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| Verdun | ||
|---|---|---|
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| Region | Lothringen | |
| Département | Meuse | |
| Arrondissement | Verdun (Unterpräfektur) | |
| Kanton | Hauptort von 3 Kantonen | |
| Gemeindeverband | Communauté de communes de Verdun | |
| Koordinaten | 49° 10′ N, 5° 23′ O49.15972222225.38277777778217Koordinaten: 49° 10′ N, 5° 23′ O | |
| Höhe | 217 m (194–330 m) | |
| Fläche | 31,03 km² | |
| Einwohner | 18.557 (1. Jan. 2009) | |
| Bevölkerungsdichte | 598 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 55100 | |
| INSEE-Code | 55545 | |
| Website | http://www.verdun.fr/ | |
Verdun [vɛʁˈdœ̃] (deutsch mittelalterlich Wirten, zeitweise auch deutsch Verden (Maas)) ist eine Stadt an der Maas (frz.: Meuse) im Nordosten Frankreichs mit 18.557 Einwohnern (1. Januar 2009). Verdun ist Sitz einer Sous-Préfecture im Département Meuse (55) und gehört zur Region Lothringen (frz. Lorraine).
Inhaltsverzeichnis |
Paris ist 260 Kilometer von Verdun entfernt, Metz 80 Kilometer, Nancy 90 Kilometer. Die Stadt wird auch vom Schifffahrtskanal Canal de la Meuse (früher: Canal de l’Est, branche Nord) erschlossen, der durch die kanalisierte Maas gebildet wird. Die Umgebung von Verdun war Schauplatz der Schlacht um Verdun im Ersten Weltkrieg.
Verdun, lateinisch Virodunum, ist seit dem 4. Jahrhundert Bischofssitz. Im Jahr 843 wurde durch den Vertrag von Verdun die Teilung des Frankenreichs beschlossen. Im frühen und auch noch im hohen Mittelalter war Verdun eine blühende Fernhandelsstadt, der Reichtum seiner Kaufleute war sprichwörtlich. Im frühen 11. Jahrhundert erlebte die Stadt einen außerordentlichen wirtschaftlichen Aufschwung. In dieser Zeit wurde Nikolaus von Verdun geboren, einer der berühmtesten Goldschmiede des Mittelalters. Spätestens im 13. Jahrhundert setzte ihr Niedergang ein. Die Klöster und Stifte, einst Motor der Urbanisierung, waren nunmehr zu Kräften des Beharrens geworden.
Verdun gehörte zu Lothringen und somit seit 925 zum Ostfrankenreich, aus dem das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hervorging. Als Freie Reichsstadt fiel es aber 1552 durch den Vertrag von Chambord mit den Trois-Évêchés als Protektorat und 1648, durch den Westfälischen Frieden, endgültig an Frankreich. Im Vertrag von Chambord steht, dass die Bewohner von Verdun „nicht deutscher Sprache” waren und die Stadt wurde von den in Opposition zum römisch-deutschen Kaiser stehenden protestantischen Fürsten dem französischen König überlassen, um dessen Unterstützung im Kampf gegen den Kaiser zu erhalten.
1552 beauftragte Generalmajor François de Scépeaux, comte de Durtal den Sieur de Saint-Rémy mit der Befestigung von Verdun. Der Ausbau ging im 17. Jahrhundert weiter. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde auf französischer Seite entlang der neuen Grenze durch Séré de Rivières die Barrière de fer bedeutend ausgebaut. Festungsanlagen auf den Anhöhen um Verdun modernisierte und erweiterte man nochmals um die Jahrhundertwende. Als sich das europäische Wettrüsten im Vorfeld des Ersten Weltkrieges weiter zuspitzte, wurden die Anlagen abermals modernisiert, teilweise gänzlich umgebaut und auch neue Verteidigungslinien mit Ouvrages angelegt. In der letzten Ausbaustufe war Verdun dann von 39 mehr oder weniger großen Forts und Ouvrages umgeben, verbunden durch ein dichtes Netz von Infanteriebunkern, Artilleriestellungen und Maschinengewehr-Posten (u. a. Casematte Pamard). Der Kampf zwischen Franzosen und Deutschen im Ersten Weltkrieg um die Anhöhen der Stadt wurde zu einer der blutigsten Schlachten des Krieges.
Die Schlacht um Verdun dauerte vom Februar bis zum Dezember 1916. Sie ging auf einen Plan des deutschen Generalstabschefs Erich von Falkenhayn zurück. Der massive Angriff auf den Angelpunkt der französischen Verteidigung sollte den Gegner binden und damit andere Frontabschnitte entlasten. Falkenhayn beabsichtigte ein „Ausbluten“ der französischen Armee. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass die Festung Verdun schwerer einzunehmen war als gedacht. Der deutsche Vorstoß kam auf dem rechten Maasufer im Trichterfeld zwischen der zerstörten Ortschaft Fleury, der Feste Souville und der Souvillenase zum Stehen. Im erbitterten Kampf brachten beide Seiten schwere Opfer. Die Stadt Verdun erlitt schwere Zerstörungen, einige Dörfer im Umland wurden gleichsam zerstört. Von Bar-le-Duc kam der französische Nachschub über die bald als „la Voie Sacrée“ bekannte Straße. Sie blieb in französischer Hand. Denn auch die deutsche Offensive auf dem linken Maasufer brachte keinen Erfolg. 170.000 französische und 150.000 deutsche Soldaten kamen während der knapp ein Jahr währenden Schlacht ums Leben. Verdun wurde so zum Sinnbild der Schrecken des modernen Krieges, in dem die Soldaten zu „Menschenmaterial“ degradiert werden.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 |
| Einwohner | 21.982 | 22.013 | 23.621 | 21.516 | 20.753 | 19.624 | 19.147 |
Heute lebt die Stadt vor allem vom Dienstleistungssektor: Fremdenverkehr, Verwaltung und Bistum. Hauptsehenswürdigkeiten sind neben den Soldatenfriedhöfen und Museen der Umgebung das ehemalige Schlachtfeld, das jüngst renovierte Stadtzentrum mit dem Kai an der Maas sowie die Kathedrale mit dem Weltfriedenszentrum im Bischofspalast.
Jeden Sommer stellt das Schauspiel Des Flammes à la Lumière (Von den Flammen zum Licht) Ereignisse der Schlacht um Verdun im Ersten Weltkrieg dar. Es wird vom Verband Connaissance de la Meuse organisiert und empfängt jedes Jahr Tausende Zuschauer. Über Kopfhörer sind simultane Übersetzungen in Englisch und Deutsch verfügbar.[1]
Die Dragées de Verdun enthielten bis zum 18. Jahrhundert Aniskörner. Das Anis wurde danach durch Mandeln ersetzt.[2] In Frankreich werden Dragées dieser Art zu Taufen und Hochzeiten verschenkt.[3]
Ambly-sur-Meuse | Belrupt-en-Verdunois | Dieue-sur-Meuse | Génicourt-sur-Meuse | Haudainville | Rupt-en-Woëvre | Sommedieue | Verdun (teilweise)