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Ein unixoides, unixähnliches oder unixartiges System ist ein Betriebssystem, das versucht, die Verhaltensweise von Unix zu implementieren. Die Geschichte von Unix hat eine Vielzahl mehr oder minder verschiedenartiger Betriebssysteme hervorgebracht, die in unterschiedlicher Weise mit dem Begriff „Unix“ assoziiert werden. All diesen Systemen gemeinsam ist der POSIX-Standard, der gewisse grundlegende Eigenschaften definiert.
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Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Kategorien unixoider Betriebssysteme: „Genetische“ Unices, die vom Quellcode des ursprünglichen, von den Bell Laboratories entwickelten, Unix abstammen und „funktionelle“ Unices, die unabhängig davon entwickelt wurden, aber dessen Funktionsweise nachahmen.
Der Hacker und Programmierer Eric S. Raymond hat zusätzlich eine dritte Kategorie vorgeschlagen, sodass die Einteilung folgendermaßen aussieht:[1]
Die Einordnung eines Systems vor allem in die erste und die letzte Kategorie ist nicht immer eindeutig möglich, da diese Systeme aufgrund ihrer freien Lizenzen und der bei Unix üblichen Trennung zwischen Kernel und Userland (s. u.) durchaus auch kombiniert werden können, wie etwa bei Gentoo/FreeBSD.
Um sämtliche unixoide Systeme zu erfassen wird manchmal der Begriff Un*x gebraucht.
Die erste Kategorie ist noch weiter in proprietär genetisches Unix und frei genetisches Unix (BSD-Linie) unterteilbar. Proprietäre genetische Unice sind zum Beispiel AIX, IRIX, HP-UX, Solaris, SCO Unix und Mac OS X, wobei bei letzterem das Subsystem Darwin frei ist (APSL, GNU GPL unter anderem), alle höheren Programmierschnittstellen und Frameworks jedoch proprietär sind. Frei genetische Unices sind zum Beispiel FreeBSD, NetBSD, OpenBSD und Darwin.
Die Systemarchitekturen unixoider Systeme besitzen Gemeinsamkeiten. Ihnen werden allgemeine Vorteile eines ausgereiften Designs wie Sicherheit, Stabilität und Effizienz nachgesagt. Viele Namen unixoider Systeme enden auf „-ux“ oder „-ix“, oder bilden rekursive Akronyme.
Siehe dazu auch die Artikel Unix-Philosophie und Unix-Kommandos. Unixoide Systeme besitzen eine allgemeine Modularität, die insbesondere in der Trennung von Kernel und Userland bestehen. Wichtige Bestandteile eines unixoiden Systems sind eine Unix-Shell, hier insbesondere die Korn-Shell, die Bourne-Shell und deren freie Implementierung, die Bourne-Again-Shell (bash) sowie der Grafikserver X11. Unixoide Systeme bieten von Haus aus eine Benutzerverwaltung (siehe auch Root-User und Unix-Dateirechte) und versuchen eine Client-Server-Architektur abzubilden. Sie verfolgen dabei die Devise „alles ist eine Datei“, was zu einer standardisierten Verzeichnisstruktur geführt hat (siehe dazu auch Stammverzeichnis, Mounten, Filesystem Hierarchy Standard, und Daemon).
In Zusammenhang mit Unix und unixoiden Systemen steht auch die Freie-Software-Bewegung. Richard Stallman gründete 1983 das GNU-Projekt, um ein komplett freies Betriebssystem nach dem Vorbild von Unix zu entwickeln. Die heutzutage am häufigsten verwendete GNU-Variante ist die, die den Linux-Kernel benutzt und daher oft ebenfalls einfach nur „Linux“ genannt wird. Die Free Software Foundation, Debian und einige andere Organisationen bevorzugen die Bezeichnung GNU/Linux, um das GNU-Projekt zu würdigen und die Wurzeln des Systems in der Freie-Software-Bewegung deutlich zu machen.