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| Venezolanischer BolÃvar | |
|---|---|
| Staat: | |
| Unterteilung: | 100 Céntimos |
| ISO-4217-Code: | VEF |
| Abkürzung: | BsF. |
| Wechselkurs: (16. März 2012) |
1 USD = 4,30 VEF (fix, allgemeiner Wechselkurs) |
Der Venezolanische BolÃvar ist seit dem Jahr 1879 die Landeswährung des südamerikanischen Staates Venezuela. Sie wurde benannt nach Simon BolÃvar. Nach einer Umbewertung des BolÃvar zum 1. Januar 2008 heißt er offiziell BolÃvar fuerte (Starker Bolivar; Abkürzung: BsF).
Inhaltsverzeichnis |
Im Jahre 1879 wurde der BolÃvar offiziell in Venezuela eingeführt. Er ersetzte den davor gültigen Venezolano im Verhältnis 1 Venezolano = 5 BolÃvar. Gemäß den Prinzipien der Lateinischen Münzunion, denen der BolÃvar damals folgte, entsprach er 4,5 Gramm Feinsilber. 1887 wurde der Gold-BolÃvar als gesetzliche Währung eingeführt. 1910 wurde er alleiniges Zahlungsmittel. Im Jahre 1930 nahm man vom Goldstandard Abstand. In der Folgezeit galt der BolÃvar als die stabilste und international anerkannte Währung der Region. Dies endete am 18. Februar 1983 mit dem heute sogenannten Schwarzen Freitag. Seit dem befindet sich der BolÃvar in einem Prozess der ständigen Abwertung. Nach einem Streik der Ölarbeiter im Jahre 2003 führte die Regierung von Hugo Chávez Kapitalkontrollen ein. Der BolÃvar konnte nicht mehr frei in andere Währungen, wie den US-Dollar, getauscht werden, woraufhin sich ein unregulierter Handel zwischen dem US-Dollar und dem BolÃvar entwickelte.[1]
Am 1. Januar 2008 bekam der BolÃvar einen neuen Namen, BolÃvar Fuerte. Gegenüber dem alten Nominalwert wurden drei Nullen gestrichen. Das Umtauschverhältnis betrug also 1000 Bs zu 1 BsF. Während der Umtauschphase von einem Jahr waren beide Währungen parallel gültiges Zahlungsmittel in Venezuela. Der bestehende feste Wechselkurs zum US-Dollar, seit 2005 gültig, wurde beibehalten und betrug 2,15 BsF zu 1 USD.[2] Ziel der Regierung war es, die Inflation einzudämmen und das Vertrauen in die Währung wieder herzustellen.
Mit Wirkung vom 11. Januar 2010 musste die venezolanische Regierung eine weitere Abwertung vornehmen. Aufgrund der beständig hohen Inflationsrate von jährlich 25 bis 30 Prozent hatte sich der Schwarzmarktkurs zu weit vom offiziellen Tauschkurs entfernt. Es wurde eine zweigeteilte Wechselkursrate eingeführt: Der günstigere Kurs von 2,60 BsF zu 1 USD, was einer Abwertung um 17 Prozent entspricht, gilt seitdem für „priorisierte Importe“, wie zum Beispiel Lebensmittel, für staatliche Behörden und sogenannte Remesas, Überweisungen von im Ausland lebenden Familienangehörigen an ihre Angehörigen in Venezuela. Der allgemeingültige Wechselkurs wurde jedoch um 50 Prozent auf 4,30 BolÃvares je Dollar abgewertet.[3] Im unregulierten Markt, also dem Schwarzmarkt, betrug der Wechselkurs zu diesem Zeitpunkt um die 6,25 BsF pro Dollar.[1] Viele Volkswirte hielten die Abwertung für überfällig, da der BolÃvar extrem stark überbewertet gewesen sei. Die Inflation in Venezuela war rund 25-mal so hoch, wie in den USA. Immer mehr Kapital floss in andere Währungen ab.[4]
Der venezolanischen Regierung erlaubte die Abwertung eine Verringerung des Haushaltsdefizits. Die Bevölkerung reagierte mit Hamsterkäufen.[4] Ökonomen kritisieren jedoch, dass das zweigeteilte Wechselkurssystem in Lateinamerika schon in den 1980er Jahren nicht funktioniert habe. Es eröffne neue Wege der Korruption. Man könne sehr einfach über die verschiedenen Wechselkurse dem System Geld entziehen. Die venezolanische Opposition erinnerte an den Schwarzen Freitag Venezuelas von 1983.[1] Damals wurde ebenfalls ein mehrstufiges Wechselkurssystem eingeführt, welches Chávez als „korrupt“ bezeichnete. Damals seien 60 Milliarden Dollar Kapital abgeflossen.[4]
Am 9. Juni 2010 wurde ein weiterer Parallelmarkt, das sogenannte System für Transaktionen mit Titeln in ausländischer Währung (Sistema de Transacciones con TÃtulos en Moneda Extranjera – SITME) eingeführt.[5] Firmen, die auf Grund Devisenmangels nicht zum offiziellen Wechselkurs einkaufen können, können sich auf diesem Markt mit bis zu 50.000 US-Dollar täglich bedienen.[6]
Zum 1. Januar 2011 erfolgte eine erneute Abwertung des BolÃvar. Der vergünstigte Wechselkurs für wichtige Güter wie Lebensmittel oder Medikamente wurde gestrichen und dem allgemeinen Wechselkurs von 4,30 BolÃvares je Dollar angepasst, was eine Abwertung um 65 Prozent für diese Importgüter bedeutet.[7] Der SITME-Kurs blieb bestehen. In Venezuela besteht für diese Güter eine hohe Importabhängigkeit, sodass ein starker Einfluss auf die Verbraucherpreise und damit auf die Inflation erwartet wird. Im Jahre 2010 betrug die Inflationsrate in Venezuela 27,2 Prozent respektive 25,1 Prozent für 2009.[8]
Da der Tausch von venezolanischen BolÃvares in konvertible Währungen stark reglementiert ist, entwickelte sich hierfür ein Schwarzmarkt. Dort musste man zum Ende des Jahres 2010 mit 8,40 BolÃvares rund doppelt soviel für einen US-Dollar investieren, als es dem offiziellen Wechselkurs entsprach.[5][6]
Münzen des BolÃvar Fuerte:
| Nennwert | Material | Rand | Design Vorderseite | Design Rückseite | Spitzname | Bild |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 Céntimo | Kupfer | glatt | Nennwert der Münze, die 8 Sterne und einige Wellen, welche die Streifen auf der Nationalflagge repräsentieren | Staatswappen und Ausgabeland | Céntavo | |
| 5 Céntimos | Kupfer | glatt | Nennwert der Münze, die 8 Sterne und einige Wellen, welche die Streifen auf der Nationalflagge repräsentieren | Staatswappen und Ausgabeland | Puya | |
| 10 Céntimos | Nickel | glatt | Nennwert der Münze, die 8 Sterne und einige Wellen, welche die Streifen auf der Nationalflagge repräsentieren | Staatswappen und Ausgabeland | Mocha | |
| 12½ Céntimos | Nickel | glatt | Nennwert der Münze, die 8 Sterne der Nationalflagge und zwei Palmen | Staatswappen und Ausgabeland | Locha | |
| 25 Céntimos | Nickel | glatt | Nennwert der Münze, die 8 Sterne und einige Wellen, welche die Streifen auf der Nationalflagge repräsentieren | Staatswappen und Ausgabeland | Medio | |
| 50 Céntimos | Nickel | glatt | Nennwert der Münze, die 8 Sterne und einige Wellen, welche die Streifen auf der Nationalflagge repräsentieren | Staatswappen und Ausgabeland | Real | |
| 1 BolÃvar | Ring: Messing Kern: Nickel | glatt | Porträt des Befreiers | Nennwert der Münze, die 8 Sterne, das Staatswappen und einige Wellen, welche die Streifen auf der Nationalflagge repräsentieren | BolÃvar |
Geldscheine des BolÃvar Fuerte, die 2008 in den Umlauf gekommen sind:
| Nennwert | Abbild | Farbe | Bild Vorderseite | Bild Rückseite |
|---|---|---|---|---|
| 2 BsF | Francisco de Miranda | Blau | ||
| 5 BsF | Pedro Camejo | Orange | ||
| 10 BsF | Cacique Guaicaipuro | Orange und Blau | ||
| 20 BsF | Luisa Cáceres de Arismendi | Rosa | ||
| 50 BsF | Simón RodrÃguez | Grün | ||
| 100 BsF | Simón BolÃvar | Braun und Gelb |
Nordamerika: Bermuda-Dollar | Dänische Krone (Grönland) | Euro (St. Pierre und Miquelon) | Kanadischer Dollar | Mexikanischer Peso | US-Dollar
Mittelamerika: Belize-Dollar | Costa-Rica-Colón | Guatemaltekischer Quetzal | Honduranischer Lempira | Nicaraguanischer Córdoba | Panamaischer Balboa | US-Dollar (El Salvador)
Karibik: Antillen-Gulden (Curaçao, Sint Maarten) | Aruba-Florin | Bahama-Dollar | Barbados-Dollar | Dominikanischer Peso | Euro (Guadeloupe, Martinique) | Haitianische Gourde | Jamaika-Dollar | Kaiman-Dollar | Kubanischer Peso | Kubanischer Peso convertible | Ostkaribischer Dollar | Trinidad-und-Tobago-Dollar | US-Dollar (Amerikanische Jungferninseln, Bonaire, Britische Jungferninseln, Puerto Rico, Saba, Sint Eustatius, Turks- und Caicosinseln)
Südamerika: Argentinischer Peso | Bolivianischer Boliviano | Brasilianischer Real | Chilenischer Peso | Euro (Französisch-Guayana) | Falkland-Pfund | Guyana-Dollar | Kolumbianischer Peso | Paraguayischer Guaranà | Peruanischer Nuevo Sol | Suriname-Dollar | US-Dollar (Ecuador) | Uruguayischer Peso | Venezolanischer BolÃvar