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Warenhaus Tietz (Heinrich-Heine-Allee)

Warenhaus Tietz, Innenhof (1909)
Das Warenhaus Tietz an der Bazarstraße Ecke Königsallee.

Das Warenhaus Tietz an der Heinrich-Heine-Allee in Düsseldorf wurde nach Plänen von Joseph Maria Olbrich von 1907 bis 1909 im Material- und Monumentalstil der Reformarchitektur erbaut. Die Filiale gehört bis heute dem früheren Konzern Leonhard Tietz, dem heutigen Kaufhof.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

1906 wurde mit dem Wettbewerb für das Düsseldorfer Haus der Leonhard Tietz A.G. der „wichtigste Schritt für die Entwicklung der deutschen Warenhausarchitektur nach Messels Wertheim-Bauten“[1] eingeleitet. Die „große Bedeutung“ ist, dass das Vorbild von Messels Wertheim-Trakt durch den „Verzicht auf historisierendes Dekor in eine reinere, klarere Schöpfung verwandelt und dadurch über das Vorbild hinaus gesteigert wurde“.[2]

Das Motiv der Fassadengestaltung ist einfach: drei Fensterbahnen werden durch schmale Mauerstreifen getrennt. Das dreiteilige Fensterensemble wird durch kräftig ausgebildete Stützen flankiert. Die Fassade springt auf Höhe des vierten und fünften Obergeschosses zurück. Dadurch wird die „Monumentalität des […] Mansarddaches“[3] abgeschwächt. Das Gebäude zeigt „erhebliche Ausmaße“[3] und eine „monumentale Erscheinung“.[3] Es war ein Beispiel für die „fortschreitende Monumentalisierung, die in der Waren- und Kaufhausarchitektur des Rheinlandes von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg abzulesen ist“.[4] Das Düsseldorfer Tietz-Haus setzte „neue Maßstäbe, an denen sich die jüngeren Bauten orientierten“.[5] Das galt insbesondere für den monumental gestalteten Lichthof. Die separaten Ausstellungs- und Verkaufsräume wie der Kostümsalon, Salon für Modellhüte, Erfrischungsraum, Teppichsaal, Kunstsalon waren mit großem Aufwand kostbarer Materialien ausgestattet, wie verschiedene Holzarten, Marmor und Bronze.

Kunstgeschichte

1922 organisierte Adolf Uzarski, Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Das Junge Rheinland und ehemaliger Leiter der Werbeabteilung des Warenhauses, im vierten Geschoss die 1. Internationale Kunstausstellung im Kaufhaus Tietz. In der Ausstellung wurden Werke von Alexander Archipenko, Ernst Barlach, Marc Chagall, Giorgio de Chirico, Lyonel Feininger, Ernst Haeckel, Ernst Ludwig Kirchner, Wilhelm Lehmbruck und Pablo Picasso gezeigt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Grunsky, S. 273f.
  2. ↑ Grunsky, S. 276f.
  3. ↑ a b c Kranz/Wiener, S. 35
  4. ↑ Grunsky, S. 279f.
  5. ↑ Grunsky, S. 282.

Literatur

  • Joseph Maria Olbrich, Max Creutz: Das Warenhaus Tietz in Düsseldorf. Wasmuth, Berlin 1909.
  • Eberhard Grunsky: Waren- und Kaufhäuser. In:  Eduard Trier, Willy Weyres (Hrsg.): Kunst des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Bd. 2. Architektur: II, Profane Bauten u. Städtebau.. Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-30252-6, S. S. 271–285, dazu S. 273f..</span>
  • Roland Kanz, Jürgen Wiener (Hrsg.): Architekturführer Düsseldorf. Dietrich Reimer, Berlin 2001, Nr. 44 auf S. 35.

51.22596.77777Koordinaten: 51° 13′ 33″ N, 6° 46′ 40″ O

Weblinks

 Commons: Warenhaus Tietz â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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