| Wacholder
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Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)
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| Wissenschaftlicher Name
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| Juniperus
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| L.
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| Sektionen
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- Caryocedrus
- Juniperus
- Sabina
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BlÀtter und beerenförmige Zapfen in verschiedenen Reifestadien des
Zedern-Wacholder (
Juniperus oxycedrus)
Die Wacholder (Juniperus) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Cupressoideae aus der Familie der ZypressengewÀchse (Cupressaceae). Mit den etwa 50 bis zu etwa 70 Arten, die dieser Gattung zugerechnet werden, stellt sie fast 40 Prozent der Arten innerhalb der ZypressengewÀchse. In Mitteleuropa kommen in freier Natur nur zwei Arten, nÀmlich der Gemeine Wacholder und der Sadebaum vor.
Name
Der deutsche Name Wacholder (von althochdeutsch wechalter)[1] hat verschiedene etymologische Deutungen erfahren. Sicher ist, dass der Teil -der der Reflex der indogermanischen Baumbezeichnung ist, wie sie in Holunder, Affolter (Apfel), Flieder, Heister und anderen vorkommt. Unsicher ist der erste Teil. Hier wird entweder ein Zusammenhang mit wachsen angenommen, unter Verweis auf den immergrĂŒnen Baum, oder mit wickeln, nach einer (spekulativen) Verwendung zum Binden bzw. fĂŒr rituell genutzte WacholderstrĂ€uĂe.[2][3]
Im Niederdeutschen wird der Wacholder auch als Machandelbaum bezeichnet.[4] Daraus hat sich dann als Nebenform die Bezeichnung Machangelstrauch (oder nur Machangel[5]) entwickelt. Diese Bezeichnung ist vor allen Dingen in Grimms MĂ€rchen und einigen Gedichten anzutreffen.
Der botanische Name ist ebenfalls nicht sicher gedeutet. Favorisiert wird die Lesart als lateinisch *iĆ«ni-perus aus Ă€lterem *iuveni-paros in der Bedeutung â(zu) frĂŒh gebĂ€rend, abortierendâ nach der Verwendung von Juniperus sabina.[6]
Der heute nur selten vorkommende Name Juniper, welcher als Vor- und Nachname existiert, leitet sich von Juniperus ab.
In Ăsterreich und Teilen Bayerns ist der Wacholder unter Kranewitt bekannt, das ĂŒber mhd. kranewite auf ahd. kranawitu, chranawita, welches âKranichholzâ bedeutet, zurĂŒckgeht. Den gleichen Ursprung besitzt das gleichbedeutende Krammet.
Der Wacholderschnaps ist demgemÀà in Ăsterreich unter Kranewitter bekannt.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Wacholder-Arten sind immergrĂŒne StrĂ€ucher oder BĂ€ume. Als gröĂtes Einzelexemplar gilt ein Syrischer Wacholder (Juniperus drupacea) in der TĂŒrkei, mit einer Wuchshöhe von 40 Metern. Das Holz besitzt einen schmalen Splint und einen rötlich-braunen Kern und duftet oft aromatisch. Die Zweige sind rund oder vier- bis sechsflĂŒgelig. Die BlĂ€tter sind im Allgemeinen kurz und liegen eng an den Zweigen an. Sie sind in der Jugend nadelförmig, spĂ€ter schuppen- oder nadelförmig. Die BlĂ€tter sind in gegenstĂ€ndigen Paaren in vier Reihen oder in wechselstĂ€ndigen Quirlen in drei bis sechs Reihen oder selten in Quirlen mit vier bis acht Reihen an den Zweigen angeordnet.
Die SÀmlinge besitzen zwei bis acht KeimblÀtter (Kotyledonen).
Generative Merkmale
Die zu den Nacktsamigen Pflanzen gehörenden Arten sind meist zweihÀusig (diözisch), selten einhÀusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Die mÀnnlichen Zapfen besitzen drei bis vier Paare oder Trios Sporophylle. Jedes Sporophyll besitzt zwei bis acht PollensÀcke.
Die beerenförmigen, ei- bis kugelförmigen weiblichen Zapfen sind 0,3 bis 2 Zentimeter groĂ. Sie benötigen bis zur Reife ein bis zwei Jahre, bleiben geschlossen und werden blĂ€ulich. Die meist dicken, fleischigen Zapfenschuppen sind aus Deck- und Samenschuppen verwachsen und besitzen ein bis drei Samen. Die ungeflĂŒgelten, hartschaligen Samen sind rund bis kantig. Die beerenförmigen Zapfen werden von Vögeln als ganzes geschluckt und die Samen verlassen den Darmtrakt unversehrt. Der bittere Geschmack der Zapfen (bei den meisten Arten) ist wohl eine Anpassung gegen FraĂ durch SĂ€ugetiere.
Die Chromosomengrundzahl betrÀgt x = 11.
Vorkommen
Wacholder-Arten kommen vorwiegend auf der Nordhalbkugel der Erde vor. Nur das Verbreitungsgebiet von Juniperus procera reicht im östlichen Afrika bis 18° SĂŒd.
Wacholder-Arten sind sehr anpassungsfĂ€hig. Sie gedeihen in Klimaregionen, die von der subarktischen Tundra bis zu HalbwĂŒsten reichen. Nahezu alle Arten sind gut an regenarme Zeiten angepasst. In Bergregionen sind es hĂ€ufig Wacholder-Arten, die noch an der Baumgrenze gedeihen. Der auf den Azoren gedeihende KurzblĂ€ttrige Wacholder ist die einzige Nadelholzart, die sich auf einer mitten im Ozean liegenden Inselkette vulkanischen Ursprungs etablieren konnte.[7] Der Samen der Vorfahren dieser Art gelangte vermutlich im Verdauungstrakt von Vögeln dorthin.
Sie kommen vielfach auf trockenen Böden (Sand, Heide, Steppe, HalbwĂŒste) vor.
In vielen semiariden Gebieten wie in den westlichen USA, im nördlichen Mexiko, im zentralen und sĂŒdwestlichen Asien sind sie die dominante Waldbedeckung in weiten Bereichen der Landschaft. Die Untergattung Juniperus ist hauptsĂ€chlich eurasisch, mit einer holarktischen Art (Juniperus communis). Sie ist auch die einzige Art dieser Untergattung in Nordamerika und Mitteleuropa und ĂŒberhaupt die am weitesten verbreitete Koniferenart. Die Untergattung Caryocedrus ist endemisch im sĂŒdwestlichen Asien und SĂŒdosteuropa. Die Untergattung Sabina besiedelt fast alle Areale, die auch fĂŒr die ganze Gattung gelten â auĂer nördlich von 50° Nord in Europa und 60° Nord in Asien.
In stark beweideten Gebieten ist Wacholder, aufgrund seiner UnvertrĂ€glichkeit fĂŒr Weidetiere, oft der einzige vorkommende Baum.
Die hÀufigere der beiden Wacholder-Arten in Deutschland, der Gemeine Wacholder, war der Baum des Jahres 2002.
Systematik
Die Gattung Wacholder (Juniperus) enthĂ€lt etwa 50 bis zu 70 Arten. Die wissenschaftlichen Diskussionen ĂŒber die Artenzahlen, die Rangzuordnungen nach VarietĂ€ten, Unterarten oder Formen werden teilweise kontrovers gefĂŒhrt. Untersuchungen auf DNA-Basis (RAPD und Genetischer Fingerabdruck â Fingerprinting) und bezĂŒglich der Blattölzusammensetzung halten die Diskussion in Bewegung; auch in der Feldforschung gefundene neue Arten lassen die Taxonzahlen schwanken.
Hier wird meist und vorzugsweise den AusfĂŒhrungen von Robert P. Adams gefolgt, der 2008 [8] annĂ€hernd 70 Arten und 27 VarietĂ€ten beschrieben hat.
Die Gattung Juniperus wird in drei Sektionen eingeteilt, die in der Literatur manchmal auch als Untergattungen gefĂŒhrt werden:
- Sektion Caryocedrus Endl. (Syn.: Gattung Arceuthos Antoine): Mit nur einer Art:
- Sektion Juniperus L. (Syn.: Gattung Juniperus sect. Oxycedrus Spach): Mit 10 Arten:
- Sektion Sabina Spach (Syn.: Gattung Sabina Mill.): Mit etwa 56 Arten:
- Juniperus angosturana R.P.Adams in Mexiko
- Juniperus arizonica R.P.Adams in den sĂŒdwestlichen Vereinigten Staaten (Arizona, New Mexico, Texas) und dem nördlichen Mexiko
- Juniperus ashei J.Buchholz[9] (Synonym Juniperus mexicana Sprengel in part) mit zwei VarietÀten im mexikanischen Bundesstaat Coahuila und den Bundesstaaten Arkansas, Missouri, Oklahoma und Texas der Vereinigten Staaten:
- Juniperus ashei J.Buchholz var. ashei
- Juniperus ashei J.Buchholz var. ovata R.P. Adams[10] im westlichen Texas und dem nördlichen Mexiko
- Karibischer Wacholder (Juniperus barbadensis L.)[11] mit zwei VarietÀten:
- Juniperus barbadensis L. var. barbadensis in Karibik auf St. Lucia
- Juniperus barbadensis L. var. lucayana (Britton) R.P.Adams in der Karibik auf Hispaniola und Kuba
- Bermuda-Wacholder (Juniperus bermudiana L.) auf den Bermuda-Inseln und eingefĂŒhrt auf der sĂŒdatlantischen Insel St. Helena
- Juniperus blancoi MartĂnez[12]: Diese Art kommt mit zwei VarietĂ€ten in Mexiko vor:
- Juniperus blancoi MartĂnez var. blancoi
- Juniperus blancoi MartĂnez var. huehuentensis R.P.Adams et al. [13]
- Kalifornischer Wacholder (Juniperus californica CarriĂšre) in den sĂŒdwestlichen Bundesstaaten Nevada, Kalifornien und Arizona der Vereinigten Staaten von Amerika sowie dem nordwestlichen Mexiko auf der Halbinsel Baja California und einigen ihrer vorgelagerten Inseln
- Juniperus carinata (Y.F.Yu & L.K.Fu) R.P.Adams [14] in China und als neue von der VarietÀt Juniperus pingii var. carinata hergeleitete Art beschrieben
- Chinesischer Wacholder (Juniperus chinensis L.): Er ist mit vier VarietÀten in China, dem russischen Sachalin, in Korea, Taiwan und Japan beheimatet.
- Rotbeeren-Wacholder (Juniperus coahuilensis (MartĂnez) Gaussen) im Bundesstaat Texas der USA und im Bundesstaat Coahuila von Mexiko
- Juniperus comitana MartĂnez: Kommt in Mexiko und in Guatemala
- Mekong-Wacholder (Juniperus convallium Rehder et E.H.Wilson): Heimat ist China.
- Juniperus coxii A.B.Jacks.[14] im sĂŒdöstlichen und nordwestlichen China, in nördlichsten Teilen des Indischen Subkontinents wie Bhutan und dem indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh sowie im nördlichen Myanmar auf der Indochinesischen Halbinsel. Diese Wacholderart wurde frĂŒher als VarietĂ€t Juniperus recurva var. coxii behandelt und gestĂŒtzt auf molekulargenetische Methoden als eigenstĂ€ndig erkannt.
- Alligator-Wacholder (Juniperus deppeana Steudel) mit vier VarietÀten:
- Juniperus deppeana Steudel var. deppeana im SĂŒdwesten der Vereinigten Staaten von Amerika und in Mexiko. Innerhalb dieser VarietĂ€t werden drei Formen beschrieben.
- Juniperus deppeana Steudel var. gamboana (MartĂnez) R.P.Adams in Mexiko und Guatemala
- Juniperus deppeana Steudel var. patoniana (MartĂnez) Zanoni in Mexiko
- Juniperus deppeana Steudel var. robusta MartĂnez in Mexiko
- Juniperus durangensis MartĂnez in Mexiko
- Juniperus erectopatens (W.C.Cheng & L.K.Fu) R.P.Adams im Norden der sĂŒdwestchinesischen Provinz Sichuan
- Griechischer Wacholder (Juniperus excelsa M.Bieb.) vom östlichen Mittelmeergebiet ĂŒber die Schwarzmeerregion und die Kaukasusregion bis zum iranischen Elburs-Gebirge.[15] Der in anderen Quellen auch als Unterart behandelte Juniperus excelsa subsp. polycarpos (K.Koch) Takht. wird hier als Art Juniperus polycarpos gefĂŒhrt.
- Juniperus flaccida Schltdl. mit zwei VarietĂ€ten (var. poblana wird hier als eigene Art Juniperus poblana gefĂŒhrt):
- Juniperus flaccida Schltdl. var. flaccida im Bundesstaat Texas der USA und in Mexiko
- Juniperus flaccida Schltdl. var. martinezii (Pérez de la Rosa) Silba mit beschrÀnkten Vorkommen in Mexiko
- Stinkender Wacholder (Juniperus foetidissima Willd.) vom sĂŒdöstlichen Europa ĂŒber Zypern weiter zum Libanon; weiters von der TĂŒrkei, den ukrainischen und russischen KĂŒstengebieten des Schwarzen Meeres ĂŒber den Kaukasus bis zum Kaspischen Meer
- Juniperus gracilior Pilg. mit drei VarietÀten auf der karibischen Insel Hispaniola
- Juniperus gracilior Pilg. var. gracilior in der Dominikanischen Republik
- Juniperus gracilior Pilg. var. ekmanii (Florin) R.P.Adams in Haiti
- Juniperus gracilior Pilg. var. urbaniana (Pilg. & Ekman) R.P.Adams in Haiti
- Juniperus grandis R.P.Adams in den Bundesstaaten Nevada und Arizona der sĂŒdwestlichen USA
- Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis Moench) in sÀmtlichen Regionen Kanadas und in nördlich gelegenen Bundesstaaten der USA
- Schwarzer Wacholder (Juniperus indica Berthel.) im Himalaya mit zwei VarietÀten:
- Juniperus indica Berthel. var. indica
- Juniperus indica Berthel. var. caespitosa Farjon[16] im chinesischen Tibet (Xizang), dem Bhutan und Nepal
- Jalisco-Wacholder (Juniperus jaliscana MartĂnez) in Mexiko
- Juniperus jarkendensis Kom. im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang
- Juniperus komarovii Florin in den chinesischen Provinzen Qinghai und Sichuan und in Russland um den Ussuri
- Juniperus microsperma (W.C.Cheng & L.K.Fu) R.P.Adams [14] in China (im westlichen Teil Sichuans und im östlichen Teil Tibets (Xizang). Die Art wurde frĂŒher als VarietĂ€t Juniperus convallium var. microsperma behandelt, aber durch molekulargenetische und phytochemische Untersuchungen als eigenstĂ€ndig erkannt.
- Einsamiger Wacholder (Juniperus monosperma (Engelm.) Sarg.) in sĂŒdlich gelegenen Staaten der USA und ĂŒbergreifend nach Mexiko
- Berg-Wacholder (Juniperus monticola MartĂnez) mit drei Formen in Mexiko
- Juniperus morrisonicola Hayata[14] ist endemisch in Taiwan. Sie wurde frĂŒher als VarietĂ€t Juniperus squamata var. morrisonicola betrachtet. Ihre EigenstĂ€ndigkeit wurde durch molekulargenetische und phytochemische Untersuchungen erkannt.
- Juniperus mucronata R.P.Adams im nördlichen Mexiko; diese Art wird auch als VarietÀt Juniperus blancoi var. mucronata behandelt.
- Westlicher Wacholder (Juniperus occidentalis Hook.) in westlichen Bundesstaaten der USA
- Utah-Wacholder (Juniperus osteosperma (Torr.) Little) in westlichen Bundesstaaten der USA
- Phönizischer Wacholder (Juniperus phoenicea L.): Mit zwei VarietÀten, die in verschiedenen Quellen auch als Unterarten genannt werden:
- Juniperus phoenicea L. var. phoenicea in Portugal, an den KĂŒsten der Mittelmeerregion, auf der Balkanhalbinsel, der TĂŒrkei, in Saudi-Arabien und in Israel. Auch in den sĂŒdlich des Mittelmeeres gelegenen Staaten Nordafrikas ist die VarietĂ€t anzutreffen.
- Juniperus phoenicea L. var. turbinata (Guss.) Parl. von den atlantischen Inseln Madeira und den Kanaren ĂŒber die KĂŒstenregionen Frankreichs, weiters in Italien, Griechenland und auf den Inseln der Mittelmeerregion und im westlichen Nordafrika.
- Juniperus pinchotii Sudw. in sĂŒdlichen Bundesstaaten der USA und im nördlichen Mexiko
- Juniperus pingii W.C.Cheng: Mit vier VarietÀten:
- Juniperus poblana (MartĂnez) R.P.Adams[20] im sĂŒdlichen Mexiko; wird in anderen Quellen auch als VarietĂ€t Juniperus flaccida Schltdl. var. poblana angefĂŒhrt
- Persischer Wacholder (Juniperus polycarpos) K.Koch[21]: Mit drei VarietĂ€ten in einem weiten Verbreitungsgebiet vom Oman auf der Arabischen Halbinsel ĂŒber Vorderasien und die Kaukasusregion in Gebiete Zentralasiens und im Norden des Indischen Subkontinents
- Juniperus polycarpos K.Koch var. polycarpos
- Juniperus polycarpos K.Koch var. seravschanica Kom.
- Juniperus polycarpos K.Koch var. turcomanica (B.Fedtsch.) R.P.Adams
- Ostafrikanischer Wacholder (Juniperus procera) Hochst. ex Endl. in Ostafrika und den Bergen Jemens und Saudi-Arabiens entlang des Roten Meeres
- Kriechender Wacholder (Juniperus procumbens (Siebold ex Endl.) Miq.) auf den japanischen Bonininseln und auf Kyƫshƫ
- Juniperus przewalskii Kom. in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai und Sichuan
- Juniperus pseudosabina Fisch. et C.A.Mey. ist eine in Asien weit verbreitete Art vom sĂŒdlichen Sibirien ĂŒber Gebiete Zentralasiens und der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang bis nach Pakistan und Afghanistan
- Juniperus recurva Buch.-Ham. in Nepal, Bhutan, im nordöstlichen Indien, in Myanmar, weiters in Tibet (Xizang) und den sĂŒdwestlichen chinesischen Provinzen Sichuan und Yunnan mit insgesamt zwei VarietĂ€ten verbreitet[22]:
- Juniperus recurva Buch.-Ham. var. recurva
- Juniperus recurva Buch.-Ham. var. uncinata R.P.Adams[23]
- Sadebaum (Juniperus sabina L.): Mit vier VarietÀten:
- Juniperus sabina L. var. sabina ist eine weit verbreitete Art, die neben Afrika und dem GroĂteil Europas auch in vielen Regionen Asiens anzutreffen ist
- Juniperus sabina L. var. arenaria (E.H.Wilson) Farjon in der Mongolei und einigen nördlich gelegenen Provinzen Chinas
- Juniperus sabina L. var. davurica (Pall.) Farjon[24] verbreitet[25] in Sibirien, im sĂŒdöstlichen Russland, im nordöstlichen China und der nördlichen Mongolei
- Juniperus sabina L. var. mongolensis R.P.Adams in der Mongolei
- Juniperus saltillensis M.T.Hall[26] in vorwiegend nördlich gelegenen Bundesstaaten Mexikos
- Sichuan-Wacholder (Juniperus saltuaria Rehder & E.H.Wilson) verbreitet in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan und Yunnan sowie dem Autonomen Gebiet Tibet (Xizang)
- Kuba-Fels-Wacholder (Juniperus saxicola Britton & P.Wilson) ist ein Lokalendemit in der kubanischen Sierra Maestra in Höhenlagen von 1600 bis 1700 Metern
- Rocky-Mountain-Wacholder (Juniperus scopulorum Sarg.) in einem breiten Streifen entlang der Rocky Mountains von Kanada ĂŒber die Vereinigten Staaten von Amerika bis nach Nordmexiko
- Juniperus semiglobosa Regel mit Vorkommen im westlichen Zentralasien und entlang des Karakorums in Pakistan und Indien
- Juniperus semiglobosa Regel var. semiglobosa
- Juniperus semiglobosa Regel var. talassica (Lipsky) Silba
- Beschuppter Wacholder (Juniperus squamata Buch.-Ham.) mit zwei VarietĂ€ten in weiten Teilen Zentralasiens, in Ostasien, in nördlichsten Teilen SĂŒdasiens und auch im sĂŒdostasiatischen Myanmar
- Juniperus squamata Buch.-Ham. var. squamata ist nur in Taiwan verbreitet
- Juniperus squamata Buch.-Ham. var. fargesii Rehder & E.H.Wilson wird in anderen Quellen auch als Synonym von Juniperus squamata bezeichnet
- Juniperus standleyi Steyerm. im Hochland von Guatemala und in Mexiko
- Spanischer Wacholder (Juniperus thurifera L.) in Spanien, Frankreich, Marokko und Algerien:
- Juniperus thurifera L. var. thurifera
- Juniperus thurifera L. var. africana Maire wird von anderen Quellen lediglich als Synonym fĂŒr Juniperus thurifera L. gefĂŒhrt [27]
- Tibet-Wacholder (Juniperus tibetica Kom.) in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan und dem Autonomen Gebiet Tibet (Xizang)
- Virginischer Wacholder (Juniperus virginiana L.): Mit zwei VarietÀten:
- Himalaya-Schwarzwacholder (Juniperus wallichiana Hook.f. & Thomson) in Himalaya-Regionen Chinas und Indiens sowie den Himalaya-Staaten Bhutan und Nepal
Diese Sektion Sabina wird gelegentlich auch als eigenstÀndige Gattung angesehen; manche Botaniker nehmen an, dass die Arten dieser Sektion/Gattung eine eigenstÀndige Entwicklung mit einem anderen stammesgeschichtlichen Ursprung darstellen.
GefĂ€hrdung und SchutzmaĂnahmen
Obwohl die Wacholder-Arten generell gut angepasst und auch weit verbreitet sind, gibt es dennoch viele Arten, die die Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Arten [28] fĂŒhrt, aber als nicht gefĂ€hrdet (âłLeast Concernâł) bezeichnet. DarĂŒber hinaus wird die Bedrohungssituation vielfach als evaluierungsbedĂŒrftig angegeben. Von insgesamt 52 gelisteten Arten werden 12 Arten mit einer GefĂ€hrdungskategorie versehen. Das sind ausschlieĂlich Arten, die auf karibischen sowie den atlantischen Inseln der Azoren und der Kanaren oder in Mexiko und Guatemala beheimatet sind:
- Eine Art wird als vom Aussterben bedroht (âłCritically Endangeredâł) bezeichnet.
- FĂŒnf Arten werden als stark gefĂ€hrdet (âłEndangeredâł) gelistet.
- Sechs Arten werden als gefĂ€hrdet (âłVulnerableâł) angefĂŒhrt.
Ursachen der Bedrohung sind in vielen FĂ€llen andauernde Abholzung und Ăberweidung.
In der Roten Liste der Schweiz[29] werden der Gemeine Wacholder Juniperus communis s.str., Juniperus communis subsp. nana als Synonym fĂŒr den Alpen-Wacholder oder Zwerg-Wacholder Juniperus communis var. saxatilis und der Sadebaum Juniperus sabina aufgelistet und als nicht gefĂ€hrdet (LC) bezeichnet.
Auf europĂ€ischer Ebene wurde mit der Berner Konvention Appendix I [30] des Europarats der KurzblĂ€ttrige Wacholder oder auch Azoren-Wacholder (Juniperus brevifolia) als streng geschĂŒtzte Wildpflanze ausgewiesen.
Mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie Nr.92/43/EWG in der aktualisierten Fassung vom 1. Januar 2007 [31] der EuropĂ€ischen Union (FFH-RL) Anhang 1 werden Schutzgebietausweisungen fĂŒr folgende Lebensraumtypen, denen Wacholder-Arten angehören, gefordert:
- Mediterrane KĂŒstendĂŒnen mit Wacholder-Arten Juniperus spp. â die Inschutzstellung dieser LebensrĂ€ume wird als prioritĂ€r durchzufĂŒhrend gefordert
- Formationen des Gemeinen Wacholders Juniperus communis auf Kalkheiden und -rasen
- Baumförmige HartlaubgebĂŒsche (Matorrals) mit Wacholder.Arten Juniperus spp.
- Endemische WĂ€lder mit Wacholder-Arten Juniperus spp. â die Inschutzstellung dieser LebensrĂ€ume wird als prioritĂ€re Angelegenheit angesehen
In der Bundesrepublik Deutschland wird der Kanaren-Wacholder Juniperus cedrus in der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)[32] durch Ausweisung als streng geschĂŒtzte Art unter Schutz gestellt.
Auf dem Nordamerikanischen Kontinent fĂŒhrt die USA ĂŒber verschiedene Bundesstaaten acht Wacholder-Arten als gefĂ€hrdete und zu schĂŒtzende Arten an [33].
Nutzung
Zierpflanze
In GĂ€rten (â Garten des Schriftstellers Arno Schmidt) und in Park- sowie Friedhofsanlagen werden heute viele Zuchtformen des Wacholder angepflanzt. In Asien sind Wacholder-Arten schon seit Jahrhunderten beliebte Zierpflanzen (â SteingĂ€rten).[34]
Die Ausbreitung der Wacholder-Arten als pflegeleichte und immergrĂŒne Pflanzen in ZiergĂ€rten hat zur zunehmenden Ausbreitung des Birnengitterrosts gefĂŒhrt. Diese Pilzkrankheit ist auf Wacholder als Wirtspflanze angewiesen, wobei der einheimische Gemeine Wacholder wohl weniger anfĂ€llig ist.[35] Dadurch ist der Bestand an BirnenbĂ€umen stark zurĂŒckgegangen.
Wacholder in der Heilkunde
Wacholder als Tee fördert die Verdauung, Harnausscheidung und wirkt gegen Sodbrennen. Er unterstĂŒtzt die Rheuma- und Gicht-Therapie.
Wacholder ist als Diuretikum allerdings so nicht zugelassen. Die diuretische Wirkung kommt durch die nierenreizenden Inhaltsstoffe der ScheinfrĂŒchte zustande. Wacholder darf deshalb nur in Kombination mit anderen Diuretika eingesetzt werden, da die Verwendung des Wacholder als Einzeldroge sonst leicht zu einer Ăberdosierung und daraus resultierenden NierenschĂ€den fĂŒhren kann.[36]
GetrÀnke
Die Beeren sind ein wichtiger Rohstoff bei der Alkoholherstellung. Es entsteht Wacholderschnaps beziehungsweise Gin.[37] Auch Spirituosen wie Krambambuli, SteinhÀger und Genever gibt die Wacholderbeere die spezielle Geschmacksnote.
KĂŒchennutzung
Im getrockneten Zustand wird die Wacholder-Beere (âKronwittbirlâ), gebietsweise auch GewĂŒrzbeere genannt, gerne bei der Zubereitung von Sauerkraut, wie auch bei vielerlei Fleischzubereitungen (Sauerbraten, Wildbraten) verwendet.[38]
Gleichfalls ist sie wichtig bei der Herstellung von gerĂ€uchertem Fleisch oder Fisch. Die Beeren werden in zerstoĂenem Zustand den Pökelmischungen beigegeben, sowohl in die Salzmischungen als auch in wĂ€ssrige Pökellake. Der Geschmack der Wacholder-Beere fördert die geschmackliche Entwicklung beim RĂ€uchern von Fleisch oder Fisch. In alten Rezepten findet man die Angabe: â8â12 Wacholderbeeren je Kilogramm Speck oder Schinkenâ.
Auch das Holz des Wacholder-Strauches wird in Form von SpĂ€nen zu den ĂŒblichen RĂ€uchermehlen gegeben, um eine Aromatisierung ĂŒber den Rauch zu erreichen. In alten Rezepten findet man hĂ€ufig, man solle âKranewittâ-Zweige (Wacholderzweige) zur RĂ€ucherglut beigeben, um den Geschmack zu verbessern.
Eine zu hohe Dosierung von Beeren oder Holz fĂŒhrt allerdings zu einer seifigen Geschmacksnote.
Die Zapfen des Syrischen Wacholders werden von anatolischen Bergbauern gesammelt und als vitamin- und zuckerreiches Mus namens âAndiz Pekmeziâ genutzt [39].
Weitere Nutzung
Wacholder-Holz, -Zweige und -Beeren werden auch gerne zum VerrĂ€uchern verwendet. Wacholder-Rauch gilt als reinigend und desinfizierend und wurde schon im Mittelalter verwendet. Er riecht sehr holzig und gleichzeitig frisch; die Rauchentwicklung ist mĂ€Ăig bis stark.
Giftwirkung des Wacholder
Beeren und Nadeln des Wacholder enthalten leicht giftige Ă€therische Ăle, die bei Hautkontakt und Verzehr zu Reizerscheinungen fĂŒhren können.[40]
Im Gegensatz zu den anderen WacholdergewĂ€chsen ist beim Juniperus communis nur die Beere (Fructus Juniperi) giftig. Reif ist sie im zweiten Jahr. Die Hauptwirkstoffe sind 0,2â2,9 % Ă€therische Ăle aus alpha-Pinen, Terpineol, Sabinen, Myrcen, Flavonoiden und anderen.[41] Eine Ăberdosierung fĂŒhrt zu Nierenschmerzen, Nierenversagen, Hautreizungen und LeberschĂ€digung.[42] Ferner wird die HerztĂ€tigkeit und Atmung gesteigert; seltener können KrĂ€mpfe auftreten. ĂuĂerlich kommt es zur Rötung der Haut bis zur Blasenbildung. Die maximale Dosierung liegt bei 2 g.
Quellen
Literatur
- Robert P. Adams: Junipers of the World: The genus Juniperus. 2. Auflage. Trafford Publishing Co., Vancouver 2008, ISBN 978-1-4251-6880-3.</span>
Einzelnachweise
Referenz-Fehler: UngĂŒltige <references>-Verwendung: Es ist kein zusĂ€tzlicher Text erlaubt, verwende ausschlieĂlich <references />.
ErgÀnzende Literatur
- Heinrich Lehmann: BeitrÀge zur Geschichte von Sambucus nigra, Juniperus communis und Juniperus Sabina. Math.-nat. Diss. Basel 1935.
- Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen, Pflanzengifte : Vorkommen, Wirkung, Therapie, Allergische und phototoxische Reaktionen. 3. Aufl., ecomed, Landsberg 1987, ISBN 3-609-64810-4.
Weblinks
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