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Veit Stoß (auch: Stoss, polnisch Wit Stwosz; * um 1447 in Horb am Neckar; † 1533 in Nürnberg), war einer der bedeutendsten Bildhauer und -schnitzer der Spätgotik. Er war vor allem in Krakau und Nürnberg tätig.
Inhaltsverzeichnis |
Das Geburtsjahr von Veit Stoß ist umstritten, die Angaben reichen von 1438 bis 1450, wobei die Zeit um 1447 am zutreffendsten erscheint.[1] Veit Stoß kam vermutlich 1473 nach Nürnberg. Im Jahr 1477 begab er sich nach Krakau und war dort mit mehreren Unterbrechungen bis 1496 tätig. Der 1489 vollendete Hochaltar in der Marienkirche gilt als eines seiner Hauptwerke. 1496 kehrte Veit Stoß nach Nürnberg zurück, wo er ebenfalls in Holz geschnitzte Altäre, Gruppen und Einzelfiguren fertigte. Stoß ahmte 1503 Siegel und Unterschrift eines Kaufmanns nach, der ihn betrogen hatte. Wegen Urkundenfälschung wurde er auf beiden Wangen mit glühendem Eisen gebrandmarkt und durfte die Stadt nicht ohne Genehmigung des Rates verlassen. Er floh 1503/1504 nach Münnerstadt und wurde daraufhin 1506 erneut verhaftet. Ein von Kaiser Maximilian I. ausgestellter Gnadenbrief wurde vom Rat der freien Reichsstadt als Einmischung in die innerstädtischen Angelegenheiten zurückgewiesen. Maximilian zog ihn 1512 bei der Planung für das Kaisergrab in der Hofkirche in Innsbruck heran. Veit Stoß verstarb 1533 wohlhabend, aber vereinsamt; er liegt auf dem Nürnberger Johannisfriedhof bestattet (Nr. 268).
Nach der Fertigstellung des Krakauer Marienaltars war er in Polen bereits zu Ruhm und Reichtum gekommen. Dennoch begab er sich aus Heimweh nach Nürnberg in wochenlanger Fahrt mit seiner Frau und fünf Kindern auf einem Pferdekarren. Unterwegs verstarb seine Frau. In Nürnberg versuchte er sich unter anderem mit einem Auftrag für eine Brückenkonstruktion durchzubringen, für den er jedoch bis zuletzt von den Stadtvätern um sein Honorar betrogen wurde. Er hatte allerdings noch sein Vermögen aus Krakau mitgebracht und wollte dieses vorteilhaft anlegen. Dabei verließ er sich auf die ihm schriftlich von einem Nürnberger Kaufmann namens Starzedel verbürgte Empfehlung an einen Tuchhändler, der die von ihm erworbenen Tuche auf der Leipziger Messe mit zugesagtem hohem Gewinn verkaufen wollte. Als der jedoch nicht zurück kam und er sich deshalb an Starzedels Bürgschaft halten wollte, bestritt dieser, ihm jemals eine solche gegeben zu haben. Daraufhin fälschte Stoß das ihm offensichtlich im Auftrage Starzedels gestohlene Dokument nach. In dem folgenden Prozess wurde Stoß der Fälschung überführt, zur Strafe öffentlich auf beide Wangen mit glühenden Eisen gebrandmarkt und anschließend ins städtische Gefängnis geworfen.
Als Kaiser Maximilian I. die Stadt besuchte und danach verlangte, dass ihm alle bekannten Nürnberger Künstler vorgeführt werden sollten, stellte er fest, dass der außerhalb Nürnbergs bereits recht berühmte Veit Stoß nicht dabei war. Deshalb ordnete er an, dass sich alle direkt auf den Weg zu dessen Werkstatt machen sollten und dass ihn die Stadtväter dazu zu begleiten hätten.
Stoß lebte in einer Werkstatt im Armenviertel der Stadt. Der Kaiser ordnete eine Wiederholung des Prozesses an, dem er selbst vorsaß und der zugunsten Stoßens endete. Seine Anordnung, Stoß wieder voll zu rehabilitieren, wurde allerdings nach dem Abzug des Kaisers nie in dessen Sinn ausgeführt. Weiterhin wurde Stoß öffentlich als „ein unruwiger hayloser Burger, der einem erbern Rat vnd gemainer Statt vil vnruw gemacht hatt“ bezeichnet und in einem Dekret als ein „irrig vnd geschreyig man“ bezeichnet. Lediglich infolge seines überragenden Talentes erhielt Stoß danach doch noch mehrere bedeutende Aufträge selbst von einflussreichen Nürnberger Bürgern sowie vor allem auch vom Kaiser selbst, der ihn unter anderem an der Ausführung seines Grabmales mitarbeiten ließ.[2]
Er schuf dort von 1477 bis 1489 mit dem Krakauer Hochaltar für die Marienkirche den größten geschnitzten Flügelaltar der deutschen Gotik, in dessen Mittelschrein Tod und Himmelfahrt der Maria in überlebensgroßen, vollrunden Figuren, auf dessen Flügeln Szenen aus dem Leben Christi und der Maria in Reliefs dargestellt sind. Das steinerne Kruzifix (1496) im rechten Seitenschiff gilt als ausdrucksstärkste Figur des Künstlers. Alfred Döblin hat sie besungen. Nach dem Tode des Königs Kasimir IV. 1492 arbeitete Stoß dessen Grabmal aus rotem Marmor für die Kathedrale zu Krakau. Gleichzeitig entstand die in Marmor ausgeführte Grabplatte des Erzbischofs Zbigniew Oleśnicki im Dom zu Gnesen und bald darauf der Altar des heiligen Stanislaus für die Marienkirche zu Krakau.
Hier schuf Veit Stoß:
In den Köpfen seiner Figuren spricht sich innige und zarte Empfindung aus; die Formengebung ist noch gebunden und der Faltenwurf von der Manier des spätgotischen Stils beherrscht.
Eine Büste von ihm fand Aufstellung in der Ruhmeshalle in München.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stoß, Veit |
| ALTERNATIVNAMEN | Wit Stwosz (polnisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bildhauer und Schnitzer |
| GEBURTSDATUM | um 1447 |
| GEBURTSORT | Horb am Neckar |
| STERBEDATUM | 1533 |
| STERBEORT | Nürnberg |