Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Unternehmen Sonnenblume

Unternehmen Sonnenblume war der Deckname für die Entsendung erster deutscher Truppen nach Italienisch-Libyen zur Unterstützung der bedrängten italienischen Truppen in Nordafrika im Februar 1941.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Der italienische Diktator Benito Mussolini hatte ein deutsches Hilfsangebot im Dezember 1940 zur Entsendung von Truppen nach Afrika noch abgelehnt. Unter dem Eindruck der katastrophalen Entwicklung der Operation Compass, die schließlich am 7. Februar mit der Vernichtung der 10. Armee endete, sah er sich gezwungen auf das Angebot zurückzugreifen. Das OKW erteilte als Reaktion auf Mussolinis Bitte am 6. Februar 1941 Weisung für den Beginn des Unternehmens Sonnenblume.[1]. Zunächst sollte ein „Sperrverband“ gepanzerter Kräfte entsandt werden, um das weitere Vordringen der Alliierten nach Libyen zu verhindern.

Ablauf

Erwin Rommel (Mitte vorne) und Johannes Streich (rechts) werden bei ihrer Ankunft in Tripolis vom italienischen Oberbefehlshaber Italo Gariboldi (Mitte) und weiteren Offizieren begrüßt.

Der erste Konvoi des neu geschaffenen “Deutschen Afrikakorps” unter dem Kommando von Generalleutnant Erwin Rommel verließ bereits am 8. Februar Neapel und erreichte am 11. Februar 1941 Afrika. Am 14. Februar erreichten die ersten Einheiten der 5. Leichten Division unter Generalmajor Johannes Streich Tripolis. Um einen möglichen Vorstoß der Alliierten entgegenzutreten wurden sie ohne Verzug nach Sirte verlegt. In den folgenden Monaten trafen weitere Teile der 5. Leichten Division ein und zwischen dem 25. April und dem 6. Mai 1941 schließlich auch die 15. Panzer-Division. Am 25. Mai war der Aufmarsch schließlich abgeschlossen und das Afrikakorps an der Front zum britisch besetzten Teil Libyens versammelt.

Ausrüstung

Das Deutsche Afrikakorps wurde teils mit den, aufgrund der Erfahrungen der vorangegangenen Feldzüge, modernisierten Panzermodellen ausgestattet. So waren unter den mitgeführten Panzer III einige Ausführungen F und G bzw. Ausführung E unter den Panzer IV. Diese verfügten über eine verbesserte Panzerung und durchschlagskräftigere Geschütze.

Bei der Überführung der 5. Leichten Division sank das Transportschiff “Leverkusen” und die 13 an Bord mitgeführten Panzer gingen verloren. Insgesamt konnte die 5. Division damit 155 Panzer in Afrika aufbieten:

Die 15. Panterdivision steuerte weitere 145 Panzer zum Afrikakorps bei:

  • 45 Panzer II
  • 71 Panzer III
  • 20 Panzer IV
  • 10 Panzerbefehlswagen (verschiedene Modelle)

Einzelnachweise

  1. Schramm, Teilband 1, S.307-319, Teilband 2, S. 1000

Literatur

  • Charles Burton Burdick: Unternehmen Sonnenblume: Der Entschluss zum Afrika-Feldzug. Kurt Vowinckel Verlag: Neckargemünd 1972. ASIN B00537XL24.
  • Thomas L. Jentz: Tank Combat in North Africa: The Opening Rounds. Operations Sonnenblume, Brevity, Skorpion and Battleaxe (February 1941 - June 1941). Schiffer Military History: Atglen 1998. ISBN 0-7643-0226-4.
  • Percy Ernst Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des OKW, 1940-1941, Band 1, Teilband 1 und 2. ISBN 3-8289-0525-0.
  • Erwin Rommel, Basil Liddell-Hart: The Rommel Papers. Natraj Publishers: Dehradun 2003. ISBN 978-8185019048.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.