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| Voyager 1 | |||||||||||||||||||||||||
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| NSSDC ID | 1977-084A | ||||||||||||||||||||||||
| Missionsziel | Untersuchung der Planeten Saturn und Jupiter, sowie deren Monde | ||||||||||||||||||||||||
| Auftraggeber | | ||||||||||||||||||||||||
| Aufbau | |||||||||||||||||||||||||
| TrÀgerrakete | Titan-IIIE-Centaur | ||||||||||||||||||||||||
| Startmasse | 825,50 kg | ||||||||||||||||||||||||
| Instrumente | CRS, ISS, IRIS, LECP, PPS, PLS, PWS, PRA, RSS, MAG, UVS | ||||||||||||||||||||||||
| Verlauf der Mission | |||||||||||||||||||||||||
| Startdatum | 5. September 1977 | ||||||||||||||||||||||||
| Startrampe | Cape Canaveral AFS Launch Complex 41 | ||||||||||||||||||||||||
| Enddatum | voraussichtlich 2025 | ||||||||||||||||||||||||
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Voyager 1 ist eine Raumsonde der NASA zur Erforschung des Ă€uĂeren Planetensystems. Sie wurde am 5. September 1977 vom Launch Complex 41 auf Cape Canaveral mit einer Titan-IIIE-Centaur-Rakete gestartet. Ihre identische Schwestersonde Voyager 2 startete bereits 16 Tage frĂŒher, wobei sie auf eine andere Flugbahn gebracht wurde.
Die Voyager-1-Sonde gilt als einer der gröĂten Erfolge der NASA und der Raumfahrt allgemein, da sie ihre geplante Lebenserwartung bereits weit ĂŒbertroffen hat und noch heute regelmĂ€Ăig Daten zur Erde sendet. AuĂerdem ist sie das am weitesten von der Erde entfernte von Menschen gebaute Objekt ĂŒberhaupt und wird diesen Status auf absehbare Zeit auch behalten. Die Entfernung von Voyager 1 zur Sonne betrĂ€gt (Stand Februar 2012) etwa 119 Astronomische Einheiten (AE), das entspricht etwa 17,9 Milliarden Kilometern, und nimmt jĂ€hrlich um mehr als 3,5 AE zu.[1] Von der Erde aus betrachtet befindet sich Voyager 1 im Sternbild SchlangentrĂ€ger.
Die Wurzeln des Voyager-Programms reichen bis in die Mitte der 1960er-Jahre zurĂŒck. Als erster wurde Michael Minovich vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) auf die Möglichkeit aufmerksam, dass die starke Gravitation von Jupiter genutzt werden kann, um Raumsonden zu beschleunigen (âSwing-byâ). Drei Jahre spĂ€ter berechnete Ingenieur Gary Flando, ebenfalls bei JPL, einige Flugbahnen fĂŒr Sonden, die die gĂŒnstigen Stellungen der Ă€uĂeren Planeten Ende der 1970er ausnutzen könnten. Auch hier sollte Jupiter als âSprungbrettâ dienen, um die Planeten Saturn, Uranus, Neptun und Pluto als Planetary Grand Tour in akzeptabler Zeit zu erreichen. Zwischen 1976 und 1978 waren somit folgende Routen möglich: JupiterâSaturnâUranusâNeptun, JupiterâSaturnâPluto und JupiterâUranusâNeptun. Diese Chance wollte sich die NASA nicht entgehen lassen.
Als das Voyager-Programm Ende der 1960er-Jahre begann, waren die Ziele und Mittel noch anders strukturiert. So sollten einige Sonden sehr groĂ werden und mittels der Saturn-V-TrĂ€gerrakete gestartet werden. Parallel liefen BemĂŒhungen, eine Sondenfamilie fĂŒr die Erforschung der Ă€uĂeren Planeten zu entwickeln. Das Projekt lief unter dem Namen âThermoelectric Outer Planets Spacecraftâ (TOPS). Im Jahre 1969 stellte die NASA die âGrand Tour Suiteâ vor, die dann im âOuter Planets Grand Tour Projectâ (OPGTP) aufging, das den Einsatz von vier bis fĂŒnf Sonden vorsah, die wiederum auf dem TOPS-Konzept basieren sollten. Zwei Sonden sollten auf der Route JupiterâSaturnâPluto 1976 und 1977 starten, zwei weitere 1979 auf der Route JupiterâUranusâNeptun. Das Programm sollte insgesamt etwa 700 Mio. US-Dollar kosten.
Das OPGTP wurde Anfang der 1970er-Jahre gestrichen, da es teuer und zu ambitioniert gewesen sein soll. SchlieĂlich wurde der Bau der Voyager 1 und 2 beschlossen, was mehr eine Notlösung war. Da sie erst als Erweiterung der Mariner-Serie geplant waren, wurden sie erst als âMariner 11â und 12 bezeichnet. Diese Bezeichnung wurde spĂ€ter aufgrund der groĂen strukturellen Unterschiede der Sonden fallen gelassen. GegenĂŒber dem TOPS-Programm sollte die Lebensdauer strikt auf vier statt zehn Jahre begrenzt werden. Durch diese MaĂnahme sollten vor allem die Gesamtkosten (Bau und Missionsphase) auf etwa 250 Mio. US-Dollar begrenzt werden. Die Konstrukteure setzten sich im Geheimen ĂŒber diese Weisung hinweg und ĂŒbernahmen von den TOPS-EntwĂŒrfen viele bereits entwickelte Sicherheitssysteme und -konzepte. Am 1. Juli 1972 flossen die ersten Gelder, und das Programm konnte offiziell gestartet werden. Bis zum MĂ€rz 1975 war die Konzeptphase abgeschlossen, und der Bau der Sonden begann. Das JPL versuchte noch einmal, die NASA zur Finanzierung einer weiteren Sonde zu bewegen, was jedoch nie gelang. Wichtige Impulse fĂŒr den Bau flossen zudem aus den Erfahrungen der Pioneer-Sonden 10 und 11 ein, die die Art und IntensitĂ€t der Strahlung bei Jupiter maĂen und so eine entsprechende Anpassung der Voyager-Sonden erlaubten.
Die Voyager-Sonden hatten keinen besonderen Forschungsschwerpunkt, da es im Vorfeld erst wenige Erkenntnisse ĂŒber die Ă€uĂeren Planeten gab, die ausgebaut hĂ€tten werden können. Daher sind die Missionsziele relativ weit gefasst:
Die Voyager-Sonde besteht im Wesentlichen aus einer zentralen, ringförmigen Aluminium-Zelle, die im Querschnitt zehneckig ist und einen GroĂteil der Elektronik beherbergt. Sie ist 0,47 m hoch und hat einen Durchmesser von 1,78 m. Auf ihr ist eine Parabolantenne mit einem Durchmesser von 3,66 m angebracht. Der GroĂteil der wissenschaftlichen Instrumente ist an einem 2,5 m langen Ausleger installiert. Die zentrale Zelle ist um den Hydrazin-Tank herumgebaut und in zehn einzelne Abteile mit einer Breite von je 0,43 m aufgeteilt. Die Sonde wiegt insgesamt 825,5 kg, wovon 104,8 kg auf wissenschaftliche Instrumente entfallen.
Aufgrund der schnell wachsenden Distanz zur Sonne nach dem Start waren Solarzellen zur Energieversorgung generell nicht geeignet. Als Alternative wurden daher drei Radionuklidbatterien verbaut, die mit Hilfe von auf Silizium-Germanium basierenden Thermoelementen die durch die spontanen KernzerfĂ€lle verursachte WĂ€rme in elektrische Energie umwandeln können. Die Batterien sind daher je mit 4,5 kg des Isotops Plutonium-238 befĂŒllt, das eine Halbwertszeit von 87,7 Jahren hat und wĂ€hrend des Zerfalls α-Strahlen emittiert. Eine einzelne Batterie befindet sich in einem Beryllium-GehĂ€use, das 0,5 m lang ist, einen Durchmesser von 0,4 m hat und 39 kg wiegt. Zum Zeitpunkt des Starts standen 470 Watt bei einer Gleichspannung von 30 Volt zur VerfĂŒgung. Aufgrund des radioaktiven Zerfalls nimmt diese Leistung seit dem Start pro Jahr um 0,78 % ab. Da die Thermoelemente mit der Zeit ebenfalls verschleiĂen, liegt der reale Energieverlust bei etwa 1,38 % pro Jahr. Aus diesem Grund mĂŒssen immer mehr wissenschaftliche GerĂ€te und Funktionen abgeschaltet werden, um genug Energie fĂŒr die Kontroll- und Kommunikationssysteme bereitzustellen.
Die Batterien sind an einem Ausleger befestigt, damit die Bordelektronik und die wissenschaftlichen Experimente möglichst wenig durch Strahlung beeinflusst werden. Dies gilt insbesondere fĂŒr die Bremsstrahlung, die beim Eindringen der α-Teilchen in die Batterieummantelung entsteht und auch aufwĂ€ndige Abschirmungen bis zu einem gewissen Grad durchdringen kann.
Der GroĂteil der elektronischen Systeme ist in der zentralen Zelle untergebracht und basiert auf der Architektur der Pioneer-10- und -11-Sonden. Voyager 1 besitzt drei vollstĂ€ndig redundante Computersysteme, die fĂŒr die Kommunikation (Communication & Command System; CCS), die Ausrichtung sowie Bahnregelung (Altitude and Articulation Control System; AACS) und die Datenspeicherung (Flight Data Subsystem; FDS) zustĂ€ndig sind. Zum Strahlenschutz sind diese Komponenten durch eine HĂŒlle aus Tantal und Titan abgeschirmt.
Das CCS-Kommunikationssystem sollte erst komplett von den Viking-Sonden ĂŒbernommen werden, wobei dieses aufgrund des anspruchsvolleren Missionsprofils umfassend in der Leistung gesteigert wurde. So erreicht es bei einer Taktrate von 1,9 MHz eine Rechenleistung von 0,73 MIPS, was um das 64-Fache ĂŒber dem der Viking-Sonden liegt. Der frei aufteilbare Ringkernspeicher hat eine KapazitĂ€t von 4.000 Datenworten, die je 18 Bit lang sind. Zum ersten Mal wurde bei einer Sonde ein Built-in-self-test verbaut, der schwerwiegende Probleme erkennen soll: Verlust der EmpfĂ€nger fĂŒr Kommandos, Ausfall des Senders oder des Oszillators fĂŒr die TrĂ€gerwelle, Anomalien im AACS, Anomalien in der Hard- oder Software des CCS und ungewöhnliche Spannungs- oder Stromschwankungen.
Das AACS-Kontrollsystem wird aufgrund der sehr hohen Geschwindigkeiten beim Vorbeiflug fĂŒr die korrekte Ausrichtung der Sonde und der Instrumente benötigt. Es besitzt zwar denselben Ringkernspeicher wie das CCS, ist aber im Bereich der Rechenleistung 21-mal langsamer. Das AACS besitzt zwei Betriebsmodi: Einen Gyro-Modus fĂŒr die hochgenaue Ausrichtung der Instrumentenplattform bei VorbeiflĂŒgen und einen Sternenmodus zur astronomischen Navigation. Die Gyroskope weisen nach der Kalibrierung eine Abweichung von 0,05° pro Stunde auf. Im Sternenmodus kommt je ein Sonnen- und ein Sternsensor zum Einsatz, die an der Spitze der Parabolantenne angebracht sind. Der Sonnensensor ist ein Potentiometer auf Cadmiumsulfid-Basis und weist einen Messfehler von 0,01° auf. Bei dem Sternensensor handelt es sich um eine Photomultiplier-Röhre mit einem CĂ€sium-Detektor, der auf den Stern Canopus ausgerichtet ist. Beide Instrumente versuchen ihre Referenzobjekte in der Mitte ihres Sichtfeldes zu halten und aktivieren daher ab einer Abweichung von 0,05° die SchubdĂŒsen.
Aufgrund der hohen Datenrate war fĂŒr deren Bearbeitung ebenfalls ein eigenes Subsystem nötig, das FDS. Es verwendet statt des ĂŒblichen Ringkernspeichers der Viking-Sonden einen zur damaligen Zeit neuartigen CMOS-Speicher, der resistenter gegenĂŒber Spannungsschwankungen ist. Er ist mit 8.000 Datenworten KapazitĂ€t doppelt so groĂ wie die Ringkernspeichervariante und wurde daher bei komplexen Operationen vom CCS mitbenutzt. Durch den beim CMOS-Speicher möglichen DMA-Zugriff konnte auch die Belastung fĂŒr den Prozessor deutlich gesenkt werden, der eine Leistung von 0,08 MIPS besitzt. Beide FDS-Computer können parallel arbeiten, bei einem Ausfall kann es allerdings zu schwerwiegenden Problemen kommen, da kein dediziertes Reservesystem mehr zur VerfĂŒgung steht. Ein FDS wiegt 16,3 kg und benötigt 10 Watt elektrische Leistung.
Da die gewonnenen Daten aufgrund der beschrĂ€nkten ĂbertragungskapazitĂ€t nicht sofort zur Erde gesendet werden konnten, wurde ein Massenspeichersystem eingebaut. Es handelt sich hierbei um ein 328 m langes Magnetband, das bis zu 536 MBit digital speichern kann, was maximal 100 Bildern entspricht. Die Schreibgeschwindigkeit liegt maximal bei 115,2 kBit/s und die Lesegeschwindigkeit bei maximal 57,6 kBit/s.
Praktisch die gesamte Kommunikation mit der Sonde wird ĂŒber die auffĂ€llige Parabolantenne abgewickelt, die auf der zentralen Zelle montiert ist und aus einem Graphit-Epoxid gefertigt ist. Sie besitzt einen Durchmesser von 3,66 m und weist im X-Band einen Antennengewinn von 48 dBi auf, im S-Band 36 dBi. Da sie nur begrenzt beweglich ist, muss die Sonde genau auf die Erde ausgerichtet werden, um eine Verbindung aufbauen zu können. Zur DatenĂŒbertragung werden zwei FrequenzbĂ€nder eingesetzt: Das S-Band (2295 MHz) und das X-Band (8418 MHz). FĂŒr beide BĂ€nder sind jeweils zwei Sender vorhanden, die zusammen 44 kg wiegen und nicht parallel betrieben werden können (sie dienen primĂ€r als Backup).
Das S-Band wird nur zum Senden und Empfangen von Kommandos oder kleinen Datenpaketen genutzt, da die Datenrate bei nur 60 bis 160 Bit/s liegt. Die beiden Sender besitzen eine Abstrahlleistung von je 9,4 und 28,3 Watt und wurden sekundĂ€r auch zur Durchleuchtung von PlanetenatmosphĂ€ren verwendet. Als Backup ist auch eine Antenne mit niedrigem Antennengewinn vorhanden (7 dBi). Ăber das X-Band werden praktisch alle wissenschaftlichen Daten ĂŒbertragen, da hier eine wesentlich höhere Datenrate (2,5 bis 115,2 kBit/s) verfĂŒgbar ist. Die geringste mögliche Transferrate liegt bei 10 Bit/s.
Zur Fehlerkorrektur wurden der Golay- und Reed-Solomon-Code implementiert. Der Golay-Code sendet zu jedem Bit ein zusĂ€tzliches Korrektur-Bit, so dass die Bandbreite effektiv halbiert wurde. Das Reed-Solomon-Verfahren sendet nur alle 6 Bit ein Korrektur-Bit, so dass er im Falle eines Ausfalls des X-Bands eingesetzt worden wĂ€re, um mit dem wesentlich langsameren S-Band noch praktikable Transferraten zu erreichen. Trotz der im Vergleich zu frĂŒheren Missionen deutlich höheren Datenraten kam es zu spĂŒrbar weniger Ăbertragungsfehlern. Es folgt eine Tabelle mit den genauen Kenndaten der einzelnen Kommunikationssubsysteme.
| Bezeichnung | Anzahl | Energiebedarf | Masse |
|---|---|---|---|
| Passiver Transponder | 2 | k. A. | 4,7 kg |
| EmpfÀnger | 1 | 4,3 W | k. A. |
| Antennen-Kontrollsystem und -Interface |
1 | 0,9 W | 2,5 kg |
| Hochstabiler Oszillator | 1 | 2,7 W | 2,0 kg |
| Diplexer | 2 | 1,4 kg | |
| Telemetrie-Modulator | 2 | 5,7 W | 2,7 kg |
| âCommand Detector Unitâ | 2 | 5,4 W | 2,0 kg |
| S-Band Exciter | 1 | 2,4 W | k. A. |
| S-Band SchaltverstÀrker | 1 | bis 91,2 W | 5,0 kg |
| S-Band TWT-VerstÀrker | 1 | bis 86,4 W | 5,1 kg |
| X-Band TWT-VerstÀrker | 2 | bis 71,9 W | 5,8 kg |
| Sende-/Empfangsschalter | 1 | 1,2 W | k. A. |
| Verkabelung | 2,3 kg | ||
| Sonstige Schaltungen | k. A. | 3,5 kg | |
| Wellenleiter, Coax | 1 | 2,1 kg | |
| Parabolantenne | 1 | 50,9 kg | |
| Gesamtmasse | 105,4 kg |
Bei âVoyager Golden Recordâ handelt es sich um eine Datenplatte, die aus Kupfer besteht und mit Gold ĂŒberzogen wurde (ein Schutz vor Korrosion). Auf ihr sind Bild- und Audio-Informationen ĂŒber die Menschheit gespeichert. Auf der Vorderseite befindet sich unter anderem eine Art Gebrauchsanleitung und eine Karte, die die Position der Sonne in Relation zu 14 Pulsaren anzeigt.[2]
Zur Lageregelung und Kurskontrolle der Sonde werden acht voll redundante SchubdĂŒsen mit je 0,89 Newton Schub eingesetzt, die durch die katalytische Zersetzung von Hydrazin den nötigen RĂŒckstoĂ erzeugen. Der entsprechende Tank besteht aus glasfaserverstĂ€rktem Kunststoff und befindet sich in der Mitte der zentralen Zelle. Er fasst 90 kg Hydrazin und muss beheizt werden, damit dieses nicht gefriert. FĂŒr die Regelung der Rollachse stehen vier weitere SchubdĂŒsen zur VerfĂŒgung, die einen Schub von je 22,2 Newton liefern. Die genauen Steuerimpulse werden vom AACS-Computer berechnet.
Voyager 1 trĂ€gt insgesamt elf wissenschaftliche Instrumente mit einer Gesamtmasse von 104,8 kg, was erheblich mehr ist als bei frĂŒheren Planetenmissionen. Die Instrumente benötigen insgesamt 90 Watt elektrische Leistung, wovon 10 Watt auf die entsprechenden Heizelemente entfallen.
Die Instrumente sind in zwei Kategorien unterteilt: Direktmessung (zum Beispiel Teilchendetektoren) und Fernerkundung (zum Beispiel Kameras). Alle Instrumente der letzten Kategorie sind an einer beweglichen Scanplattform angebracht, die sich an einem Ausleger in 2,5 m Entfernung von der zentralen Zelle befindet. Die Plattform kann durch mehrere Elektromotoren, die vom AACS kontrolliert werden, prÀzise auf einen bestimmten Punkt im Raum (zum Beispiel Planeten) ausgerichtet werden. Die Positionierungsgenauigkeit liegt bei 2,5 mrad.
| Instrument | Masse kg |
Verbrauch W |
Datenrate Bit/s |
|---|---|---|---|
| Cosmic Ray System (CRS) | 7,50 | 5,4 | |
| Imaging Science System (ISS) | 38,20 | 21,5 | 115.200 |
| Infrared Interferometer Spectrometer (IRIS) | 19,57 | 12,0 | 1.120 |
| Low-Energy Charged Particles (LECP) | 7,50 | 3,8 | |
| Photopolarimeter System (PPS) | 2,55 | 0,7 | 0,6 â 1.023 |
| Planetary Radio Astronomy (PRA) | 7,70 | 5,5 | 266 |
| Plasma Spectrometer (PLS) | 9,90 | 8,1 | 32 |
| Plasma Wave System (PWS) | 1,40 | 1,3 | 32 â 115.200 |
| Radio Science (RSS) | 44,00 | ||
| Triaxial Fluxgate Magnetometer (MAG) | 5,60 | 2,2 | 120 |
| Ultraviolet Spectrometer (UVS) | 4,50 | 3,5 |
Dieses Instrument dient zur Untersuchung des Sonnenwindes und der StrahlungsgĂŒrtel der Planeten, insbesondere dem von Jupiter. Es besteht aus drei TeilchenzĂ€hlern, die Winkel, Anzahl und Energie von auftreffenden Teilchen zĂ€hlen. Der Detektor fĂŒr hochenergetische Teilchen (HET) kann Protonen und Ionen mit den Ordnungszahlen von 1 bis 30 (Wasserstoff bis Zink) im Energiebereich 6 bis 500 MeV pro Nukleon erfassen. Teilchen dieser Art wirken stark schĂ€digend auf elektronische Bauteile, weswegen die Ergebnisse fĂŒr zukĂŒnftige Missionen von groĂer Bedeutung waren. Das HET setzt sich aus insgesamt elf Sensoren zusammen, die aus der Eindringtiefe von Teilchen deren Energie ermitteln können. Die Abweichung in der Messung liegt bei fĂŒnf bis sieben Prozent. Der Elektronendetektor (TET) arbeitet nach dem gleichen Prinzip und kann Elektronen im Energiebereich von 3 bis 110 MeV erfassen. Auch der Detektor fĂŒr Teilchen mit niedriger Energie (LET) berechnet die Energie mit Hilfe der ermittelten Eindringtiefe und erfasst Teilchen im Bereich von 1,8 MeV bis 30 MeV.
Das ISS fasst zwei optische Kameras zusammen, die im Bereich des sichtbaren und ultravioletten Lichts arbeiten, nÀmlich einer Schmalwinkel-Tele-Kamera (NAC) und einer Weitwinkel-Kamera (WAC). Beide Instrumente können Bilder 0,005 bis 61 Sekunden lang belichten.
Die Tele-Kamera verfĂŒgt ĂŒber ein Cassegrain-Teleskop mit einer Ăffnung von 176,5 mm und einer Brennweite von 1500 mm. Die Transmission der Optik betrĂ€gt 60 % und die theoretische Auflösung liegt bei 1,18 Bogensekunden. Zur Bildaufnahme kommt eine 11 mm groĂe Vidiconröhre auf Selensulfid-Basis zum Einsatz. Der Zoomfaktor liegt bei 135, die Auflösung betrĂ€gt 800 Ă 800 Pixel (entspricht 9,1 mrad). Der Sensor arbeitet im Spektralbereich 320 bis 620 nm (Farbbereich Blau bis GrĂŒn) und ist zur Gewinnung von Farb- und Falschfarben-Aufnahmen mit Orange-, GrĂŒn-, Blau-, Violett- und UV-Filtern ausgerĂŒstet. Die Kamera wiegt 22,06 kg und hat die MaĂe 25 cm Ă 25 cm Ă 98 cm.
Die Weitwinkel-Kamera verwendet ein Petzval-Linsenteleskop mit einer Brennweite von 202 mm und einem Durchmesser von 57,2 mm. Es besteht aus sechs strahlungsgehĂ€rteten Linsen, von denen eine zum Staubschutz dient. Die Transmission der Optik betrĂ€gt 84 %, und die theoretische Auflösung liegt bei 2,87 Bogensekunden. Der Zoomfaktor ist 18, wobei der gleiche Sensor wie beim NAC zum Einsatz kommt. Der einzige Unterschied liegt im etwas geringeren Spektralbereich (400â620 nm), der durch die Filtereigenschaften der Linsen bedingt ist. Die WAC benutzt ebenfalls alle Filter der Tele-Kamera mit Ausnahme des UV-Filters. ZusĂ€tzlich sind noch Spezialfilter zur Erkennung von Natrium und Methan vorhanden. Die Kamera wiegt 13,30 kg und hat die MaĂe 20 cm Ă 20 cm Ă 55 cm.
Um die Bildsensoren, die bei beiden Kameras identisch sind, komplett auszulesen, werden mindestens 48 Sekunden benötigt. Es gibt ebenfalls Modi, die diese Zeit um das 10-Fache erhöhen können. Um ein schnelles Auslesen zu ermöglichen, können nur 10 % der Pixel ausgelesen werden. Die Digitalisierung erfolgt mit 8 Bits, was nur 256 Graustufen ermöglicht.
Das IRIS bestimmt Temperatur und AtmosphĂ€renstruktur von Planeten und Monden durch die Auswertung ihrer Infrarot-Emissionen. Insbesondere sollte es das Wasserstoff-Helium-VerhĂ€ltnis auf Jupiter und Saturn messen. Es handelt sich um ein Cassegrain-Teleskop mit einem Durchmesser von 50,0 mm, einer Brennweite von 303,5 mm und einem Gesichtsfeld von 0,25°. Es sind zwei Sensoren angeschlossen: ein Interferometer/Spektrometer und ein Radiometer. Ersteres arbeitet im Spektralbereich von 2,5â50 ”m und erreicht eine Auflösung von 0,094 ”m. Das Radiometer ermittelt die WĂ€rme von beobachteten Objekten und nutzt hierfĂŒr den Spektralbereich von 0,33 bis 2 ”m. Als Referenz dient eine Neon-Strahlungsquelle, die Infrarotstrahlung bei 0,58 ”m aussendet. Das IRIS ist mit den beiden Kameras des ISS synchronisiert und liefert fĂŒr eine 48-Sekunden-Aufnahme (1-fache Auslesegeschwindigkeit) sechs Messwerte.
Dieses Instrument dient zur Untersuchung von Teilchen mit niedriger elektrischer Ladung und ergĂ€nzt somit das CRS, das Teilchen mit hoher Ladung untersucht. Zur Messung werden zwei Sensoren eingesetzt: das âLow Energy Particle Teleskopâ (LEPT) und der âLow Energy Magnetospheric Particle Analyzerâ (LEMPA). Sie untersuchen die Wechselwirkungen von Teilchen mit den Magnetfeldern von Monden und Planeten sowie die kosmische Strahlung und Sonnenwinde.
Das LEPT arbeitet nur in der NĂ€he von Planeten und Monden. Es analysiert Elektronen im Energiebereich von 0,01 bis 11 MeV und Protonen von 0,015 bis 150 MeV, wobei 10â5 bis 1012 Teilchen pro Sekunde erfasst werden können. Das LEMPA erfasst Alphateilchen, Ionen und Protonen im Energiebereich 0,05 bis 30 MeV. Die beiden Sensoren sind ĂŒbereinander angebracht, so dass sie stets denselben Bereich untersuchen. Sie haben ein Gesichtsfeld von 45° und können mittels eines 8-Schrittmotors um 360° gedreht werden, was mindestens 48 Sekunden dauert. Der Motor sollte mindestens 500.000-mal eine volle Drehung durchfĂŒhren können, was fĂŒr den damaligen Stand der Technik bereits sehr ambitioniert war. Trotz der erwarteten Abnutzungsprobleme hatte er bis zum Jahr 2008 ĂŒber 5 Millionen Drehungen erfolgreich durchgefĂŒhrt. Zur Messung kommen verschiedene Sensorentypen zum Einsatz: Halbleiterdetektoren mit einer Dicke von 2 bis 2450 ”m, acht TeilchenzĂ€hler mit einer Auflösung von 24 Bit und ein Pulshöhenanalysator mit 256 KanĂ€len. Die Kalibrierung erfolgt mit einer schwach radioaktiven Quelle.
Das PPS misst Polarisierungseffekte, die oft durch Wechselwirkungen von Licht mit Materie entstehen. Da sich jeder Stoff in dieser Hinsicht anders verhĂ€lt, sind somit RĂŒckschlĂŒsse auf die chemische Struktur von PlanetenoberflĂ€chen, Ringsystemen und AtmosphĂ€ren möglich. Das PPS besitzt ein Cassegrain-Teleskop mit einem Durchmesser von 20,32 cm, einer Brennweite von 280 mm und einem variablen Gesichtsfeld von 0,12° bis 3,5°. Es untersucht die Polarisation des Lichts in acht Frequenzbereichen von 0,235 bis 0,75 ”m. Als Sensor dient eine Photomultiplierröhre mit einer Tri-Alkali-Photokathode. Das einfallende Licht kann durch bis zu acht verschiedene Filter geleitet werden. Ein kompletter Arbeitszyklus, bei dem 40 Messungen mit unterschiedlichen Polarisations- und Filtereinstellungen durchgefĂŒhrt werden, dauert 24 Sekunden.
Das PLS untersucht das Verhalten des Sonnenwindes und von heiĂen, ionisierten Gasen im offenen Weltraum sowie deren Wechselwirkungen mit den Magnetfeldern der Planeten. Es analysierte auch das Plasmafeld um den Jupitermond Io und ist in der Lage, die Grenze der Heliopause zu bestimmen. Hierzu verwendet es zwei Sensoren, die nach dem Prinzip der Faradayschen Gesetze arbeiten. Ein Detektor ist auf die Erde ausgerichtet und kann Elektronen im Energiebereich von 4 bis 6 keV erfassen, der andere steht senkrecht zu ihm und misst im Bereich von 5 bis 10 keV.
Dieses Instrument fĂ€llt besonders durch seine beiden 10 Meter langen Antennen auf, die im 90°-Winkel von der zentralen Zelle wegfĂŒhren. Sie haben einen Durchmesser von je 1,27 cm und sind aus einer Beryllium-Kupfer-Legierung gefertigt. Das PWS benutzt sie als Dipolantenne, die eine effektive LĂ€nge von 7 m hat. Das Instrument untersucht die Wechselwirkungen von Teilchen mit den Magnetfeldern der Planeten und die elektrische Komponente von Plasmawellen im Frequenzbereich von 0,015 bis 56 kHz. Der EmpfĂ€nger (mit vorgeschaltetem 40-dbi-VerstĂ€rker) bietet 16 verschiedene KanĂ€le, wobei vorher ein Rauschfilter die Störungen durch die Wechselspannung der Bordsysteme bei 2,4 und 7,2 kHz eliminiert.
Ein Teil des PWS ist ein Frequenzanalysator, der alle vier Sekunden ein komplettes Spektrum erstellen kann. FĂŒr den unteren Frequenzbereich betrĂ€gt die Bandbreite ±15 %, fĂŒr den hohen Bereich ±7,5 %. Die Datenrate ist mit 32 Bit/s sehr niedrig. Der andere Teil des PWS ist ein Wellenformanalysator, der eine wesentliche Neuerung in der damaligen Raumfahrt war. Die Analyse von Wellenformen erfordert eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig hohe Anzahl an Messwerten (28.800 pro Sekunde), was in einer sehr hohen Datenrate von 115.200 Bit/s resultiert. Da diese Daten nicht komprimiert oder beschnitten werden können, war man nach dem Verlassen des Jupitersystems wegen der immer geringeren Ăbertragungsbandbreite gezwungen, die Messungen erst auf den Bandlaufwerken zwischenzuspeichern und spĂ€ter zu versenden.
Dieses Instrument verwendet die beiden Antennen des PWS als Monopol. Es empfÀngt Radiowellen von Planeten im Frequenzbereich von 20,4 bis 1300 kHz und 2,3 bis 40,5 MHz.
Das RSS benutzt ebenfalls Baugruppen anderer Systeme mit, in diesem Fall die des Kommunikationssystems. Es kann bei der Kommunikation die Dopplerverschiebung der empfangenen Signale messen und so RĂŒckschlĂŒsse auf die Masse von nahe gelegenen Planeten und Monden ziehen. In einem anderen Betriebsmodus werden X- und S-Band gleichzeitig eingesetzt, um unterschiedliche Frequenzverschiebungen beim Durchqueren von AtmosphĂ€ren oder Staubwolken zu ermitteln. Aus den gewonnenen Daten kann deren Struktur und chemische Zusammensetzung ermittelt werden. Allerdings ist in diesem Modus keine Kommunikation möglich. FĂŒr gute Messergebnisse ist eine hoch stabile Sendefrequenz unerlĂ€sslich, weswegen ein besonders stabiler Oszillator eingebaut wurde, der auch nach langer Zeit immer noch eine sehr exakte Frequenz produzieren kann.
Das MAG besteht aus vier Sensoren, die Magnetfelder unterschiedlicher StĂ€rke in drei Richtungen messen. Zwei davon sind nahe an der Sonde angebracht und messen starke Magnetfelder bis zu einer StĂ€rke von 2 mT (1/10000stel des Erdmagnetfeldes) mit einer Genauigkeit von 6 pT. Die beiden Sensoren fĂŒr schwache Magnetfelder sind an einem auffĂ€lligen, 13 m langen Ausleger befestigt, der aufgrund einer sehr leichten Berylliumlegierung nur 2,3 kg wiegt. Der groĂe Abstand ist nötig, um Störungen durch das Magnetfeld der Sonde, deren Elektronik und die Radionuklidbatterien zu reduzieren. Die Empfangsschwelle liegt bei 0,5 mT bei einer Genauigkeit von 2 pT.
Dieses Instrument fĂŒhrt dieselben Analysen durch wie das IRIS, allerdings im hohen Ultraviolett-Frequenzbereich von 40 bis 160 nm. Es besitzt im Wesentlichen zwei Betriebsmodi. Zum einen kann es Strahlungsquellen in der AtmosphĂ€re von Monden und Planeten ausmachen, zum anderen kann es das spezifische Verhalten von externer UV-Strahlung (zum Beispiel der Sonne) beim Durchwandern von AtmosphĂ€ren analysieren. Das UVS war aber auch sehr wichtig, wenn sich die Sonde nicht in der NĂ€he von Himmelskörpern befand. Zu jener Zeit war kein Teleskop, weder auf der Erde noch im Weltraum, vorhanden, das den extrem hohen UV-Bereich abdeckte. Daher wurde dieses Instrument auch fĂŒr viele andere wissenschaftliche Beobachtungen eingesetzt.
Voyager 1 wurde am 5. September 1977 vom Launch Complex 41 auf Cape Canaveral mit einer Titan-IIIE-Centaur-Rakete gestartet. Damit lag sie 16 Tage hinter ihrer Schwestersonde Voyager 2. 13 Tage nach dem Start begann die 30-tĂ€gige Testphase fĂŒr die Bordsysteme und wissenschaftlichen Instrumente, die erfolgreich verlief. Aufgrund der etwas höheren Startgeschwindigkeit (15,0 km/s gegenĂŒber 14,5 km/s) ĂŒberholte Voyager 1 ihre Schwestersonde schon am 15. Dezember in einer Entfernung von 1,75 AE. WĂ€hrend des GroĂteils des Marschfluges befand sich die Sonde im Standby-Modus, nur alle zwei Monate gab es eine 20-stĂŒndige Wissenschaftsphase, in der der Sternenhimmel untersucht wurde und die TeilchenmessgerĂ€te eingeschaltet wurden.
Datei:Excerpt on Jupiter from The Grand Tour of Voyager.ogg Durch ihren Geschwindigkeitsvorteil kam Voyager 1 zuerst im Jupiter-System an. Die wissenschaftlichen Beobachtungen begannen am 14. Dezember 1978, 80 Tage vor dem Vorbeiflug am Planeten selbst. Die letzten Korrekturmanöver fanden am 21. Februar 1979 statt. Eine der wichtigsten Phasen begann erst am 4. MĂ€rz, als die Sonde nur noch einen Tag vom Jupiter entfernt war. Neben dem Planeten selbst und seinen Ringen wurde als erstes der Mond Io untersucht, dem sich die Sonde am 5. MĂ€rz auf bis zu 18.460 km nĂ€herte. Noch am selben Tag wurden Ganymed in einer Entfernung von 112.030 km und Europa in einer Distanz von 732.270 km untersucht. Am nĂ€chsten Tag nĂ€herte sich Voyager 1 dem letzten zu untersuchenden Mond Kallisto auf bis zu 123.950 km an. Die Sonde passierte so alle Monde des Jupiters in nur 30 Stunden. Es wurden insgesamt 17.477 Bilder mit der maximalen Datenrate (115,2 kbit/s) wĂ€hrend der Untersuchung des Jupitersystems ĂŒbertragen, und Voyager 1 wurde vom Planeten auf etwa 16 km/s beschleunigt, wobei nur 5 kg Hydrazin fĂŒr Kurskorrekturen verwendet werden mussten. Kurz nachdem sie die letzten Bilder gesendet hatte, traf Voyager 2 am 25. April im System ein und setzte die Beobachtungen fort. Somit wurde Jupiter ĂŒber einen Zeitraum von knapp sieben Monaten beobachtet, was zu vielen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen fĂŒhrte.
Voyager 1 entdeckte beim Durchfliegen des Systems gleich zwei neue Monde, Metis und Thebe, sowie den schwach ausgeprĂ€gten Planetenring um Jupiter, dessen Existenz bereits nach der Pioneer-11-Mission vermutet worden war. Aufgrund der geringen GröĂe und der Entfernung zur Sonne wurde angenommen, dass alle bereits vorher entdeckten Monde Ă€hnlich aussehen wĂŒrden wie Merkur oder der Mond. Allerdings sorgten die enormen GezeitenkrĂ€fte des Jupiters fĂŒr umfangreiche vulkanische AktivitĂ€ten auf Io, wobei Voyager 1 neun aktive Vulkane entdecken konnte. Nach dem Vorbeiflug an Jupiter erkannte man auf dessen Nachtseite noch aus Millionen von Kilometern Entfernung Blitze, was auf Ă€uĂerst heftige Gewitter innerhalb der AtmosphĂ€re hindeutete.
Jupiter<span/>annÀherung (Dauer: 25 Erdtage, 27 Mio. km Strecke)
Jupiters âred spotâ in Falschfarben
Ausbruch eines Vulkans auf Io
Aufnahme von Kallistos âValhalla-Kraterâ
Niedrig aufgelöste Aufnahme vom Mond Amalthea
Der Mond Ganymed
Datei:Excerpt on Saturn from The Grand Tour of Voyager.ogg Am 10. November 1980 traf Voyager 1 im Kernbereich des Saturn-Systems ein, neun Monate vor ihrer Schwestersonde. Am nĂ€chsten Tag wurde gleich eines der interessantesten Objekte untersucht: der Mond Titan. Man hatte bereits vor der Mission von der Methan-AtmosphĂ€re gewusst, und einige Wissenschaftler hielten es fĂŒr denkbar, dass der Treibhauseffekt eventuell Leben auf der OberflĂ€che ermöglichen konnte. Aber bereits auf gröĂere Distanz erkannte man, dass der gesamte Mond von einer homogenen Smogwolke umgeben war, was eine Untersuchung der OberflĂ€che unmöglich machte. Daher wurden das IRIS- und das UVS-Instrument auf den Rand der AtmosphĂ€re ausgerichtet, um wenigstens diese genau analysieren zu können. Nach dem Passieren des Saturns begann eine der anspruchsvollsten Phasen der Mission. Da die anderen zu untersuchenden Monde einen Orbit sehr nahe bei Saturn hatten, mussten alle drei Monde (Mimas, Dione und Rhea) sowie der ausgeprĂ€gte Planetenring innerhalb von nur zehn Stunden untersucht werden, was die Scanplattform an ihre technischen Grenzen brachte. Beim Vorbeiflug an Saturns SĂŒdpol schwenkte die Sonde auf ihre endgĂŒltige Bahn ein, die sie in einem Winkel 35° zur Ekliptik aus dem Sonnensystem befördert. Die Datenrate war unterdessen aufgrund der Entfernung auf 44,8 kbit/s gesunken, wobei schon wesentlich frĂŒher mit der Ăbertragung begonnen wurde als bei Jupiter, da Saturn mit Ringsystem deutlich gröĂer ist. Im Endeffekt wurden ungefĂ€hr gleich viele Bilder gemacht wie bei Jupiter.
Trotz der nicht untersuchbaren OberflĂ€che von Titan konnten ĂŒber seine AtmosphĂ€re einige neue Erkenntnisse gewonnen werden. Neben dem groĂen Anteil von Stickstoff wurden auch Spuren von Methan, Ethylen und anderen Kohlenwasserstoffen entdeckt. Die AtmosphĂ€re selbst war sehr ausgedehnt und dicht, jedoch deutlich zu kalt fĂŒr Leben. Diese Erkenntnisse machten den Mond zum primĂ€ren Ziel der Sonde Cassini-Huygens. Es wurden auch zahlreiche neue Monde von geringer GröĂe an den RĂ€ndern der Ringe gefunden. Auch bei den Lagrange-Punkten der Monde wurden einige weitere Begleiter entdeckt. Dieses PhĂ€nomen war bei Planeten schon bekannt (auch Saturn folgen bei ±60° einige Planetoiden), war aber bei Monden eine Neuheit. Voyager 1 zeigte auch, dass der Planetenring von Saturn nicht homogen ist und aus vielen einzelnen Ringen besteht. Da die Sonde fĂŒr eine genauere Untersuchung keine gĂŒnstige Flugbahn beschrieb und das PPS-Instrument ausgefallen war, wurde Voyager 2 umprogrammiert, um die Ringe aus einer besseren Bahn analysieren zu können.
Saturn aus 5,3 Mio. km Entfernung
Der Mond Mimas mit seinem charakteristischen Herschel-Einschlagskrater
Der Mond Dione
Titans AtmosphÀre
WĂ€hrend Voyager 2 nach Saturn weiter in Richtung Uranus und Neptun flog, befindet sich Voyager 1 seit der Passage auf dem Weg in den interstellaren Raum auĂerhalb des Sonnensystems. Am 1. Januar 1990 begann daher die letzte Phase fĂŒr die beiden Sonden: die âVoyager Interstellar Missionâ (VIM). Am 14. Februar 1990 wurde das ISS-Instrument ein letztes Mal fĂŒr die Erstellung eines einzigartigen Fotos aktiviert: Es ist ein Mosaik, das sechs Planeten des Sonnensystems in Farbe zeigt. Wissenschaftlich hatte es keinen gröĂeren Wert, aber es inspirierte viele Wissenschaftler und Laien. Besonders die Aufnahme der Erde, genannt Pale Blue Dot, erregte viel Aufmerksamkeit und wurde 2001 zu einem der zehn besten Fotos der Weltraumwissenschaften gewĂ€hlt. Es ist auĂerdem das Foto, das bis heute die Erde aus der gröĂten Distanz (6,4 Mrd. km) zeigt.[3]
Im Februar 1998 âĂŒberholteâ Voyager 1 die Sonde Pioneer 10 und ist seitdem das am weitesten entfernte Objekt, das von Menschen geschaffen wurde, wie auch dasjenige mit der höchsten Entweichgeschwindigkeit aus dem Sonnensystem. Im Zeitraum zwischen dem August 2002 und Februar 2003 maĂen die Partikelsensoren fortwĂ€hrend ungewöhnliche Werte, weswegen man vermutete, dass sich Voyager 1 dem vorlĂ€ufigen Ziel ihrer Reise nĂ€herte: dem groĂen, Ă€uĂeren Bereich der HeliosphĂ€re, genannt âHeliosheathâ. In diesem Bereich vermischen sich die Partikel des Sonnenwindes mit interstellarer Materie und bewegen sich mit verminderter Strömungsgeschwindigkeit. In das Vorfeld der Heliosheath, genannt âTermination Shockâ, trat die Sonde am 16. Dezember 2004 in einer Entfernung von 94 AE (etwa 14,1 Mrd. km) ein. Dies erkannte man unter anderem an dem massiv langsamer werdenden Sonnenwind und der abrupt wechselnden Richtung des Magnetfeldes, das auch um 150 % stĂ€rker wurde. AuĂerdem registrierte man eine Zunahme an schweren Ionen und erfasste neuartige Radiostrahlung.
Am 24. Mai 2005 meldete das JPL schlieĂlich, dass die Sonde nun die Heliosheath erreicht hatte. Am 23. Dezember 2009 gab die NASA bekannt, dass die Daten der Voyager-Magnetometer auf ein starkes Magnetfeld auĂerhalb des Sonnensystems hinweisen.[4] Diese Entdeckung lieferte die lang gesuchte ErklĂ€rung, warum die Lokale Interstellare Wolke sich nicht auflöst. Die Wolke ist stark magnetisiert und wird deshalb von dem Feld zusammengehalten.
Im FrĂŒhjahr 2010 wurden weitere Indizien fĂŒr die AnnĂ€herung der Sonde an die Grenze unseres Sonnensystems, der Heliopause, gefunden.[5] Diese stĂŒtzen sich auf die Daten des LECP-Instruments, welches eine starke Abbremsung des Sonnenwindes registrierte: Die Geschwindigkeit des Windes relativ zur Sonde betrug im Messzeitraum fast null (relativ zur Sonne also ca. 17 km/sec), was eine Verringerung des Einflusses der Sonne bedeutet. In etwa vier Jahren soll die Sonde dann die Heliopause ĂŒberschreiten und in den interstellaren Raum vordringen.
Mit Hilfe des MAG-Instruments konnte Voyager die Struktur des Sonnen-Magnetfeldes am Rande des Sonnensystems durch direkte Messungen analysieren. Seit 2007 befindet sich die Sonde in einer Region, in der das Feld nicht mehr stabil ist, sondern in mehrere magnetische Blasen mit einem Durchmesser von etwa 160 Mio. Kilometern aufgeteilt ist.[6] Im Juni 2011 verkĂŒndete die NASA, dass der Grund hierfĂŒr wahrscheinlich die Rotation der Sonne ist. Hierdurch wird auch ihr Magnetfeld bewegt und gefaltet, was in der Ă€quatoriellen Ebene am Rande des Sonnensystems zu einer groĂen Zahl von Rekonnexionen und somit zur âschaumartigenâ Struktur des Feldes fĂŒhrt.[6]
Aktuell (August 2010) befindet sich Voyager 1 noch immer im Bereich der Heliosheath-Region und soll um 2015 die HeliosphĂ€re, also den Einflussbereich des Sonnenwindes, endgĂŒltig verlassen. Sie passiert dann die Heliopause, das heiĂt, den Grenzbereich, an dem der Sonnenwind aufhört und das interstellare Medium herrscht. Die gravitative Vorherrschaft der Sonne reicht noch um vieles weiter und umfasst theoretisch auch die Oortsche Kometenwolke als den Ă€uĂersten Teil des Sonnensystems.
Der Hydrazin-Treibstoff fĂŒr die Lageregelung wird noch mindestens fĂŒr die nĂ€chsten 40 Jahre ausreichen. Wesentlich kritischer ist die Energieversorgung: Aufgrund des fortschreitenden Kernprozesses in den Radionuklidbatterien sowie der Abnutzung der thermoelektrischen Elemente sinkt die zur VerfĂŒgung stehende elektrische Leistung um etwa 1,4 % pro Jahr. Daher wurden bereits viele Instrumente und deren Heizelemente abgeschaltet. Die Energiesparplanung der NASA sieht (Stand: 2008) folgende MaĂnahmen vor:
Das Programm kam mehrmals aus BudgetgrĂŒnden in BedrĂ€ngnis, da der Betrieb der Sonde pro Jahr mehrere Millionen US-Dollar kostet (Personal, DSN-Zeit usw.). Internationale Proteste und die besondere Stellung der beiden Sonden verhinderten stets die komplette Einstellung des Programms, wobei einige BudgetkĂŒrzungen hingenommen werden mussten.
SondeStand: 25. November 2011[7]
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Instrumente
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Aktuell (Stand: 2009) untersucht Voyager 1 folgende PhÀnomene:
Voyager 1 und ihre Schwestersonde Voyager 2 zogen besonders wĂ€hrend ihrer frĂŒhen Missionsphase viel Aufmerksamkeit auf sich, auch in der breiten Ăffentlichkeit. Dies ist vor allem auf das auĂergewöhnliche Missionsprofil (insbesondere im Hinblick auf die zurĂŒckgelegten Entfernungen) und die fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse qualitativ sehr hochwertigen Farbaufnahmen vielfĂ€ltiger Motive zurĂŒckzufĂŒhren. Auch die Idee des Sendens einer âBotschaft ins Allâ mittels der Voyager Golden Record-Platte erregte groĂe Aufmerksamkeit. Der Name âVoyagerâ taucht daher in vielen Werken der zeitgenössischen Popkultur auf.
Pioneer 10 (1972) | Pioneer 11 (1973) | Voyager 1 (1977) | Voyager 2 (1977) | Galileo (1989â2003) | Ulysses (1990â2009) | Cassini-Huygens (1997) | New Horizons (2006) | Juno (2011)
MissionsvorschlÀge: Titan Mare Explorer | Europa Jupiter System Mission/Laplace | Titan Saturn System Mission/TandEM
Gestrichene Missionen: Jupiter Icy Moons Orbiter
(Siehe auch: Jupiter | Saturn | Uranus | Neptun | Pluto | Chronologie der Missionen ins Ă€uĂere Planetensystem)
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Dieser Artikel wurde am 20. MĂ€rz 2009 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. |