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Untiefe

Eine Untiefe (mit verneinendem un-) ist ein abgrenzbarer Bereich in einem Gewässer, der sich durch eine besonders geringe Wassertiefe auszeichnet. In anderer und poetischer Verwendung bezeichnet das Wort auch eine große Tiefe.

In der Schifffahrt bezeichnet eine Untiefe einen Bereich, der wegen seiner geringeren Tiefe eine Gefährdung für die Schifffahrt darstellt. Neben der Gefahr der Grundberührung kann sich an Untiefen auch ein gefährlich hoher Seegang bis hin zu Grundseen bilden. Untiefen sind in für die Schifffahrt gedachte Kartenwerke wie zum Beispiel Seekarten eingezeichnet und häufig durch schwimmende Seezeichen markiert.

Das Wort Untiefe (mit steigerndem un-) kann auch eine unergründlich große Tiefe bezeichnen.[1] Diese Bedeutung ist erst seit Ende des 18. Jahrhunderts belegt[2] und zunächst oberdeutsch.[3] Dabei wird die Vorsilbe „Un“ nicht wie in der Schifffahrt als Verneinung verwendet, sondern als besondere Betonung der Tiefe interpretiert, ähnlich wie bei den Wörtern „Unmenge“ oder „Unsumme“ (Augmentativbildung).

Der Begriff Untiefe ist ein Beispiel für ein Antagonym, also ein Wort, das zwei sich widersprechende Bedeutungen haben kann.

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Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Duden: Untiefe
  2. Untiefe. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts (DWDS).
  3. Johann Christian August Heyse; Karl Wilhelm Ludwig Heyse: Handwörterbuch der deutschen Sprache, 2. Teil, Magdeburg 1849, S. 1473
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