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Vechta

Dieser Artikel behandelt die Stadt Vechta. Zu anderen Bedeutungen siehe Vechta (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Vechta
52.73055555568.2886111111137
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Vechta
Höhe: 37 m ü. NN
Fläche: 87,79 km²
Einwohner:

30.998 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte: 353 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49377
Vorwahl: 04441
Kfz-Kennzeichen: VEC
Gemeindeschlüssel: 03 4 60 009
Stadtgliederung: 25 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Burgstraße 6
49377 Vechta
Webpräsenz: www.vechta.de
Bürgermeister: Uwe Bartels (SPD)
Lage der Stadt Vechta im Landkreis Vechta

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Vechta ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im westlichen Niedersachsen. Sie ist als „Reiterstadt“ bekannt und zugleich Mittelzentrum der Region.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Vechta, Einkaufsmeile Große Straße
Datei:Vechta Advent.JPG
Gleiche Perspektive zur Adventszeit

Vechta ist eine der beiden Kreisstädte im Oldenburger Münsterland und liegt im Zentrum des Städtedreiecks Bremen, Oldenburg und Osnabrück. Nachbargemeinden sind beginnend von Norden (im Uhrzeigersinn) die Gemeinden Visbek, Goldenstedt, die Städte Diepholz und Lohne, sowie die Gemeinden Bakum und Emstek. Östlich der Stadt liegt das Große Moor, eines der wenigen verbliebenen Regenmoore. Der Stadtname geht auf die Feuchtlage zurück: Althochdeutsch „Vecht“ bedeutet feuchtes Land.

Stadtgliederung

Vechta gliedert sich in 25 Stadtteile :

Geologie und Hydrogeologie

Die Stadt liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Das Gebiet um Vechta besteht hauptsächlich aus glazio-fluviatilen Ablagerungen, in erster Linie lehmige und sandige Ablagerungen des Pleistozäns. Bohrungen zeigten, dass die obersten Sedimentschichten eine Mächtigkeit von etwa 5 bis 7 m haben. Dieser Schicht unterlagert ist eine 10 m starke, lehmige und marlige Sedimentschicht. Sandige Schichten in einer Tiefe von 25 bis 30 m bilden einen ertragreiche Aquifer für Grundwasserförderung. Der oberste Grundwasserleiter befindet sich in einer Tiefe von 2 bis 6 m.

Klima

In Vechta herrscht gemäßigtes Seeklima, beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Vechta 8,5 bis 9,0 °C und es fallen rund 700 Millimeter Niederschläge. Zwischen Mai und August wird mit durchschnittlich 20 bis 25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet.

Geschichte

Um 1150 erbauten die Grafen von Calvelage an der Straße von Bremen nach Westfalen eine Burg an einer Furt über den Moorbach. Im Schutze dieser Burg, die auch Zollstätte war, entstand eine Siedlung, die schon bald Osnabrücker Stadtrecht erhielt. Im Jahre 1252 verkaufte die jung verwitwete Gräfin Jutta von Ravensberg die Herrschaft an das Fürstbistum Münster. Es wurde Sitz eines münsterschen Amtmanns. Im Dreißigjährigen Krieg litt Vechta schwer. Erst im Jahre 1654 zog der schwedische Besatzer ab, zwei gut sichtbare Kanonenkugeln im Turm der Propsteikirche zeugen davon. 1803 kam Vechta mit der Herrschaft Vechta an das Großherzogtum Oldenburg und 1946 an das Land Niedersachsen.

Die Burg

Bei einer archäologischen Ausgrabung in den Jahren 2005/2006 wurden die Überreste der Burg Vechta freigelegt. Zahlreiche Funde aus dem Mittelalter und der Frühneuzeit kamen dabei ans Tageslicht, u. a. eine Knochenflöte und eine Arkebuse. Die Burg Vechta gehörte zum Typus der Tieflandburg. Ihre Erscheinungsform war mittelalterlicher Prägung. Möglicherweise hat es sich außerdem um einen Gräftenhof des Zwei-Insel-Typus gehandelt, um eine Anlage, wie sie Westfalen in reicher Fülle hervorgebracht hat – als Beispiel seien Burg Hülshoff, Darfeld, Havixbeck, Drensteinfurt und Kemnade genannt. Ein Großteil der Funde kann man im Museum im Zeughaus besichtigen.

Religionen

Vechta ist Sitz des Bischöflich Münsterschen Offizialats. Die Bevölkerung ist überwiegend katholisch.

Politik

Datei:Vechta Rathaus.jpg
Rathaus Vechta (im Hintergrund)

Seit der Kommunalwahl am 10. September 2006 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:

CDU 20 Sitze
SPD 6 Sitze
FDP 2 Sitze
Grüne 1 Sitz
WFV (Wir FÜR Vechta) 3 Sitze

Bürgermeister

Städtepartnerschaften

Mit folgenden Städten pflegt Vechta eine Städtepartnerschaft

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Im ehemaligen Zeughaus auf dem Gelände der Vechtaer Zitadelle befindet sich ein Museum.
  • Ferner gibt es im Stadtteil Oythe die Heimatstuben des Heimatvereins.

Bauwerke

Datei:Vechta StGeorg.jpg
Kath. Propsteikirche St. Georg

In der Propsteikirche St. Georg befindet sich eine Renaissance-Kuppa auf einem spätgotischen Schaft des Taufsteins. Die Kuppa schuf der Bildhauer Johann Brabender aus Münster (Westfalen) um 1540.

Parks, Wälder und das Moor

Unmittelbar östlich des Stadtzentrums von Vechta schließt sich ein Waldgürtel an, der Füchteler Wald und der Welper Wald. Beide Wälder sind durch den Vechtaer Moorbach getrennt. Dem Füchteler Wald vorgelagert ist der „Immentun“, ein naturnah gehaltener Erholungspark. Im Füchteler Wald liegt Gut Füchtel, an seinem Rand das Kolleg Sankt Thomas. In den Welper Wald ist eine Golfanlage integriert.

Die Waldlandschaft geht in östlicher Richtung in das Große Moor über, das Vechta vom Landkreis Diepholz trennt.

Unmittelbar hinter der Trasse der Nordwestbahn beginnt der Zitadellenpark. Auf Fuß- und Radwegen kann man sich von diesem aus in den Hochzeitswald begeben, in dem Brautpaare, aber auch Silber- und Goldpaare Bäume pflanzen können. Durch parkähnliches Gelände kann man Vechta westwärts in Richtung Gut Daren (Gemeinde Bakum) auf (Rad-)Wanderwegen verlassen.

Tourismusrouten

Durch das Gebiet von Vechta verlaufen die Ferienstraßen Boxenstopp-Route[2][3] und Niedersächsische Mühlenstraße.[4][5] Durch Vechta verläuft ebenfalls der Pickerweg, der zum Netz der Jakobswege gehört. Dadurch ist der Pickerweg Teil der ältesten europäischen Kulturstraße.[6]

Sport

Der Stoppelmarkt am Abend
Datei:Burgmannen-Tage Vechta.jpg
„Eroberung einer Burg“ während der Burgmannen-Tage

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Stoppelmarkt: In Vechta wird jährlich im August der im norddeutschen Raum bekannte Stoppelmarkt abgehalten, ein 1298 erstmals urkundlich erwähntes Volksfest mit aktuell über 800.000 Besuchern.
  • Schützenfest Hagen: Jeweils zu Pfingsten eines jeden Jahres eröffnet die St. Hubertus Schützenbruderschaft Hagen e. V. mit ihrem Hochfest den Reigen der Schützenfeste in der Kreisstadt.
  • Schützenfest Vechta: Ein weiterer Besuchermagnet ist das jährlich im Juni stattfindende große „Vechtaer Schützenfest“ vom Bürgerschützenverein. Bei dem über vier Tage andauernden Fest wird unter den über 1000 Schützen des Vereins jeweils am Montag Mittag um Punkt 12 Uhr ein neuer Schützenkönig ausgeschossen.
  • Schützenfest Stoppelmarkt: Organisiert vom Schützenverein Stoppelmarkt e. V.
  • Schützenfest „Im Kühl“/Oythe, jeweils am ersten Wochenende im September.
  • Vechtaer Burgmannen-Tage jeweils am letzten Wochenende des Septembers in der Zitadelle
  • Thomasmarkt jeweils am letzten Wochenende im Oktober
  • Adventskonzert am 1. Advent (seit 1981). Veranstalter: Posaunenchor und Kirchenchor der ev. Kirchengemeinde, Instrumentalgruppen; Klosterkirche Vechta.

Wirtschaft und Infrastruktur

Traditionell bedingt sind in der stark von der Landwirtschaft geprägten Region die Schweine- und Geflügelzucht ansässig. In Folge dessen siedelten sich die Futtermittel-, Stallausrüstungs- und Tierarzneimittelindustrie an. Auf Grund geologischer Gegebenheiten sind ferner Unternehmen aus Torf-, Ziegel- und Erdölindustrie hier beheimatet. Auch das kunststoffproduzierende Gewerbe hat den Standort Vechta für sich entdeckt. Das Oldenburger Münsterland gilt als eines der aufstrebendsten Landesteile mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten (circa 4 %) und der höchsten Geburtenrate (circa 1,5 Kinder pro Frau) bei gleichzeitig relativ gleichmäßig verteiltem Wohlstand.

Verkehr

Vechta hat Anschluss an die Bundesautobahn 1 (Hansalinie) zwischen Bremen und Osnabrück (Anschlussstellen: Vechta-Nord/Alhorn-Süd & Vechta-West/Bakum)und wird umgangen von der Bundesstraße 69 zwischen Oldenburg und Diepholz.

Die im Bau befindliche Nordtangente verbindet seit Mitte Dezember 2008 die B 69 auf dem ersten Teilstück der Nordtangente mit dem Visbeker Damm in Vechta-Bergstrup. Seit September 2009 ist auch das zweite Teilstück zwischen Bergstrup und der Straße In den Tangen in Holzhausen freigegeben. Zwischen In den Tangen und Wiebraks Wiesen im Dorfbereich Holzhausen, inklusive der neuen Bahnkreuzung, ist die Straße für den Anliegerverkehr freigegeben. Ab März 2010 wird auch das letzte Teilstück von Holzhausen mit dem Oyther Berg fertiggestellt sein. Dann verbindet die Nordtangente die Ortsumgehung B 69 mit der L 881 (Goldenstedter Straße). Zwischen der Innenstadt und Vechta-West startet im Laufe des Jahres 2010 die Verlegung der L843 (Falkenrotter Straße). Sie wird zwischen An der Gräfte und Theodor-Heuss-Straße als Tunnel mit dem Namen Entlastungsstraße Vechta-West unter die Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe verlegt.

Vechtas Hauptverbindungsstraßen sind die B 69, die als Umgehungsstraße um die Stadt führt, die L 843 (Verbindung zur BAB 1) und die L 881 Richtung Goldenstedt/Bremen bzw. Richtung Visbek. Die L 846 zwischen Lohne und Vechta ist die am stärksten befahrene Landstraße Niedersachsens.

Zur Verkehrsentlastung der Innenstadt (Große Straße/Bremer Tor) wird zur Zeit ein kreisförmiger, um die Innenstadt führender Stadtring ausgeschildert, der den Verkehrsfluss um die City lenken soll.

Die Großstädte Oldenburg, Bremen und Osnabrück sind jeweils circa 65 Autobahnkilometer entfernt. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Bremen (70 Kilometer) und Münster/Osnabrück (90 Kilometer). Zudem wird ein Verkehrslandeplatz in Damme betrieben.

Die Stadt hat direkten Bahnanschluss an die von der NordWestBahn betriebenen Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe, die im Volksmund auch Schusterbahn genannt wird. Die ehemalige Kleinbahn Vechta-Cloppenburg wurde 1965 eingestellt

Öffentlicher Nahverkehr

Seit Anfang 2008 existiert das auf den vier Linien (Linien 601, 602, 603 und 604) existierende System des StadtBus Vechta mit knapp 90 Haltestellen im Stadtgebiet (exklusive Langförden). Dieses Projekt ist zunächst bis zum Jahre 2010 seitens der Stadt Vechta finanziell gesichert. Seit dem 1. August 2009 sind die Taktzeiten komplett nach dem Fahrplan der NordWestBahn ausgelegt. Der StadtBus soll so als Zubringer von und zum Vechtaer Hauptbahnhof fungieren. Der StadtBus wurde am Stoppelmarkt 2009 erstmals auch als Stoppelmarktzubringer benutzt.

Der Überlandbusverkehr (Linienbusse) von Vechta in die umliegenden Gemeinden/Orte: Bakum (611, 612), Goldenstedt und Lutten (693), Essen (694), Ahlhorn (660), Lohne (660), Diepholz und Twistringen (139).

Ebenso die Busverbindungen in die Stadtteile , die nicht vom StadtBus bedient werden: Calveslage (660, 691), Langförden (660,691), Spreda (690).

Die Taktzeiten sind unregelmäßig, und bis auf eine Verbindung Abends um zirka 18 Uhr von Vechta aus, sind die Fahrzeiten hauptsächlich an die Schulzeiten ausgerichtet.

Alle Linienbusse im Landkreis Vechta (Überlandbus und StadtBus Vechta) unterliegen dem Tarifgebiet und den Taktzeiten der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Vechta.

Ansässige Unternehmen

Bildung

Als Kreisstadt des Landkreises Vechta verfügt die Stadt über ein umfangreiches Bildungsangebot, fast alle gängigen Schularten sind vertreten. Die Grundversorgung wird durch acht Grundschulen, drei Hauptschulen und zwei Realschulen übernommen, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Die Stadt verfügt über vier Gymnasien: Das Gymnasium Antonianum Vechta (GAV) und das Gymnasium für Gesundheit und Soziales sind in staatlicher Trägerschaft, zudem gibt es mit dem Kolleg St. Thomas der Dominikaner (KST) und der Liebfrauenschule Vechta (ULF) noch zwei weitere private Gymnasien.

Die Universität Vechta mit den Schwerpunkten Pädagogik, Psychologie (Familienpsychologie), der Lehrerausbildung und sozialen Dienstleistungen (Soziale Arbeit, Gerontologie, Dienstleistungsmanagement) wird von etwa 3.300 Studenten (Wintersemester 2008/09) besucht.[7] Weiterhin können sich junge Menschen an der privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz/Oldenburg ausbilden.

Die Kreishandwerkerschaft Vechta betreibt ein Berufsbildungszentrum. Ein Atelier mit integrierter Kunst- und Malschule ermöglicht eine künstlerische Ausbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Personen und Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

Mit Vechta verbunden

  • Johann Heinrich König (1705–1784), Holzbildhauer, schuf den Hochaltar der Propsteikirche St. Georg in Vechta
  • Titus Maria Horten (1882–1936), Dominikaner in Vechta
  • J. Hermann Siemer (1902–1996), Politiker; starb in Vechta
  • Fritz Kurt Fiebich (* 1921), Politiker; Kaufmann in Vechta
  • Ralph Sauer (* 1928), katholischer Theologe, emeritierter Professor an der Hochschule Vechta, lebt in Vechta
  • Friedrich Janssen (*1935), Priester, Theologe, Professor an der Hochschule Vechta
  • Harald zur Hausen (* 1936), Nobelpreisträger, machte sein Abitur am Gymnasium Antoniaum
  • Robert Hepp (* 1938), Soziologe, lehrte an der Hochschule Vechta
  • Werner Münch (* 1940), Hochschullehrer, 1991–1993 Ministerpräsident (Sachsen-Anhalt), vorher Rektor der Fachhochschule Vechta
  • Uwe Bartels (* 1946), 1998–2003 niedersächsischer Landwirtschaftsminister; Bürgermeister von Vechta
  • Gundis Zámbó (* 1966), Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Model; aufgewachsen in Vechta

Ehrenbürger

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen - Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Karte der Boxenstopp-Route
  3. Vechtaer Stationen der Boxenstopp-Route
  4. Arbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V.: Meyers Mühle Vechta
  5. Arbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V.: Wassermühle Vechta
  6. Karte der Jakobswege http://www.via-regia.org/kulturstrasse/karte.php
  7. uni-vechta.de: Studierendenstatistik im WS 2008/09, Aufruf im April 2009

Weblinks

Commons Commons: Vechta – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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