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| Walisisch (Cymraeg) | ||
|---|---|---|
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Gesprochen in |
Wales (Vereinigtes Königreich), Chubut-Tal (Argentinien) | |
| Sprecher | über 750.000:
Wales 611.000, England 133.000, Chubut-Tal 25.000, Kanada 3.160, USA 2.655, Neuseeland 1.155, Australien 1.060 | |
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||
| Amtssprache von | | |
| Sprachcodes | ||
| ISO 639-1: |
cy | |
| ISO 639-2: | (B) wel | (T) cym |
| ISO 639-3: |
cym | |
Walisisch (auch Kymrisch; Eigenbezeichnung Cymraeg [kəmˈrɑːɨɡ] oder – mit Artikel – y Gymraeg [ə ɡəmˈrɑːɨɡ]; englisch: Welsh) ist eine p-keltische Sprache und bildet zusammen mit dem Bretonischen und dem Kornischen die britannische Untergruppe der keltischen Sprachen. Sie wird in Wales von etwa 750.000 Menschen gesprochen. Damit ist sie diejenige keltische Sprache mit den meisten muttersprachlichen Sprechern. In Wales ist sie, neben dem Englischen, Amtssprache und Schulsprache. Es gibt zwei Hauptdialekte, einen nördlichen und einen südlichen.
In Gegensatz zum Bretonischen ist das Walisische noch sehr vital, da es nach wie vor von vielen Kindern als Muttersprache erlernt und von allen Gesellschaftsschichten gesprochen wird. Die Aussichten, die Sprache zu erhalten, sind daher relativ gut, zumal das Walisische noch über ein zusammenhängendes Sprachgebiet verfügt; in einigen Landesteilen, insbesondere im Norden, stellen Walisisch-Sprecher auch heute noch die Mehrheit, mit einem Anteil von bis zu 70 %. Über die letzten zehn Jahre ist der prozentuale Anteil der Sprecher konstant geblieben, während er zuvor langsam, aber beständig abnahm; die absolute Zahl der Sprecher ist sogar wieder gestiegen. Seit Wales über ein eigenes Parlament, die National Assembly for Wales / Cynulliad Cenedlaethol Cymru, verfügt, sind die Maßnahmen zur Förderung des Walisischen noch intensiviert worden. Außerdem ist das Walisische der Stolz und das identitätsstiftende Element vieler Waliser, selbst wenn sie es selbst nicht mehr beherrschen.
Laut der Volkszählung von 2001 sprechen rund 21 % der Waliser die Sprache. Limitierte Walisischkenntnisse (z. B. nur Lesekenntnisse) haben etwa 8 % der Bevölkerung. Dass die Aussichten die Sprache zu behalten jedoch so gut sind, hat vor allem damit zu tun, dass das Englische sich in den städtischen Regionen von Wales konzentriert, während die ländlichen Gebiete, wo verhältnismäßig wenige Leute wohnen, oft noch überwiegend walisischsprachig sind.
Außerhalb von Wales wird Walisisch im Chubut-Tal in der argentinischen Provinz Chubut in Patagonien gesprochen.
Der language code nach ISO 639-1 ist cy, nach ISO 639-2(B) wel und nach ISO 639-2(T) cym.
Inhaltsverzeichnis |
Das walisische Alphabet enthält die folgenden Buchstaben:
a b c ch d dd e f ff g ng h i j l ll m n o p ph r rh s t th u w y
ch, dd, ff, ng, ll, ph, rh und th zählen als Einzelbuchstaben und werden auch so bei der Anordnung in Wörterbüchern behandelt.
k, q, v, x und z kommen in walisischen Wörtern nicht vor; j erscheint nur in englischen Lehnwörtern.
Vokale können kurz oder lang sein:
Die Betonung liegt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf der zweitletzten Silbe: brénin = „König“, brenhínes = „Königin“, breninésau = „Königinnen“. Eine der Ausnahmen ist Cymráeg = „kymrisch“, denn ae oder oe gilt als zwei Silben.
Eine Besonderheit des Walisischen (wie auch der anderen inselkeltischen Sprachen) sind die Anlautmutationen (engl. initial mutations, kymr. treigladau). Unter bestimmten Bedingungen wird der anlautende Konsonant eines Wortes durch einen anderen auf regelmäßige Art und Weise ersetzt.
Anlautveränderungen können durch das vorausgehende Wort (Artikel, Possessivpronomen, Präpositionen) ausgelöst werden oder durch die syntaktische Position oder Funktion des Wortes im Satz selbst (Subjekt, Objekt, adverbielle Verwendung).
Es gibt dabei mehrere Arten der Anlautveränderung: Lenierung (soft mutation, treiglad meddal), Nasalierung (nasal mutation, treiglad trwynol) und Aspirierung (aspirate od. spirant mutation, treiglad llaes). (Die Bezeichnungen sind phonetisch ungenau, haben sich aber eingebürgert.)
So löst z. B. das Possessivpronomen der 2. Person Singular dy („dein“) Lenierung aus; das der 1. Person Singular fy („mein“) Nasalierung; und das der 3. Singular feminin ei („ihr“) Aspirierung.
Besonders "anfällig" für die Lenierung sind außerdem feminine Substantive. So wird etwa bei Voranstellung des bestimmten Artikels oder des Zahlwort un (eine) das Nomen und darauf bezogene Adjektive leniert. Am Beispiel cath (Femininum, dt.: Katze) zeigt sich:
Im Gegensatz zu ci (Maskulinum, dt.: Hund):
Die folgende Tabelle veranschaulicht die Auswirkungen der verschiedenen Anlautveränderungen (k.V. = keine Veränderung, d. h., die Grundform wird verwendet):
| Grundform | Lenierung | Nasalierung | Aspirierung |
|---|---|---|---|
| pen – „Kopf“ | dy ben | fy mhen | ei phen |
| tad – „Vater“ | dy dad | fy nhad | ei thad |
| ci – „Hund“ | dy gi | fy nghi | ei chi |
| brawd – „Bruder“ | dy frawd | fy mrawd | [k.V.] |
| dant – „Zahn“ | dy ddant | fy nant | [k.V.] |
| gwallt – „Haar“ | dy wallt [1] | fy ngwallt | [k.V.] |
| mam – „Mutter“ | dy fam | [k.V.] | [k.V.] |
| llaw – „Hand“ | dy law | [k.V.] | [k.V.] |
| rhan – „Teil“ | dy ran | [k.V.] | [k.V.] |
| arian [2] – „Geld“ | [k.V.] | [k.V.] | ei harian |
[1] g wird bei Lenierung völlig getilgt.
[2] diese Regel gilt für alle Wörter mit einem vokalischen Anlaut.
Die normale, unmarkierte Wortstellung im Walisischen ist Verb – Subjekt – Objekt:
| Rhoddodd | yr | athro | lyfr | i’r | bachgen. |
| Gab | der | Lehrer | [ein] Buch | dem | Jungen. |
„Der Lehrer gab dem Jungen ein Buch.“
Adjektive folgen meist dem Substantiv, das sie beschreiben:
| y | ddraig | goch |
| der | Drache | rot |
„der rote Drache“
Eine der wenigen Ausnahmen ist z.B. hen, alt. Es wird vor dem Substantiv verwendet und löst eine Lenierung dessen aus:
| yr | hen | ddyn |
| der | alt | Mann |
„der alte Mann“
Das Walisische unterscheidet zwischen maskulinen und femininen Substantiven. Feminine Substantive neigen dabei stärker zu Mutationen als maskuline. So ergibt sich in etwa eine Lenierung falls ein Artikel vor dem Nomen verwendet wird: cath - (eine) Katze, aber y gath - die Katze. In diesem Fall werden auch alle Adjektive, welche das Wort beschreiben, leniert. Y gath fach - die kleine Katze. Der Genusunterschied besteht nur im Singular.
Der Plural kann auf verschiedene Weise gebildet werden:
Eine kleine Anzahl Adjektive besitzt gesonderte feminine Formen:
Generell jedoch wird dieselbe Form nach maskulinen und femininen Substantiven verwendet. Viele der gesonderten femininen Formen sind inzwischen darüber hinaus auch außer Gebrauch geraten.
An Steigerungsformen besitzt das Walisische neben dem Komparativ und dem Superlativ noch einen Äquativ („so … wie“):
| Positiv | Äquativ | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|---|
| teg | (cyn) deced | tecach | tecaf |
| schön | so schön | schöner | schönst- |
Eine Besonderheit des Walisischen (und anderer inselkeltischer Sprachen) sind die konjugierten Präpositionen:
| Sg. | Pl. | |
|---|---|---|
| 1 | arna i – „auf mir“ | arnon ni – „auf uns“ |
| 2 | arnat ti – „auf dir“ | arnoch chi – „auf euch“ |
| 3 | arno fe – „auf ihm“ | arnyn nhw – „auf ihnen“ |
| arni hi – „auf ihr“ |
Festlandkeltisch: Galatisch † | Gallisch † | Keltiberisch † | Lepontisch † | Norisch †
Inselkeltisch: Britannisch: Bretonisch | Kornisch | Kumbrisch † | Walisisch