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Verschulung

Verschulung bezeichnet die Implementierung schulischer Charakteristika in nichtschulische Bildungsgänge. Dies kann sich sowohl auf die vorschulische Phase[1] als auch auf die nachschulische Phase[2] beziehen. In der letztgenannten Bedeutung wurde der Begriff nach Angaben von Jean Louis Kirsch[3] durch Antoine Prost geprägt.[4]

Der Begriff Verschulung wird meist negativ verwendet. Im Hochschulbereich werden damit folgende Punkte verbunden:

  • vorgegebene Curricula ohne Wahlmöglichkeiten
  • Anwesenheitspflicht bei Lehrveranstaltungen
  • Reduktion des Studiums auf Wissensvermittlung und Wissensabfrage

Das Phänomen der Verschulung wird oft im Kontext des Bologna-Prozesses diskutiert.[5] Zum Teil waren naturwissenschaftliche Studiengänge in der DDR jedoch stärker verschult als heutige modularisierte Studiengänge im wiedervereinigten Deutschland.[6]

Quellen

  1. B. Hauser: Bildung 4-bis 8-jähriger Kinder, 2005.
  2. Ulrike Neuhoff: Akademische Freiheiten im Korsett eines verschulten Studienbetriebs — Das Studium für Polizeivollzugsbeamte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. VS Verlag für Sozialwissenschaften. 2008, ISBN 978-3-531-15890-7 (Print), ISBN 978-3-531-91116-8 (online)
  3. Jean Louis Kirsch: Zertifikate und Standards für die berufliche Bildung – geeignete Instrumente politischer Steuerung? Länderstudie Frankreich.
  4. Antoine Prost: L’École et la Famille dans une société en mutation (1930-1980). Tome IV de : Histoire générale de l’Enseignement et de l’Éducation en France publié sous la direction de Louis-Henri PARIAS. Nouvelle Librairie de France, Paris, 1981.
  5. Kathrin Balmer: Der Bologna-Prozess – Das Wichtigste in Kürze. 2008
  6. Günther Heydemann: Die Innenpolitik der DDR
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