Urkiefervögel
Die Urkiefervögel (Paleognathae) sind eine der beiden Unterklassen der Vögel. Sie setzen sich in der traditionellen Systematik aus den beiden Ordnungen der Laufvögel (Struthioniformes) und Steißhühner (Tinamiformes) zusammen und umfassen 57 Arten in 6 Familien. Unterschieden werden sie von den Neukiefervögeln (Neognathae) hauptsächlich durch eine andere Gaumenstruktur [1] sowie ein Fenster in den Beckenknochen, zwischen Ilium und Ischium [2]. Die Laufvögel haben zudem allesamt die Fähigkeit zum Fliegen verloren und auch die Steißhühner sind keine kräftigen Flugvögel. Andererseits sind nicht alle nicht-fliegenden Vögel auch Bestandteil der Urkiefervögel: Die fluglosen Pinguine beispielsweise werden zu den Neukiefervögeln gerechnet. Außerdem haben Urkiefervögel ein etwas schlechteres Farbunterscheidungsvermögen als Neukiefervögel [3]. SystematikDie Urkiefervögel werden auch in neueren phylogenetischen Studien als Monophylum angesehen. Sie sind innerhalb der heute noch lebenden (rezenten) Vögel, die durchweg zu den Neornithes zählen, die Schwestergruppe aller anderen, als Neukiefervögel (Neognathae) zusammengefassten Verwandtschaftsgruppen (Taxa). Die Ordnung Laufvögel (Struthioniformes) ist allerdings paraphyletisch, das heißt, sie enthalten nicht alle Arten, die so eng miteinander verwandt sind wie die Laufvögel untereinander. Die Steißhühner sind die Schwestergruppe der Kiwis, Emus und Kasuare, das heißt die letzten drei Gruppen sind enger miteinander verwandt als sie mit den Steißhühnern verwandt sind und alle vier Gruppen sind enger miteinander verwandt, als sie mit den anderen Gruppen der Paläognathen sind.[4] Kladogramm [5]: Urkiefervögel (Paleognathae) | +----- Straußenvögel (Struthionidae) | +---?- Moas (Dinornithidae) | `-+--- Nandus (Rheidae) | `--+--- Steißhühner (Tinamidae) | `--+-?--- Elefantenvögel (Aepyornithidae) | `--+----- Emus (Dromaiidae) | `--+-- Kasuare (Casuariidae) | `-- Kiwis (Apterygidae) Die Position der ausgestorbenen Taxa Lithornithiformes, Elefantenvögel (Aepyornithidae) und Moas (Dinornithidae) ist unsicher. Quellen
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