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| Universität Regensburg | |
|---|---|
| Gründung | 1962 |
| Ort | Regensburg |
| Bundesland | Bayern |
| Staat | Deutschland |
| Rektor | Prof. Dr. Thomas Strothotte |
| Studenten | ca. 20.300 (WS 2011/12) |
| Mitarbeiter | ca. 4.200 |
| davon Professoren | 312 |
| Netzwerke | Netzwerk Mittelgroße Universitäten |
| Website | www.uni-regensburg.de |
Die Universität Regensburg ist eine in Regensburg angesiedelte bayerische Volluniversität mit rund 20.300 eingeschriebenen Studierenden im Wintersemester 2011/12.[1]
Die Universität Regensburg ist eine Volluniversität mit 11 Fakultäten, 182 Lehrstühlen und einem breiten Spektrum von Studiengängen. In den 1960er Jahren zunächst als regionale Hochschule geplant, hat sie sich heute zu einem deutschlandweit bekannten Zentrum für Forschung und Lehre weiterentwickelt. Aufgrund ihrer geographischen Lage im Südosten Deutschlands versteht sich die Universität Regensburg als Brücke zwischen Ost und West; Ausdruck dieses Selbstverständnisses sind Einrichtungen wie das Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und das Europaeum der Universität. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Lehrerbildung: etwa ein Drittel aller Studierenden ist für Lehramtsstudiengänge immatrikuliert. Die Brückenfunktion kommt auch sehr gut im Siegel der Universität zum Ausdruck, das auf einer historisierenden Darstellung der Steinernen Brücke in Regensburg beruht.
Als ihre zentrale Aufgabe begreift die Universität Regensburg die Forschung, insbesondere die Grundlagenforschung. Sie ist die Basis für das zweite Hauptanliegen, die Ausbildung aller Universitätsangehörigen, insbesondere der Studierenden, auf höchstem wissenschaftlichem Niveau. Ein wesentliches Ziel des Bildungsauftrages liegt laut dem Leitbild der Universität in der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, darunter vor allem interkulturelle Kompetenz, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit und verantwortliches Handeln in der Gesellschaft.
Die Universität ist in elf Fakultäten gegliedert:
Die Universität Regensburg wurde am 10. Juli 1962 per Beschluss des Bayerischen Landtags gegründet (Mittelbayerische Zeitung vom 11. Juli 1962): In Regensburg sollte eine Universität mit voll ausgebautem Forschungs- und Lehrbetrieb entstehen. Als vierte Landesuniversität Bayerns sollte sie vor allem zwei Aufgaben erfüllen: Die Entlastung der bestehenden bayerischen Hochschulen und die Erschließung der "Begabungsreserven" in der Region Ostbayern.[3]
In den darauffolgenden Jahren wurde die Universität nach und nach aufgebaut, bis im Sommer 1967 Franz Mayer zum ersten Regensburger Rektor gewählt wurde und am 6. November 1967 der Lehrbetrieb beginnen konnte. Anfangs zählte die Regensburger Universität 661 Studierende und 35 Professoren an drei Fakultäten. Dabei konnten die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät sowie die Philosophische Fakultät bereits den vollen Studienbetrieb gewährleisten, die Theologische Fakultät befand sich jedoch noch im Aufbau.
Mit dem Start des Lehrbetriebs ging für die Stadt Regensburg ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Bereits 1487 hatte Herzog Albrecht IV. von Bayern gemeinsam mit dem Rat der Stadt eine Petition beim Papst eingebracht, mit der die Gründung einer Universität zu Regensburg verfügt werden sollte. Trotz des päpstlichen Einverständnisses scheiterte das Vorhaben seinerzeit an den wirtschaftlichen Verhältnissen, doch blieb der Gedanke einer Universitätsgründung auch in den späteren Jahrhunderten aktuell. Der Erfolg der Bemühungen im 20. Jahrhundert ist auf das Engagement der Stadt Regensburg, der Region und vor allem auch des 1948 gegründeten Regensburger Universitätsvereins zurückzuführen.
Mehr als ein Jahrzehnt dauerte die Errichtung der Universität, von ihrer Grundsteinlegung 1965 bis zur Fertigstellung des vorerst letzten Fakultätsgebäudes im Jahr 1978. Obwohl durch das einheitlich verwendete Material Sichtbeton und der Systembauweise der Gebäudekomplex auf den ersten Blick wie aus einem Guss wirkt, gehen die Entwürfe der einzelnen Gebäudeteile auf eine ganze Reihe von Architekten zurück, unter ihnen zum Beispiel Heinle und Wischer sowie von Branca und Ackermann.
Seit ihrer Fertigstellung ist die Architektur der Regensburger Universität zunächst deutlich in die Jahre gekommen, ihre Bausubstanz hat durch Witterungseinflüsse und Abnutzung stark gelitten und gravierende bauliche Mängel traten hervor. 2008 sicherte die Bayerische Staatsregierung aber insgesamt 400 Millionen Euro (über einen Zeitraum von zehn Jahren verteilt) für die dringend notwendige Sanierung der Universität Regensburg zu und es kam inzwischen auch zu bemerkenswerten Neubauten (siehe unten). Bereits 2006 konnte man wegen der verbesserten Haushaltslage mit ersten Sanierungsarbeiten beginnen, deren positive Auswirkungen mittlerweile sichtbar sind. Die zweijährige Sanierung der Mensa, welche komplett entkernt und mit einer neuen Küchen- und Gebäudetechnik ausgestattet wurde, konnte im April 2010 abgeschlossen werden.[4]
Um die weiter steigende Zahl von Studierenden an der Universität Regensburg zu bewältigen, wurde 2009/10 auf dem Campus nördlich der juristischen Fakultät mit dem "Vielberth-Gebäude" des Instituts für Immobilienwirtschaft ein neues Büro- und Hörsaalgebäude errichtet, das vom Freistaat Bayern mit 12,9 Millionen Euro und der Stiftung der Universität mit 3,0 Millionen Euro finanziert wird[5][6]. Dieses Gebäude - vierstöckig und teilweise mit zeitloser Holzvergitterung à la Alvar Aalto - zeigt auch den Fortschritt in der Architektur seit der Errichtung der ersten Gebäude der Universität.
Seit 2010 wird darüber hinaus ein weiterer Gebäudekomplex im Anschluss an die Biologie und Physik errichtet, der während der baulichen Grundsanierung der Fachbereiche Biologie, Physik, Vorklinische Medizin und Mathematik als Ausweichgebäude dienen soll.
Der bis zu den oben geschilderten Sanierungs- und Neubau-Maßnahmen sehr marode Zustand der Gebäude wird in folgenden Bildern deutlich:
Die Universität Regensburg hat durch die Bildung von interfakultären, fachlich-inhaltlichen Schwerpunkten in den Kulturwissenschaften, der Wirtschaftswissenschaft und Informationswissenschaft sowie der Life- und Nano-Sciences nationale und internationale Anerkennung erfahren. Eine Dokumentation der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2009 auch für die Physik einen Spitzenstellung in der Forschung ergeben (1. Platz in Bayern, 3. Platz in Deutschland).
An der Universität Regensburg gibt es derzeit (März 2010) folgende von der DFG geförderte Forschergruppen[7]:
Sonderforschungsbereiche (SFBs):
Transregio-SFBs:
Schwerpunktprogramme:
DFG-geförderte Forschergruppen:
Dazu kommt ein über die DFG hinausgreifender internationaler Forschungsverbund vieler Universitäten und außeruniversitärer Einrichtungen, geleitet von Elementarteilchentheoretikern der Universität, der eine zentrale Theorie, die sog. Quantenchromodynamik untersucht und mit der Entwicklung eines eigenen Hochleistungsrechners, "QPACE", einhergeht.[18]
Des Weiteren gibt es an der Universität Regensburg derzeit eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung („Klinische Infektiologie“) geförderte Forschergruppe der Mediziner.
In den letzten Jahren hat sich Regensburg ferner zu einem bedeutenden Biotechnologie-Standort entwickelt. Durch den seit einigen Jahren bestehenden BioPark soll die Zusammenarbeit zwischen der freien Wirtschaft und der Universität in diesem Bereich gefördert werden. In den Gebäuden, die im Anschluss an die Chemiefakultät errichtet wurden, arbeiten Existenzgründer Seite an Seite mit universitären Einrichtungen wie z. B. dem Kompetenzzentrum für Fluoreszente Bioanalytik. Im Oktober 2009 wurde der Grundstein für das dritte Gebäude BioPark III gelegt. Mit der Biosensorik hat sich Regensburg sogar in einem bundesweiten Wettbewerb behaupten können.
Die an der Universität Regensburg angesiedelte, im Vielberth-Gebäude (s.o.) untergebrachte IREBS (International Real Estate Business School), die ein eigenes Institut für Immobilienwirtschaft sowie eine eigene Immobilienakademie umfasst, zählt zur internationalen Spitze der universitären Einrichtungen im Bereich der Immobilienwirtschaft. Das Institut umfasst derzeit fünf Lehrstühle und vier Honorar- und Gastprofessuren, wird von zahlreichen nationalen und internationalen Unternehmen der Immobilienbranche gefördert und unterhält unter anderem Partnerschaften mit der Harvard Graduate School of Design, der University of Reading (UK) und der University of Hongkong, was den Studenten den Abschluss eines Doppel-Master-Degrees ermöglicht.
Als Katalysator zwischen der Universität und der Wirtschaft versteht sich FUTUR, die Technologietransferstelle der Universität, die das vorhandene Wissens- und Innovationspotential der Universität Interessenten aus der Wirtschaft zugänglich machen und Praxisimpulse in die Universität holen will. Diesem Zweck dient auch das Kooperationsforum Wirtschaft/Wissenschaft im Internet.
Dank ihrer Hinwendung zu aktuellen Fragestellungen erfreut sich die Uni Regensburg nachhaltiger Unterstützung durch Unternehmen und Einrichtungen der Region und darüber hinaus. Dies schlägt sich in derzeit neun Stiftungsprofessuren nieder.
Dank ihrer späten Gründung kann sich die Universität Regensburg des jüngsten und modernsten Klinikums Europas rühmen, das sich dennoch in kürzester Zeit einen hervorragenden Ruf in Forschung und Lehre erobern konnte. So wurde beispielsweise in Regensburg ein telemedizinischer Schwerpunkt aufgebaut. Bei der bundesweit einheitlichen Prüfung belegen die Humanmediziner aus Regensburg von Anfang an regelmäßig die vordersten Plätze.
Im Elitenetzwerk Bayern ist Regensburg an fünf Elite-Studiengängen beteiligt; bei zweien davon ist sie Sprecheruniversität. Daneben ist sie an drei internationalen Doktorandenkollegs beteiligt. Damit ist sie eine der am meisten geförderten Universitäten in diesem Netzwerk.
Die fünf Elite-Studiengänge sind: [19]
Die drei internationalen Doktorandenkollegs sind:
Die Universität liegt – in Form eines geschlossenen Campus – etwas außerhalb der Innenstadt auf einer Anhöhe im Süden der Stadt. Die Campus-Atmosphäre und kurze Wege kommen einem zügigen Studium entgegen. Hierzu trägt auch die Universitätsbibliothek bei, deren Bestand ca. 3,5 Millionen Bände[24] sowie eine Vielzahl an elektronischen Zeitschriften umfasst, die in der Zentralbibliothek und in elf Teilbibliotheken aufgestellt sind; auch Computer sind vorhanden. Die Universität wurde weitestgehend behindertengerecht ausgebaut und auch entsprechend ausgestattete Wohnanlagenplätze stehen zur Verfügung. Südlich der Universität und jenseits der A3 befindet sich das Universitätsklinikum (Vollklinikum) – eines der modernsten Europas, erweitert durch die 2010 eingeweihte Kinder-Uni-Klinik Ostbayern - KUNO.
Die Universität Regensburg beschäftigt, einschließlich des angeschlossenen Universitätsklinikums, etwa 4.200 Angestellte, davon 312 Professoren, und bildet rund 20.300 Studenten aus. Das Freizeitangebot wird durch ein reges kulturelles Leben in der Stadt und auf dem Campus bereichert, so existieren drei Orchester, zwei Bigbands, ein großer Universitätschor und ein neuer Kammerchor, mit Jazz-Combos, Bläser-Formationen und anderen Gruppen[25]. Allein im Wintersemester 2008/09 bot die Universität rund 20 Konzertabende an. Darüber hinaus sind rund ein Dutzend studentische Theatergruppen am Campus aktiv, für die im Studentenhaus ein eigene Theaterbühne zur Verfügung steht.
Bereits mehrfach, zuletzt im März 2010, wurde an der Universität die Frühjahrstagung Deutschen Physikalischen Gesellschaft mit dem Thema Festkörperphysik abgehalten. Um ausreichend Platz für die Vorträge und Präsentationen der 5000 Teilnehmer zu erhalten, wurde der gesamte Campus, insbesondere alle Hörsäle einschließlich der Zusatzflächen, genutzt.
Die Universität unterhält gegenwärtig mit über 130 europäischen Hochschulen Austauschbeziehungen. Seit der Öffnung des Programms für die assoziierten Staaten nimmt die Zahl der Partnerhochschulen aus den Ländern Mittel- und Osteuropas, aus Zypern und den baltischen Staaten ständig zu; aus Ost- und Südosteuropa stammen über ein Drittel der ausländischen Studierenden auf dem Regensburger Campus. Bevorzugte Zielländer bei den Regensburger Studierenden sind allerdings nach wie vor Großbritannien, gefolgt von Frankreich, Italien und Spanien. US-amerikanische Partneruniversitäten sind u. a. die American University, Washington D.C., die University of California, San Diego, die University of Colorado, Boulder und die Vanderbilt University, Nashville. An zwei südamerikanischen Universitäten, der Universidad de los Andes, Mérida (Venezuela), und der Universidad de Guanajuato, Mexiko, stehen mehrere Studienplätze zur Verfügung. An der Kanazawa Universität, Japan und an der Korea University, Seoul, haben Regensburger Studierende die Möglichkeit, an einem Unterrichtsprogramm in englischer Sprache, oder, je nach Sprachkenntnissen, am regulären Lehrprogramm teilzunehmen.
Im Rahmen offizieller Kinder-Vorlesungen, die jeweils im Sommersemester stattfinden, haben auch Kinder von 8 bis 13 Jahren die Möglichkeit, die Universität zu besuchen. Die fünf bis sechs kindgerechten Vorträge von Professorinnen und Professoren der Universität und der Hochschule Regensburg werden ermöglicht durch die Förderung des Sponsors Infineon.
Staatliche Universitäten: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg | Julius-Maximilians-Universität Würzburg | Ludwig-Maximilians-Universität München | Otto-Friedrich-Universität Bamberg | Technische Universität München | Universität Augsburg | Universität Bayreuth | Universität der Bundeswehr München | Universität Passau | Universität Regensburg
Kirchliche- und Private Hochschulen: Augustana-Hochschule Neuendettelsau | Hochschule für Philosophie München | Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt | Philosophisch-Theologische Hochschule Benediktbeuern | Ukrainische Freie Universität München
Kunsthochschulen: Akademie der Bildenden Künste München | Akademie der Bildenden Künste Nürnberg | Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth | Hochschule für Fernsehen und Film München | Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg | Hochschule für Musik Nürnberg | Hochschule für Musik und Theater München | Hochschule für Musik Würzburg | Leopold-Mozart-Zentrum
48.998112.095Koordinaten: 48° 59′ 53″ N, 12° 5′ 42″ O