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| Universität Bielefeld | |
|---|---|
| GrĂĽndung | 1969 |
| Trägerschaft | Land Nordrhein-Westfalen (staatlich) |
| Ort | Bielefeld |
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Leitung | Gerhard Sagerer |
| Studenten | 17.371 (WS 2010/11)[1] |
| Mitarbeiter | 1.560 (2010)[1] |
| davon Professoren | 292 (2010)[1] |
| Website | www.uni-bielefeld.de |
Die Universität Bielefeld ist eine 1969 gegründete deutsche Campus-Universität im Bundesland Nordrhein-Westfalen und die größte Forschungseinrichtung in der Region Ostwestfalen-Lippe. Laut internationalem Times-Higher-Education-Ranking 2010 belegt die Bielefelder Universität den 173. Rang der weltbesten Universitäten.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Sie ist mit ca. 17.400 Studierenden (im Wintersemester 2010/11) die größte der sechs Bielefelder Hochschulen. Unter den staatlichen Universitäten in Westfalen liegt sie in Bezug auf Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft pro Professor auf dem zweiten Platz. Im Uni-Ranking des Magazins Focus vom September 2005 belegte die Universität Bielefeld den 10. von insgesamt 86 Plätzen. In den Fachbereichen Erziehungswissenschaft und Soziologie belegte sie sogar den ersten Platz.
Die Universität Bielefeld wurde von dem Soziologen Helmut Schelsky konzipiert und 1969 als sogenannte „Reformuniversität“ gegründet, wobei interdisziplinäres Arbeiten ein erklärtes Ziel war. Das zeigt sich bereits in der Architektur, bei der durch die zentrale Halle alle Fakultäten miteinander auch räumlich verbunden werden.
1976 wurde das Hauptgebäude der Universität fertiggestellt, das aus einer zentralen Unihalle und Quergebäuden für die einzelnen Fakultäten besteht. Das Gebäude hat eine Hauptnutzfläche von 150.000 m² und gehört damit zu den flächenmäßig größten Gebäuden Deutschlands. Das Hauptgebäude stellt nach dem Parlamentspalast in Bukarest das flächenmäßig zweitgrößte Gebäude Europas dar. Derzeit finden umfangreiche Baumaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro statt [3], in deren Rahmen unter anderem ein neues Mensagebäude und ein Forschungsbau "Interaktive Intelligente Systeme" errichtet wird. Auf dem neu errichteten "Campus Nord" wird ab 2013 auch die Fachhochschule Bielefeld ansässig sein.
Da die Bielefelder Universität eine der wenigen Hochschulen ist, die fast alle Fakultäten unter einem Dach vereint, gilt sie als die „Universität der kurzen Wege“.
Als eine der ersten Universitäten bundesweit stellte die Universität Bielefeld ab dem Wintersemester 2002/2003 den überwiegenden Teil des Studienangebots, einschließlich der Lehrerausbildung, auf das Bachelor- und Mastersystem um.
Im Rahmen der Exzellenzinitiative erhielt die Universität Fördergelder für den Aufbau eines Exzellenzclusters zur Mensch-Maschine-Kommunikation mit dem Titel „Cognitive Interaction Technology“ und einer Graduiertenschule, der „Bielefeld Graduate School in History and Sociology“.
Noch vor der Einführung einer gesetzlichen Regelung gilt seit dem 1. Mai 2007 in den Räumen der Universität ein umfassendes Rauchverbot.
An der Universität Bielefeld gibt es die bundesweit erste Fakultät für Soziologie. An dieser arbeiteten u. a. Norbert Elias und Niklas Luhmann. Die Geschichtswissenschaft in Bielefeld hat ebenfalls Weltruf, nicht zuletzt durch die von Hans-Ulrich Wehler mitbegründete „Bielefelder Schule“ der Sozialgeschichte und seine weiteren Arbeiten. Ebenso ist hier Reinhart Koselleck zu nennen, der zu den bekanntesten Geschichtswissenschaftlern im Nachkriegsdeutschland gehörte. An der mathematischen Fakultät waren mit Bernd Fischer, Friedhelm Waldhausen und Rudolf Ahlswede drei der weltweit herausragenden Vertreter ihrer Spezialdisziplinen (Gruppentheorie, Algebraische Topologie bzw. Informationstheorie) tätig. Reinhard Selten arbeitete am Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung und hat die interdisziplinäre Ausrichtung zur Zusammenarbeit mit Biologen und Mathematikern genutzt, um seine spieltheoretischen Arbeiten voranzutreiben. Im Jahre 1994 erhielt Selten den Nobelpreis für Wirtschaft. Ebenfalls an der Fakultät für Mathematik ist der Leibnizpreisträger Thomas Zink tätig.
Die philosophische Abteilung zählt mit dem Schwerpunkt Analytische Philosophie und bekannten Dozenten (wie Beckermann, von Savigny, Bittner, Carrier und Wolff) zu den bundesweit bedeutsamsten. An die Fakultät für Erziehungswissenschaft sind die von Hartmut von Hentig gegründeten Versuchsschulen Oberstufen-Kolleg und Laborschule angeschlossen.
Ebenfalls zur Universität Bielefeld gehört das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), das bereits 1968 gegründet wurde und als das erste „Center for Advanced Study“ in Deutschland gilt.
Die 1994 gegründete Fakultät für Gesundheitswissenschaften ist nach dem Vorbild amerikanischer „professional schools“ aufgebaut. Sie strebt eine interdisziplinäre Arbeitsweise an und legt ihre Betonung auf berufsverwertbare Grundlagenforschung. Außerdem ist die Technische Fakultät zu nennen, welche sich zum Beispiel durch die Arbeitsgruppe „Wissensbasierte Systeme“ um Professor Ipke Wachsmuth oder die AG Neuroinformatik um Professor Helge Ritter, der unter anderem 2001 den Leibniz-Preis erhielt, auszeichnet. Das 2007 gegründete CoR-Lab (Cognition and Robotics) bekam nicht nur als erste universitäre Forschungseinrichtung Europas von der Firma Honda zwei ASIMO-Roboter zur Verfügung gestellt, sondern fördert auch junge Wissenschaftler mit einer Graduate School im Bereich Cognition and Robotics. In den letzten Jahren wurden die Studiengänge Latein, Katholische Theologie, Romanistik, Osteuropastudien und Geographie geschlossen, um sich auf drittmittelstarke Fächer zu konzentrieren.
Die Universität Bielefeld besteht aus folgenden 13 Fakultäten:
Die Universitätsbibliothek befindet sich in der kompletten 1. Etage des Uni-Hauptgebäudes (über alle Gebäudeflügel verteilt). Sie ist mit einem Bestand von weit über 2,1 Millionen Büchern überdurchschnittlich ausgestattet.
2008 wurden in einigen Gebäudekomplexen Asbest gefunden. Nach einer Sanierung und zahlreichen Raumluftproben wurden die Bibliotheken wieder freigegeben und Beschränkungen der Öffnungszeiten aufgehoben.[8] [9] [10]
Seit Juli 2003 besteht das Ästhetische Zentrum an der Universität. Das Ästhetische Zentrum bildet für die vielfältigen künstlerischen und kulturellen Aktivitäten der Universität einen gemeinsamen institutionellen Rahmen. Es ist zum einen ein Dienstleistungszentrum für das Management einzelner Aufgaben und Projekte, zum anderen ein Forum, in welchem das ästhetische Engagement und die kulturelle Identität der Universität konzeptuell bedacht und weiterentwickelt werden.
Die Universität besitzt noch eine Anzahl weitere kleiner zentraler Einrichtungen, diese sind unter anderem:
Auswahl:
An der Universität Bielefeld gibt es mehrere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereiche (SFB), das heißt langfristige Forschungsprojekte, bei denen Wissenschaftler aus mehreren Arbeitsgruppen und Disziplinen zusammenarbeiten, um neue Erkenntnisse zu einem eingegrenzten Thema zu erlangen:
| SFB 360 | Situierte künstliche Kommunikatoren[11] (1993–2005) | |
| Sprecher: | Gert Rickheit | |
| Beteiligt: | Technische Fakultät Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft | |
| SFB 584 | Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte[12] (seit 2001) | |
| Sprecher: | Willibald Steinmetz | |
| Beteiligt: | Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie Fakultät für Soziologie Fakultät für Rechtswissenschaft Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft | |
| SFB 613 | Physik von EinzelmolekĂĽlprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen[13] (seit 2002) | |
| Sprecher: | Dario Anselmetti | |
| Beteiligt: | Fakultät für Physik Fakultät für Chemie Fakultät für Biologie | |
| SFB 673 | Alignment in Communication[14] (seit 2006) | |
| Sprecher: | Ipke Wachsmuth | |
| Beteiligt: | Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft Technische Fakultät | |
| SFB 701 | Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik[15] (seit 2005) | |
| Sprecher: | Friedrich Götze | |
| Beteiligt: | Fakultät für Mathematik | |
| SFB 882 | Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten[16] (seit 2011) | |
| Sprecher: | Martin Diewald | |
| Beteiligt: | Fakultät für Soziologie | |
Daneben ist die Universität Bielefeld an einem weiteren Sonderforschungsbereich beteiligt:[17]
| SFB 686 | Modellbasierte Regelung der homogenisierten Niedertemperatur-Verbrennung (seit 2006) | |
| Federführung: | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen | |
| Beteiligt: | Fakultät für Chemie, Katharina Kohse-Höinghaus | |
| Amtszeit | Name | Fachbereich/Fakultät |
|---|---|---|
| 1969–1970 | Ernst-Joachim Mestmäcker | Rechtswissenschaft |
| 1970–1992 | Karl Peter Grotemeyer | Mathematik |
| 1992–1996 | Helmut Skowronek | Psychologie und Sportwissenschaft |
| 1996–2001 | Gert Rickheit | Linguistik und Literaturwissenschaft |
| 2001–2009 | Dieter Timmermann | Pädagogik |
| seit 2009 | Gerhard Sagerer | Informatik[18] |
Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ist der international höchstdotierte wissenschaftliche Förderpreis und wird seit 1985 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an in Deutschland arbeitende Wissenschaftler verliehen. Insgesamt wurden acht Wissenschaftler der Universität Bielefeld mit diesem Preis ausgezeichnet:
| Jahr | Name | Forschungsgebiet | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 1992 | Thomas Zink | Mathematik | gemeinsam mit Christopher Deninger (Universität Münster) Michael Rapoport (Universität Wuppertal) Peter Schneider (Universität zu Köln) |
| 1994 | Adrienne Héritier, Helmut Willke | Soziologie/Politikwissenschaft | |
| 1998 | Ute Frevert | Neuere Geschichte | |
| 2000 | Gertrude LĂĽbbe-Wolff | Ă–ffentliches Recht | |
| 2001 | Helge Ritter | Neuroinformatik | |
| 2007 | Bernhard Jussen | Mittelalterliche Geschichte | |
| 2008 | Martin Carrier | Wissenschaftsphilosophie |
Seit 1982 findet jährlich am letzten Mittwoch im Mai auf einer eigens für diesen Zweck angelegten Finnbahn ein Staffellaufwettbewerb von Angehörigen der universitären Einrichtungen statt. Bei diesem im Rahmen des Lehrprogramms der Sportwissenschaften organisierten Wettbewerb treten etwa 35 Zehnerteams über eine Distanz von 10 km gegeneinander an.
Jedes Jahr im Juni findet seit 2004 die Nacht der Klänge statt, bei der über das ganze Unigebäude verteilt (vom Schwimmbad bis zur Mensa, vom Keller bis zum 10. Stock) musikalische Gruppierungen der unterschiedlichsten Art auftreten. Etwa 500 Mitwirkende bieten 10.000 Besuchern ihre Künste dar.
Jeweils am ersten Mittwoch der Vorlesungszeit jedes Semesters findet im Westend der zentralen Unihalle die größte Studentenparty des Semesters mit über 10.000 Gästen statt. Sie wird abwechselnd von Studenten der Fachschaften für Wirtschaftswissenschaften (Wiwi), Sportwissenschaften und Rechtswissenschaft organisiert.
Als an der Universität Bielefeld zum Wintersemester 2006/07 Studienbeiträge eingeführt werden sollten, protestierten zahlreiche Studierende und besetzten das Rektorat und die Unihalle jeweils für einen Monat. Zahlreiche Gruppen und Privatpersonen, bspw. Konstantin Wecker, zeigten sich daraufhin solidarisch mit den protestierenden Studenten. Des Weiteren kam es zu großen Protestaktionen wie der Wanderausstellung, die in der Universität Paderborn startete und nun über Bielefeld nach Münster weitergeleitet wurde. Die Besetzung war allerdings auch unter den Studierenden umstritten: Viele Studierende teilten zwar die ablehnende Haltung der Besetzer gegenüber Studiengebühren, zweifelten aber angesichts der universitären Strukturen an der Wirksamkeit der Besetzung. Bei einer durch den AStA und das StuPa durchgeführten Urabstimmung votierten ca. 94 Prozent der Abstimmenden gegen die Einführung von Studiengebühren an der Bielefelder Universität und gaben somit den verantwortlichen Studenten auf politischer Ebene Rückendeckung. Die Wahlbeteiligung betrug 22,4 Prozent.
Auf der Grundlage des Gesetzes zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen (HFGG), dem Studienbeitragsgesetz, vom 16. März 2006 hatte der Senat der Universität Bielefeld in seiner Sitzung am 12. Juli 2006 erstmals eine Studienbeitragssatzung beschlossen, in der die Studienbeiträge nach Länge des bereits absolvierten Studiums gestaffelt waren. Die unterschiedliche Höhe der Studienbeiträge verstieß jedoch nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Minden vom 1. Juni 2007 gegen den im Paragraphen 3 des Grundgesetzes festgelegten Gleichheitsgrundsatz. Daher wurde am 4. Juli 2007 eine neue Übergangs-Studienbeitragssatzung (10. Juli 2007) verabschiedet. Danach werden grundsätzlich Studienbeiträge in Höhe von 350 Euro für alle Studierenden ab dem Wintersemester 2007/08 bis einschließlich Sommersemester 2009 erhoben. In der Sitzung am 4. Februar 2009 hat der Senat der Universität die Höhe der Studienbeiträge von 350 Euro bestätigt, sodass ab dem Wintersemester 09/10 diese Regelung unbefristet gilt.
Im Juli 2006, während der Senatssitzung zur formellen Beschließung der Studienbeiträge, kam ein Generalschlüssel zum Uni-Hauptgebäude abhanden. Die Studierenden sollten durch mehrere „Ringe“ des Sicherheitsdienstes gehindert werden, an der öffentlichen Sitzung teilzunehmen. Zeitgleich zu den Protesten gegen Studiengebühren wurden Toiletten im Universitätsgebäude und der Privatwagen des Rektors Dieter Timmermann durch Brandlegung beschädigt - die Polizei ermittelte jedoch auch gegen einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Universität.
Die Universität ist aus der Innenstadt mit der Stadtbahn erreichbar:
Die Stadtbuslinie 31 bedient die Ortsteile Gellershagen und Schildesche. In Babenhausen Süd (Stadtbahn) bestehen Anschlüsse in Richtung Jöllenbeck, Enger und Spenge. An der Wertherstraße (kurzer Fußweg) verkehren die Regionalbuslinien 21 und 62 nach Werther und Borgholzhausen. Außerdem besteht mit der Nachtbuslinie N1 Anschluss an das Nacht- und Frühverkehrsnetz (Sonntags bis 8.30 Uhr).
Universitäten:
RWTH Aachen |
Universität Bielefeld |
Ruhr-Universität Bochum |
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn |
Technische Universität Dortmund |
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf |
Universität Duisburg-Essen |
Fernuniversität in Hagen |
Universität zu Köln |
Deutsche Sporthochschule Köln |
Westfälische Wilhelms-Universität Münster |
Philosophisch-Theologische Hochschule MĂĽnster |
Deutsche Hochschule der Polizei |
Universität Paderborn |
Theologische Fakultät Paderborn |
Universität Siegen |
Philosophisch-Theologische Hochschule SVD St. Augustin |
Universität Witten/Herdecke |
Bergische Universität Wuppertal |
Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel
Kunst- und Musikhochschulen:
Hochschule fĂĽr Musik Detmold |
Kunstakademie DĂĽsseldorf |
Robert-Schumann-Hochschule DĂĽsseldorf |
Folkwang Universität der Künste |
Hochschule für Musik und Tanz Köln |
Kunsthochschule für Medien Köln |
Kunstakademie MĂĽnster |
Alanus Hochschule fĂĽr Kunst und Gesellschaft |
Hochschule fĂĽr Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen |
Internationale Filmschule
52.03777777788.49305555556Koordinaten: 52° 2′ 16″ N, 8° 29′ 35″ O