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Virgeln nennt man die Schrägstriche, die früher zur Untergliederung von Sätzen verwendet wurden und die heute in dieser Funktion durch Kommata ersetzt sind, was bis heute im Französischen und Italienischen anklingt (virgule / virgola = „Komma“). Der Gebrauch von Virgeln beschränkte sich dabei auf in Fraktur gesetzte Texte. Selbst in diesen wurde im selben Moment darauf geachtet, dass hinter einem in Antiqua gesetzten Wort (etwa einem französischen Lehnwort, das traditionell nicht in Fraktur, sondern in Antiqua gesetzt wurde) ein Komma und keine Virgel erschien.
Im Lauf des 18. Jahrhunderts verkürzten die meisten deutschsprachigen Drucker – sie allein verabschiedeten sich auf der europäischen Landkarte bis 1941 nicht von der Fraktur – die Virgeln auf die Länge von Kommata.
Virgeln verwendet man heute noch, wenn man Gedichtzeilen in einem Fließtext wiedergibt, um den Wechsel der Verszeilen anzuzeigen. Außerdem werden sie in Gesangbüchern verwendet, um Pausen oder auf einen Atem gesungene Abschnitte zu bezeichnen.