Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Verkehr in Nordrhein-Westfalen

Charakteristisch für den Verkehr in Nordrhein-Westfalen ist die Vielzahl von Verkehrsträgern und Transportmitteln und die damit erbrachte hohe Transportleistung in Nordrhein-Westfalen. Außer Seehäfen sind in Nordrhein-Westfalen fast alle Ausprägungen moderner Verkehrsinfrastruktur vertreten. Durch die zentrale Lage des Landes im wichtigsten europäischen Wirtschaftsraum, seine hohe Bevölkerungsdichte und seine Industriereviere an Rhein und Ruhr zählt Nordrhein-Westfalen zu den am dichtesten erschlossenen Räumen Europas.

Inhaltsverzeichnis

Straßen

Die A 1 bei Wuppertal-Ronsdorf im Blombachtal

Insbesondere die Ballungsräume an Rhein und Ruhr sind durch eines der dichtesten Straßennetze Europas erschlossen:

  • In Nord-Süd-Richtung verlaufen die Bundesautobahnen 1 (Puttgarden-Saarbrücken), 3 (Emmerich-Passau), 31 (Emden-Bottrop), 33 (Osnabrück-Bad Wünnenberg), 43 (Münster-Wuppertal), 45 (Dortmund-Seligenstadt), 57 (Kleve-Köln), 59 (Dinslaken-Bonn) und 61 (Kaldenkirchen-Hockenheim).
  • In Ost-West-Richtung verlaufen die Bundesautobahnen 2 (Oberhausen-Berlin), 4 (Aachen-Görlitz), 30 (Bad Oeynhausen-Bad Bentheim), 40 (Straelen-Dortmund), 42 (Kamp-Lintfort-Castrop-Rauxel), 44 (Aachen-Kassel), 46 (Heinsberg-Bestwig) und 52 (Elmpt-Marl).

Der historische „Ruhrschnellweg“, die heutige Bundesautobahn 40, (teilweise auch als B 1 geführt) ist für seinen Beinamen „Ruhrschleichweg“ bekannt, da er eine der Straßen mit dem bundesweit höchsten Verkehrsaufkommen und durch tägliche Verkehrsstaus geprägt ist. Die Bundesautobahn 445 (Hamm-Arnsberg) soll nach Endausbau des Teilstücks Hamm-Werl die A 2 mit der A 46 verbinden, der fertiggestellte Abschnitt führt von Werl nach Arnsberg.

Die Länge des vom Land betriebenen Straßennetzes beträgt etwa 20.000 Kilometer.[1] Davon sind rund 2.180 km Autobahnen, 5.000 km Bundesstraßen und 12.700 km Landesstraßen. Dazu kommen neben anderen kommunalen Straßen Kreisstraßen mit einer Gesamtlänge von rund 9.800 km.[2]

Schienen

Personenverkehr

Das statistisch gesehen sicherste Verkehrssystem des Landes ist die Wuppertaler Schwebebahn.

Wichtigste Knotenbahnhöfe (Bahnhofskategorie 1) des Schienenpersonenfernverkehrs sind Köln Hbf, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln-Deutz und Duisburg. Bahnhöfe der Kategorie 2 sind: Aachen, Altenbeken, Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf Flughafen, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm, Herford, Krefeld, Mönchengladbach, Münster, Oberhausen, Siegburg/Bonn, Solingen und Wuppertal. Dem Dortmunder Hauptbahnhof ist der große Abstellbahnhof Dortmund Bbf an der Strecke nach Hamm angeschlossen. Als wichtiger Schnittpunkt des Nord-Süd- und Ost-Westverkehrs Deutschlands enden und beginnen viele Fernverkehrszüge in Dortmund.

Die Grundlage für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Nordrhein-Westfalen bildet ein Integraler Taktfahrplan (ITF), der in Abstimmung mit den Verkehrsverbünden in Nordrhein-Westfalen, den Aufgabenträgern für den SPNV, entwickelt wurde. Nordrhein-Westfalen verfügt über drei zeitlich und räumlich aufeinander abgestimmte Zuggattungen für den SPNV:

2006 begannen die Planungen für den Rhein-Ruhr-Express (RRX). Dieser soll auf der Stammstrecke zwischen Köln und Dortmund die größten Städte Nordrhein-Westfalens verbinden und im 15 Minuten-Takt verkehren. Seit der Regionalisierung des SPNV gehört neben der Planung und Ausgestaltung der Verkehrsangebote die Bestellung der jeweiligen Linien zur Aufgabe der nordrhein-westfälischen Zweckverbände (siehe auch: Kooperationsraum). In Nordrhein-Westfalen bestehen derzeit flächendeckend mit allen Eisenbahnverkehrsunternehmen Verkehrsverträge mit unterschiedlichen Laufzeiten. Neun Eisenbahnverkehrsunternehmen teilen sich den Betrieb auf den Nahverkehrsstrecken. Die tariflichen Barrieren zwischen den z.Zt. acht Verkehrsverbünden und -gemeinschaften wurden durch den NRW-Tarif abgebaut. Vorgesehen ist eine Reduzierung der Verkehrsbereiche auf drei; heute gibt es dementsprechend bereits drei Zweckverbände (Rheinland, Rhein-Ruhr, Westfalen).

Siehe auch: Liste der SPNV-Linien in Nordrhein-Westfalen • Liste der Personenbahnhöfe in Nordrhein-Westfalen • IC-Linien • ICE-Linien

Güterverkehr

Im Bereich des Güterverkehrs zählt der Bahnhof Hagen-Vorhalle zu den größten Rangierbahnhöfen in Deutschland. Der Bahnhof Köln Eifeltor ist (2005) Deutschlands größter Containerumschlagbahnhof für den kombinierten Frachtverkehr Schiene/Straße.

Flughäfen

Flughäfen und Landeplätze in Nordrhein-Westfalen

Das wichtigste interkontinentale und nicht nur landesweit bedeutende Drehkreuz ist der Großflughafen Düsseldorf International. Er ist den Passagierzahlen nach der drittgrößte Flughafen Deutschlands, von hier starten jährlich 18 Millionen Menschen mit 75 verschiedenen Fluggesellschaften zu weltweit 175 Zielen in 62 Ländern. Hauptsächlich kontinentale Flüge starten vom Flughafen Köln/Bonn, der auch einer der wichtigsten Frachtflughäfen Deutschlands ist. Weitere Flughäfen mit internationalen Verbindungen existieren in Dortmund mit dem Flughafen Dortmund, am Niederrhein in Weeze (Airport Weeze), in Greven mit dem Flughafen Münster/Osnabrück und in Büren mit dem Flughafen Paderborn/Lippstadt. Aachen ist an dem auf niederländischem Boden liegenden Flughafen Maastricht Aachen Airport beteiligt. Daneben gibt es noch kleinere und Regionalflughäfen, darunter den Verkehrslandeplatz Mönchengladbach, den Flughafen Essen/Mülheim, den Siegerlandflughafen bei Siegen und den Flugplatz Merzbrück bei Aachen.

Wasserstraßen und Häfen

Das bedeutendste Gewässer in verkehrstechnischer Hinsicht in Nordrhein-Westfalen ist der Rhein. In Teilen des Unterlaufs ist auch die Ruhr schiffbar und spielte als Transportweg für die Montanindustrie des nach ihr benannten Ruhrgebiets eine wichtige Rolle. Durchgängig schiffbar ist auch die Weser sowie in Teilen die Ems.

In Datteln kreuzen sich vier Kanäle, Rhein-Herne-Kanal, Wesel-Datteln-Kanal (WDK), Datteln-Hamm-Kanal und Dortmund-Ems-Kanal, die damit den größten europäischen Knotenpunkt für die Binnenschifffahrt bilden. Eine Sehenswürdigkeit ist das Schiffshebewerk Henrichenburg. Der Ruhrschifffahrtskanal verbindet außerdem den Rhein (Duisburger Hafen) mit dem Mülheimer Rhein-Ruhr-Hafen. Über die genannten Schifffahrtskanäle und den im nördlichen Nordrhein-Westfalen verlaufenden Mittellandkanal werden der Rhein, die Weser und in Verlängerung die noch weiter östlich gelegenen Wasserstraßen miteinander verbunden. Sowohl der größte Binnenhafen als auch der größte Kanalhafen Europas befinden sich im Ruhrgebiet. Der Duisburger Hafen „duisport“, der vom Rhein, von der Ruhr und vom Rhein-Herne-Kanal zu erreichen ist, gilt als Verkehrsdrehscheibe der deutschen Binnenschifffahrt. Er hat zusammen mit den privaten Werkshäfen einen jährlichen Umschlag von mehr als 100 Mio. Tonnen. Im Gegensatz dazu hat der Dortmunder Kanalhafen trotz seiner Größe in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Rückgang der Stahlerzeugung erheblich an Bedeutung verloren. Der modernste Hafen entsteht zur Zeit am Wasserstraßenkreuz Minden mit dem RegioPort Weser.

Radwege

→ Hauptartikel: Radverkehrsnetz NRW

Das landesweite Radverkehrsnetz hat eine Gesamtlänge von ca. 13.800 km auf und ist weitgehend einheitlich beschildert. Das Radverkehrsnetz ist inhaltlich in fast 50 Themenrouten gegliedert. Daran anknüpfend ergänzen die kommunalen Radverkehrsnetze diese landesweite Radweginfrastruktur. Einige Kommunen sind dazu in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen organisiert. Münster ist die inoffizielle Fahrradhauptstadt von Deutschland.

Siehe auch

Weblinks

Anmerkungen

51.47833333337.555Koordinaten: 51° N, 8° O

Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.