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46.619710.8605Koordinaten: 46° 37′ 10,9″ N, 10° 51′ 37,8″ O
| Meran–Mals
<tr><td valign="top" colspan="2"> Ein Stadler GTW im Endbahnhof Mals </td></tr><tr><td valign="top" colspan="2"></td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>60,40 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>1435 mm (Normalspur)</td></tr><tr><td valign="top">Maximale Neigung:</td><td> 29 ‰</td></tr><tr><td valign="top">Minimaler Radius:</td><td>200 m</td></tr><tr><td valign="top">Höchstgeschwindigkeit:</td><td>100 km/h</td></tr>
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Die Vinschgaubahn (auch: Vinschgerbahn, ital. Ferrovia della Val Venosta) ist eine normalspurige Nebenbahn in Südtirol (Italien), die ursprünglich durch das private Eisenbahnverkehrsunternehmen Actiengesellschaft „Vinschgaubahn“ [1] erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft durch den Vinschgau entlang der Etsch von Meran nach Mals. Ursprünglich war sie als Teilstück einer Alpentransversale westlich des Brenners geplant.
Inhaltsverzeichnis |
Die Vinschgaubahn wurde am 7. Juli 1903 als staatlich garantierte normalspurige österreichische private Lokalbahn konzessioniert[1] und am 1. Juli 1906 gleichzeitig mit dem neuen Bahnhof in Meran der seit 1881 bestehenden Lokalbahn Bozen-Meraner Bahn in Betrieb genommen. [2] Den Betrieb führten die k.k. österreichischen Staatsbahnen kkStB.
Ursprünglich war die Weiterführung der Eisenbahnstrecke als Reschenbahn über den Reschenpass ins Inntal und weiter bis zum Bahnhof Landeck an der Arlbergbahn vorgesehen gewesen. [3] Die Teilung Tirols nach dem Ersten Weltkrieg verhinderte die Verwirklichung dieses Projekts, wenn auch vereinzelte Bautätigkeiten im Raum Landeck bereits durchgeführt waren. Eine Verknüpfung mit der Rhätischen Bahn sollte mit dem Projekt der Ofenbergbahn in Mals und mit einer Verlängerung der 1913 eröffneten Unterengadiner Strecke vom Bahnhof Scuol-Tarasp über Martina bis Nauders oder Pfunds verwirklicht werden[4]. Der Erste Weltkrieg verbannte auch diese Pläne in die Archivschränke.
Nach dem für Österreich-Ungarn verlorenen Ersten Weltkrieg wurde Südtirol im November 1918 von Italien besetzt und auf Grund des Vertrages von St. Germain 1920 annektiert. Der Betrieb wurde daher ab 1918 von den Italienischen Staatsbahnen FS übernommen. Für die nächsten 60 Jahre wurde von der FS nur wenig in die Infrastruktur der Bahn investiert, wenn auch in Mals ein Gleisfünfeck gebaut wurde, das speziell zum Wenden von Dampflokomotiven mit Schlepptender dient. Immer wieder wurden Gerüchte über eine Stilllegung laut, bereits seit 1961 stand dieses Thema zur Debatte. Im Jahr 1985 keimte Hoffnung auf eine Modernisierung auf, als an einzelnen Abschnitten Tunnelsicherungen und Streckenerneuerungen vorgenommen wurden, so beispielsweise zwischen Tschars und Kastelbell. Auf der anderen Seite wurde aber auf weiten Streckenteilen noch die Erstausstattung der Bahn aus dem Jahr 1905 genutzt. Die Elektrifizierung der Strecke Bozen–Meran im Jahr 1934 machte die Vinschgaubahn zum kostenaufwändigen Inselbetrieb. Der Güterverkehr hatte seit der Entscheidung der Vinschgauer Obstgenossenschaften, die Obsttransporte auf die Straße zu verlagern, kaum noch eine Rolle gespielt. Die Bahn wies ein immer höheres Betriebsdefizit auf. Die italienischen Staatsbahnen waren fest entschlossen, ihre Strukturen zu verschlanken und defizitäre Infrastrukturen insbesondere in der Peripherie abzubauen. Im Jahr 1987 wurde die Vinschgaubahn von den Italienischen Staatsbahnen als ramo secco „dürrer Ast“ eingestuft und zur Gesamtstilllegung vorgesehen.Diese Zeit war gekennzeichnet von demonstrativem Desinteresse der Italienischen Staatsbahnen an der Strecke: Ende der 1980er Jahre wurde jeweils in den (touristisch stark frequentierten) Sommermonaten die Bahn durch Omnibusse ersetzt, die eigens aus der Lombardei gemietet wurden, angeblich zur Gewährung von Ferien an das Personal oder zur Durchführung von Tunnelsicherungsarbeiten. In den letzten Jahren unter den Staatsbahnen bestand der Fahrplan aus nur noch drei werktäglichen Zugpaaren. Am 9. Juni 1990 rollte dann der letzte planmäßige Zug durch den Vinschgau, bevor die Strecke stillgelegt wurde.
Den Personenverkehr übernahmen Regionalbusse des Südtiroler Automobildienstes SAD. Die Unzufriedenheit der lokalen Bevölkerung, aber auch der Touristen mit der Zunahme des Straßenverkehrs im Vinschgau ließ jedoch die Stimmen, die nach einer Wiederinbetriebnahme der Bahn riefen, nie ganz verstummen.
1999 ging die Bahnstrecke in den Besitz des Landes Südtirol über, in den Jahren 2000 bis 2004 wurde sie unter der Führung der STA Südtiroler Transportstrukturen AG im Auftrag des Landes generalsaniert. Obwohl der Oberbau der Strecke auf voller Länge erneuert werden musste, erwies es sich als vorteilhaft, dass die Gleisanlagen in den Jahren zuvor nicht abgetragen worden waren. Einerseits waren noch keine Grundstücke anderen Verwendungen wie dem Straßenbau zugeführt worden, andererseits war die Bahn nie ganz aus dem Bewusstsein der Bevölkerung verschwunden. Außerdem wurden die historischen Bahnhofs- und Haltestellengebäude originalgetreu restauriert und, wo notwendig, durch neue Bauwerke in einheitlichem modernem Design ergänzt. Ebenfalls erhalten blieb der Wendestern im Bahnhof Mals, der ein Wenden z. B. von Schlepptenderlokomotiven ermöglicht. An mehreren Bahnhöfen der Bahnstrecke wurden Fahrrad-Verleihstationen eingerichtet.
Am 12. April 2010 ereignete sich auf dem Streckenabschnitt zwischen Latsch und Kastelbell, der in einer Schlucht gelegen ist, ein schweres Unglück. Eine ca. 15 Meter breite und 30 Meter hohe Mure erfasste um 9:02 Uhr den Regionalzug R108, der von Mals in Richtung Meran unterwegs war. Die Schlamm- und Geröllmassen rissen das vordere Segment des Gelenktriebwagens ATR 100-007 aus den Schienen, woraufhin das gesamte Fahrzeug entgleiste. Lediglich einige Bäume am Flussufer verhinderten ein Abstürzen des Triebwagens in die Etsch. Ein Zug, der in die entgegengesetzte Richtung fuhr, hatte die Stelle nur wenige Minuten zuvor problemlos passiert.[5][6] Auslöser des Unglücks war ein defektes Ventil an der Beregnungsanlage einer Obstwiese oberhalb der Unglücksstelle. Dadurch drangen große Mengen Wasser in den Hang ein, die diesen schließlich in Bewegung setzten.[7]
Bei dem Unfall wurden 9 Menschen getötet; alle 28 weiteren Personen, die sich im Zug befanden, wurden verletzt, 7 davon schwer. Damit handelte es sich um das schwerste Zugunglück in der Geschichte Südtirols. Am 2. Juni 2010 nahm die Bahn den fahrplanmäßigen Betrieb wieder auf.[8]
Der Personenverkehr ist nach Abschluss der Sanierung unter Betriebsführung der SAD Nahverkehr AG (Verkehr) und der SBA (Südtiroler Bahnanlagen GmbH – Infrastruktur) am 5. Mai 2005 wieder aufgenommen worden, dabei werden acht neue Niederflur-Triebwagen mit Dieselantrieb der Bauart Stadler GTW eingesetzt. Das Betriebskonzept wurde vom Ingenieurbüro Willi Hüsler, Zürich erarbeitet. Die Wiedereinführung des Güterverkehrs ist jedoch vorläufig nicht vorgesehen.
Ab der Eröffnung verkehrte die Bahn im Stundentakt bei vorerst unveränderten Busfahrplänen im Vinschgau. Während dieser als Probebetrieb bezeichneten Phase wollte man Erfahrungen im Betrieb sammeln und allfälliges Verbesserungspotential erkennen. Seit Herbst 2005 verkehren zusätzlich Eilzüge, die bis/ab Kastelbell nur in den größeren Orten halten. Damit wird zu den Hauptverkehrszeiten ein Halbstundentakt erreicht. Mitte Dezember 2006 wurden einige Züge bis nach Bozen durchgebunden, was insbesondere für die Berufspendler von großem Vorteil war. Im Fahrplanjahr 2009 wurden diese Verbindungen gestrichen, seit dem Fahrplanwechsel 2009/2010 gibt es sie wieder. Mit dem Fahrplan 2010/2011 wurden sie aber bereits wieder gestrichen.
Insbesondere in den Sommermonaten sind die Züge oftmals überlastet. Für den stark nachgefragten Fahrradtransport reichen die Kapazitäten oft nicht aus, so dass Radfahrer an den Unterwegsbahnhöfen nicht oder nur selektiv als Nutzer der „EventCard“ mitgenommen werden.
Eisenbahnen (Normalspur) in Betrieb: Innsbruck–Verona | Bozen–Meran | Meran–Mals | Franzensfeste–Innichen
Eisenbahnen (Normalspur, eingestellt): Bruneck–Sand in Taufers | Bozen–Kaltern
Eisenbahnen (Schmalspur) in Betrieb: Trient–Malè | Maria Himmelfahrt–Klobenstein
Eisenbahnen (Schmalspur, eingestellt): Toblach–Calalzo | Auer–Predazzo | Klausen–Plan | Lana–Meran | Straßenbahn Bozen | Straßenbahn Meran | Dermulo–Mendel
Zahnrad- und Standseilbahnen: Bozen–Maria Himmelfahrt | Virgl | Guntschna | Mendel | Laas | St. Christina | St. Ulrich in Gröden | Schneeberg