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Véhicule automatique léger (VAL, deutsch: „leichter automatisch betriebener Zug“) ist ein besonders leicht gebautes, fahrerloses, spurgeführtes Personennahverkehrsmittel, das sowohl als Peoplemover z. B. in Flughäfen als auch als Stadtschnellbahnsystem eingesetzt wird. Ursprünglich von Matra entwickelt ist VAL heute ein Produkt von Siemens Mobility.
Inhaltsverzeichnis |
Die Trag- und Antriebsfunktion wird durch gummibereifte Räder auf einem Betonfahrweg ausgeübt. Seitliche Führungsräder rollen an seitlich angebrachten Führungsschienen entlang. In einer Weiche übernehmen Führungsschienen in der Fahrwegmitte die seitliche Führung. Nur die Spitze dieser Führungsschiene wird zur Lenkung des Fahrzeugs bewegt.
Das System basiert auf einer Erfindung von Professor Robert Gabillard (Université Lille Nord de France) und wurde Anfang der 1980er Jahre von der Firma Matra Transport entwickelt. Die Abteilung Verkehrstechnik von Matra gehört seit 2001 vollständig zu Siemens Transportation Systems.
Erstmals angewendet wurde das VAL-System 1983 bei der damals neu gebauten Métro Lille. Es eignet sich aufgrund der geringeren Kosten besonders gut für mittelgroße Städte. Das Akronym bedeutete ursprünglich Villeneuve-d’Ascq à Lille („Villeneuve-d’Ascq nach Lille“), die beiden Endpunkte der ersten Strecke. Erst später wurde daraus véhicule automatique léger.
Wie auch bei einigen anderen fahrerlosen Personenbeförderungssystemen sind die Bahnsteige beim VAL-System durch transparente Glaswände mit eingelassenen Bahnsteigtüren von den Gleisen getrennt. Dadurch sollen Unfälle durch auf die Fahrbahn fallende Personen oder Gegenstände und Suizide verhindert werden. Die Bahnsteigtüren öffnen und schließen zum Fahrgastwechsel gleichzeitig mit den Fahrzeugtüren, nachdem ein Zug in die Station eingefahren ist.
Die automatische Linie 14 der Métro Paris basiert ebenfalls auf dem VAL-System, besitzt aber eine weitaus höhere Kapazität, die derjenigen auf den übrigen, konventionell gebauten Linien entspricht. Die Linie D der Métro Lyon ist eine größere VAL-Version mit Gummirädern. Sie wurde ursprünglich unabhängig entwickelt, wurde dann aber mit zahlreichen Komponenten des VAL-Systems ausgestattet.
Seit 2004 entwickelt Siemens gemeinsam mit der französischen Lohr Group im Projekt Neoval den Nachfolger des Val. Die Züge des Neoval-Systems werden von einer einzigen zentralen Schiene geführt, ähnlich wie das von Lohr gebaute Translohr-System, und kommen ohne elektrische Versorgung zwischen den Stationen aus. So sollen die Kosten für die Infrastruktur verringert werden, da keine zusätzliche Stromschiene oder Oberleitung benötigt wird. Das System wird zudem durch ein regeneratives Bremssystem die Bremsenergie wieder zurückgewinnen und nutzen können. Seit März 2009 wird mit dem Airval ein erstes Neoval-Vorserien-Fahrzeug auf der Teststrecke von Lohr in Straßburg erprobt.[1]
Das System Cityval basiert auf dem Neoval-Projekt. Die Linie B der Métro Rennes wird der erste Einsatz dieses Systems sein. 19 zweiteilige Cityval-Züge sind für diese Linie bestellt worden, die Ende 2018 in Betrieb gehen soll.[2]
Auf dem UITP World Congress in Wien hat Siemens am 8. Juni 2009 das Airval-System vorgestellt.[1] Airval beruht ebenfalls auf dem Projekt Neoval und ist die Variante für den Einsatz auf Flughäfen als Peoplemover.
| Stadt | Land | Betrieb | Linien | Fahrzeuge | Planbetrieb | Art | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lille | Frankreich | Métro Lille | 2 | 83 Val 206 60 Val 208 |
1983 | Stadt | Die 2. Linie wurde 1989 eröffnet. |
| Jacksonville (Florida) | USA | - | Val 256 | 1989 | Stadt | Im Dezember 1996 durch Einschienenbahn ersetzt. Die 2 Fahrzeuge wurden nach Chicago verkauft. | |
| Toulouse | Frankreich | Métro Toulouse | 2 | 29 Val 206 70 Val 208 |
1993 | Stadt | Die 2. Linie wurde im Juni 2007 eröffnet.[3] |
| Chicago | USA | 1 | 15 Val 256 | 1993 | Flughafen | Verbindungsbahn im Flughafen O’Hare 2 Fahrzeuge wurden aus Jacksonville übernommen | |
| Taipei | Taiwan | Stadtschnellbahn Taipei | 1 | 102 Val 256 | 1996 | Stadt | Wenshan-Linie, bis zum 8. Oktober 2009 als Muzha-Line bezeichnet. Auf der Linie verkehren auch 202 Fahrzeuge von Bombardier. |
| Rennes | Frankreich | Métro Rennes | 1 (+1) | 24 Val 208 19 Cityval bestellt für Linie B |
2002 | Stadt | Linie B bis 2018 in Bau[4] |
| Paris | Frankreich | Orlyval | 1 | 8 Val 206 | 2003 | Flughafen | Zubringer zum Flughafen Paris-Orly |
| Turin | Italien | Metro Turin | 1 | 46 Val 208 | 2006 | Stadt | |
| Paris | Frankreich | CDGVAL | 2 | 10 Val 208 NG | 2007 | Flughafen | Verbindungsbahn im Flughafen Charles de Gaulle |
| Uijeongbu | Korea | Uijeongbu Light Rail Transit | 1 | 15 Val 208 | 27. Juni 2012[5][6] | Stadt | [7][8] |
Die Bezeichnungen für die Fahrzeugtypen Val 206, Val 208 und Val 256 leiten sich aus ihrer Breite ab.
| Typ | Baujahre | Anzahl | Länge | Breite | Höhe | Masse | Leistung | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Val 206 | 1983 | 120 | 26,14 m | 2,06 m | 3,25 m | 30,5 t | 480 kW | 1. Generation |
| Val 208 | 2000 | 161 | 26 m | 2,08 m | 3,27 m | 28 t | 520 kW | 2. Generation |
| Val 208 NG | 2006 | 64 | 26 m | 2,08 m | überarbeitete 2. Gen. | |||
| Val 256 | 1989-1993 | 117 | 13,78 m | 2,56 m | 3,53 m | breite Version | ||
| Cityval[9] | 19 bestellt | 11,20 m | 2,65 m | 3,60 m | basiert auf Neoval | |||
| Airval[10] | - | 11,20 m | 2,80 m | 3,60 m | basiert auf Neoval |
In Aachen wird im Rahmen des Projektes Campusbahn der Einsatz des Systems Cityval untersucht.[11]