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| Valencia | ||
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| Panorama
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| Wappen | Karte von Spanien | |
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| Basisdaten | ||
| Autonome Gemeinschaft: | Valencia | |
| Provinz: | Valencia | |
| Comarca: | Valencia | |
| Koordinaten | 39° 29′ N, 0° 22′ W39.4766666667-0.37444444444415Koordinaten: 39° 29′ N, 0° 22′ W | |
| Höhe: | 15 msnm | |
| Fläche: | 134,65 km² | |
| Einwohner: | 798.033 (1. Jan. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 5.926,72 Einw./km² | |
| Gründung: | Römer; 138 v. Chr. | |
| Postleitzahl: | 46000–46099 | |
| Gemeindenummer (INE): | 46250 | |
| Nächster Flughafen: | Flughafen Valencia-Manises | |
| Verwaltung | ||
| Amtssprache: | Kastilisch, Valencianisch | |
| Bürgermeister: | Rita Barberá Nolla (PP) | |
| Offizielle Webpräsenz | ||
Valencia (spanisch [baˈlenθja]; valencianisch/ katalanisch València [vaˈɫensia], deutsch Valentz) ist eine Großstadt im östlichen Teil Spaniens. Die Hauptstadt der autonomen Valencianischen Gemeinschaft und der Provinz Valencia liegt rund 320 km südöstlich der Landeshauptstadt Madrid an der Mündung des Turia zum Mittelmeer und ist mit 798.033 (Januar 2011) Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes. Im Großraum Valencia leben rund 1,8 Millionen Menschen.
Inhaltsverzeichnis |
Valencia liegt an der spanischen Mittelmeerküste, ca. 350 km südlich von Barcelona an der Mündung des Flusses Turia und fast genau auf der gleichen geografischen Breite wie Mallorca. Der Fluss selbst wurde nach verheerenden Überschwemmungen in den 1950er Jahren (letztmals 1957) aus der Stadt heraus verlegt; das ehemalige Flussbett wurde in einen Park umgewandelt. Die Stadt besitzt drei Strände (Playa de las Arenas, Playa de Malvarrosa und Playa de la Patacona).
Das Klima in Valencia ist vom Mittelmeer geprägt. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 17,8 °C und schwankt dabei zwischen 11,5 °C im Monat Januar sowie 25,5 °C im Monat August. Die Tagestemperaturen im Januar liegen bei durchschnittlich 15,9 °C.[2] Im Winter fallen die Temperaturen fast nie unter 4–8 °C, tagsüber kann es 18–25 °C warm werden. Im Sommer sind bis zu 40 °C möglich, während die Temperaturen nachts auf 20–25 °C fallen.
Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwas weniger als 470 mm. Es regnet vor allem im Frühjahr und Herbst, jeweils ca. fünf Tage im Monat. Die erste Oktoberwoche ist für ihre starken Niederschläge „berühmt“. Die Sommermonate Juni, Juli und August sind nahezu niederschlagsfrei.
Die mittlere Wassertemperatur in Valencia liegt von Juni bis Oktober über 20 °C und sie erreicht im August mit 25 °C ihr Maximum. In den Wintermonaten beträgt die mittlere Wassertemperatur 13–15 °C.
| València | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm (Erklärung) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für València
Quelle: WMO 1971 - 2000
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Einige der heutigen Stadtteile waren früher eigenständigen Siedlungen, bzw. Dörfer, die vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Stadt Valencia angegliedert wurden, darunter Beniferri, Benimaclet, Patraix und Ruzafa um 1877; Benimámet und Orriols um 1887; Borbotó, Campanar, Mauella, Pueblo Nuevo del Mar und Villanueva del Grao um 1897; und Benifaraig, Carpesa und Masarrochos um 1900.
| Ciutat Vella | La Seu - La Xerea - El Carme - El Pilar - El Mercat - Sant Francesc |
|---|---|
| Eixample | Russafa - El Pla Del Remei - Gran Vía |
| Extramurs | El Botànic - La Roqueta - La Petxina - Arrancapins |
| Campanar | Campanar- Tendetes - El Calvari - Sant Pau |
| La Saïdia | Marxalenes - Morvedre - Trinitat - Tormos - Sant Antoni |
| El Pla del Reial | Exposició - Mestalla - Rei Jaume - Ciutat Universitària |
| Olivereta | Nou Moles - Soternes - Tres Forques - La Fuensanta/la Fontsanta - La Llum |
| Patraix | Patraix - Sant Isidre - Vara De Quart - Safranar - Favara |
| Jesús | La Raiosa - L'Hort De Senabre - La Creu Coberta - Sant Marcel.lí - Cami Reial |
| Quatre Carreres | Montolivet - La Font d'En Corts - Malilla - La Fonteta de Sant Lluïs - Na Rovella - La Punta - Ciutat de les Arts i les Ciències |
| Poblats Marítims | El Grau - El Cabanyal-El Canyamelar - La Malvarrosa - Beteró - Natzaret |
| Camins al Grau | Aiora - Albors - La Creu Del Grau - Cami Fondo - Penya-Roja |
| Algirós | L'Illa Perduda - Ciutat Jardí - L'Amistat - La Vega Baixa - La Carrasca |
| Benimaclet | Benimaclet- Cami de Vera |
| Rascanya | Orriols - Torrefiel - Sant Llorenç |
| Benicalap | Benicalap - Ciutat Fallera |
| Poblats del Nord | Benifaraig - Poble Nou - Carpesa - Cases de Bàrcena - Mauella - Masarrojos - Borbotó |
|---|---|
| Poblats de l'Oest | Benimàmet - Beniferri |
| Poblats del Sud | Forn d'Alcedo - Castellar-L'Oliveral - Pinedo - El Saler - El Palmar - El Perellonet - La Torre - Faitanar |
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138 v. Chr. wurde die Stadt Valentia (/wa'lentia/) von dem römischen Konsul Decimus Iunius Brutus Callaicus gegründet, berichtet der Historiker Titus Livius. Etwa hundert Jahre später wird Valentia als eine der ersten hispanischen Städte römische Kolonie. Die römische Siedlung lag dort, wo sich heute der Kern der Altstadt um die Kathedrale befindet, etwa vier Kilometer vom Meer entfernt auf einer Flussinsel im Turia.
Unter westgotischer Herrschaft kaum entwickelt, machte die Stadt nach der arabischen Eroberung 711 rasche Fortschritte und erreichte im Kalifat von Córdoba 15.000 Einwohner. In der Zeit der Taifa-Königreiche herrschten die Amiriden und die Dhun-Nuniden in „Balansiya“. 1094 eroberte El Cid die Stadt für das Christentum, doch nach acht Jahren fiel sie erneut an die Muslime unter den Almoraviden.
Nachdem die Stadt, nach einem Zwischenspiel unter Ibn Mardanisch unter die Herrschaft der Almohaden geraten war, gewann König Jakob I. von Aragonien nach fünfmonatiger Belagerung am 28. September 1238[3] die Stadt endgültig für die Christenheit zurück und machte sie zur Hauptstadt des Königreiches Valencia, das zur Krone von Aragonien gehörte.
Valencianische Banker haben Königin Isabella I. von Kastilien Kapital für Kolumbus' Seeweg-Suche nach „Hinterindien“ 1492 geliehen. Im 15. und 16. Jahrhundert war Valencia eine der wichtigsten Städte im Mittelmeerraum. Joanot Martorell, Autor von Tirant lo Blanch und der Dichter Ausiàs March sind berühmte Valencianer aus dieser Zeit. Die erste Druckerpresse auf der iberischen Halbinsel stand in Valencia. 1478 wurde die erste Bibel in einer romanischen Sprache (Valencianisch) gedruckt. Dies wird Bonifaci Ferrer zugeschrieben. 1520 – gleichzeitig mit dem Comuneros-Aufstand gegen König Karl I. (der deutsche Kaiser Karl V.) in Toledo und anderen Städten – kam es in Valencia zur Rebellion der in Bruderschaften (Germaníes) zusammengeschlossenen Zünfte. Nachdem im April 1521 bei Villalar die königliche Reiterei über die aufständischen Comuneros siegte, wurde auch der Germanías-Aufstand niedergeschlagen.
Während des spanischen Sukzessionskriegs von 1701 bis 1714 stand Valencia auf der Seite Karl von Österreichs. Nach dem Sieg der Bourbonen in der Schlacht bei Almansa am 25. April 1707 verlor die Stadt ihre Privilegien.
Während des spanischen Bürgerkrieges 1936–1939 gehörte Valencia zu dem von den Republikanern kontrollierten Gebiet und war ab November 1936 anstelle des unmittelbar in der Kampfzone gelegenen Madrid Regierungssitz der Republik; im November 1937 verlegte die republikanische Regierung ihren Sitz jedoch weiter nach Barcelona. Die Stadt litt sehr unter der Blockade und Belagerung durch Francos Armee.
Eine der bedeutendsten urbanistischen Leistungen Spaniens (und Europas) wurde in den 1970er bis 1990er Jahren in Valencia vollbracht: die Ausgestaltung des ehemaligen Turia- Flussbettes als Park. Erste Pläne hatten eine Nutzung als Stadtautobahn vorgesehen. Diese hätte auch hochpreisige Stadtviertel mit Luxuswohnbauten nach sich gezogen. Eine Bürgerbewegung kämpfte dagegen unter dem Schlachtruf „El llit del riu és nostre i el volem verd!“ („Das Flussbett ist unser und wir wollen es grün“) – und sie erwies sich als siegreich. Im Oktober 1981 erhielt der katalanische Architekt Ricardo Bofill den Auftrag für die Grundsatzplanung des neuen Großparks. Eine der grünärmsten Städte Spaniens erhielt so mit Baubeginn 1985 eine wertvolle „Grüne Lunge“.
In den 1980er und frühen 1990er Jahren wurde Valencia mit der Straße Ruta Destroy, auch bekannt als Ruta del Bakalao, zur Party-Hauptstadt Spaniens. Bekannte Diskotheken waren in den 1980er Jahren Barraca, Spook Factory, Chocolate, Espiral, NOD, Puzzle und ACTV; später kamen Heaven, Villa Adelina, Zona und Templo hinzu. Gespielt wurden neben U2 die Musikrichtungen EBM, Synthie Pop, House, Gothic Rock. Dabei waren die aktuellen Bands aus Deutschland, Großbritannien und anderen westeuropäischen Ländern angesagt. Es bildeten sich auch lokale Gruppen wie Megabeat, Amnesia,[4] Athualpua, Antico, Hypnosis, Nova, die trotz vergleichbarer Qualität meist nur in Spanien bekannt wurden. Cetu Javu aus Deutschland mit einem spanischen Sänger war auch eine der damals bekannten Bands. Auf der Ruta Destroy fand das Geschehen nicht nur in den Clubs statt, sondern auch im Freien bei Autoparties. Die Partymeile zog an den Wochenende bis zu 30.000 jüngere Leute an, die aus ganz Spanien anreisten.[5] Die Partys waren auch für erotische Freizügigkeit und Drogenkonsum bekannt.[6]
Von konservativen Politikern und Medien wurden sie daher abgelehnt. Diese brachten auch das Verbrechen von Alcácer (die Entführung, Vergewaltigung, Folter und Ermordung von drei 14- bis 15-jährigen Mädchen in einem Vorort von Valencia im Jahre 1992) in Verbindung mit der Party-Szene.[7]
In den späteren 1990er Jahren nahm die Popularität der Ruta Destroy ab, ebenso wie die musikalische Qualität der Musikgruppen, es wurden meist nur noch primitive Techno-Varianten gespielt. Etliche Diskotheken existieren aber bis heute.
Valencia ist Schauplatz einer der längsten Auseinandersetzungen im Konfliktfeld zwischen Stadterneuerung und der Erhaltung historischer Bausubstanz. Um einen großen Boulevard der Stadt, die Avenida de Blasco Ibáñez, bis zum Meer weiterbauen, entschied sich die von der Partido Popular gestellte Stadtregierung 1997 für einen Plan, der den Abriss weiter Teile des ehemaligen Fischerdorfs El Cabanyal vorsieht. Seit diesen Jahren wehrt sich einen Initiative aus Anwohnern, Denkmalschützern und Künstlern aus aller Welt gegen die Zerstörung des einmaligen Ensembles des Modernismo, gelegen direkt am Meer. Während die Stadtregierung in diesen Jahren immer wieder Einzelabrisse von Häusern vollziehen konnte, versuchte sich die Initiative "Salvem el Cabanyal" über Demonstrationen und – letztendlich erfolglose – Klagen bis hin zum obersten Gericht zu wehren.[8] Da der größte Teil der betroffenen Häuser denkmalgeschützt ist, griff schließlich 2010 das damals von den Sozialisten dominierte Kulturministerium in Madrid ein, um die „Plünderung“ dieses schützenswerten Kulturgutes zu verhindern.[9] Der Ausgang des Konflikts ist auch 2012 offen. In der Folge der Immobilienkrise ab 2009 in Spanien wäre eine Realisierung eines derart großen Immobilien- und Stadtumbauprojektes nur schwer zu realisieren.
Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2011:
Bürgermeisterin ist Rita Barberá Nolla (Partido Popular).
Die Seidenbörse (span. Lonja de la Seda; val. Llotja de la Seda) wurde zwischen 1482 und 1533 unter der Leitung des Steinmetzmeisters Pere Compte erbaut und gilt als eines der bedeutendsten Gebäude der profanen Gotik in Europa. Sie besteht aus vier Teilen: dem Turm, dem Saal Consulado del Mar, dem Orangenbaum-Innenhof und dem Säulensaal. Der gesamte Komplex mit bebauten und unbebauten Zonen ist über 2000 m² groß. Seit 7. Dezember 1996 zählt die Lonja de la Seda zum UNESCO Weltkulturerbe.
Die Kathedrale von Valencia wurde ab 1262 auf den Grundmauern einer alten Moschee errichtet. Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude oftmals umgestaltet. Auffällig sind die Puerta de los Apóstoles, aus dem 14. Jahrhundert, die Puerta del Palau, das älteste Portal der Kathedrale, romanisch mit Einflüssen aus dem Mudéjar, und die Puerta Barroca. Der an die Kathedrale angebaute gotische Turm Torre del Miguelete aus dem 14. Jh. gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt. In einer Seitenkapelle der Kathedrale wird ein Kelch aus Achat als Reliquie aufbewahrt, der traditionell als Heiliger Kelch bzw. Heiliger Gral verehrt wird und in der Literatur mit der Sage um den Heiligen Gral verknüpft ist. Experten datieren den mörserförmigen Steinbecher in das 1. Jahrhundert vor Christus.
Vor dem Apostelportal der Kathedrale tagt jeden Donnerstag das Wassergericht, ein einzigartiges öffentliches Verfahren, bei dem u. a. Streitigkeiten unter den Bauern des Umlandes (Huerta) über die Bewässerung der Felder geschlichtet werden.
Bekannt ist die Stadt durch die jährlich stattfindenden Fallas. Die Fallas sind Feiern der Stadtvierteln zu Ehren von Josef, dem Zimmermann. Dabei stellen die einzelnen Stadtviertel übergroße Figuren aus Holz und Pappmaché aus, die „fallas“. Die fallas karikieren z. B. herausragende Ereignisse aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben auf oftmals recht satirische Art.
Die Fallas beginnen mit Anfang März und erreichen am 16.–19. März ihren Höhepunkt. Sie werden mit Umzügen durch die Stadtviertel in traditioneller Tracht, Festessen und Feuerwerken, gefeiert. Es gibt zwei verschiedene Kategorien von Feuerwerken: das eine sind die mascletàs die täglich um 14 Uhr auf der Plaça de l'Ajuntament stattfinden. Das andere sind die Castillos de fuegos artificiales die in den vier Nächten vor dem 19. März in den Nachthimmel geschossen werden. Am 17. und 18. März werden der Virgen de los Desamparados mit Umzügen Blumen dargeboten. Die Blumen werden vor der Basilika auf der Plaça de la Virgen zu einem 10 m hohen Marienbild zusammengesteckt. In der Nacht vom 19. zum 20. März werden die fallas-Pappfiguren zu Ehren von St. Josef in einem Akt namens cremà verbrannt. In der Nacht vom 18. auf den 19. März findet um 1.30 Uhr ein großes Feuerwerk statt, die sogenannte Valencianer nit del foc (span. noche del fuego/Nacht des Feuers).
Im Juli 2006 fand in Valencia das katholische Weltfamilientreffen mit Papst Benedikt XVI. statt, bei dessen Veranstaltungen bis zu zwei Millionen Menschen teilnahmen.
Die Küche Ostspaniens, der Levante, ist vom Reis, lokalen Gemüse und Fischfang geprägt. So kennen die Valencianer zahlreiche Varianten des traditionellen Reisgerichts Paella, das auf dem offenen Feuer zubereitet wird:
Die Paella ist ein traditionell valencianisches Gericht. Obwohl die spanische Küche sehr regional geprägt ist, hat die Paella in Spanien einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Da die spanische Küche einen recht regionalen Bezug hat, werden jedoch in den verschiedenen Regionen Spaniens von der traditionellen Paella Valenciana abweichende Versionen zubereitet. So wird beispielsweise die von den (Zentral-)Katalanen an ihre eigene regionale Küche angepasste Paella mit Huhn und Meeresfrüchten von der überwiegenden Mehrheit der Valencianer abgelehnt. Der zu verwendende Reis stammt aus dem Anbaugebiet La Albufera, ein See südlich von Valencia. Neben einer einzigartigen Artenvielfalt von Vögeln und Insekten wird dort auch Reis angebaut.
Natürlich gibt es in der valencianischen Küche auch eine Nudel-Paella. Sie wird Fideuà genannt und basiert auf Fisch und Faden-Nudeln.
Gern gegessen wird auch Arroz al Horno „Reis aus dem Ofen“ oder Arroz a la Banda „Reis aus der Pfanne“.
Typisch für Valencia ist auch die Horchata, ein Getränk aus Erdmandeln. Zur Horchata werden Fartons gegessen. Ebenso typisch ist die Cebada, ein Malzgetränk, das sich aus der Römerzeit erhalten hat.
Hochgelobt wird auch das Agua de Valencia, ein Mischgetränk aus spanischem Sekt (Cava), frisch gepreßtem Orangensaft und anderen Zutaten.
Im Sommer wird gerne Leche merengada gegessen, eine Art Sorbet auf Basis von Milch und Baiser („Merengue“), aromatisiert mit Zitronenschale und Zimt. Eine Kugel Leche merengada Eis (wahlweise auch Nata (Sahne-Eis) auf Kaffee-Sorbet) wird als „Blanco y Negro“ bezeichnet. Mit einer Kugel Mantecado (Vanille-Sahne-Eis) wird daraus das für Valencia typische Nacional.
Valencia ist außerdem für den Serrano-Schinken bekannt.
In der Umgebung Valencias, besonders in nördlicher Richtung, werden die Straßen von Orangenfeldern gesäumt. Valencia war und ist immer noch ein Zentrum für Zitrusfrüchte, doch immer öfter weichen die Felder in Meernähe größeren Baugebieten für Touristen. Außerdem kümmert sich häufig die folgende Generation nicht mehr um den Betrieb der Felder, lässt sie verkümmern oder spekuliert auf hohe Grundstückspreise. Viele Plantagen findet man deshalb heute in den angrenzenden Bergen, oft von Familien betrieben.
Die Costa de Valencia ist die Küstenregion der Provinz Valencia. Traditionell gehört dieser Küstenabschnitt, wie auch die Provinz Catellion, zu der Costa del Azahar. Im Zuge der touristischen Entwicklung von Valencia hat sich allerdings im Laufe der Zeit die touristische Bezeichnung Costa de Valencia für die Küstenregion von Valencia eingebürgert, die heute eine der wichtigsten Urlaubsdestinationen Spaniens ist.
Besonders Wassersport ist in Valencia weit verbreitet. Auch große Wassersportevents fanden in Valencia statt. So wurden beispielsweise die 32. und 33. America’s Cup Segelregatten 2007 und 2010 in den Gewässern vor Valencia durchgeführt. Golf ist ebenfalls eine weit verbreitete Sportart in dieser Region. Es gibt über 20 Golfplätze. Einmal im Jahr findet zudem das Formel 1 Rennen Großer Preis von Europa im Valencia Street Circuit statt. Auch ein Motorrad Grand Prix Rennen, das Springreitturnier der Global Champions Tour, ein ATP 500 Tennisturnier, oder die Deutsche Tourenmeisterschaft können in Valencia besucht werden.
Beliebt bei Familien mit Kindern ist die Ciudad de las Artes y de las Ciencias (Stadt der Künste und Wissenschaften), größtenteils von dem valencianischen Architekten Santiago Calatrava konstruiert, mit dem, nach eigenen Angaben größten Aquarium Europas, Delphinshows und einem Wissenschaftsmuseum.
Die Costa de Valencia ist auch ein beliebtes Ziel für Sprach- und Städtereisen.
Ein großer Arbeitgeber ist das nahe Kernkraftwerk Cofrentes sowie das Automobilwerk von Ford in Almussafes 20 km südlich der Stadt. Letzteres produzierte seit Gründung im Jahr 1976 über neun Millionen Automobile. Derzeit werden die Modelle Focus und Fiesta sowie der C-Max gefertigt. Das Ford-Werk beschäftigt 7.000 Menschen direkt und sorgt für 21.000 weitere indirekten Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben. Außerdem wird in der Region auch Reis u. ä. angebaut.
In Valencia gibt es insgesamt über 80.000 Studenten an den zwei Universitäten Universität Valencia und Polytechnische Universität Valencia. Hier befindet sich auch seit 1961 eine Deutsche Schule.
Von einer rigorosen Sparpolitik des überschuldeten Staates, der 2012 ca. 40 Milliarden Euro einsparen muss, ist auch das Schulwesen in Valencia betroffen. Im Februar 2012 demonstrierten gegen die resultierenden Mißstände Schüler, die u.a. wochenlang in unbeheizten Räumen unterrichtet worden waren. Die Demonstration wurde durch Polizeikräfte brutal niedergeschlagen.[11]
Valencia ist aus der Luft über den acht Kilometer vom Stadtzentrum entfernten Flughafen Manises zu erreichen, der aus Deutschland mit Linienflügen meist über Mallorca angeflogen wird. Von dort gibt es eine Metro- und Busverbindung in die Stadt. Gelegentlich kann die Anreise über den benachbarten Flughafen Alicante im Süden oder Barcelona im Norden jedoch günstiger sein.
Per Eisenbahn ist die Hafenstadt im Fernverkehrsnetz (Grandes Líneas) der spanischen Staatsbahn RENFE mit Alicante, Barcelona und Madrid verbunden. Im Nahverkehr verbindet die Bahn auf sechs Linien die nähere Umgebung:
Der Nordbahnhof (Estación de Norte) befindet sich im Stadtzentrum. 1988 wurde das erste Teilstück der Metro Valencia, der U-Bahn der Stadt eingeweiht.
Im Straßenverkehr ist Valencia in westlicher Richtung über die E-901 (Europastraße) mit der Landeshauptstadt Madrid verbunden, die gleichzeitig Zubringer zur E-15, einer bedeutenden Nord-Süd-Achse entlang der Küste in Richtung Barcelona, ist. Im Bau befindet sich derzeit die A-23 Sagunt–Somport (Pyrenäenpass), die Valencia mit Teruel und Saragossa verbinden wird.
Valencia verfügt über einen bedeutenden Seehafen mit Containerterminals, Fähr- und Eisenbahnanschluss. Der Port Valencia fertigte 2008 ein Frachtvolumen von 59,1 Millionen Tonnen ab, was einer Steigerung von 11,48 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Er ist der größte Containerhafen in Spanien und einer der wichtigsten im Mittelmeerraum.
Im regelmäßige Fährverkehr mit den Balearen und Italien wurden im selben Zeitraum 199.335 Passagiere verzeichnet. Das gesamte Aufkommen einschließlich Kreuzfahrtschiffe betrug 474.814 Passagiere.[12]
Die Stadt Valencia verfügt über ein über 60 Linien umfassendes, sehr dichtes Busnetz (EMT Valencia), das das Stadtbild stark prägt. Dieses wird seit 1988 durch inzwischen sechs Metro- und Straßenbahnlinien ergänzt, die insbesondere in den letzten Jahren stark ausgebaut wurden. Manche Metrolinien verbinden sogar umliegende Ortschaften mit der Innenstadt. Andere Ortschaften werden durch diverse Busunternehmen erreicht, die sich Ende der 1990er Jahre zu einem Verkehrsverbund (MetroBus) zusammengeschlossen haben.
Reisende nutzen üblicherweise die recht günstigen Zehnerkarten (Bonobus), es gibt aber auch Tages- und Monatskarten.
Der auch hier geborenen Heilige Vinzenz Ferrer ist der Schutzpatron der Stadt (Stadtpatron).
→ Hauptartikel: Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Valencia
Berühmte Persönlichkeiten aus Valencia sind unter anderem König Peter III., der Komponist Vicente Martín y Soler, der Schriftsteller und Politiker Vicente Blasco Ibáñez, die Politikerin María Teresa Fernández de la Vega sowie die Fußballspieler Juanfran und Raúl Albiol.