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Unter Urbi et Orbi (lat.: „der Stadt (Rom) und der Welt“) versteht man im heutigen Sprachgebrauch den Segen des Papstes, den dieser in besonders feierlicher Form zu Ostern, zu Weihnachten und direkt nach seinem ersten öffentlichen Auftritt als neugewählter Papst erteilt. Formal handelt es sich um einen Apostolischen Segen.
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Der Begriff Urbi et Orbi entwickelte sich aus dem alten römischen Reichsbewusstsein. Ausgedrückt werden solle die Tatsache, dass der Papst sowohl der Bischof von Rom (urbs = Stadt; urbi die entsprechende Dativform; vergleiche: urban) als auch das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ist. Somit wird sozusagen die ganze Welt (orbis = Erdkreis; orbi die entsprechende Dativform; vergleiche: Orbit) umfasst. Die Formel findet sich entsprechend häufiger im Sprachgebrauch der Kirche, etwa in der Inschrift an der Lateranbasilika, nach der die Kirche omnium urbis et orbis ecclesiarum mater et caput ist - Haupt und Mutter aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises = Haupt und Mutter aller Kirchen der Welt. Das Ritual des päpstlichen Segens Urbi et Orbi entwickelte sich im 13. Jahrhundert. Sein Gebrauch geht wohl auf die Investitur des neuen Papstes mit den Worten investio te de Papatu Romano, ut praesis urbi et orbi („Ich bekleide dich mit der römischen Papstwürde, auf daß du der Stadt und dem Erdkreise vorstehest“) zurück, die Formel selbst findet sich bereits bei Ovid: gentibus est aliis tellus data limine certo: / Romanae spatium est urbis et orbis idem. („Andere Völker haben ein Gebiet mit festen Grenzen: Nur bei dem römischen deckt sich die Stadt mit dem Erdkreis“, Fasti II, 684).
Bereits neben der mittelalterlichen Peterbasilika gab es eine Benediktionsloggia, um die Feier dieses Segens an vor der Basilika versammelte Pilger zu ermöglichen.
Der Segen wird üblicherweise von der Loggia über den Portalen des Petersdoms erteilt, weswegen diese Aula auch Benediktionsloggia genannt wird. Die fortschreitende Gebrechlichkeit Johannes Pauls II. führte dazu, dass in den letzten Jahren seines Amtes abweichend von der Tradition der Segen direkt nach der Messe vom Altar aus erteilt wurde. Seit der Wahl Papst Benedikts XVI. wird der Segen wieder von der Benediktionsloggia erteilt.
Im Zeitraum vom Untergang des Kirchenstaats 1870 bis zur Wahl von Papst Pius XI. (1922) war es üblich statt von der Loggia nach außen den Segen von einer Loggia aus „nach innen“ in den Petersdom hinein zu spenden, als Zeichen des Protests gegen die Annexion des Kirchenstaats durch das Königreich Italien und als Ausdruck für die damals so verstandene „Gefangenschaft“ des Papstes im Vatikan.
Der Segen Urbi et Orbi wird in dieser Form und mit dieser Bezeichnung nur vom Papst gespendet. Bei bestimmten Anlässen kann der Segen auch von Kardinälen und Bischöfen in seinem Auftrag erteilt werden.
Der Segen kann auch ohne die ausgesprochene Formel gültig erteilt werden, wie dies Johannes Paul II., der aufgrund eines Luftröhrenschnittes nicht mehr sprechen konnte, zu Ostern 2005 tat. Kanonisch ist diese „stumme“ Spendung einer „gesprochenen“ gleichgestellt, aber so nur bei einer Segnung durch den Papst üblich.
Mit dem Segen Urbi et Orbi ist nach katholischer Lehre allen, die ihn hören oder sehen und die guten Willens sind, ein vollkommener Ablass ihrer Sündenstrafe gewährt. War früher für diesen Empfang die physische Anwesenheit des Empfängers auf dem Platz bzw. in Sichtweite des Spenders notwendig, so wird nach dem auch vorher schon vorhandenen umfassenden Verständnis (orbi) der Segen seit 1967 auch über Radio, seit 1985 über das Fernsehen und seit 1995 auch über das Internet gültig empfangen werden.