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Untermaßfeld

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Untermaßfeld
Untermaßfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Untermaßfeld hervorgehoben
50.533055555610.4166666667295Koordinaten: 50° 32′ N, 10° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Höhe: 295 m ü. NN
Fläche: 10,79 km²
Einwohner:

1.307 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98617
Vorwahl: 036949
Kfz-Kennzeichen: SM
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 076
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Teichstraße 5a
98617 Untermaßfeld
Bürgermeister: Albrecht Schmidt (WG/FWV/LT)
Lage der Gemeinde Untermaßfeld im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
AltersbachAschenhausenBelriethBenshausenBermbachBirxBreitungenBrotterode-TrusetalChristesDillstädtEinhausen (Thüringen)EllingshausenErbenhausenFambachFloh-SeligenthalFrankenheim/RhönFriedelshausenGrabfeld (Gemeinde)GrabfeldHenneberg (Thüringen)HümpfershausenKaltensundheimKaltenwestheimKühndorfLeutersdorfMehmelsMeiningenMeiningenMelpersMetzelsNeubrunnOberhofOberkatzObermaßfeld-GrimmenthalOberschönauOberweidOepfershausenRhönblickRippershausenRitschenhausenRohrRosaRoßdorf (Thüringen)RotterodeSchmalkaldenSchwallungenSchwarzaSpringstilleSteinbach-HallenbergStepfershausenSülzfeldUnterkatzUntermaßfeldUnterschönauUnterweidUtendorfVachdorfViernauWahnsWallbachWalldorf (Werra)WasungenWölfershausenZella-MehlisThüringenKarte
Über dieses Bild
Kirche in Untermaßfeld
Ansicht mit Wasserschloss
Die Werrabrücke

Untermaßfeld ist eine kreisangehörige Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Untermaßfeld liegt vier Kilometer südlich der Kreisstadt Meiningen an der Werra. Nördlich des Ortes mündet von links die Sülze in die Werra.

Geschichte

Untermaßfeld wurde im Jahr 837 erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg Maßfeld ist erst in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts nachweislich genannt worden. Eine Urkunde von 1350 besagt, dass die Gebrüder Truchsess dem Bischof von Würzburg eine Befestigung eröffneten. Diese gesicherte Erwähnung ist aus dem Jahr 1375. Witwensitz der Henneberger Gräfin Katharina wurde die Veste im 15. Jahrhundert. Nach dem Tode des Grafen Georg Ernst von Henneberg teilten die Albertiner und Ernestiner (Sachsen-Meiningen) das Erbe. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage 1646 zerstört, später wieder befestigt, aber als Festung aufgegeben. Seither dient sie als Strafanstalt.[2][3]

Untermaßfeld war 1631 von Hexenverfolgung betroffen: Gertraud, Hans Storandts Frau, wurde in einem Hexenprozess verurteilt und enthauptet, dann verbrannt.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat aus Untermaßfeld setzt sich aus 12 Ratsmitgliedern zusammen.

  • WG-FWV-LT (Wählergemeinschaft Feuerwehrverein / Liedertafel Untermaßfeld) 7 Sitze
  • FW Untermaßfeld (Freie Wähler Pro Untermaßfeld) 3 Sitze
  • WB Untermaßfeld (Untermaßfelder Wähler Bund) 1 Sitz
  • Die Linke 1 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 7. Juni 2009)[4]

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister Albrecht Schmidt wurde am 27. Juni 2004 gewählt.

Verwaltung

Erfüllende Gemeinde für Untermaßfeld ist die Stadt Meiningen.

Bauwerke

Bekannt ist Untermaßfeld vor allem durch sein Wasserschloss. Dieses dient noch heute, seit seiner Einrichtung im Jahr 1813 als Zentralstrafanstalt des Herzogtums Sachsen-Meiningen, als Justizvollzugsanstalt. Die Belegungszahl von bis dahin durchschnittlich 250 Personen erhöhte sich in der Zeit des Nationalsozialismus drastisch: 1935 wurden 551 Gefangene gezählt. 1936 erfolgte eine Aufstockung und der Bau von Nebengebäuden, so dass in den Kriegsjahren über 1500 Personen, unter ihnen eine große Zahl Zwangsarbeiter inhaftiert waren. Ein Gräberfeld auf dem Friedhof erinnert an 51 umgekommene Gefangene.[5] Für 49 politische Häftlinge der sowjetischen Militärjustiz, die 1950 bis 1952 in Untermaßfeld an Hunger und Krankheiten starben, gibt es einen Gedenkstein auf dem Parkfriedhof Meiningen.

Am nördlichen Ortsausgang überquert eine fünfbogige Steinbrücke aus dem Spätmittelalter die Werra.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Im Nordwesten des Ortes befinden sich mehrere große Teiche, in denen Fischzucht betrieben wird. Im Süden liegt ein in den 1990er Jahren angelegtes Gewerbegebiet. Größter Arbeitgeber ist die JVA Untermaßfeld.

Verkehrsanbindung

Untermaßfeld liegt an der Bundesstraße 89, besitzt einen Haltepunkt an der Werrabahn und hat dort Verbindungen zu den Bahnlinien Meiningen–Sonneberg und Meiningen–Erfurt. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist die fünf Kilometer entfernt gelegene Anschlussstelle Meiningen-Süd der A 71.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Der Schriftsteller und Numismatiker Johann Christoph Rasche (1733–1805), Herausgeber des Lexicon universae rei numariae veterum, war von 1763 bis 1805 Pfarrer in Untermaßfeld.

Hermann Ohland (* 3. Mai 1888 in Untermaßfeld; † 16. Dezember 1953 in Friedelshausen) war ein deutscher Pädagoge, Pfarrer, Liederdichter der Deutschen Christen und NSDAP-Mitglied

Der Schriftsteller Walter Werner lebte bis zu seinem Tod 1995 in Untermaßfeld. Sein Grab befindet sich auf dem dortigen Friedhof.

Geschichtsdenkmale

Zwei Gedenksteine im Ort erinnern an 17 Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, die beim Kalibergbau in Merkers ums Leben kamen, sowie an 107 Bürger der Vereinten Nationen.

Fossilienfundstätte

Die etwa eine Million Jahre alten Fossilien aus dem Flussbett der Ur-Werra bei Untermaßfeld erlauben tiefe Einblicke in die Tierwelt des Eiszeitalters im Altpleistozän (Abschnitt im Pleistozän). Es handelt sich um eine der bedeutendsten und reichhaltigsten Fossilfundstellen ihrer Zeitstellung in Europa. Die Fossilfunde überliefern eine sehr reichhaltige Großtierfauna zu dieser Zeit. Zu den Großraubtieren der Fundstelle gehören etwa zwei verschiedene Säbelzahnkatzen (Megantereon cultridens und Homotherium crenatidens), der Europäische Jaguar (Panthera onca gombaszoegensis), der Europäische Puma (Puma pardoides), eine ausgestorbene Gepardenart (Acinonyx pardinensis), eine ausgestorbene Luchsart (Lynx issiodorensis), die Riesenhyäne (Pachycrocuta brevirostris), ein Wildhund Xenocyon lycaonoides, Wölfe (Canis lupus mosbachensis) sowie Vorfahren des heutigen Braunbären. Menschliche Überreste wurden nicht gefunden.[6]

Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Thomas Bienert Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag, 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 272 u. 273.
  3. Untermaßfeld
  4. Wahlergebnisse der Kommunalwahl 2009
  5. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 260f.
  6. H. Hemmer: Out of Asia: A Paleoecological Scenario of Man and his Carnivorous Competitors in the European Lower Pleistocene. In: ERAUL. 92, 2000, S. 99–106.

Weblinks

 Commons: Untermaßfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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