werden - alle USB 3.0-Typ B-Stecker sind nicht rĂŒckwĂ€rtskompatibel.
  • USB 2.0-Kabel können an USB 3.0-EndgerĂ€ten benutzt werden.
  • USB 3.0-Kabel können an USB 2.0-Hosts benutzt werden, erfordern dann aber USB 3.0-EndgerĂ€te.
  • USB 2.0-Kabel können an USB 3.0-Hosts benutzt werden.
  • USB 3.0-EndgerĂ€te können an USB 2.0-Hosts angeschlossen werden. Ggf. gibt es Probleme, wenn diese mehr als 500 mA Strom aufnehmen (USB 3.0 erlaubt bis zu 900 mA, USB 2.0 nur bis 500 mA).
  • USB 2.0-EndgerĂ€te können an USB 3.0-Hosts angeschlossen werden.

USB 3.0-Übertragungen finden aber nur statt, wenn alle drei Komponenten (Host, Kabel, EndgerĂ€t) USB 3.0-tauglich sind. Ansonsten wird auf USB 2.0 heruntergeschaltet.

Mit dem Linux-Kernel ab Version 2.6.31 sind Linux-Distributionen die ersten Betriebssysteme, die USB 3.0 unterstĂŒtzen.[18]

Weitere Besonderheiten:

  • Die bei den bisherigen USB-Standards ĂŒbliche Reihumabfrage der GerĂ€te (Polling) ist nicht mehr notwendig. Durch das (mögliche) Entfallen dieses dauernden Pollings und durch neue Befehle können GerĂ€te in die Energiesparmodi U0 bis U3 geschaltet werden.
  • Am USB 3.0-Port stehen mindestens 150 mA Strom (statt 100 mA wie bis USB 2.0) pro GerĂ€t zur VerfĂŒgung. Auf Anforderung können bis 900 mA bereitgestellt werden (USB 2.0 Low Power: 100 mA, USB 2.0 High Power: 500  mA).
  • Ältere Treiber sollen weiterverwendbar bleiben. Neuere Versionen sind aber unter UmstĂ€nden vorteilhaft, etwa um die neuen Stromsparmodi zu nutzen.
  • USB 3.0-Hubs nutzen keinen Transaction Translators wie USB 2.0-Hubs (High Speed). Daher hat man keinen Gewinn, wenn man mehrere USB 2.0 (High Speed)-GerĂ€te ĂŒber einen USB 3.0-Hub an einen PC anschließt.
  • Zu Hubs siehe USB 3.0 und Hubs

FĂŒr einen spĂ€teren Zeitpunkt ist auch eine Erweiterung des Standards mit Lichtwellenleitern geplant. Anders als noch bei USB 2.0 dĂŒrfen sich GerĂ€te nur dann „USB-3.0-kompatibel“ nennen, wenn sie tatsĂ€chlich die schnellstmögliche Geschwindigkeit (hier SuperSpeed-Modus) anbieten.[14]

Hardware

USB-Stecker und -Kabel

USB-Stecker

USB-Stecker Typ A
USB-Stecker Typ A; deutlich zu erkennen sind die voreilenden Ă€ußeren Pins fĂŒr die Versorgungsspannung
USB-Stecker Typ B
USB 3.0-Stecker vom Typ B
Verschiedene USB-Stecker; von links nach rechts: Typ A, Typ B, Typ Mini-B 5-polig (Standard), Typ Miniatur-B 4-polig (Mitsumi), Typ Miniatur-B 4-polig (Aiptek)
Micro-B USB-Stecker (bei Mobiltelefonen verbreitet)
MicroUSB als Standard-Mobiltelefon-Ladestecker
USB-Buchse vom Typ A

Die Stecker eines USB-Kabels sind verpolungs- und vertauschungssicher gestaltet.

In Richtung des Hostcontrollers (Upstream) werden flache Stecker (Typ A „DIN IEC 61076-3-107“) verwendet. Zum angeschlossenen GerĂ€t hin (Downstream) werden die Kabel entweder fix montiert oder ĂŒber annĂ€hernd quadratische Steckverbinder (Typ B „DIN IEC 61076-3-108“) angeschlossen (vereinzelt und nicht standardkonform auch mit Typ A-Steckverbindern). Entsprechend den USB 1.0–2.0 Standards besitzen USB Typ A- und Typ B-Verbinder vier Leitungen plus Schirm. Beide Steckverbinder sollen in einer der drei Farben grau, „natur“ (elfenbeinfarben/weiß) oder schwarz ausgefĂŒhrt werden. Mit USB 3.0 kommen neue Varianten der Typ A- und Typ B-Verbinder auf den Markt (siehe unten).

Seit einiger Zeit sind auch Stecker und Buchsen vom Typ A und B mit RĂ€ndelschrauben erhĂ€ltlich, die ein Herausrutschen verhindern. Allerdings muss das empfangende GerĂ€t das auch unterstĂŒtzen.

Verschiedene Hersteller brachten mechanisch inkompatible AusfĂŒhrungen von USB-Verbindern heraus, die sich jedoch elektrisch nicht von USB 1.x oder 2.0 unterschieden. So etwa waren einige IBM Thinkpads mit einem sog. UltraPort ausgestattet, APC fĂŒhrt USB an ihren USVs ĂŒber 10-polige Modular-Buchsen (10P10C/RJ50), die Microsoft Xbox benutzt ebenfalls proprietĂ€re USB-Verbinder oder Apple fĂŒhrt USB beim iPod Shuffle ĂŒber einen Klinkenstecker, der gleichzeitig als Audioverbinder dient. Diese nicht standardisierten Varianten sind jedoch nicht sehr verbreitet.

FĂŒr den industriellen Einsatz gibt es mehrere nicht vom USB-Konsortium standardisierte USB-5-V(olt)-, USB-12V-, USB-19-V- und USB-24-V-Varianten mit deutlich höheren Strombelastbarkeiten von bis zu 6 A (3 A pro Kontakt) ĂŒber insgesamt vier zusĂ€tzliche Leitungen, die um 1999 im Rahmen der PoweredUSB- und PlusPower-Spezifikationen von Firmen wie IBM, Microsoft, NCR und Berg/FCI definiert wurden und zum Teil lizenzpflichtig sind. Diese Varianten werden insbesondere bei POS-Anwendungen von verschiedenen Herstellern eingesetzt. Die Steckverbinder fĂŒhren dabei neben dem USB-Typ-A-Stecker eine unabhĂ€ngige hochstromfĂ€hige vierpolige Spannungsversorgung. Diese Stecker sind nicht rechteckig, sondern mehr quadratisch (wie zwei Stecker in einem gemeinsamen GehĂ€use, der USB-Teil selbst entspricht mechanisch und elektrisch unverĂ€ndert USB Typ A). Mittels einer mechanischen Kodierung wird verhindert, dass zum Beispiel USB-12-V-Stecker versehentlich in USB-24-V-Buchsen gesteckt werden können. Eine mechanische Arretierung der Stecker in den Buchsen ist ebenfalls vorgesehen. ZusĂ€tzlich wird fĂŒr diese Stecker eine Farbkodierung empfohlen, naturfarben (teilweise auch gelb) fĂŒr 5 V (30 W), blaugrĂŒn (Pantone Teal 3262C) fĂŒr 12 V (72 W), rot (Pantone Red 032C) fĂŒr 24/25 V (144 W) und seltener violett fĂŒr 19 V. Kommt keine Farbkodierung zum Einsatz, sollen die Stecker fĂŒr alle Spannungen grĂ¶ĂŸer 5 V schwarz ausgefĂŒhrt werden, wohingegen grau als alternative Farbe fĂŒr 5 V in Frage kommt. FĂŒr die B-Seite ist kein spezieller Stecker definiert, es gibt jedoch verschiedene Empfehlungen, teilweise mit unterschiedlichen HotPlug-FĂ€higkeiten. Die Bezeichnung fĂŒr diese industriellen USB-Varianten lautet Retail USB, PoweredUSB, USB PlusPower oder USB +Power.[19]

Micro- und Mini-USB

Insbesondere fĂŒr GerĂ€te mit geringerem Platzangebot (digitale Kameras, Mobiltelefone, MP3-Player und andere mobile GerĂ€te) existieren auch verschiedene kompaktere USB-Steckverbinder. Im USB-2.0-Standard verankert sind dabei lediglich fĂŒnfpolige Mini- und Micro-Varianten (plus Schirm) (auf dem Foto in der Mitte abgebildet), die gegenĂŒber den normalen USB-Steckverbindern ĂŒber einen zusĂ€tzlichen ID-Pin verfĂŒgen.

ZunĂ€chst wurde im Jahr 2000 ein trapezförmiger Mini-B-Steckverbinder fĂŒr die Downstream-Seite definiert, der in der Farbe Schwarz ausgefĂŒhrt werden sollte. Bei zukĂŒnftigen GerĂ€ten sollen GerĂ€tehersteller jedoch auf die Micro-USB-Verbinder (siehe unten) ausweichen.[20] Auch Mini-A- (in weißer Farbe) und Mini-AB-Steckverbinder (in Grau) waren fĂŒr eine gewisse Zeit Teil des Standards und sollten insbesondere in Verbindung mit USB On-the-Go (OTG) eine Rolle spielen, wurden jedoch im Mai 2007 offiziell zurĂŒckgezogen.[21]

Im Januar 2007 wurden mit der Standarderweiterung Micro-USB fĂŒr USB 2.0 noch kleinere Steckverbinder vorgestellt, die eine besonders kompakte Bauform der GerĂ€te ermöglichen. Die Micro-USB-Spezifikation kann USB On-the-Go (OTG) unterstĂŒtzen, was Verkabelung und Kommunikation auch ohne PC als Host ermöglicht.[22] Micro-USB-Steckverbinder sollen bei neueren GerĂ€ten in naher Zukunft den Mini-Verbinder komplett ersetzen, lediglich der relativ weit verbreitete Mini-B-Verbinder wird derzeit noch geduldet. Die Micro-USB-Verbinder sind elektrisch gleichwertig, mechanisch allerdings nicht steckkompatibel, dafĂŒr jedoch dank der im Standard geforderten Edelstahlkrampe deutlich stabiler ausgefĂŒhrt. GemĂ€ĂŸ USB-2.0-Standard gibt es drei Varianten, die genau wie bei Mini-USB allesamt fĂŒnfpolig ausgefĂŒhrt sind: Micro-A (rechteckige Bauform, fĂŒr die Host-Seite, Farbe Weiß), Micro-AB (rechteckige Bauform, fĂŒr USB-On-the-Go-GerĂ€te, Farbe Grau) und Micro-B (Trapez-Bauform, fĂŒr die GerĂ€teseite, Farbe Schwarz). Die Open Mobile Terminal Platform OMTP hat Micro-USB 2007 als Standardverbinder fĂŒr den Datentransfer und die Energieversorgung von MobilfunkgerĂ€ten ĂŒbernommen, in China mĂŒssen Mobiltelefone seitdem mit dieser Schnittstelle ausgestattet werden, um eine Zulassung zu bekommen.[23] Mit USB 3.0 kommen neue Varianten der Micro-A-, AB- und -B-Steckverbinder auf den Markt (siehe unten).

Daneben gibt es noch eine ganze Reihe proprietĂ€rer, das heißt gerĂ€teherstellerspezifische Miniaturbauformen der Steckverbinder (siehe auch Bild), die zwar in der Regel elektrisch mit USB 2.0 kompatibel sind, jedoch nur ĂŒber teilweise schwer erhĂ€ltliche Adapterkabel mit USB-Komponenten gemĂ€ĂŸ dem USB-Standard verbunden werden können. FĂ€lschlicherweise werden jedoch auch diese Steckverbinder hĂ€ufig als „Mini“-USB bezeichnet, was immer wieder zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhrt und vermieden werden sollte. Nicht zuletzt deshalb soll der Micro-USB-Standard hier den Wildwuchs beenden. Verbreitet sind unterschiedlichste AusfĂŒhrungen mit vier Pins (insbesondere Varianten von Mitsumi, Aiptek, Hirose) sowie eine große Zahl von Varianten mit acht Pins (darunter mehrere inkompatible Varianten, die sich bei Digitalkameras in begrenztem Rahmen auch ĂŒber Herstellergrenzen hinweg verbreitet haben), elf Pins (ExtUSB fĂŒr HTC-Mobiltelefone; kompatibel zu Mini-USB), zwölf Pins (fĂŒr verschiedene Olympus-Digitalkameras) und 14 Pins (zwei Varianten fĂŒr verschiedene Fuji-Finepix-Digitalkameras und als Nokias Pop-Port fĂŒr manche Mobiltelefone), die auch noch andere, nicht-USB-spezifische Signale im gleichen Konnektor vereinen.[24]

Im Rahmen des im Jahr 2008 verabschiedeten USB-3.0-Standards wurden weitere sechs Steckverbindertypen mit zusÀtzlichen Kontakten definiert:

Diese unterteilen sich in je drei Steckverbinder, die als weitestgehend rĂŒckwĂ€rtskompatible Erweiterungen der bisherigen Typ A- und Typ B-Steckverbinder angesehen werden können (genannt: USB 3.0 Standard-A, USB 3.0 Standard-B und USB 3.0 Powered-B) sowie drei kleinere Verbinder, die sich an die bisherigen Micro-USB-Verbinder anlehnen (genannt: USB 3.0 Micro-A, USB 3.0 Micro-AB und USB 3.0 Micro-B). Zur eindeutigen Kennzeichnung werden die bisherigen Steckverbinder nun als USB 2.0 Standard-A, USB 2.0 Standard-B, USB 2.0 Micro-A, USB 2.0 Micro-AB und USB 2.0 Micro-B bezeichnet. Zur besseren Unterscheidung sollen die USB-3.0-Standard-A-Verbinder in der Farbe Blau (Pantone 300C) ausgefĂŒhrt und gegebenenfalls mit einem doppelten S-Symbol gekennzeichnet werden.

Spezifikationen
Mögliche Steckkombinationen (mechanisch unterstĂŒtzt)
Aufnahmetyp Steckertyp
USB 3.0 Standard-A USB 3.0 Standard-A, USB 2.0 Standard-A
USB 2.0 Standard-A USB 2.0 Standard-A, USB 3.0 Standard-A
USB 3.0 Powered-B USB 3.0 Powered-B, USB 3.0 Standard-B, USB 2.0 Standard-B
USB 3.0 Standard-B USB 3.0 Standard-B, USB 2.0 Standard-B
USB 2.0 Standard-B USB 2.0 Standard-B
(USB 2.0 Mini-AB) (USB 2.0 Mini-A, USB 2.0 Mini-B)
USB 2.0 Mini-B USB 2.0 Mini-B
USB 3.0 Micro-AB USB 3.0 Micro-A, USB 3.0 Micro-B, USB 2.0 Micro-A, USB 2.0 Micro-B
USB 2.0 Micro-AB USB 2.0 Micro-A, USB 2.0 Micro-B
USB 3.0 Micro-B USB 3.0 Micro-B, USB 2.0 Micro-B
USB 2.0 Micro-B USB 2.0 Micro-B
Geforderte Anzahl an Steckzyklen
Anschlusstyp Standard Mindestanzahl der Steckzyklen
USB USB 1.0-2.0 500×, spĂ€ter 1500×
USB USB 3.0 Standard Class: 1500×, High Durability Class: 5000×
Mini-USB USB 2.0 5000×
Micro-USB USB 2.0-3.0 10000×
Zum Vergleich:
eSATA 5000×
Firewire/IEEE 1394 1500×
Abmessungen (in mm) und Kombinationsmöglichkeiten
Stecker Steckerabmessungen passende
Buchsen
erlaubte
Kabeltypen
A Typ A A → Stecker B
→ Stecker Mini-B
→ Stecker Micro-B
B Typ B B → Stecker A
USB 3.0 B USB 3.0 Typ B USB 3.0 B → Stecker USB 3.0 A
→ Stecker A
Mini-B Typ Mini-B Mini-B → Stecker A
Micro-A Typ Micro-A Micro-AB → Stecker Micro-B
→ Buchse A (als Adapter)
Micro-B Typ Micro-B Micro-B
Micro-AB
→ Stecker A
→ Stecker Micro-A

Verbreitet haben sich weiterhin 1×4-, 1×5- und 2×2-polige Varianten von Stiftleisten im Rastermaß 2,54 Millimeter auf PC-Mainboards, ebenso wie Doppel-USB-Verbinder mit 2×4 oder 2×5 Polen im Rastermaß 2,54 mm. Gab es zunĂ€chst mehrere zueinander inkompatible Belegungsvarianten, hat sich im Zuge neuerer Mainboard-Spezifikationen von Intel inzwischen eine bestimmte 2×5-polige Belegung etabliert, die auch mit uDOC-Flashmodulen kompatibel ist.

USB-Kabel

USB-VerlÀngerungskabel (nicht in der USB-Spezifikation)
Adernkodierung von USB-Kabeln, keines entspricht dem USB-2.0-Standard[25]
USB-3.0-Kabel und Kontaktbelegung

In einem USB-Kabel werden vier Adern benötigt. Zwei Adern ĂŒbertragen dabei die Daten, die anderen beiden versorgen das angeschlossene GerĂ€t mit einer Spannung von 5 V. Der USB-Spezifikation entsprechende GerĂ€te dĂŒrfen bis zu 100 mA oder 500 mA aus dem Bus beziehen, abhĂ€ngig davon, wie viel der Port liefern kann, an den sie angeschlossen werden. GerĂ€te mit einer Leistung von bis zu 2,5 W können also ĂŒber den Bus versorgt werden. Je nach KabellĂ€nge muss der Querschnitt der beiden Stromversorgungsadern angepasst sein, um den zulĂ€ssigen Spannungsabfall einzuhalten; auch daher sind VerlĂ€ngerungsleitungen nicht standardgemĂ€ĂŸ.

Die Kabel mĂŒssen je nach Geschwindigkeit unterschiedlich abgeschirmt werden. Kabel, die lediglich der Spezifikation low speed entsprechen, dĂŒrfen ĂŒber keinen B-Stecker verfĂŒgen, sondern mĂŒssen fix am GerĂ€t montiert sein oder einen herstellerspezifischen Stecker verwenden. Sie sind weniger stark abgeschirmt, kommen ohne verdrillte Adern aus und sind dadurch flexibler als Full/High-Speed Kabel. Sie sind daher gut fĂŒr zum Beispiel MĂ€use und Tastaturen geeignet. Die geringe Abschirmung des Kabels kann zu Problemen bei GerĂ€ten mit höheren Geschwindigkeiten fĂŒhren.

Die LĂ€ngen von Full-/High-Speed- und Low-Speed-Kabeln vom Hub zum GerĂ€t sind auf fĂŒnf beziehungsweise drei Meter begrenzt. LĂ€ngere Strecken kann man ĂŒberwinden, indem USB-Hubs zwischengeschaltet werden. Sogenannte USB-Repeaterkabel entsprechen in ihren Funktionen einem Bus-Powered Hub (s. u.) mit einem einzigen Downstream-Port und einem fest angeschlossenen Kabel am Upstream-Port. Da die elektrischen Auswirkungen dieser Kabel im USB-Bus denen eines Bus-Powered-USB-Hubs mit fĂŒnf Meter Kabel entsprechen, sollten bei ihrer Verwendung zusĂ€tzlich die BeschrĂ€nkungen beim Verschachteln von USB-Hubs beachtet werden.

USB arbeitet mit einem Wellenwiderstand von 90 <math>\Omega</math>, direkte Verbindungskabel sollten daher auch in diesem Wellenwiderstandswert ausgefĂŒhrt sein.

FĂŒr die ÜberbrĂŒckung von LĂ€ngen ĂŒber 30 Metern werden USB-Line-Extender angeboten. Diese bestehen aus zwei Komponenten: Einem Base-Modul, das an den Computer angeschlossen wird, und einem Remote-Modul fĂŒr den Anschluss des USB-GerĂ€tes. Zur DistanzĂŒberbrĂŒckung zwischen diesen beiden Komponenten werden meist Ethernetkabel oder Lichtleiter eingesetzt. Da sich diese Line-Extender jedoch immer auf bestimmte, nicht vom Standard vorgeschriebene Verhaltensdetails der angeschlossenen GerĂ€te verlassen und zudem bei langen Kabelstrecken die Signallaufzeit zu Protokollverletzungen fĂŒhrt, ist der Einsatz dieser GerĂ€te oft mit Problemen verbunden.

Eine andere Möglichkeit, USB-GerĂ€te weiter entfernt vom Rechner anzuschließen, sind Lösungen, die einen „remote host“ verwenden, also einen USB-Hostcontroller, der außerhalb des PCs liegt. Dabei geschieht die Kommunikation zwischen PC und Hostcontroller zum Beispiel ĂŒber Ethernet. Das Ethernet ersetzt dabei den lokalen Bus, an dem sonst der Hostcontroller angeschlossen wĂ€re. Auf dem PC muss also nur ein entsprechender Treiber installiert werden, der die Kommunikation mit dem Hostcontroller ĂŒbernimmt. Alle Treiber fĂŒr die USB-GerĂ€te erkennen dann keinen Unterschied zu einem lokal angeschlossenen GerĂ€t. Ein Beispiel fĂŒr ein solches GerĂ€t ist der USB-Server von Keyspan, oder die USB-Fernanschlussfunktion einer FRITZ!Box.

Farbkodierung und Pinouts
USB-Standardstecker Typ A und B. Nicht maßstabsgetreu, mit Pinnummern, Draufsicht
USB-Ministecker Typ A und B. Nicht maßstabsgetreu, mit Pinnummern, Draufsicht. Es gibt noch Mini-AB-Buchsen, die sich automatisch umschalten. Mini-AB-Buchsen und Mini-A-Stecker sind aus der Spezifikation entfernt worden.
Kabelbelegung fĂŒr einen USB-Standardstecker

Der USB-Standard legt neben der Belegung der Schnittstelle auch die Namen der einzelnen Stecker-Pins und die Aderfarbe fest. Die Nummer eines Stecker-Pins kann in den oben angefĂŒhrten Schemazeichnungen abgelesen werden.

Standardstecker
Pin Name Farbe Beschreibung
1 VCC Rot +5 V
2 D- Weiß Data −
3 D+ GrĂŒn Data +
4 GND Schwarz Masse
Ministecker/Microstecker
Pin Name Farbe Beschreibung
1 VCC Rot +5 V
2 D- Weiß Data −
3 D+ GrĂŒn Data +
4 ID keine erlaubt Unterscheidung von

Micro-A- und Micro-B-Stecker

Typ A: Masse (OTG-GerÀt arbeitet als Host)

Typ B: nicht verbunden (OTG-GerÀt arbeitet als Peripherie)

5 GND Schwarz Masse

USB-Hubs

Allgemeines

4-Port-USB-Hub mit eigener Stromversorgung (self powered, Netzteilbuchse rechts)
4-Port-USB-Hub mit Stromversorgung aus dem Bus (bus powered)

Ein USB-Hub ist ein USB-GerĂ€t, das das USB-Signal an mehrere Ports verteilt. HandelsĂŒblich sind USB-Hubs mit bis zu sieben Downstream-Ports.

Hubs können ihren Strom aus dem Bus selbst beziehen (als Bus-Powered oder passiver Hub bezeichnet) oder ĂŒber eine eigene Stromversorgung verfĂŒgen (als Self-Powered oder aktiver Hub bezeichnet). Die meisten Self-Powered-Hubs werden ĂŒber ein Steckernetzteil mit Strom versorgt. Manche Monitore haben auch einen USB-Hub eingebaut, der ĂŒber die Stromversorgung des Monitors mitgespeist wird. Self-Powered-Hubs haben den Vorteil, dass jedes an sie angeschlossene GerĂ€t bis zu 500 mA Strom beziehen kann. Bei Bus-Powered-Hubs dĂŒrfen der Hub und alle an ihn angeschlossenen GerĂ€te gemeinsam maximal 500 mA beziehen. Hybride Self- und Bus-Powered-Hubs sind möglich – der Hub ist dann Self-Powered, wenn ein Netzteil an ihn angeschlossen ist, ansonsten Bus-Powered. Manchmal werden Bus-Powered-Hubs auch als „passiv“ und Self-Powered-Hubs als „aktiv“ bezeichnet; technisch ist das jedoch falsch.

Bei der Verschachtelung von Hubs werden die Grenzen durch die maximal 127 möglichen USB-GerĂ€te pro root-hub und durch die Signallaufzeit festgelegt – jeder Hub erhöht die Laufzeit, die Verschachtelungstiefe ist auf maximal fĂŒnf (Hub-)Ebenen unterhalb des Hostcontrollers beziehungsweise des Root-Hubs begrenzt. Die maximale Distanz zwischen zwei mit USB verbundenen GerĂ€ten liegt wegen der BeschrĂ€nkung von 5 m pro USB-Kabel bei 30 m – sechs Kabel mit je fĂŒnf Meter LĂ€nge und dazwischen fĂŒnf Hubs.

USB 2.0 und Hubs

Low-, Full- und High-Speed-GerĂ€te lassen sich an einem USB-2.0-Host fast beliebig mischen, ohne dass Geschwindigkeitsnachteile entstehen. Hubs nach dem USB-1.x-Standard können an USB-2.0-Hosts verwendet werden. GerĂ€te, die direkt oder indirekt an einen solchen Hub angeschlossen werden, können allerdings lediglich die Geschwindigkeit Full Speed erreichen, also 12 Mbit/s.

Ein USB-2.0-Host und ein USB-2.0-Hub kommunizieren immer mit High Speed, selbst wenn an dem Hub Low- oder Full-Speed-GerĂ€te angeschlossen sind. Es ist Aufgabe des Hubs, die Daten dieser GerĂ€te in das High-Speed-Protokoll zu verpacken, dazu hat er einen oder mehrere sogenannte „Transaction Translators“ eingebaut. Die Anzahl der Transaction Translators bestimmt, wie viele langsame GerĂ€te an einen USB-2.0-Hub angeschlossen werden können, ohne sich gegenseitig auszubremsen. Wird diese Zahl ĂŒberschritten, so bricht die Datenrate aller an diesen Host angeschlossenen Low-Speed- und Full-Speed-GerĂ€te auf Geschwindigkeiten deutlich unter denen eines USB-1.1-Hosts ein; der Durchsatz von High-Speed-GerĂ€ten am selben Hub bleibt jedoch unbeeinflusst. An der Spezifikation des Stromverbrauchs hat sich bei USB 2.0 im Vergleich zu USB 1.1 nichts geĂ€ndert.

USB 3.0 und Hubs

Unter USB 3.0 gibt es ein neues Hub-Konzept. Hubs bestehen aus zwei Unter-Hubs. Der eine ist speziell fĂŒr den neuen SuperSpeed-Modus zustĂ€ndig, der andere fĂŒr die bisherigen Geschwindigkeitsmodi (Low-Speed, Full-Speed, High-Speed). Erst an den Ports werden beide Teile zusammengefĂŒhrt. Im Dezember 2009 hat das Unternehmen VIA die ersten Chips fĂŒr USB-3.0-Hubs vorgestellt. Der VL810 genannte Chip ist mit allen Geschwindigkeitsmodi kompatibel.[26]

USB-Card-Bus

USB 2.0 CardBus Controller

Der Cardbus-Standard[27] (PC Card Standard 5.0) wurde ursprĂŒnglich fĂŒr PCMCIA-Karten als Datenspeichermedium entwickelt, unterscheidet sich aber vom eigentlichen PCMCIA-Standard durch eine völlig andere Architektur. Es sind auch Steckkarten mit CardBus-Controller am Markt erhĂ€ltlich, die USB in CardBus umsetzen, so dass USB-Stecker beispielsweise auch an MobilgerĂ€ten ohne integrierte USB-Schnittstelle verwendet werden können â€“ sie sind aber auf den 32 Bit breiten CardBus beschrĂ€nkt. Ein NachrĂŒsten bei Computern mit 16-Bit-Bus ist daher nicht möglich.[28] CardBus wurde vom neueren und leistungsfĂ€higeren ExpressCard-Standard abgelöst.

Software-Architektur

Alle USB-Transaktionen werden durch die USB-Software auf dem Host-Computer realisiert. Das geschieht durch den jeweiligen USB-GerÀtetreiber, der mit seinem GerÀt kommunizieren will. Der USB-Bustreiber ist die Schnittstelle zwischen dem USB-GerÀtetreiber und dem USB-Host-Controller.

USB-GerÀtetreiber

Die Aufgabe des USB-GerĂ€tetreibers (USB device driver) ist die Erzeugung von Anfragen (Requests) an den USB-Bustreiber. FĂŒr eine Anfrage werden I/O-Request-Packets (IRP) verwendet. Diese IRPs initiieren einen Transfer von oder zu USB-GerĂ€ten (Interrupt-Transfer der Tastatur durch Erzeugung eines entsprechenden IRP auslösen).

USB-Bustreiber

Der USB-Bustreiber (USB-Driver) kennt die spezifischen Kommunikationseigenschaften der einzelnen USB-GerĂ€te, zum Beispiel die Datenmenge pro Frame oder AbstĂ€nde zwischen den periodischen Zugriffen. Er erkennt diese Eigenschaften beim Analysieren der GerĂ€te-Deskriptoren wĂ€hrend der Konfigurationsphase. Wenn der USB-Bustreiber ein IRP von einem USB-GerĂ€tetreiber erhĂ€lt, erzeugt er entsprechend diesem Request einzelne Transaktionen, die innerhalb des Übertragungsrahmens (Frame) von einer Millisekunde ausfĂŒhrbar sind.

USB-Host-Controller-Treiber

Der Universal-Serial-Bus-Host-Controller-Treiber (host controller driver) organisiert die zeitliche Abfolge der einzelnen Transaktionen (Scheduling). Dazu baut er eine Folge von Transaktionslisten auf. Jede dieser Listen besteht aus den noch nicht abgearbeiteten Transaktionen in Richtung eines GerĂ€tes, das am Bus angeschlossen ist. Sie definiert die Reihenfolge der Transaktionen innerhalb des 1-ms-Zeitrahmens. Der USB-Bustreiber kann eine einzelne Anfrage fĂŒr einen Datentransfer in mehrere Transaktionen zerlegen. Das Scheduling hĂ€ngt von einer Reihe von Einflussfaktoren wie Transferart, GerĂ€teeigenschaften und Busbelastung ab. Der USB-Host-Controller-Treiber löst die Transaktionen dann ĂŒber den Root-Hub aus. Dieser setzt der Reihe nach alle Transaktionen um, die in der aktuellen Liste enthalten sind.

UnterstĂŒtzung in Betriebssystemen

  • Amiga OS4.x unterstĂŒtzt seit Version 4.0 USB1.1. Seit dem AmigaOS4.1 Update3 unterstĂŒtzt es auch USB2.0.
  • Amiga OS3.x unterstĂŒtzt standardmĂ€ĂŸig kein USB. Lediglich mit Hard- und Software anderer Anbieter (Poseidon, Sirion, Anaiis) ist eine Anbindung von USB-1.1- und USB-2.0-GerĂ€ten möglich (mit breiter UnterstĂŒtzung verschiedenster GerĂ€teklassen bei Poseidon). Bei Poseidon kann in Zusammenarbeit mit einer Flash-Rom-Karte sogar von USB-Massenspeichern gebootet werden. Ab Amiga OS4 wird, je nach Hardware, USB 1.1 und 2.0 unterstĂŒtzt (kein USB 2.0 Highspeed, da der EHCI-Treiber noch fehlt). Unter AmigaOS 4 Classic kann jedoch alternativ auch Poseidon eingesetzt werden.
  • AROS enthĂ€lt seit August 2009 eine quelloffene Portierung von Poseidon, der die alte Implementierung ersetzt. Es unterstĂŒtzt OHCI/UHCI (USB 1.1) und EHCI (USB 2.0 Highspeed) sowie die meisten der in Poseidon fĂŒr AmigaOS vorhandenen GerĂ€tetreiber. Der Stack liegt (teilweise) im Kernel und es kann damit von USB-Massenspeichern gebootet werden.
  • Atari MiNT unterstĂŒtzt standardmĂ€ĂŸig kein USB, es sind jedoch fĂŒr MiNT verschiedene Treiber in Entwicklung, die Add-on-Karten (wie EtherNAT, eine Kombination aus USB- und Ethernet Erweiterung fĂŒr den Atari Falcon) unterstĂŒtzen.
  • eComStation als Nachfolger von OS/2 bringt ebenfalls UnterstĂŒtzung fĂŒr USB 2.0 mit.
  • Der Linux-Kernel unterstĂŒtzt seit Version 2.2 USB-Controller. Seit der Kernelversion 2.4 sind Treiber fĂŒr UHCI-, OHCI- und EHCI-Controller sowie UnterstĂŒtzung fĂŒr gĂ€ngige USB-EndgerĂ€te integriert. Die UnterstĂŒtzung fĂŒr EHCI-Controller in der Kernelversion 2.4 gilt jedoch als fehleranfĂ€llig und lĂ€uft erst seit Version 2.6 stabil. Weiterhin existieren sogenannte Gadget-Treiber, damit kann ein Linux-basiertes System, das an einem USB-Host angeschlossen wird, selbst als USB-GerĂ€t erscheinen, zum Beispiel als Massenspeicher, Netzwerkkarte oder serielle Schnittstelle. Seit der Version 2.6.31 wird auch USB 3.0 vom Linux-Kernel unterstĂŒtzt.[29]
  • Mac OS unterstĂŒtzt USB 1.1 ab Mac OS 8.1. Mit der Zeit wurde der Umfang an GerĂ€ten, die mit Klassentreibern unterstĂŒtzt werden, deutlich erweitert; seit Mac OS 8.5 werden die meisten ĂŒblichen GerĂ€teklassen unterstĂŒtzt.
  • Mac OS X unterstĂŒtzt in allen Versionen USB 1.1 und ab Version 10.2.8 auch USB 2.0.
  • Microsoft DOS und kompatible unterstĂŒtzen USB standardmĂ€ĂŸig nicht. USB-Tastaturen und USB-Massenspeicher sind ĂŒber die Legacy-Emulation vieler moderner PC-BIOSe dennoch verwendbar, aber meist nicht Hotplug-fĂ€hig. Auch USB-"MĂ€use" funktionieren meist mit fĂŒr PS/2-MĂ€use gedachten Treibern, wenn der Legacy-Mode aktiviert ist. FĂŒr Free-DOS gibt es den "motto hairu"-Treiber, der USB 2.0 zur VerfĂŒgung stellt. Andere Hersteller bieten Spezialtreiber an, die aber viel konventionellen Speicher belegen und deshalb mit vielen DOS-Programmen nicht kompatibel sind.
  • Microsoft Windows 95 hat ab OEM Service Release 2.1 eine rudimentĂ€re UnterstĂŒtzung von USB 1.0, die jedoch als fehleranfĂ€llig gilt.
  • Microsoft Windows 98 unterstĂŒtzt USB 1.0, ab Windows 98 SE auch USB 1.1. USB 2.0 ist nur mit Treibern von Chipsatzherstellern möglich.
  • Microsoft Windows Me unterstĂŒtzt USB 1.1. und verfĂŒgt als einziges System der 9x-Serie ĂŒber einen generischen GerĂ€tetreiber fĂŒr Massenspeicher. USB 2.0 ist nur mit Treibern von Chipsatzherstellern möglich. Im Gegensatz zu Windows 98 und 95 ist nach der Installation gerĂ€tespezifischer USB-Treiber kein Neustart erforderlich.
  • Microsoft Windows NT 4.0 hat keinerlei USB-UnterstĂŒtzung, von anderen Herstellern sind jedoch Systemerweiterungen dafĂŒr erhĂ€ltlich. GerĂ€tehersteller testen ihre Produkte selten mit derartigen Erweiterungen, deshalb gelten diese Systemerweiterungen nur fĂŒr SpezialfĂ€lle als tauglich.
  • Microsoft Windows 2000 (SP4), Microsoft Windows XP (ab SP1), Microsoft Windows Server 2003, Microsoft Windows Vista, Microsoft Windows Server 2008, Microsoft Windows 7 und Microsoft Windows Server 2008 R2 unterstĂŒtzen USB 1.1 und USB 2.0. und unterstĂŒtzen generisch von Anfang an Massenspeicher. Weil der USB-Hostcontroller allerdings manchmal fehlerhaft erkannt wird, raten die meisten Hersteller dazu, die Treiber des Chipsatzherstellers zu installieren.
  • MorphOS wird mit dem Poseidon-USB-Stack ausgeliefert mit voller UnterstĂŒtzung von UHCI, OHCI und EHCI.
  • NetBSD, FreeBSD und OpenBSD unterstĂŒtzen UHCI, OHCI und EHCI sowie gĂ€ngige EndgerĂ€te. NetBSD war 1998 das erste freie Betriebssystem mit USB-UnterstĂŒtzung.
  • OS/2 Warp4 unterstĂŒtzt erst ĂŒber den AufrĂŒstpack Warp 4.51 Convenience Pak 1 (vom Dezember 2000) USB 1.1. Dieser ist kostenpflichtig. Treiber-Aktualisierungen auf USB 2.0 sind ebenfalls verfĂŒgbar.
  • Palm OS unterstĂŒtzt ab Version 3.2 USB als Kommunikationsplattform fĂŒr HotSync, ab Palm OS 5 können (teilweise mit Zusatzprogrammen) auch Modemfunktionen ĂŒber USB genutzt werden. Bestimmte PDAs (so bei Sony CliĂ©) können mit der USB-Schnittstelle einen Massenspeicher emulieren.
  • QNX unterstĂŒtzt ab der Version 6 UHCI, OHCI und EHCI, mit separat erhĂ€ltlichen Treibern ist USB-Support auch in QNX4 nachrĂŒstbar. Die mitgelieferten Treiber beschrĂ€nken sich auf den HID-Bootmode, einige RS232- und Ethernet-Adapter sowie Massenspeicher.

Bei Betriebssystemen ohne USB-UnterstĂŒtzung kann das BIOS nach Aktivieren von „USB Legacy Support“ (engl. etwa „USB-UnterstĂŒtzung fĂŒr Altlasten“) in seinen Einstellungen Abhilfe schaffen, dadurch erscheinen USB-EingabegerĂ€te wie "MĂ€use" und Tastaturen dem Betriebssystem gegenĂŒber als PS/2-GerĂ€te. Je nach BIOS wird meist genau ein USB-Laufwerk (wie USB-Stick, USB-Kartenleser, USB-Festplatte, USB-Floppy) eingebunden. USB-CD/DVD-Laufwerke werden nur dann eingebunden, wenn von ihnen gebootet wird.

Kurioses

Inzwischen sind auch ausgefallene GerĂ€te auf den Markt gekommen, wie beispielsweise USB-Heizplatten, mit denen etwa eine Kaffeetasse ĂŒber die USB-Schnittstelle warmgehalten werden kann. Eine weitere „Erfindung“ ist ein USB-Raketenwerfer, der auf Befehl kleine Schaumstoffraketen abfeuert. Daneben gibt es auch mehr oder weniger sinnvolle Hardware, wie USB-Lampen fĂŒr Notebooks, um die Tastatur zu beleuchten, USB-Tastatur-Staubsauger, USB-Ventilatoren, USB-WeihnachtsbĂ€ume oder beheizbare USB-Handschuhe und USB-Pantoffeln. Des Weiteren ist ein Trend zu beobachten, USB als standardisierte Spannungsquelle einzusetzen. Namhafte Mobiltelefonhersteller haben sich darauf geeinigt, Micro-USB als Standard-GerĂ€tebuchse fĂŒr den Ladekontakt einzusetzen.[30]

Der USB-Standard sieht vor, dass GerĂ€te zunĂ€chst im Low Power-Mode (100 mA oder 150 mA) starten und bei höherem Strombedarf diesen erst vom Host anfordern, bevor sie den normalen Modus schalten. Das können bei USB 2.0 bis zu weiteren 4x 100 mA sein, bei USB 3.0 bis zu weiteren 5x 150 mA sein. SchlĂ€gt diese Anforderung fehl, muss sich das GerĂ€t abschalten.

Die meisten der vorgenannten Spielzeuge verwenden den USB-Anschluss jedoch ungefragt nur als Spannungsquelle und verstoßen gegen den USB-Standard, indem sie ohne Erlaubnis des Hosts mehr als 100 mA Strom beziehen. Das könnte im Extremfall den USB-Anschluss des Host beschĂ€digen oder das Energiemanagement des Rechners durcheinanderbringen, was zu instabilem Verhalten fĂŒhren kann.

Sparsame 2,5"-Notebook-Festplatten können meist mit 2,5 W (500 mA) an einem 2.0 USB-Port mit Adapter betrieben werden, grĂ¶ĂŸere 3,5"-Festplatte jedoch nicht. Weiterhin gibt es sparsame Notebook-CD/DVD/Bluray-Brenner, die am USB-Port betrieben werden können. Deren Stromaufnahme liegt jedoch insbesondere beim Brennen mit höheren Geschwindigkeiten mit teilweise permanent ĂŒber 1000 mA weit außerhalb der USB-Spezifikation.

Mittlerweile gibt es Netzteile, die an einer USB-A-Buchse oder einem Kabel mit Micro-USB-B-Stecker 5 V zur VerfĂŒgung stellen. Der verfĂŒgbare Strom ist dabei meist 1000 mA (allgemein zwischen 500 und 1500 mA). Einfache GerĂ€te stellen einfach eine Spannungsquelle dar, bessere GerĂ€te zusĂ€tzlich ein USB-GerĂ€t, das zumindest die Befehle des Powermanagements beherrscht. Letzteres ist notwendig, wenn das zu ladende GerĂ€t sich exakt an den USB-Standard hĂ€lt und nur den Strom entnimmt, der ihm genehmigt wurde. Ein bekannter Vertreter ist das iPhone.

Ajay Bhatt wurde aus der Gruppe der Entwickler des USB-Standards besonders hervorgehoben, als er in dem Werbespot Ajay Bhatt - The Real USB Rock Star! des Unternehmens Intel als Rockstar portrÀtiert wurde.[31][32]

Das wohl Kurioseste in Bezug auf ausgefallene USB-GerĂ€te stellt ein Werbespot dar, in dem der Verkauf von Wein per USB beworben wird.[33]. So ein USB-GerĂ€t ist natĂŒrlich aufgrund physischer Gegebenheiten nicht umsetzbar.

Im November 2010 erklÀrte eine Gruppe evangelikaler Christen in Brasilien, dass der USB-Anschluss wegen seines Dreizack-Symbols Teufelswerk sei und nicht verwendet werden sollte.[34]

Literatur

  •  Hans-Joachim Kelm: USB 2.0. Franzis, Poing 2006, ISBN 3-7723-7965-6.</span>
  •  Jan Axelson: USB Complete. Everything You Need to Develop Custom USB Peripherals. 4. Auflage. Lakeview Research, Madison 2009, ISBN 978-1931448086.</span> (deutsch:  USB 2.0 : Handbuch fĂŒr Entwickler. 3. Auflage. mitp, Heidelberg 2007 (ĂŒbersetzt von Gerhard Franken), ISBN 978-3-8266-1690-7.</span>)
  •  Bernhard Redemann: Steuern und Messen mit USB, Hard- und Softwareentwicklung mit dem FT232, 245 und 2232. Eigenverlag, Berlin 2006, ISBN 3-00-017884-8.</span>

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: USB â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: USB â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ DVI-Ausgang per USB nachrĂŒsten. Im: heise online. 5. Juni 2007.
  2. ↑ Sven Hesse: USB 3.0 kommt 2009 mit 4,8Gbit/s angerast. In: Allround-PC.com. 21. November 2008.
  3. ↑ http://www.otdl.com/VDROOP.PDF
  4. ↑ Industrie stellt einheitliches HandyladegerĂ€t vor http://derstandard.at/1296696631540/Universell-Industrie-stellt-einheitliches-Handyladegeraet-vor derstandard.at Abgerufen am 8. Februar 2011
  5. ↑ Stecker rein! – Ein LadegerĂ€t fĂŒr alle.
  6. ↑ Approved Class Specification Documents Battery Charging http://www.usb.org/developers/devclass_docs Engl.
  7. ↑ USB-Spezifikation 2.0 Seite 153
  8. ↑ USB Class Codes. usb.org. 17. November 2009 (englisch).
  9. ↑ Samsung Galaxy S II bei samsungmobile.com
  10. ↑ Bundesnetzagentur (Hrsg.): Allgemeinzuteilung von Frequenzen fĂŒr die Nutzung durch Anwendungen geringer Leistung der Ultra-Wideband (UWB) Technologie. 2010.
  11. ↑ Matthias Kremp: Kappt die Kabel – lieber noch nicht. In: Spiegel Online. 18. Januar 2008.
  12. ↑ USB-Spezifikation 2.0 Seite 46
  13. ↑ USB Spezifikation 2.0 Seite 55
  14. ↑ a b Benjamin Benz: Pfeilschnell – Die dritte USB-Generation liefert Transferraten von 300 MByte/s. In: c’t. Nr. 22, 2008, S. 212.
  15. ↑ USB 3.0 Specification now available. (PDF) Presseveröffentlichung der USB.org vom 17. November 2008.
  16. ↑ Von USB 1.0 bis USB 3.0: Der Siegeszug des Universal Serial Bus. In: player.de. 25. September 2009.
  17. ↑ USB 3.0 ist fertig. In: PC Professionell. 18. November 2008.
  18. ↑ Anika Kehrer: Linux unterstĂŒtzt USB 3.0. In: Linux Community. 8. Juni 2009.
  19. ↑ PowerdUSB.org (englisch
  20. ↑ Mobile phones to adopt new, smaller USB connector. In: USB Implementers Forum. 4. Januar 2007 (englisch, PDF).
  21. ↑ Mini-A und Mini-AB-Verbinder zurĂŒckgezogen. Mai 2007 (PresseerklĂ€rung des USB-IF), PDF.
  22. ↑ Kleinere USB-Steckverbindung fĂŒr MobilgerĂ€te. In: heise online. 5. Januar 2007.
  23. ↑ OMTP Local Connectivity Recommendations. Common Charging and Local Data Connectivity. In: omtp.org. 8. Juni 2010.
  24. ↑ Übersicht ĂŒber verschiedene Nicht-Standard-Miniatur-USB-Steckverbinder (englisch, Informationsseite eines Adapterkabelherstellers)
  25. ↑ USB-Spezifikation 2.0, Seite 102
  26. ↑ Andreas Link: USB 3.0: Alle Infos zum neuen Technologie-Standard. In: PC Games Hardware. 25. Januar 2010.
  27. ↑  Christoph Windeck: PC-Card und USB (Praxis/Hotline). In: c’t. Nr. 14, 2003, S. 204.</span>
  28. ↑ Alexander von Obert: Kann ich eine USB-Schnittstelle nachrĂŒsten? In: USB-Memory-Stick (USB-Speichermodul) FAQ â€“ Teil 1: Hardware. 21. Dezember 2007, abgerufen am 27. MĂ€rz 2008.
  29. ↑ Linux-Kernel 2.6.31 unterstĂŒtzt USB 3.0. In: golem.de. 10. September 2009.
  30. ↑ Kommission begrĂŒĂŸt Einigung der Industrie auf ein universelles LadegerĂ€t fĂŒr Mobiltelefone. Presseveröffentlichung der EuropĂ€ischen Union, 29. Juni 2009.
  31. ↑ Ajay Bhatt - The Real USB Rock Star!
  32. ↑ Mike Magee: Intel turns USB man into rock star. In: TG Daily. 7. Mai 2009.
  33. ↑ http://www.youtube.com/watch?v=lfWf-7skaU8
  34. ↑ Evangelikale Christen: USB ist Teufelswerk, Der Standard am 17. November 2010
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Dieser Artikel wurde am 8. November 2006 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.
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